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Ihr Standort: Stadtleben & Kultur > Stadtporträt > Koblenzer Leibgerichte und Essgeschichten
Essgeschichten
Hannelore Kraeber
Des Deutschen Kaisers Rippchen
Deutscher Kaiser, turmähnliches Gebäude, Foto: Kraeber
Deutscher Kaiser, Diele und Treppe - Foto aus Dr. Michel, Die Kunstdenkmäler der Stadt Koblenz
Und da wird auch von einer Gebetserhörung erzählt. Ein späterer Eigentümer des Hauses mit Gastwirtschaft war Georg Friedhofen. Er war der Neffe des Seligen Bruder Peter Friedhofen. Dieser hatte im Jahre 1850 die Kongregation der Barmherzigen Brüder von Maria – Hilf gegründet. Das erste Mutterhaus (1852 -1888) kann noch immer in der Florinspfaffengasse Nr. 6 besucht werden. Die Brüder erwarben sich große Anerkennung durch die Armen- und Krankenpflege in Koblenz. Nach mündlicher Überlieferung wurde in der Familie von Georg Friedhofen gebetet, dass einer aus ihren Reihen ein Geistlicher werden würde. Das hat sich dann später in der zweiten Generation mit Prälat Dr. Ernst-Günter Rokahr erfüllt. Die Koblenzer sagen: ‚E good Gebet hileft.’
Mit der Zeit wechselten die Besitzer und die Wirtsleute. Die Gaststätte war aber immer ‚knebbelvoll’. Die Gäste waren bunt gemischt. Schängel, Kapitäne, Matrosen, Schärjer (Hafenarbeiter) erzählten unwahrscheinliche Geschichten. Man hörte fast ausschließlich Kowelenzer Mundart. Alles Neue in der Stadt wurde diskutiert und es wurde auch Politik gemacht. Namhafte Politiker wie der frühere Oberbürgermeister Dr. Schulte-Wissermann waren Stammgäste (Amtszeit 1994 - 2010). Zeitweilig wurde der ‚Deutsche Kaiser’ auch das ‚Rote Rathaus’ genannt. ‚30 Minuten im Deutschen Kaiser und man weiß mehr als in der Zeitung steht’, war die Meinung der Stammgäste. Der Bierhahn stand nie still und das so immer frische Bier schmeckte. An der Theke standen die Gäste oft in drei Reihen hintereinander. Ein bekannter Stammtisch waren die ‚Goode Junge’. Sie stifteten die Plastik ‚Junge im Regen’. Sprichwörtlich wollten sie dokumentieren, dass sie niemand ‚em Rään stinn losse’. Heute steht die Kinderskulptur vor der Christuskirche.
Durst macht hungrig. Beliebt waren die guten Bockwürste aber berühmt waren die Rippchen. Das Rezept ist einfach für diese Spezialität:
Rippchen nach Art des Deutschen Kaisers
Gekochte Rippchen werden mit Öl und Butter in einer Pfanne kurz angebraten und mit warmen Speckkartoffelsalat serviert.
‚Nichts bleibt wie et es on alles kimmt widder,’ heißt es im Voksmund, hoffentlich auch der traditionelle ‚Deutsche Kaiser’!
Hannelore Kraeber
-Alle Rechte bei der Autorin-
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