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Verkehrsplanung
Der Themenkomplex Verkehr steht in der Auflistung der städtebaulichen Mängel an vorderer Stelle. Die Probleme sind vielschichtig und ein wesentlicher Grund für die gegenwärtige unbefriedigende Gesamtsituation im Untersuchungsbereich.
Der Zentralplatz befindet sich in einer Randlage zu den Haupteinkaufsbereichen der Koblenzer Innenstadt. Er wird von zwei stark befahrenen Straßen (Clemensstraße: ca. 10.000 Kfz/d, Görgenstraße ca. 5.500 Kfz/d, Viktoriastraße ca. 7.000 Kfz/d) tangiert. Die beiden anderen Straßen, die das Areal fassen, weisen geringere Kfz-Mengen auf (Casinostraße: ca. 2.000 bis 3.000 Kfz/d, Luisenstraße: ca. 1.000 Kfz/d).
Sowohl die Clemensstraße als auch die Görgen-/Viktoriastraße stellen Zäsuren für den Fußverkehr dar. Die bestehenden Fußgängerunterführungen unter den Hauptverkehrsstraßen sind unattraktiv und werden insbesondere in den Abend- und Nachtstunden gemieden; unterirdische Querungsanlagen sind nicht mehr zeitgemäß.
Das Kfz-Aufkommen in den Hauptverkehrsstraßen belastet die anliegenden Wohnnutzungen und fördert den Trend zur Entmischung und Entvölkerung des innerstädtischen Quartiers. Die Aufenthaltsqualität entlang der Hauptverkehrsstraßen ist sehr unbefriedigend. Ihre Verkehrsflächen sind bislang weitgehend auf die Bedürfnisse des motorisierten Verkehrs ausgelegt. Die im Bereich Viktoriastraße/ Görgenstraße gelegene Zufahrt der Tiefgarage „Zentralplatz“ (ca. 450 Stellplätze) sowie die Erschließung des Parkhauses „Altlöhrtor“ behindern die wichtige Fußwegebeziehung zwischen der belebten Fußgängerzone Löhrstraße und dem Zentralplatz. Eine zweite Tiefgaragenzufahrt sowie die bisher einzige Ausfahrt liegen an der Casinostraße.
Die Halteplätze der sehr stark frequentierten Bushaltestelle „Zentralplatz“ sind über einen weiten Bereich verteilt (Pfuhlgasse, Clemensstraße, Viktoria-/ Görgenstraße) sowie wenig attraktiv und nicht barrierefrei. Dennoch ist der Bereich dank der Linien- und Fahrtendichte hervorragend ÖPNV-erschlossen (ca. 25 Tages- sowie ca. 10 Nachtbuslinien). Mit Ausnahme der Casinostraße berücksichtigen die Infrastrukturen im Untersuchungsbereich noch nicht den Fahrradverkehr.
Im Jahr 2003 wurde in einem Feldversuch ein Vorschlag aus dem städtebaulichen Rahmenplan „Zentralplatz und angrenzende Bereiche“ (November 2002) zur Verbesserung der Verbindung zwischen Altstadt und Zentralplatz erprobt. Die Konzeption sah die Integration der westlichen Clemensstraße in den Platzbereich sowie ihre Umwandlung zu einer Fußgängerzone vor (Linienbusse und Fahrräder frei). Diese Überlegung des Rahmenplans wurde zwischenzeitlich aufgegeben und konzeptionell verändert.
Geplante Veränderungen bei Wegeachsen im Umfeld
Der Zentralplatz liegt im Schnittpunkt der Fußgängerbeziehungen Mosel/Altstadt zum Bahnhof/südliche Vorstadt sowie gepl. Haltepunkt Stadtmitte/Löhr- Center/Löhrstraße zum Theater/Schloß/ Rheinufer. Hier kreuzen sich unterschiedlich motivierte Fußgängerströme als Touristen mit Verweilbedürfnis und Einkäufer auf dem Weg in die Geschäfte.
Altlöhrtor
Die Straße Altlöhrtor bildet als stark frequentierter Fußgängerbereich mit Geschäftsnutzungen die fußläufige Verbindung zwischen der Fußgängerzone Löhrstraße und dem Zentralplatz und dient gleichzeitig als Hauptzufahrt zum Kaufhof-Parkhaus.
Während der westliche Abschnitt auf einer Länge von ca. 70 Metern als Fußgängerzone niveaugleich ausgebaut ist, besteht auf dem östlichen Abschnitt auf einer Länge von ca. 80 Metern ein funktionsgetrennter Ausbau. Für die stark auftretenden Fußgängerströme mit Laufrichtung Fußgängerzone Löhrstraße bzw. Zentralplatz sind die genannten Gehwegbreiten im Begegnungsfall zu schmal dimensioniert, so dass diese häufig gezwungen sind, die Fahrbahn mit zu benutzen.
In seinem derzeitigen Ausbauzustand wird das Altlöhrtor deshalb seiner Bedeutung als fußläufige Verbindung mit Aufenthaltsqualitäten nur wenig gerecht. Gestalterische Vorgaben für eine Optimierung liefern die Ergebnisse des Realisierungswettbewerbes Löhrstraße/ Löhrrondell aus dem Jahr 2006. Mittelfristig ist vorgesehen, die Pkw zum Parkhaus und zu den privaten Kfz-Stellplätzen über eine geplante neue Zufahrt, die an die Viktoriastraße anbindet, zu führen. Damit kann die Ost-West-Verbindung zum Zentralplatz durchgängig zur Fußgängerzone werden. In dieser Achse läge auch zukünftig die Verbindung zum östlichen Platzrand an der Casinostraße mit der Option, über die geplante Deinhard- Passage in Richtung Theater/Clemensplatz/ Rheinufer zu gelangen.
Deinhard-Areal
Eine fußläufige Verbindung Richtung Schloss und Rheinpromenade ist vom Zentralplatz aus bisher nur über die verkehrlich belastete Clemensstraße sowie etwas abseits über die Schloßstraße möglich. Eine direkte Verbindung über den Blockbereich zwischen Casinostraße und dem Straßenzug Neustadt fehlt bislang. Hier kann bei der Etablierung neuer Nutzungen, wie z.B. Gastronomie und Justizzentrum im Blockinnenbereich des Deinhard-Areals, auch eine Wegeverbindung über das Grundstück Casinostraße Nr.31-33 durch den Innenbereich bis zum Deinhard-Stammhaus (Deinhardplatz 3) berücksichtigt werden. Neben Besuchern des Justizzentrums eröffnet sich gerade auch für Touristen eine attraktive Wegebeziehung, die unmittelbar den traditionsreichen Stammsitz der Deinhard Wein- und Sektkelterei mit dem Deinhard-Kellermuseum mit einbezieht.
