StadtBibliothek im RückBlick
Auch in Krisenzeiten greifen viele zum Buch
Abtauchen in andere (Fantasie-)Welten: Lesen ist noch "in" - trotz oder gerade auch wegen der Wirtschaftskrise. Der Buchmarkt im Land ist intakt. Foto: dpa
Branche freut sich über steigende Umsätze - Stiftung Lesen: Viele schmökern täglich - Handel im Land setzt auf persönlichen Draht zum Kunden Wenn man kein Geld mehr fürs Kino oder Restaurant hat, wird eben zu Hause auf dem Sofa ein Buch gelesen.
So könnte man erklären, warum der Buchmarkt auch in Krisenzeiten noch wächst. Die Wissenschaft und die Branche selbst sehen andere Gründe für den Boom. Für Bücher gibt es keine Abwrackprämien. Und von den anderen Konjunkturpaketen der Bundesregierung zur Rettung der deutschen Wirtschaft profitiert der Buchmarkt höchstens indirekt. Trotzdem kann der Börsenverein des Deutschen Buchhandels noch immer mit guten Zahlen protzen. Die Gewinnmargen sind zwar klein, doch immerhin kann man auf ein stetes Wachstum verweisen. 0,4 Prozent mehr Umsatz mit Büchern als im Vorjahr wurde 2008 gemacht. Auch die ersten fünf Monate dieses Jahres weisen schon ein Plus von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Buch als Ablenkung? Börsenvereins-Vorsteher Gottfried Honnefelder wertet das als "deutliches Signal in Zeiten der Rezession". Und liefert seine Interpretation der guten Zahlen gleich mit: "Inhalte sind gefragt." Das Buch also als persönlicher Kompensator, Aufarbeiter und Ablenker von der Krise? Die Erkenntnisse des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen in Mainz würden dem nicht widersprechen. "Die Lesefrequenz bleibt stabil", sagt Timo Reuter, wissenschaftlicher Mitarbeiter. Die Zahl der Menschen, die täglich lesen, steige sogar. Allerdings greifen die Leser lieber zu kleinen Häppchen als zu dicken Schinken. Regelmäßig schmökern, doch in kleinen Dosen, so die häufigste Lektüre-Gewohnheit. Seit 2002 ist die Zahl der Deutschen, die jeden Tag ein Buch zur Hand nehmen, von zwei auf neun Prozent gestiegen. Eine große Lese-Studie hat im vergangenen Jahr allerdings noch mehr herausgefunden: Spannung wird den Lesern immer wichtiger. "Dieser Trend hat deutlich zugenommen. Das Buch muss den Leser packen, von Anfang an. Das war früher nicht so entscheidend." Das Gütesiegel "Spannend" gilt für alle Genres - ob Sachbuch oder Belletristik, beim Krimi sowieso schon immer. Der heutige Durchschnittsleser will in Fantasiewelten eintauchen. Eine Flucht vor der möglicherweise rauen Wirklichkeit? Sicherlich auch einfach ein neuer Lesegeschmack. Doch Leseforscher Reuter will nicht ausschließen, dass mitunter eine Flucht-Funktion dahinter- steckt. Während man mit Harry Potter gegen Lord Voldemort kämpft, sorgt man sich nicht um seinen Arbeitsplatz oder die geplatzte Gehaltserhöhung. "Gelesen wird immer", sagen Buchhändler selbstbewusst. "Das Kino im Kopf ist der Gegenentwurf zu den vorgefertigten Bildern, die uns überschwemmen", meint Eberhard Duchstein, stellvertretender Vorsitzender des Börsenvereins Deutscher Buchhandel in Rheinland-Pfalz und Inhaber von Reuffel (Koblenz).
Die Zukunftsfrage für Buchhändler ist offenbar weniger, ob noch gelesen wird, sondern vielmehr: Wo kauft der Leser sein Buch? Die urige kleine Buchhandlung mit dem persönlichen Berater hinterm Ladentisch wird zumindest seltener, große Ketten-Filialen nehmen zu. In Rheinland-Pfalz allerdings gibt es laut Duchstein noch vergleichsweise wenig Niederlassungen der Ketten. Dagegen nimmt der Absatz über das Internet auch hier deutlich zu. 20 Prozent des gesamten Umsatzes des bundesweiten Buchgeschäfts werden heute im Netz gemacht. Auch mittelständische Unternehmen müssten ihren Kunden heute die Online-Bestellung ermöglichen, meint Duchstein. Trotzdem: Die persönliche Beratung hält er künftig für unverzichtbar. Den Buchmarkt im Land beschreibt er als "ganz gesund". Im Gegensatz zu anderen Ländern, wo Lernmittelfreiheit herrscht, profitiere der örtliche Handel noch stark vom Geschäft mit den Schulbüchern. Neue Buchläden entstehen 320 Buchhandlungen und 80 Verleger gibt es in Rheinland-Pfalz. Obwohl die Filialisten zunehmen, entstehen im ländlichen Raum weiter eigenständige Buchhandlungen, beobachtet Duchstein. Für ihn ein weiteres Zeichen dafür, dass der Buchmarkt krisenfest ist.
(Rena Lehmann RZ Koblenz & Region vom Samstag, 18. Juli 2009)
Worte, Töne und Essen zum coolen Britannien
Förderverein der Stadtbibliothek: Von Lesungen, Kochkünsten in der Pause und Musik zwischendrin
Kühl war es an dem Abend nicht, als der Förderverein der Stadtbibliothek Lesen und Buch seinen Beitrag zum Kultursommertitel "Cool Britannia" leistete.Mit "Cool Britannia" sollte in den 90ern ein neues Image für Großbritannien geschaffen werden, eine Kommission versuchte dieses Motto umzusetzen. Die Vorleser, drei Frauen und ein Mann, verdeutlichten mit den Texten deutscher Reiseschriftsteller und Journalisten mit Inselerfahrung, dass Britannien selber das coolste Land in Europa ist - trotz oder vielleicht gerade wegen der Queen.
Angenehme Unterbrechung erfuhren die Texte zum Humor, zur Küche, zum Selbstverständnis und zum Königshaus durch den Bag-piper Bernd Kück und das Saxofonquartett "Saxhochvier", die mit Musik das historische und das coole Großbritannien repräsentierten.
In einer "coolinarischen" Pause präsentierte die Fachschule für Hotelbetriebswirtschaft der Julius-Wegeler-Schule Kostproben britischer Kochkunst. Vielleicht lag es ja an den Schülern: In der von ihnen gebotenen Form ist die englische Küche bei weitem besser als ihr Ruf. Die von Hein Mecker aus dem Stegreif vorgetragene Kreisler-Ballade vom Mörder Paule, der in Deutschland nicht, wohl aber in England hingerichtet wurde, rundete das Programm ab. Fazit: Die Briten sind eben doch cooler! (RZ Koblenz & Region vom Samstag, 11. Juli 2009)
Petra Urban war in der Stadtbibliothek zu Gast
KOBLENZ. Es war mucksmäuschenstill, als die Schriftstellerin Dr. Petra Urban in der Stadtbibliothek Koblenz aus ihrem Roman "Die Flaneurin" (Leinpfad-Verlag) vorlas. Mit einfühlsamer Stimme zog sie das Publikum hinein in die Geschichte ihrer Ich-Erzählerin Henriette - eine Müßiggängerin, die viel Zeit damit verbringt, durch die Straßen ihrer Stadt und über den Friedhof zu spazieren. Schon nach den ersten Sätzen wurde deutlich, dass Urbans Heldin eine einsame Frau ist, die verfolgt wird von Erinnerungen an ihre verstorbene Mutter und die sich dabei so sehr nach Begegnungen und Berührungen sehnt. Henriette ist eine Spaziergängerin, die das Leben in ihrer Kleinstadt sehr genau beobachtet und die den Menschen, die sie interessieren, kurzerhand folgt. "Ich bin alle die Wege mitgegangen", sagte eine Zuhörerin am Ende der Veranstaltung. Auf die Frage, warum sie die Geschichte in der Ich-Form geschrieben habe, antwortete die Autorin: "Weil ich in dieser Form die sehr persönliche Beziehung von Mutter und Tochter, um die es mir neben den erotischen Sehnsüchten meiner Heldin ja besonders ging, noch viel intensiver gestalten konnte, als dies in der dritten Person möglich gewesen wäre." (Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 09.05.2009)
Thomas Koch von der Stadtbibliothek begrüßte die Autorin im Dreikönigen-Haus
"Die Flaneurin", Leinpfad Verl. 2009 - gebunden - 203 S.
Portrait: Petra Urban, Dr. phil., 1957 in Dohna/Pirna geboren, Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin.
Sie schreibt Romane, Kurzgeschichten, Erzählungen und hält Vorträge zu literarischen und lebensphilosophischen Themen.
Experte ist sicher: Schüler lesen immer besser vor
Bezirksentscheid des Vorlesewettbewerbs vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels - Viele herausragende Leistungen in der Stadtbibliothek: Denia Gilberg (Regionale Schule Hahnstätten) und Felix Stumm (Bischöfliche Realschule Boppard) haben sich durchgesetzt
Ein rosa Stoffschwein und der Apothekerhund Herr Bello haben Denia Gilberg und Felix Stumm zum Sieg verholfen. Die beiden Sechstklässler haben sich gestern beim Bezirksentscheid des Vorlesewettbewerbs, der alljährlich vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels ausgeschrieben wird, eine Runde weiter gekämpft. Sie treten nun beim Landesentscheid am 28. Mai in Alzey an. Dem Stoffschweinchen allein ist es allerdings nicht zuzuschreiben, dass Denia Gilberg, Schülerin der Regionalen Schule Hahnstätten, in der Hauptschulgruppe den Sieg errang. Vielmehr ist es ihren besonders guten Vorlesekünsten zu verdanken, dass sie unter den zehn Kandidaten die Nase vorn hatte. Ihr Stofftier wartete derweil im Publikum, wo Denias Eltern ihr ganz fest die Daumen drückten. Herr Bello, dem Felix Stumm von der Bischöflichen Realschule Marienberg in Boppard seinen Sieg verdankt, ist ein Apothekerhund aus der Feder von Sams-Erfinder Paul Maar. Aus dessen Buch hatte Felix eine Textpassage vorbereitet, die er gestern in der Koblenzer Kinder- und Jugendbücherei zum Besten gab. Wie Denia bestand auch Felix, der in der Gruppe Realschulen und Gymnasien antrat, die anschließende Leseprobe aus einem unbekannten Buch mit Bravour und setzte sich in dem zehnköpfigen Teilnehmerfeld an die Spitze. Insgesamt verzeichnete die Jury bei allen Kandidaten in beiden Gruppen herausragende Vorleseleistungen. Buchhändler Wolfgang Thaler, der den Vorlesewettbewerb als Jurymitglied seit mehr als 40 Jahren begleitet, hat in dieser Zeit beobachtet, dass sich das Leistungsvermögen der Schüler stetig gesteigert hat. "Besonders in der Gruppe der Hauptschulen", freut er sich über die erfolgreiche Leseförderung durch den Vorlesewettbewerb. (ike) Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 26.03.2009
Die Literaturszene in Rheinland-Pfalz und darüber hinaus trauert um Werner Helmes. Der Schriftsteller - 1925 in Mayen geboren - starb, wie erst jetzt bekannt wurde, am 28. Dezember im Alter von 83 Jahren in Koblenz, wo er seit einigen Jahren in einem Wohnprojekt lebte. Helmes war ein "Schriftsteller, der über mehrere Jahrzehnte mit großer Zuneigung Stadt und Land in hervorragender schriftstellerischer Ausdruckskraft dargestellt hat. Seine zahlreichen Romane, Erzählungen, Hörspiele, Rundfunksendungen, Beiträge und Zeitschriftenartikel geben Zeugnis davon", wie Peter Stein im Jahr 2005 in der von der Stadtbibliothek Koblenz herausgegebenen Personalbibliografie zu Helmes" 80. Geburtstag schrieb. Kindheit an der Mosel Helmes, der seine Kindheit und Schulzeit in Treis an der Mosel verbrachte, studierte nach seinem Abitur Kunstgeschichte, Germanistik und Anglistik an der Universität Mainz. Danach arbeitete er zunächst als Pressesprecher einer Luftverkehrsgesellschaft. 1954 wurde er dann freier Schriftsteller. Mit "Die Scherbe des Bacchus" erschien 1957 sein erster Roman, dem einige weitere folgten (unter anderem "Ikarus Ikarus ...", "Der falsche Mijnheer" und "Air Base"). Auch Erzählungen, Hörspiele und Sachbücher sowie zwei Schauspiele stammen aus der Feder von Werner Helmes. Zudem war er über viele Jahre als Autor von Rundfunkbeiträgen für den Südwestfunk überaus produktiv. "Preise und Auszeichnungen, wie zum Beispiel der Anerkennungspreis im Literatur-Wettbewerb Rheinland-Pfalz 1951, der Förderpreis des Landes Rheinland-Pfalz 1959 und der ,Georg-Mackensen-Literaturpreis‘ 1983, sind Beweis und Anerkennung für die Qualität seiner Arbeit", schreibt Peter Stein weiter. Rhein-Zeitung -
Ausgabe Koblenz und Region vom 06.01.2009
Kinderbücherei unterstützt
Auch im vergangenen Jahr erhielt die Stadtbibliothek Koblenz wieder eine großzügige Zuwendung der Philippine-Kerwer-Stiftung für die Kinder- und Jugendbücherei. Von den Stiftungsmitteln konnten jetzt mehr als 200 neue Titel wie Erzählungen, Sachbücher und Lernsoftware gekauft werden, die den Kindern ab sofort zur Verfügung stehen. Gegenwert: 4400 Euro, 900 Euro mehr als im Vorjahr, wie Stadtpressesprecher Thomas Knaak auf RZ-Nachfrage betont.Seit dem Jahr 2003 fließen die Erlöse aus dieser Stiftung auf Initiative der CDU-Fraktionsvorsitzenden Anne Schumann-Dreyer in neue Medien für Kinder und Jugendliche. Nicht erst seit der Pisa-Studie bemühe sich die Stadtbibliothek ständig, jungen Leserinnen und Lesern den Umgang mit Medien aller Art schmackhaft zu machen und vor allem das Lesen und die Medienkompetenz zu fördern.
(Rhein-Zeitung 30.06.2008)
Ein Leben lang Spaß am Lesen haben
Fatma Altinok (links) und Traute van Aswegen (rechts) sorgten für den praktischen Teil des (Vor-)Lesenachmittags. In der Stadtbibliothek wurden die Angebote vorgestellt, die sich vor allem an Senioren richten - ein Angebot, das gut ankam
Für viele ist ein Leben ohne Lesen nicht vorstellbar. Doch mit zunehmendem Alter wird die Beschäftigung mit dem Buch komplizierter. Mal ist die Schrift zu klein, mal der Besuch in der Stadtbibliothek doch eine Spur zu umständlich. Das Projekt "Lesen ein Leben lang" will hier einen aktiven Gegenpol schaffen und den Spaß am Lesen im Alter fördern.
Der Arbeitskreis Kultur des Seniorenbeirates der Stadt Koblenz, der Förderverein Lesen und Buch und die Koblenzer Stadtbibliothek haben erstmals gemeinsam einen Nachmittag in das Zeichen des Lesens und Vorlesens für das ältere Publikum gestellt.
Bücher sind für viele Menschen durchaus mit Lebensmitteln zu vergleichen. In diesem Sinne wolle man ja auch im Alter noch gut essen, beschrieb Maria Hofmann, Sprecherin des Arbeitskreises Kultur, einleitend diese Intention. Interessante Bücher und die verschiedenen speziellen Dienstleistungen der Stadtbibliothek vorzustellen, sei ein Ziel dieser Veranstaltung. Traute van Aswegen, Mitglied des Fördervereins, Mitinitiatorin der Veranstaltung und Vorleserin, rief dazu auf, sich dem Motto "Lesen ein Leben lang" anzuschließen und sich gerade im Alter das Vergnügen nicht nehmen zu lassen, die verschiedenen Möglichkeiten der Beschäftigung mit Texten wahrzunehmen.
Sabine Scheuer und Thomas Koch von der Stadtbibliothek erläuterten die Bandbreite der Leistungen ihrer Einrichtung. Neben dem umfangreichen Angebot an Büchern stehen heute auch eine große Zahl an anderen Medien bereit. Vor allem Hörbücher und DVDs stellen für den älteren Menschen eine willkommene Erleichterung dar, wenn es mit dem Lesen der oft klein gedruckten Texte schwieriger wird. Aber auch hier helfen mittlerweile Bücher, die in großer Schrift gedruckt sind.
Eine ganz individuelle und aufwendige Leistung ist der mobile Bücherdienst. Wer nicht in der Lage ist, die Stadtbibliothek zu besuchen, bekommt seine Wunschbücher kostenlos nach Hause geliefert. Sabine Scheuer erinnerte auch daran, dass ein Hauptanliegen der Bibliothek in der ganz persönlichen Beratung liegt. Auch bei kniffligen Fragen oder Erklärungen der Suchmöglichkeiten wird gerne geholfen.
Von der Theorie in die Praxis des (Vor-)Lesens: Fatma Altinok, Mitglied des Koblenzer Seniorenbeirates, las aus ihren Erinnerungen. Sie hat ihre Kindheit und Jugend in Mudurnu, einem kleinen Dorf in der Türkei, erlebt und breitete das einfache, aber intensiv gefühlte Leben in diesem Dorf Anfang der 30er-Jahre in solch atmosphärisch dichter und authentischer Weise aus, dass im Anschluss an die Lesung der spontane Wunsch im Publikum laut wurde, dieses bisher noch nicht veröffentlichte Werk möglichst bald als Buch gedruckt sehen zu wollen, um die Geschichte der Koblenzerin in Gänze lesen zu können.
Die zweite Vorleserin, Traute van Aswegen, hatte Kindheitserinnerungen von Cäcilie Alt ausgewählt. Diese Zeit im Hunsrück zeigte teilweise Ähnlichkeiten mit dem Leben in dem türkischen Dorf, manche Bräuche oder Gewohnheiten, wie zum Beispiel der Umgang mit dem Backhaus, ähnelten sich in beiden Kulturen.
Das Fazit des Nachmittags: Für Traute van Aswegen könnte dieser erste erfolgreiche Versuch durchaus den Beginn einer ganzen Veranstaltungsreihe darstellen, wobei bestimmte Themenbereiche aufgegriffen werden und die regelmäßige Beschäftigung mit dem Lesen im Mittelpunkt stehen könnte. Van Aswegen blickt in die Zukunft: "Das ist doch eine gute Chance, das Motto ,Lesen ein Leben lang‘ auch wirklich in die Tat umzusetzen." (luc) (Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 11.07.2008)
Nils Dräger (links) mit Manfred Geis
"BuchKunst in der Bibliothek“
Eine Woche lang wurde in der Stadtbibliothek Koblenz im Rahmen des Themas "Buchkunst" bei den Bibliothekstagen Rheinland-Pfalz 2008 die Ausstellung "Bibliothekenprojekt" gezeigt.
Am Tag der Bibliotheken, dem 24. Oktober 2008 wurde die Installation des Mainzer Künstlers Nils Dräger eröffnet. Dräger ist Absolvent des Meisterschülerstudiums Bildhauerei an der Akademie der Künste Mainz. Seine Installation im 2. Obergeschoss der Zentralbibliothek ist ein "Kunstobjekt", bestehend aus weißen, leeren Büchern aus vielen verschiedenen Bibliotheken in Deutschland. Alle Bücher sind nur katalogisiert und buchtechnisch bearbeitet worden. Hierbei wurden die unterschiedlichen Prozeduren des Aufnahmeverfahrens durch Strichcode, Nummerierung und Stempel der jeweiligen Bibliothek an dem Objekt selbst sichtbar. Es erhält durch seinen Standort eine Prägung, ein individuelles Gesicht. Jedes, eigentlich identisch gefertigte Objekt hat also durch den neuen Heimatort eine spezifische Kennzeichnung bekommen.Über die Fernleihe kommen die einzelnen Buch-Objekte wieder zusammen. So entsteht in der Ausstellung eine Installation, in der die Einzelobjekte mit den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek zusammenwirken.
Der Landtagsabgeordnete Manfred Geis, zugleich Vorsitzender des Landesverbandes Rheinland-Pfalz im Deutschen Bibliotheksverband, betonte bei der Eröffnung der Ausstellung die doppelte Herausforderung des Buchkunstprojektes für das Publikum wie für den Künstler. Er freue sich über das gelungene Zusammenspiel von Bibliotheken und Kunst, die dieser junge Künstler in beeindruckender Weise verbinde. Er hofft auf weitere Bibliotheken als Ausstellungsorte in der Zukunft. Koblenz war nach der Stadtbibliothek Mainz im vergangenen Jahr die zweite Bibliothek.
Prof. Ullrich Hellmann, Pro-Rektor der Akademie für Bildende Künste, hob in seinem Einführungsvortrag die Bedeutung des jeweiligen "Bibliotheksraumes" für das Projekt hervor. Im vergangenen Jahr stellte Nils Dräger bereits in der Stadtbibliothek Mainz aus, dort allerdings in einem klassischen Lesesaal. In Koblenz dagegen stehen Drägers Bücher mitten im Publikumsbereich der Bibliothek. Die Buchkunstobjekte wie die spezifischen Räumlichkeiten wirken hier völlig anders aufeinander. Nicht zuletzt das mache den Reiz dieses Bibliothekenprojekts aus.Nils Dräger, der als Bildhauer eine besondere Beziehung zu Büchern habe, betrachte diese als Körper, als Objekte. Mit seiner Arbeit beleuchte der Künstler ideelle und strukturelle Aspekte der Wissensverwaltung sehr konsequent und künstlerisch hochkonzentriert.
Großer Bücherbus auf „Sonderfahrt“
Viel Spaß hatten die Kinder des Evangelischen Kindergartens Sonnenblume (Niederberger Höhe) beim Besuch der Fahrbücherei der StadtBibliothek Koblenz. Seit einigen Monaten betreibt der Kindergarten im Rahmen der frühkindlichen Leseförderung einen eigenen „Kleinen Spiel-Bücherbus“. Die Leseanfänger hatten aber jetzt die Gelegenheit den „Großen Bücherbus“ der StadtBibliothek mit seinem vielfältigen Medienangebot näher kennen zu lernen. Den Kindern des Kindergartens Sonnenblume machte es sichtlich Freude, in Bilderbüchern zu schmökern, Lesezeichen zu basteln und beim Vorlesen zu lauschen. Selbst die Kleinsten waren mit Feuereifer dabei. Edith Franken vom Bücherbus und Marion Deutsch vom Kindergarten zogen ein positives Fazit dieser gemeinsamen Aktion zum Welttag des Buches am 23. April. Der Bücherbus der Stadtbibliothek fährt von Montag bis Freitag nachmittags Haltepunkte in allen Koblenzer Stadtteilen, darunter auch Niederberg an.
Historische Karten auf CD
Auf dem Foto (von links) mit CD-ROM und einem original Coronelli-Blatt: Gunhild Schulte-Wissermann (Förderverein der Stadtbibliothek), Kulturdezernent Detlef Knopp, Dr. Ulrich Theuerkauf und Susanne Ott, Direktorin der Stadtbibliothek Koblenz
Sensationeller Fund in der Stadtbibliothek: Coronellis Pläne aus dem 17. Jahrhundert nun zugänglich
Die Entdeckung der Coronelli-Karten im Altbestand der Stadtbibliothek Koblenz war vor ein paar Jahren eine kleine Sensation: Quasi als Unterlage für einen Band aus dem 18. Jahrhundert entdeckte Professor Walther Gose zusammengeklebte Karten des venezianischen Kosmografen Vincenzo M. Coronelli aus dem 17. Jahrhundert. Nun hat die Stadtbibliothek eine Daten-CD herausgegeben, die diese 58 Karten genauer erläutert.
Einstmals dienten sie vor allem Seefahrern, Kaufleuten und Reisenden zur Orientierung: die Karten des venezianischen Kartografen Vincenzo M. Coronelli (1650-1715). Nachdem die 60 Blätter (zwei Karten sind Dubletten) dank der Patenschaft Koblenzer Bürger und des Fördervereins der Stadtbibliothek "Lesen und Buch" restauriert und 2006 in einer Ausstellung erstmalig gezeigt werden konnten, hat die Stadtbibliothek nun eine Daten-CD herausgebracht, die die Karten, die zum 260 Blätter zählenden "Corso geografico universale" gehören, zeigen und näher erklären. Walther Gose, der seit 17 Jahren ehrenamtlich den Altbestand der Stadtbibliothek Koblenz betreut, gibt auf dieser CD-ROM einen sehr informativen Überblick über die einzelnen Coronelli-Karten und ordnet sie kenntnisreich in den Gesamtkontext ein. Die Koblenzer Coronelli-Karten zeigen dabei Einzelansichten von Italien, Großbritannien, Frankreich und der Iberischen Halbinsel. Deutschland ist in einer Europakarte verewigt, die im Osten bis zum Kaspischen Meer und zum Ural reicht. Und auch Darstellungen von Süd- und Nordamerika, Afrika und dem Fernen Osten zählen zu den Karten, wobei die Genauigkeit der Wiedergabe, wenn man die Mittel des 17. Jahrhunderts bedenkt, verblüffend erscheint. Dass die Karten damals von einem Venezianer hergestellt wurden, ist, wie Professor Walther Gose in einem Essay auf der CD-ROM schreibt, kein Zufall. Denn Venedig zählte auch im 17. Jahrhundert noch neben den Niederlanden, Großbritannien und Spanien zu den führenden Seefahrernationen des europäischen Kontinents. Von der Publikation der CD-ROM erhofft sich der ehemalige Leiter der Stadtbibliothek, Dr. Ulrich Theuerkauf, auch in der akademischen Welt ein wachsendes Interesse an den Karten. In den kommenden Tagen soll der datenreiche Silberling, wie Susanne Ott, Leiterin der Stadtbibliothek Koblenz erklärt, auch auf der Internetseite der Stadtbibliothek zu betrachten sein. "Allerdings ist ein Herunterladen nicht möglich", so Susanne Ott.
Die im Buchhandel und der Stadtbibliothek erhältliche CD-ROM kostet 24,90 Euro. Sie enthält alle in Koblenz gefundenen Karten des italienischen Universalgelehrten, die Walther Gose in Zusammenarbeit mit den Bibliotheksmitarbeiterinnen Ursula Kerber und Petra Kohlschmidt für die Ausstellung des Jahres 2006 inhaltlich und formal erschlossen hatte. (pka) (Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 24.04.2008)
Stadtbibliothek ist gut gerüstet
Auch in diesem Jahr hat die Stadtbibliothek Koblenz ihren Bestand an Großdruckbüchern weiter ausgebaut und damit ihr Angebot auf etwa 300 Bände erweitert. Somit können auch Senioren und Personen mit Sehschwäche in den Genuss von unbeschwerten Lesefreuden kommen. Da der Bedarf an Großdruckbüchern wächst, ist inzwischen auch aktuelle Literatur in großer Schrift auf dem Buchmarkt verstärkt erhältlich. Das Spektrum reicht von Bestsellern bis zu Klassikern. Die Romane und Erzählungen in Großdruck sind in gesonderten Regalen im Erdgeschoss der Zentralbibliothek (Kornpfortstraße 15) aufgestellt und können dort zu den üblichen Öffnungszeiten entliehen werden. Ansprechpartnerin ist Frau Gudrun Vogts. (Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 08.04.2008)
SWR-Fernsehen berichtete über Fahrbücherei
Für die einen ist es die schönste Freizeitbeschäftigung von allen, für immer mehr Menschen aber eine regelrechte Belastung. Die Rede ist vom Lesen. Was bei Erwachsenen noch als Begleiterscheinung eines stressigen Berufsalltags durchgehen kann, wird bei Kindern zum echten Problem.
Die Ergebnisse der Pisa Studie sprechen hier eine klare Sprache. Doch die anhaltende Leseunlust und die damit einhergehende Schreibschwäche lassen sich mit ein wenig Hilfe leicht beheben. Erster Ansprechpartner für Lehrer und Eltern ist hierbei die Stiftung Lesen in Mainz. Gaby Hohm von der Stiftung Lesen erzählt bei uns, wie leicht es ist, die Lust am Lesen - neu - zu entdecken.
Unter anderem gab es einen Bericht über die Arbeit der
Fahrbücherei in Koblenz - neben Trier die einzige Fahrbibliothek in Rheinland-Pfalz.
(13.08.2007, 18.45 Uhr, Landesschau Rheinland-Pfalz, SWR Fernsehen)
Zukunft und Chance für die StadtBibliothek Koblenz im Forum Mittelrhein: eine "neue Mediathek"
Forum Mittelrhein Koblenz - FÜR EINE VITALE MITTE
Die Planungen gehen voran - Architektenwettbewerb mit 2 Entwürfen in der engeren Wahl.
Die Wettbewerbsergebnisse rund um den Zentralplatz werden nun im Mittelrhein-Museum der Öffentlichkeit präsentiert. Die Eröffnung der Ausstellung erfolgt heute Abend um 19 Uhr. Die Pläne sind dann von diesem Samstag an bis zum Sonntag, 3. Februar, bei freiem Eintritt zu sehen. Die Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, 10.30 bis 17 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr. Eintritt frei!
Zentralplatz: Wettbewerb beginnt - Neuer Standort für die StadtBibliothek geplant
Foto: M. Simon
Gutachten, Gegengutachten, Stellungnahme zum Gegengutachten: Die Diskussionen um die Zukunft des Koblenzer Zentralplatzes und die Verträglichkeit der derzeitigen Planungen für die Innenstadt gehen derzeit fast täglich in die nächste Runde. Wie soll es aussehen, das "Mittelrheinforum Koblenz"? Jetzt sind die Architekten gefragt.
Diese sollen jetzt ihre Vorstellungen für das "Mittelrheinforum Koblenz" entwickeln - das Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Investor Züblin, das bis zur Buga stehen soll.
"Wir waren uns von vornherein im Klaren darüber, dass so ein großes Projekt nur in Form eines Architektenwettbewerbs umgesetzt werden kann", betonte Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann (SPD) gestern bei einer Pressekonferenz. Mit deutlicher Mehrheit habe man sich auf den rund 50-seitigen Text geeinigt, der die Zielvorgaben für das Forum festlegen soll. Dieses soll als kombinierter Kultur-, Tourismus- und Handelsstandort mit einer attraktiv gestalteten öffentlichen Platzfläche und einem Architekturwahrzeichen auf der Dachfläche entstehen. Es soll eine "Scharnierfunktion" zur Altstadt übernehmen.
Die Vorgaben in Zahlen:
● 20 000 Quadratmeter Verkaufsfläche,
● 1300 Quadratmeter Multifunktionssaal
- 4500 Quadratmeter neue Mediathek (StadtBibliothek)
- 2800 Quadratmeter Mittelrhein-Museum mit Depots
- 900 Quadratmeter Präsentations- und Informationszentrum Mittelrhein
- 2000 Quadratmeter Sience-Center.
● Bis zu 1000 Stellplätze sollen entstehen. Züblin hat sich bereit erklärt, nicht nur das Hertie-Haus, sondern auch das Parkhaus zurückzubauen, um in der Gestaltung des Platzes frei zu sein.
Gibt es ein Gebäude oder mehrere, wo werden diese stehen? Details, die aus Sicht von Rainer Maria Schäfer, Bereichsleiter der Züblin Development GmbH, noch offen sind. "Wir müssen viele Fragen jetzt erst auf der qualitativen Ebene lösen, bevor wir uns über die quantitative unterhalten können."
"Ich bin gespannt, was uns die Stararchitekten der Welt für Koblenz vorschlagen", sagte der OB. Im Januar 2008, so hofft er, könne die Jury die Sieger in einer zweitägigen Sitzung ermitteln. Sieben Stimmen wird es in der Jury geben: Drei Vertreter der Firma Züblin, der OB und Baudezernent Martin Prümm (CDU) werden jeweils eine Stimme haben. Dazu wird es eine Stimme für eine Gruppe von sieben Ratsmitgliedern geben. Das Innenministerium wird auch vertreten sein.
Rat und Züblin werden für einen Entwurf der vorderen drei Plätze entscheiden, wie Jürgen Czielinski, Chef des Amts für Wirtschaftsförderung, erläutert. Sehr früh sollen im Planverfahren die Vorgaben des GMA-Gutachtens umgesetzt werden, welche Art von Einzelhandel in welchem Prozentsatz untergebracht werden kann, kündigt Baudezernent Prümm an. Und: Es könne nur Einzelhandel und Kultur zusammen geben, betont Kulturdezernent Detlef Knopp (Grüne).
Ein Punkt, der auch der CDU sehr wichtig war. Sie wollte in der nicht öffentlichen Sitzung durch einen Antrag sicherstellen, dass es einen Neubau ohne Kultur nicht geben wird. "Der OB äußerte formale Bedenken", berichtet Fraktionsvize Hans-Jörg Assenmacher. Die CDU zog den Antrag zunächst zurück und will ihn in der nächsten Ratssitzung stellen - im öffentlichen Teil. (Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 07.07.2007)
Lesen Sie bitte dazu auch die
vom 6.07.2007!
Abschlussparty des Lesesommer Clubs
Das Foto zeigt Kulturdezernent Detlef Knopp bei der Ehrung von Rabab Douwa (Max-von-Laue-Gymnasium). Sie ist Siegerin - mit 17 Titeln - in der Altersgruppe 13-16 Jahre.
„Abenteuer beginnen im Kopf“ lautete das Motto des ersten Lesesommers in Rheinland-Pfalz, der jetzt mit großem Erfolg endete. Allein in Koblenz haben sich fast 300 Schülerinnen und Schüler aller Schularten von der 5. bis zur 10. Klasse in der Stadtbibliothek Koblenz bei diesem Leseförderprojekt beteiligt. Diejenigen, die in den Ferien mindestens drei Bücher gelesen und somit erfolgreich teilgenommen haben, bekamen auf der großen Abschlussparty ihre Zertifikate und konnten auf attraktive Preise bei der Verlosung hoffen.
Die Jugendbücherei am Florinsmarkt war Schauplatz der Abschlussfeier. Die Schulband des Gymnasiums auf der Karthause sorgte für fetzige Live-Musik. Kulturdezernent Detlef Knopp überreichte Zertifikate an die Club-Champions, die die meisten Bücher gelesen haben. In der Altersgruppe 10-12 Jahre gibt es 6 Champions, die 18, 13, und 4 x 12 Bücher gelesen haben. In der Altersgruppe 13-16 Jahre haben die 5 Champions 17, 15, 13 und 2 x 12 Bücher gelesen und das Gelesene vor den Bibliotheksmitarbeiterinnen kurz zusammen gefasst haben.
Der Lesesommer wurde vom Förderverein der Stadtbibliothek „Lesen und Buch – Freunde der Stadtbibliothek“ großzügig unterstützt. Der Verein ermöglichte es, den Koblenzer Jugendlichen mehr als 500 neue Club-Bücher zu Verfügung zu stellen und die Abschlussfeier zu organisieren. Ein Dank geht auch an die Firma Soapland, die dem Förderverein eine Geldspende für das Rahmenprogramm der Party gestiftet hat.
Fakten: Teilnehmer insgesamt: 285, davon 181 Mädchen und 104 Jungen erfolgreiche Teilnehmer: 162 Zahl der teilnehmenden Schulen: 22 Zahl der insgesamt gelesenen Bücher: 858 Schulen mit den meisten Teilnehmern: Görres-Gymnasium, Eichendorff-Gymnasium.
(Pressemitteilung der Stadt Koblenz v. 19.08.2008)
285 Jugendliche aus Koblenz vom 5. bis 10. Schuljahr nahmen an dem Projekt "Lesesommer" teil
Kulturdezernent Detlef Knopp (links) überreichte in der Stadtbibliothek die Zertifikate an die jungen Leser
Kinder und Jugendliche sollen mehr lesen - dies fordern Pädagogen seit vielen Jahren. In Rheinland-Pfalz wurde nun zum ersten Mal das Projekt "Lesesommer" ins Leben gerufen. Kulturdezernent Detlef Knopp zeichnete bei einer Feier in der Stadtbibliothek die eifrigsten jungen Leser aus.
285 Kinder und Jugendliche von der 5. bis zur 10. Klasse haben in diesem Sommer an dem Projekt "Lesesommer" in Koblenz teilgenommen. 162 von ihnen haben im Rahmen des Projekts, das von der Stadtbibliothek Koblenz organisiert wurde, mindestens drei Bücher gelesen und den Inhalt einer der Mitarbeiterinnen der Stadtbibliothek in einer Zusammenfassung kurz vorgetragen. Die eifrigsten Leser stellte dabei das Görres-Gymnasium, von dem 27 Kinder und Jugendliche an dem Wettbewerb erfolgreich teilnahmen. Das Eichendorff-Gymnasium stellte 26 junge Leseratten.
Die eifrigsten Leser vertieften sich in mehr als zehn Bücher. So zum Beispiel Rabab Dour vom Max-von-Laue-Gymnasium, die insgesamt 17 Bücher im Rahmen des Projekts las. "Lesen ist mein Hobby, das war gar keine Arbeit", sagt die 14-Jährige. Ähnlich empfindet Benjamin Maissl. "Irgendein Buch bin ich eigentlich ständig am Lesen", erzählt der elfjährige Görresianer, der für den Wettbewerb zwölf Bücher las. Besondere Schwerpunkte hat er in seiner Literaturauswahl dabei nicht unbedingt. "Ich lese Krimis genauso gerne wie andere Geschichten, sie müssen einfach nur gut geschrieben sein", meint Benjamin Maissl. Vor allem historische Erzählungen sind das Steckenpferd von Philip Becker. "Wenn es etwas mit Geschichte zu tun hat, dann ist es auf jeden Fall okay", so der zehnjährige Schüler vom Gymnasium auf dem Asterstein.
Kulturdezernent Detlef Knopp würdigte bei der Abschlussfeier in der Stadtbibliothek, bei dem unter anderem zahlreiche Büchergutscheine unter den fleißigen jungen Lesern verlost wurden, auch das Engagement der Schulen. "Dass fast 300 Kinder und Jugendliche an der Aktion teilgenommen haben, ist auch ein Verdienst der Schulen, die für den Lesesommer mächtig die Werbetrommel gerührt haben", so Detlef Knopp.
Unterstützt wurde der Lesesommer vom Förderverein der Stadtbibliothek "Lesen und Buch - Freunde der Stadtbibliothek". Der Verein stellte den Jugendlichen dabei mehr als 500 neue Klub-Bücher zur Verfügung und organisierte auch die Abschlussfeier, bei der die Band des Gymnasiums Karthause spielte. (pka, Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 16.08.2008)
Lesesommer Rheinland-Pfalz 2008
Mit einem Lesesommer-Club will die Koblenzer Kinder- und Jugendbücherei kleine Leseratten über die Sommerferien hinweg in die Bibliotheksräume am Florinsmarkt locken. Das Lockmittel: Wer in den Ferien mindestens drei Bücher ausleiht und diese auch liest, dem winken als Belohnung viele attraktive Preise.Teilnehmen können Schüler der fünften bis zehnten Klassenstufe. Kulturdezernent Detlef Knopp hofft, dass durch diese Aktion nicht nur "alte" Bücherei-Hasen den Weg zu literarischen Abenteuern finden, sondern möglichst auch viele neue Kinder, die bisher noch nicht Kunde der Bücherei sind. Als Hauptgewinn hat die Bücherei einen iPod ausgelobt. Außerdem werden unter den Teilnehmern, die sich bereits in der ersten Woche im Leseklub anmelden, vier Zehner-Karten für die Koblenzer Schwimmbäder verlost sowie unter allen Teilnehmern des Lesesommer-Clubs ein Abenteuerwochenende für zwei Personen im Europa-Park in Rust. Bekannt gegeben werden die Gewinner im Rahmen einer großen Abschlussparty, die für Freitag, 15. August, geplant ist.
Der Startschuss für den Lesesommer-Club fällt am Montag, 16. Juni, um 13 Uhr. Wer sich dann oder in den folgenden Wochen registriert, erhält eine Art Ausweis. "In diesem werden alle gelesenen Bücher abgestempelt", erklärt Melanie Spieker, Leiterin der Kinder- und Jugendbücherei.
Wer hier mogeln möchte, hat schlechte Karten: Bevor es einen Stempel gibt, müssen die Leseratten etwas aus dem Inhalt des Buches erzählen. Spieker: "Angst muss davor aber keiner haben." Stattdessen dürfen sich die Bücherfreunde über viele neue Geschichten freuen. Susanne Ott, Leiterin der Stadtbibliothek: "Extra für den Lesesommer-Club wurden 500 neue Bücher angeschafft, die zunächst nur den Klubmitgliedern zur Verfügung stehen." (agh Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 06.06.2008)
Sie hoffen in den Sommerferien auf möglichst viele junge Leseratten in Koblenz: (von links) Kulturdezernent Detlef Knopp, Susanne Ott, Leiterin der Stadtbibliothek, sowie Sabine Janke von der Stadtbibliothek und Jugendbüchereileiterin Melanie Spieker.
Freier Eintritt ins Schwimmbad für Lesesommer-Clubber!
Auf dem Foto überreicht die Auszubildende Denise Kalkofen den Gewinnerinnen die Zehnerkarten für die städtischen Schwimmbäder
Mit großem Erfolg ist der erste Lesesommerclub Rheinland-Pfalz in der Stadtbibliothek Koblenz gestartet. Schon jetzt haben sich 230 Schülerinnen und Schüler angemeldet. Ihr Ziel: Mindestens drei Bücher aus dem Clubbestand der Jugendbücherei lesen. Dann bekommen sie ein Zertifikat und können tolle Preise bei der großen Abschlussparty am 15. August 2008 gewinnen.
Mandy Güth, Linda Dahlmann, Claudia Kanert, Nina Zimmermann und Pascal Lemke haben jetzt schon gewonnen. Sie waren ganz fix und haben an der Frühanmelder-Verlosung teilgenommen. Ihr Preis: Jeweils eine Zehnerkarte für die städtischen Schwimmbäder. Jetzt bleibt nur noch auf gutes Wetter zu hoffen, denn lesen kann man überall.
(Pressemitteilung der Stadt Koblenz v. 1.07.2008)
Erste "Lange Nacht der Bibliotheken in Koblenz und Vallendar" war ein großer Erfolg
Bibliotheken einmal "anders" erleben - mit Kulturveranstaltungen, Führungen, Sonderaktionen und einem Blick "hinter die Kulissen" - dazu hatten die Besucher in der ersten Langen Nacht der Bibliotheken in Koblenz und Vallendar am 24. Oktober 2008 Gelegenheit, als sechs Bibliotheken ihre Türen bis Mitternacht öffneten. Dies wurde von sehr vielen Interessierten angenommen. Alle beteiligten Bibliotheken freuten sich über den regen Besuch und viele interessante Gespräche mit den Gästen.
Die "Highlights" der Stadtbibliothek Koblenz waren der Chansonabend, den 80 Gäste besuchten und die Krimilesung mit Gabriele Keiser (45 Teilnehmer). Aber auch die Führungen durchs Haus und durch den Altbestand fanden regen Zuspruch. Ein voller Erfolg war auch die Weinprobe in der Zentralbibliothek. Daneben veranstaltete die Stadtbibliothek einen rege genutzten Bücherflohmarkt im Innenhof. Im Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz wurden 400 Besucher gezählt. Sowohl bei der Lesung zu Erika und Klaus Mann als auch beim Liederabend mit Walter Huber war der Veranstaltungsraum mit ca. 60 Personen gut besetzt. Als weitere Publikumsmagnete erwiesen sich die Führungen durch die Schatzkammer mit insgesamt 73 Teilnehmern, die offene Buchbindewerkstatt und der Bücherbasar. An den Führungen durchs Haus nahmen insgesamt 77 Gäste teil. Auch nutzten viele Besucher die Möglichkeit, bis Mitternacht Bücher ausleihen zu können. Heri Lehnert mit seinem kirchenkritischen Kabarett und die Gesangsgruppe "Femmes vokal" traten in der Bibliothek der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar vor mehr als 100 begeisterten Gästen auf. Der Bücherflohmarkt, die Bibelausstellung und mehrere Führungen durch die Bibliothek fanden regen Zuspruch. Ebenfalls fand die Paulus-Ausstellung „mensch paulus“ großes Interesse. In der Bibliothek der Bundesanstalt für Gewässerkunde gab es ein vielfältiges Programmangebot. Vor allem die Präsentation: "Patient Buch - kleine Reparaturen und hilfreiche Tipps" sowie die Führung über die Glasbrücke erweckten höchstes Interesse unter den Teilnehmern. Höhepunkt für die etwa 160 Besucher war der zweimalige Auftritt der A-Capella-Gruppe "Die Viertakter". In der Bibliothek der WHU in Vallendar erlebten ca. 90 Teilnehmer den Auftritt des Cologne Saxophone Quintetts. Der Vortrag von Prof. Dr. Klaus Brockhoff war ebenfalls gut besucht und auch der Bücherflohmarkt fand reges Interesse.In der Fachinformationsstelle des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung lockten Vorträge aus unterschiedlichen technischen Themenbereichen viele Besucher an, gaben Anlass zu angeregten Diskussionen und wurden aufgrund großer Nachfrage mehrmals wiederholt.
(www.kulturland-rlp.de)
250 Jahre Öffentliches Musikleben in Koblenz
Das Bild zeigt v.l.n.r.: Uwe Schmidt (Verleger), Alexandra Esleben (StadtBibliothek Koblenz), Autor Dr. Uwe Baur, OB Eberhard Schulte-Wissermann und Richard Kettermann (Verleger)
Bürgerinitiative Musik" - das erste, noch druckfrische Exemplar dieses Buches über 250 Jahre öffentliches Musikleben in Koblenz überreichten jetzt Autor und Verleger an Oberbürgermeister Eberhard Schulte-Wissermann.
Der Koblenzer Musikwissenschaftler Dr. Uwe Baur bietet in dieser Publikation eine umfangreiche, umfassende Übersicht über die Geschehnisse in den verschiedensten musikalischen Bereichen, die Koblenz so nach und nach zu der bekannten „klingenden Stadt" machten.
Öffentlich vorgestellt wird das Buch, das ab nächster Woche im lokalen Buchhandel vorliegen wird, am Freitag, 16. Mai, 16.00 Uhr in den Räumen der Koblenzer Buchhandlung Reuffel, Obere Löhrstraße 92.
Der Musikkritiker Uwe Baur (2. von rechts), langjähriger Autor unserer Zeitung, hat ein Buch geschrieben, das die Historie der Musik in Koblenz in den vergangenen 250 Jahren beleuchtet. Mit seinen beiden Verlegern Richard Kettermann (links) und Uwe Schmidt präsentierte er gestern das Buch (RZ-Online 20.05.2008)
WELLNESS in der Bibliothek
Zum fünften Mal hatte die StadtBibliothek zum LiteraturCafé eingeladen. Im Mittelpunkt der Diskussion stand diesmal das Thema Wellness, denn Freizeit und Gesundheit stehen heute mehr denn je im Zeichen des ständig hektischer werdenden modernen Lebensstils. Die „Wohlfühl-Welle" hat mit immer neuen Trends die Unterhaltungs-, Schönheits-, Mode-, und Sportindustrie sowie die Medien längst erreicht. Im vollbesetzten Foyer der Zentralbibliothek beleuchteten drei Fachleute, die Koblenzer Yogalehrerin und Ayurvedaexpertin Shoba Gaur-Krämer, Schwester M. Andrea vom Vitalzentrum Kloster Arenberg und der Bendorfer Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren Guido Bonrath das komplexe Thema von verschiedenen Seiten. Sie gaben interessante Einblicke in die Möglichkeiten, aber auch in die Grenzen der alternativen Behandlungs- und Heilmethoden. Unter der bewährten Moderation von Winfried Richard nutzte das Publikum danach die Gelegenheit, eingehende Fragen zu stellen.
Wer sich näher mit dem Thema Wellness beschäftigen möchte, findet Literatur und weitere Informationen in der StadtBibliothek.
USA zu Gast bei der Stadtbibliothek Koblenz - Infoveranstaltung trifft auf großes Interesse
Am 13. Februar 2008 informierte das „EducationUSA“-Büro Frankfurt/Main in der Stadtbibliothek Koblenz über Schule, Studium, Praktika und Arbeiten in den USA. Die in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Amerikanischen Club Koblenz“ und dem Verein „Partnerschaft Koblenz – Austin“ organisierte Veranstaltung lockte zirka 50 Interessierte in das Dreikönigen-Haus. Im Anschluss an einen einführenden Vortrag fand eine Fragestunde statt, u.a. zu Schulaufenthalten, Arbeiten als Au Pair, Visavorschriften und Studium in den Vereinigten Staaten. Frau Dr. Renate Vollmer (US-Generalkonsulat) referierte kurzweilig und gab einen umfassenden Überblick. Abschließend nutzten einige Teilnehmer die Gelegenheit, ihre Vorhaben im Einzelgepräch zu besprechen. Den zumeist jugendlichen Besuchern wurde umfangreiches Informationsmaterial zu den USA und zu den Dienstleistungen von
EducationUSA zur Verfügung gestellt. Die gelungene Veranstaltung fand zum dritten Mal in der Stadtbibliothek statt. Wie bereits in den vergangenen Jahren konnte der stellvertretende Bibliotheksleiter Thomas Koch themenbezogene Publikationen als Buchgeschenk für die Bibliothek entgegennehmen. Weiterführende Informationen zum Thema findet man auch in der Stadtbibliothek.
CDU Pfaffendorf in der StadtBibliothek
Bibliotheksleiterin Susanne Ott (3 v.l.) begrüsste die Besucher um Edith Hoernchen (Mitte)
Mitglieder und Gäste der CDU Pfaffendorf besuchten am 21.02.2008 die StadtBibliothek. Die Leiterin der StadtBibliothek Susanne Ott führte die Gruppe um Ratsfrau Edith Hoernchen durch die Bibliothek und erläuterte ihnen auf dem Rundgang kurzweilig und informativ das "Innenleben". Frau Ott hob die Bedeutung der StadtBibliothek als kommunale Kultur-, Bildungs- und Informationseinrichtung für Koblenz hervor. Die StadtBibliothek sei in der Stadtentwicklung als wichtiger Standortfaktor zu berücksichigen. Frau Ott bedankte sich bei der Gruppe für ihr großes Interesse an der Bibliothek.
"Meisterleser" von Koblenz in der Bibliothek
Der Vorlesewettbewerb für die Stadt Koblenz ist entschieden: In der Gruppe A (Hauptschulen) gewann Thomas Böde von der Dualen Schule Asterstein. Sieger der Gruppe B (Realschulen und Gymnasien) wurde Iris Mackowiak vom Gymnasium auf dem Asterstein. In der Gruppe C (Förderschulen) holte Silvio Heim von der Diesterweg-Schule den Siegertitel. Insgesamt waren gestern Nachmittag 16 Koblenzer Mädchen und Jungen zum Vorlesewettbewerb angetreten, den der Börsenverein des Deutschen Buchhandels jährlich auslobt. Alle Teilnehmer hatten schon ein bisschen Wettbewerbserfahrung in ihren Schulen gesammelt, wo sie jeweils als Sieger aus den Vorentscheiden hervorgegangen waren. Gestern wurde es für sie noch einmal spannend, als sie in der Kinder
- und Jugendbücherei am Florinsmarkt um den Stadtmeistertitel antreten durften.
Die Wettbewerbsbedingungen sehen vor, dass jeder Teilnehmer zunächst drei Minuten Zeit hat, eine vorbereitete Textpassage aus einem Buch eigener Wahl vorzulesen. Anschließend werden die Lesekünste jedes Kandidaten auch noch zwei Minuten lang mit einem fremden Text auf die Probe gestellt. Die Jury bewertet jeden Teilnehmer nach einem Punktesystem und schaut dabei besonders auf Lesetechnik, Textverständnis und Textgestaltung.
Fast alle Vorleser hatten zur moralischen Unterstützung Eltern, Lehrer oder Geschwister mitgebracht. Einzelne Kandidaten hatten sogar eigene kleine Fanclubs dabei, die mit Transparenten im Zuschauerraum saßen und ihren Favoriten besonders fest die Daumen drückten.
Am Ende gewannen aber nicht unbedingt die Kinder mit der meisten Unterstützung, sondern nur diejenigen, die die unbestechliche Jury mit ihren Vorlesekünsten am meisten überzeugten. Nur ein einziger Kandidat konnte völlig ohne Konkurrenzdruck antreten: Das war Silvio Heim von der Diesterweg-Schule, denn seine Mitstreiterin von der Hans-Zulliger-Schule war erkrankt und konnte deswegen nicht teilnehmen. Damit war Silvio der Stadtmeistertitel sicher.
Insgesamt vier Kandidaten - zwei Mädchen und zwei Jungen - lasen in der Hauptschulgruppe um die Wette. Als unschlagbar erwies sich Thomas Böde, der seinen vorbereiteten Lesetext gut vorlas und sich auch beim Vorlesen eines fremden Textes wacker schlug.
Mit insgesamt elf Kindern aus Koblenzer Realschulen und Gymnasien war die Gruppe B am allergrößten. Nach rund zweistündiger Vorlesezeit stand auch hier die Siegerin fest. Iris Mackowiak vom Gymnasium auf dem Asterstein holte die meisten Punkte und wurde damit Stadtsiegerin.
Die nächste Herausforderung steht für die Stadtsieger schon bald bevor. Am 16. April treten sie beim Bezirksentscheid gegen die besten Vorleser der Region an. (ulf, Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 21.02.2008)
Willi Fährmann in der Stadtbibliothek
Der bekannte und vielfach preisgekrönte Autor Willi Fährmann („Der lange Weg des Lukas B.“) besuchte am Mittwoch, dem 30.1.08, die Kinder- und Jugendbücherei am Florinsmarkt 13 und hielt dort eine beeindruckende Lesung ab. 60 Mädchen und Jungen der Clemens-Brentano-Realschule hörten dem Autor fasziniert zu. Willi Fährmann, durch und durch passionierter Erzähler, schilderte Episoden aus seiner Kindheit und Schulzeit und ließ lange Vergangenes vor den Augen der staunenden Kinder wieder lebendig werden. Er schilderte Zeiten ohne elektrisches Licht, Kriegs- und Hungerjahre, aber auch die Faszination des Lesens und seine Freude am Bücherschreiben. Vorgelesen wurde natürlich auch, und zwar aus dem Buch „Siegfried von Xanten“, Fährmanns spannender Nacherzählung des Nibelungenliedes, das die Schülerinnen und Schüler ganz in seinen Bann schlug.
Danach konnten die Kinder Willi Fährmann Fragen über Fragen zu seinem Leben und seinen Büchern stellen, und einige junge „Nachwuchsautoren“ ließen sich gerne Tipps vom Meister geben. Etliche hatten auch ihre Willi-Fährmann-Bücher von Zuhause mitgebracht, die mit schwungvollen Zeichnungen und Autogrammen signiert wurden – zum Abschluss eines unvergesslichen Vormittags mit einem berühmten Autor und großen Erzähler.
"Schüler-Bücherbus feiert Geburtstag"
"Kowelies" rollt seit 15 Jahren und ist bei den jungen Schülern gefragter denn je. Zu den Rennern gehören zum Beispiel die "Wilden Kerle" oder die "Olchis". Aber auch Kinder-Klassiker werden verlangt
15 Jahren versorgt der Schüler
-Bücherbus der Stadtbibliothek "Kowelies" Koblenzer Grundschüler zuverlässig mit der neuesten Literatur. Mehr als 3000 Schüler nutzten im vergangenen Jahr regelmäßig das Angebot des Busses, der rund 6000 Kinder
- und Jugendbücher an Bord hat.
Um die Bestseller der Jugendliteratur auch an Bord zu haben, muss die Stadtbibliothek, die für "Kowelies" einen Etat von 3000 Euro hat, natürlich auch immer wieder Neuerscheinungen erwerben. "Absolute Renner sind zurzeit dabei die ,Wilden Kerle" von Joachim Masannek sowie die ,Olchis" von Erhard Dietl", sagt Sabine Wiederstein, Leiterin des Schülerbusses.
Aber auch Klassiker der Kinderliteratur, wie Pferdebücher, die vor allem von den Mädchen nachgefragt werden, oder Sachbücher über Natur, Technik oder Fußball zählen zu den rund 50 000 ausgeliehenen Exemplaren pro Jahr. (Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 07.09.2007)
Vorlesestunde im Bücherbus
An einer ungewöhnlichen Vorlesestunde nahmen die Kinder der Neuendorfer Willi-Graf-Grundschule teil. "Kowelies", der Schülerbücherbus der Stadtbibliothek, der die Grundschulen in Koblenz mit Büchern versorgt, feiert in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen. Daher hatte sich das Bücherbusteam, Sabine Wiederstein und Michael Volz, etwas Besonderes ausgedacht. Der Bus wurde in eine gemütliche Geschichtenhöhle aus Tausendundeiner Nacht verzaubert. Ada Fürstenau las Geschichten vor von fliegenden Teppichen, verzauberten Prinzessinnen und vergrabenen Schätzen. Für die begeisterten Kinder gab es zum Abschluss kleine Überraschungen aus einer goldenen Schatzkiste. (Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 29.09.2007)
Kinder lauschten gespannt Geschichten von "Michel aus Lönneberga"
Bild: Rhein-Zeitung
Rund 60 Kinder waren zur Vorlesestunde in die Stadtteilbücherei auf der Pfaffendorfer Höhe gekommen, in der sich zu Ehren des 100. Geburtstags von Astrid Lindgren alles um die schwedische Kinderbuchautorin drehte. Gespannt verfolgten die Kleinen die Abenteuer von Michel aus Lönneberga, die ihnen Margarete Ries vom Förderverein der Stadtbibliothek vorlas. Auch in Zeiten eines Harry Potter sind die Geschichten von Lindgren nicht aus der Mode gekommen, meinte neben Margarete Ries auch Bibliothekarin Sabine Scheuer: "Die Idylle darin, die Großfamilie, das ländliche einfache Leben und - mit Blick auf die Geschichten von Michel - die gewaltfreie Erziehung: All das ist wichtig, auch heute noch vermittelt zu werden. Zudem ist die Sprache auch ohne vermeintlich modernen Slang zeitlos und wird auch heute noch angenommen."
(msn, Rhein-Zeitung vom 29.11.2007)
Den Zauber der Nacht in Worte gebannt
Und so sehen die erfolgreichen Schüler der Klassen 10 bis 13 aus.
Die Preisträger des zweiten Koblenzer Gedichtwettbewerbs für Schüler wurden in einer Feierstunde zum Hören, Sehen und Staunen ausgezeichnet
Der zweite Koblenzer Gedichtwettbewerb ist abgeschlossen. Schülerinnen und Schüler von der 1. bis zur 13. Klasse hatten sich vom Thema "Nachts ..." beflügeln lassen und 540 Gedichte eingesandt. Im Rahmen der Jugendbuchwoche wurden gestern die Preise verliehen. Die Preisträgerinnen und Preisträger - 38 Mädchen und Jungen sowie die Klasse 9b der Diesterwegschule - erlebten dabei eine Feierstunde zum Hören, Sehen und Staunen.
KOBLENZ. Mit viel Gefühl und treffenden Worten haben Koblenzer Schülerinnen und Schüler den Zauber der Nacht, ihre Gefahren und ihre Verlockungen in Verse gefasst. Genauso fantasievoll wie ihre Einsendungen war gestern der Festakt zur Preisverleihung, der wie im Vorjahr in der Aula des Gymnasiums auf der Karthause stattfand und von Melanie Spieker, der Leiterin der Kinder- und Jugendbücherei, sowie Buchhändlerin Cornelia Gottschalk charmant moderiert wurde. Der buchstäblich feurige Höhepunkt war ein Auftritt des Koblenzer Artisten Christof Heiner. Auf der Bühne der ansonsten stockfinsteren Aula zeigte er eine atemberaubende Jonglage mit brennenden Fackeln und erhielt dafür donnernden Applaus. Aufregende Momente gab es aber auch sonst genug an diesem Vormittag.
Angesichts der Ehre, beim zweiten Koblenzer Gedichtwettbewerb gewonnen zu haben, standen die Siegerinnen und Sieger mit Herzklopfen auf der Bühne und nahmen ihre Buchpreise und Urkunden entgegen. Einige von ihnen erlebten diesen feierlichen Augenblick bereits zum zweiten Mal, hatten sie doch schon im Vorjahr beim ersten Koblenzer Gedichtwettbewerb Preise eingeheimst, damals zum Thema "Zauberhaftes". In diesem Jahr hatten die Kinder- und Jugendbibliothek und die Buchhandlung Reuffel bereits den zweiten Gedichtwettbewerb angestoßen, unterstützt auch von der Stadt Koblenz und der EVM. Diesmal war das Thema "Nachts ..." Quelle für eine wahre Vielfalt von Ideen, die Schülerinnen und Schüler zu Papier brachten.
Überwiegend in Einzelbeiträgen, aber auch in Gemeinschaftsarbeiten beschworen sie Fantasiegestalten wie Vampire und Gespenster, reflektierten aber auch existenzielle Fragen und tiefe Gefühle wie Liebe oder Trauer. Auch wenn viele dieser Gedichte hübsch gestaltet und verziert wurden, taugen sie nicht allein zum Anschauen und Lesen, sondern können auch ein wahrer Ohren
- und Augenschmaus sein. Das zeigten die Schülerinnen und Schüler des Fachs "Darstellendes Spiel", das auf dem Gymnasium auf der Karthause in der Oberstufe unterrichtet wird. Sie setzten einige der Siegergedichte eindrucksvoll in Szene und erweckten die geschriebenen Worte auf der Bühne regelrecht zum Leben. Für alle, die gestern nicht an der Preisverleihung teilnehmen konnten, gibt es die Siegergedichte gewissermaßen aus der Konserve. Die Schülerinnen und Schüler des "Darstellenden Spiels" haben die Texte gesprochen und aufgenommen, so dass sie jetzt als
Hördateien zur Verfügung stehen. Sie wurden auf CD gebrannt, sind aber auch in Kürze über das Internet als Podcast von der Reuffel
- Homepage oder
der Internetseite der Bibliothek abzurufen und herunterzuladen.
(Rhein-Zeitung v. 15.11.2007)
Mit der Preisverleihung endete gestern der zweite Gedichtwettbewerb für Koblenzer Schulen. In der Aula des Gymnasiums auf der Karthause nahmen auch die Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 5.
Stadtbibliothek : Lesespaß für Erstklässler
Kulturdezernent Knopp und Bibliotheksleiterin Ott präsentierten die Aktion Schultüte
Zum Schuljahresbeginn führt die StadtBibliothek Koblenz wieder eine besondere Leseförderaktion für Erstklässler durch. In Kooperation mit den Grundschulen werden an alle ABC-Schützen Infomaterialien verteilt, die zur Benutzung der Bücherei einladen. Kulturdezernent Detlev Knopp, Stadtbibliotheksdirektorin Susanne Ott, Schulrektorin Birgitt May-Hansen sowie Melanie Spieker, die Leiterin der Kinder- und Jugendbücherei stellten die Aktion den „I-Dötzchen“ der Klassen 1a und 1b in der Grundschule St. Castor vor.
Die Stadtbibliothek möchte vom ersten Schultag an die Kinder und ihre Eltern auf dem Weg durch die Schulzeit begleiten. Dafür steht sie ihnen mit Rat und Tat bei allen Fragen sowie mit einem vielfältigen Medienangebot zur Seite. Erstlesebücher, Kindergeschichten, Sachbücher, Lernhilfen, CD-ROMs, CDs, DVDs, Kassetten und Zeitschriften bieten Lern- und Freizeitspaß von Anfang an. Vermittelt werden soll nicht nur die Freude am Lesen, sondern auch der kompetente Umgang mit Medien aller Art.
Die Kinderbücherei sowie die Musikbibliothek/Mediothek am Florinsmarkt 13, die Zweigstellen in Horchheim, Karthause und Pfaffendorfer Höhe sowie die Bücherbusse freuen sich auf lesehungrige und wissensdurstige Kinder.
Weitere Informationen zur „Aktion Schultüte“ gibt es unter Tel.-Nr. 0261/ 129 26 52 bei
Melanie Spieker.
Eichendorffs Poesie in Musik gegossen
Gut besuchtes Konzert zum 150. Todestag - eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der StadtBibliothek Koblenz
An die 5000-mal wurden die Gedichte Joseph von Eichendorffs in Noten gefasst. Damit zählt er zu den meistvertonten deutschsprachigen Lyrikern überhaupt. Aus Anlass seines 150. Todestages präsentierten jetzt Sopranistin Katrin Bähre, Bariton Bernd Kämpf und Pianistin Swetlana Travnikova im gut besuchten kleinen Saal der Rhein-Mosel-Halle Lieder mit Texten von Eichendorff sowie Klaviermusik aus der Romantik. Den Moderatorenpart an diesem Abend, der mit dem Eichendorff-Zitat "Ich kann wohl manchmal singen" übertitelt war, hatte die Kulturjournalistin Dr. Lieselotte Sauer-Kaulbach übernommen.
Das Gedicht "In einem kühlen Grunde" ist auch heute noch fester Bestandteil des deutschen Volksliedgutes. Vertont von Friedrich Glück, durfte das Werk natürlich auch nicht an diesem Konzertabend fehlen. Dabei gelang Bähre, Kämpf und Travnikova das Werk überaus gefühlvoll. Ohne ins Kitschige abzugleiten, verschmolzen die beiden Sänger in einem innigen Dialog.
Einer großen Herausforderung stellte sich Bariton Bernd Kämpf mit der Interpretation von Robert Schumanns Liederkreis op. 39, den der Komponist einmal als "mein aller Romantischstes" bezeichnete. Doch auch, wenn an diesem Abend die Lieder nach Gedichten von Eichendorff im Zentrum standen, wusste Pianistin Travnikova nicht nur als Begleiterin, sondern auch solistisch zu gefallen, etwa mit einigen Brahms-Walzern. Dabei gelang ihr der letzte der fünf Walzer aus op. 39 besonders schön, den sie empfindsam zu Gehör brachte.
Vor allem Sopranistin Katrin Bähre präsentierte an diesem Abend Eichendorffs Worte, verpackt in Melodien verschiedener Komponisten, sehr überzeugend. So begeisterte sie die rund hundert Zuhörer mit beeindruckender interpretatorischer Vielseitigkeit.
Leicht und beschwingt sang Katrin Bähre etwa Fanny Hensels "Bergeslust", um dann in Felix Mendelssohn Bartholdys Vertonung von "Das Waldschloss" mit geheimnisvoller Stimme die Geschichte von dem Jäger zu erzählen, der seine Liebste sucht. Doch am Ende, "weiß keiner, wo er blieb".
Wunderschön gelangen Katrin Bähre auch die Lieder von Hugo Wolf: Da ließ die Sängerin, von Swetlana Travnikova begleitet, das "Waldmädchen" umherwirbeln, ehe sie am Ende des letzten Wolf-Liedes "Nachtzauber" ein letztes, sehnsuchtsvolles "Komm! Komm!" hauchte.
Christiane Hausding (Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 15.11.2007).
Ott: Bibliothek als kulturellen Treffpunkt etablieren
Im Interview mit der RZ spricht die neue Leiterin der StadtBibliothek über ihre Ziele:
"Beratung wird immer wichtiger"
Mit 210 000 Medieneinheiten und mehr als 500 000 Ausleihen pro Jahr liegt die Koblenzer Stadtbibliothek im guten Mittel vergleichbarer Städte. Sie hat einen soliden Kundenstamm und ein gutes Ansehen in der Bevölkerung.
Seit dem 1. Juli dieses Jahres ist die neue Leiterin Susanne Ott als Nachfolgerin von Dr. Ulrich Theuerkauf im Amt.
Im Gespräch mit unserer Zeitung spricht sie von ihren ersten Eindrücken und ihren Zielen.
Welchen Eindruck haben Sie nach ihren ersten vier Wochen im Amt?
Ich habe die ersten Wochen intensiv genutzt, um meine neue Arbeitsstätte, die Bibliothek mit ihren unterschiedlichen Einrichtungen, und die Menschen, mit denen ich künftig zu tun haben werde, kennenzulernen. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass ich von allen, die ich in der kurzen Zeit innerhalb und außerhalb der Bibliothek bereits kennenlernen konnte, offen und herzlich in Koblenz aufgenommen wurde.
Sie kennen die Bestrebungen, die Bibliothek an den Zentralplatz zu verlegen. Was halten Sie davon?
Ich sehe da eine echte Chance. Verlegt würde ja die Bibliothek in der Altstadt, die zurzeit auf drei Standorte verteilt ist, was für unsere Kunden, besonders ältere Menschen und Familien, eigentlich zu umständlich ist. Die Zentralbibliothek komplett an einem einzigen, gut erreichbaren Standort in der Innenstadt wäre nicht nur unter diesem Aspekt kundenfreundlicher. Bei einem Neubau würde man von vornherein innovative Technologien einplanen und wäre auf die Ansprüche des Kunden von heute vorbereitet.
Was werden Sie am Angebot der Stadtbibliothek ändern?
Das vorhandene Angebot geht ja jetzt schon weit über das konventionelle Buch hinaus. Elektronische Medien wie zum Beispiel Hörbücher, DVD oder Internet werden sehr gut nachgefragt. Das ist Ansporn, dieses Segment weiter auszubauen. Die digitalen Medien werden meiner Meinung nach zwar in absehbarer Zeit das Buch nicht ersetzen, aber als Informationsquellen immer wichtiger. Alle Quellen zusammengenommen bieten eine derartige Flut an Informationen, dass die Aufgabe an Bedeutung deutlich gewinnen wird, mit kompetenter Beratung die Kundinnen und Kunden auf ihrem Weg zu unterstützen, an die gewünschten Informationen zu gelangen.
Welchen Stellenwert werden künftig Veranstaltungen einnehmen?
Für Kinder und Jugendliche, aber natürlich auch für die Erwachsenen wird es wie bisher zahlreiche Veranstaltungen in unseren Räumen geben. Wir zeigen damit nicht nur, wo wir sind, sondern zudem, was wir als Bibliothek für Freizeit, Schule und Beruf zu bieten haben. Unser attraktives Veranstaltungsprogramm möchten wir künftig sogar noch erweitern.
Wie wird die Koblenzer Stadtbibliothek in einigen Jahren positioniert sein?
Mein Ziel ist es, die Stadtbibliothek noch stärker ins Bewusstsein der Menschen zu rücken und sie sowohl zu einem modernen Informations- als auch zu einem Kommunikationszentrum auszubauen. Sie soll sich als kultureller Treffpunkt etablieren, der von den Koblenzerinnen und Koblenzern als solcher wahrgenommen und gerne aufgesucht wird.
Wodurch wollen Sie das erreichen?
Das Wichtigste haben wir ja bereits: eine freundliche Atmosphäre im Haus und kompetente und vor allem kundenorientiert eingestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit der Förderung von Lesekompetenz und dem Unterstützen von lebenslangem Lernen erfüllt dieStadtbibliothek in Zeiten von Pisa und einer auf immer mehr und schneller verfügbare Informationen angewiesenen Gesellschaft zudem bedeutende Funktionen. Darüber hinaus müssen wir uns aber insgesamt noch moderner und zeitgemäßer aufstellen, um auch künftig attraktiv zu sein. Eine große Herausforderung, aber auch eine spannende Aufgabe.
(Das Gespräch führte Wolfgang Lucke Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 07.08.2007)
Bibliothek soll Treffpunkt werden
Neue Leiterin der StadtBibliothek: Susanne Ott
210.000 Medieneinheiten gibt es in der Stadtbibliothek Koblenz. Mit diesen Medien sollte es möglich sein, jede Frage zu beantworten, Neues zu erlernen oder Freizeit sinnvoll zu gestalten. Davon jedenfalls ist die neue Chefin der Stadtbibliothek, Susanne Ott, überzeugt und möchte sie zu einer Informations- und Kommunikationsstelle für alle Altersgruppen ausbauen. Sie sieht in der Bibliothek, die die Informationen nicht nur zwischen Buchdeckeln sondern beispielsweise auf CDs, DVDs oder via Internet anbietet, einen Ort, der lebenslanges Lernen unterstützt.
Und vom Lernen versteht Ott eine Menge. Ihre erste Ausbildung schloss sie als Diplom-Verwaltungswirtin ab und arbeitete in der Personalabteilung der Bonner Polizei. Neben der Berufstätigkeit, die sie später auf 50% reduzierte, studierte sie Mittelalterliche und Neuere Geschichte, Rheinische Landeskunde und Öffentliches Recht. Nach erfolgreichem Magisterabschluss gab sie ihre Stelle bei der Polizei auf, um in Darmstadt und Frankfurt das Referendariat für den Höheren Bibliotheksdienst anzutreten. Die Stadtbibliothek Köln war die nächste Station. Hier war Susanne Ott zunächst Lektorin und schließlich stellvertretende Abteilungsleiterin.
Seit 01. Juli ist sie die neue Direktorin im Dreikönigen-Haus und freut sich über die gute Arbeitsatmosphäre an allen drei Standorten der Bibliothek und die herzliche Aufnahme durch das Team.
Der Gedanke einer Mediathek am Zentralplatz ist für die Bibliothekschefin faszinierend. Direkt im Zentrum der Stadt den Kunden ein Angebot zu machen, wäre eine „Riesenchance“ die Bibliothek in eine neue Zeit zu führen. Insgesamt könnte das Angebot dort kundenfreundlicher gestaltet werden und Susanne Ott kommt ihrem Ziel, dem „Treffpunkt Bibliothek“, ein gutes Stück näher.
(Pressemitteilung der Stadt Koblenz v. 23.07.2007)
Podcast: Literatur im Gespräch
Eine Buchbesprechung des Leseclubs der Goethe Hauptschule in Zusammenarbeit mit der StadtBibliothek Koblenz
Betreuer seitens der StadtBibliothek: "Bibliothekspädagoge" ist Peter Gerken.
Ein Ausbau des Angebotes und eine Erweiterung auf andere Schulen in Koblenz ist geplant!
LOS-Deutschkurs mit großem Fest abgeschlossen
Vierte Förderperiode auf Karthause beendet: Projektteilnehmer aus acht Nationen sorgten für Musik und Spezialitätenbüfett
Der Deutschkurs des LOS
-Projekts auf der Karthause, "Deutsch als Fachsprache", wurde mit einer Abschlussveranstaltung, zu der auch die Bürger des größten Koblenzer Stadtteils eingeladen waren, beendet. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Europäischen Sozialfonds gefördert und in Koblenz von der Stadtbibliothek und der VHS unterstützt. Die Initiative für das Programm der Abschlussveranstaltung ging hauptsächlich von den Teilnehmern aus und zeigte, dass diese ihre Sprachkenntnisse erweitert haben und umsetzen können. Ein Teilnehmer hieß die Gäste im Namen des ganzen Kurses willkommen. Dr. Ulrich Theuerkauf, der ehemalige Leiter der Stadtbibliothek und Initiator des Mikroprojekts, blickte auf die vergangenen vier Förderperioden zurück und betonte, dass die Sprache das Wichtigste sei, um sich in einem neuen Land wohlzufühlen und sich zu integrieren. Die Teilnehmer aus acht Nationen boten dann ein von ihnen selbst zusammengestelltes und eingeübtes buntes Programm dar, bei dem für jeden Geschmack etwas dabei war. Es wurden russische Lieder gesungen, und klassische Musik ertönte, aber auch Sketche, ein Quiz über Deutschland und Berichte der Teilnehmer über ihre Herkunftsländer waren zu hören. Dass sich die Kursteilnehmer auch mit der deutschen Literatur auseinandersetzen, zeigte der Vortrag von Goethes "Der Erlkönig". Zwischen den Darbietungen erfuhren die Gäste auch etwas über die Aktivitäten während des Kurses. So berichteten drei Teilnehmer von ihren Erfahrungen während ihrer Praktika, die sie in einem Kindergarten, einem Seniorenheim und einem Lebensmittelmarkt gemacht haben. Es wurde aber auch von einer Passantenbefragung berichtet, bei der Fragen zu Koblenz gestellt wurden und die in den meisten Fällen freundlich, aber nicht immer richtig beantwortet wurden. Dozentin Gabriele Handschuch bedankte sich am Ende des ansprechenden und gelungenen Programms bei den Teilnehmern für das Dargebotene und sprach auch im Namen der Teilnehmer die Hoffnung aus, dass dieses Mikroprojekt in der nächsten Förderperiode fortgeführt werden kann. Der krönende Abschluss der Veranstaltung war dann ein von den Teilnehmern mit selbst gemachten Spezialitäten bestücktes Büfett. Dieser Nachmittag zeigte, dass die Kursteilnehmer mit den erworbenen Sprachkenntnissen die besten Voraussetzungen haben, in die Gesellschaft integriert zu werden und schnell einen Arbeitsplatz zu finden, so die Dozentin resümierend.
(Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 29.06.2007)
Neue Publikation der StadtBibliothek
Dr. Ulrich Theuerkauf stellt neue Broschüre vor
Bücher und Nachschlagewerke, die sich berühmten und einflussreichen Koblenzern widmen, gibt es bereits auf dem regionalen Büchermarkt - jedes setzt eigene Schwerpunkte, jedes pflegt einen eigenen Stil. Der ehemalige Leiter der Koblenzer Stadtbibliothek Dr. Ulrich Theuerkauf, stellt nun ein handliches Buch vor, das einen neuen Weg beschreitet: Die Porträts wichtiger Koblenzer sind dreisprachig abgedruckt - auf Deutsch, Französisch und Englisch. "Damit ist das Werk prima für den mehrsprachigen Unterricht geeignet, zum Beispiel auch in den Schulen der Koblenzer Partnerstädte", sagt Theuerkauf.
Entstanden ist das Buch als Begleitbroschüre zu der von Theuerkauf konzipierten Ausstellung "Berühmte Persönlichkeiten in Koblenz", in der auf Stellwänden die bemerkenswerten Schängel anschaulich dargestellt werden. Theuerkauf arbeitet an weiteren Tafeln, die Ausstellung wird also weiter wachsen und noch zu weiteren Gelegenheiten zu sehen sein. Einstweilen gibt das Buch einen guten Eindruck von der Arbeitsweise Theuerkaufs sowie seiner Frau Gisela. Die 17 ausgewählten Persönlichkeiten sollen "zeigen, wie reich die Kulturtradition der Stadt Koblenz ist", wie Theuerkauf formuliert. Los geht es mit Nikolaus von Kues, es folgen unter anderem Januarius Zick, Sophie von La Roche, Joseph Görres, Clemens Brentano, Karl Baedeker, Henriette Sontag, Joseph Breitbach und Peter Ludwig.
Auch Nicht-Koblenzer, die hier jedoch Spuren hinterlassen haben, werden vorgestellt: etwa Johann Wolfgang Goethe, Felix Mendelssohn Bartholdy und Kaiserin Augusta. Das Buch erzählt so nebenbei eine Geistesgeschichte der Stadt, und das anschaulich und lebendig. Porträts der in den Texten Vorgestellten lockern das gut 230-seitige Buch zusätzlich auf. Und die eigenen Fremdsprachenkenntnisse kann man auch noch überprüfen ... (tim; Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 28.04.2007)
Paten für Buchschätze gesucht - Stadtbibliothek braucht Unterstützung bei Restaurierung ihrer Kostbarkeiten - Schon mit etwa 90 Euro kann geholfen werden
Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen. Doch dort muss das geschriebene Wort gepflegt werden - zumal, wenn es in uralten Büchern steht
Längst nicht alle Stadtbibliotheken können mit einem solch wertvollen Altbestand aufwarten wie die Stadtbibliothek Koblenz. Das hängt unter anderem mit ihrem frühen Gründungsjahr (1827) zusammen sowie mit der Tatsache, dass sie ihren Grundstock einer Stiftung des Neuendorfer Pfarrers Joseph Gregor Lang verdankt. Später kamen Schenkungen anderer prominenter Koblenzer Bürger, darunter Clemens Brentano, Hermann Josef Dietz und Guido Görres hinzu. Zum aktuellen Medienbestand gehören mehr als 19 000 Bände aus der Zeit vor 1850.
"Darauf sind wir natürlich stolz", so der ehemalige Bibliotheksleiter Dr. Ulrich Theuerkauf, "aber dieser Altbestand bringt für uns natürlich auch Sorgen und Verpflichtungen mit sich." Ein Teil der Bücher bedürfe dringend der Restaurierung und Konservierung, um sie auch künftigen Generationen zu erhalten. Deshalb habe man sich entschlossen, dem Beispiel anderer Bibliotheken zu folgen und die Bürger um die Übernahme von "Buchpatenschaften" zu bitten.
In einer kleinen Broschüre werden zehn Paten suchende "Buchpatienten" vorgestellt, ausgewählt von Theuerkauf und dem den Altbestand seit Langem betreuenden Walther Gose. Das sind Bücher, die mehr oder minder stark geschädigt sind und deren Wiederherstellung ganz unterschiedliche Kosten verursacht. "Das haben wir bewusst gemacht, um Interessierten auch mit kleinem Geldbeutel die Möglichkeit zu bieten, eine Buchpatenschaft zu übernehmen", so Theuerkauf.
Mit geschätzten 80 bis 95 Euro vergleichsweise preiswert ist etwa die Restaurierung der 1471 in Augsburg erschienenen "Historiae adversum paganos" des Theologen, Historikers und Augustinus-Schülers Paulus Orosius (etwa 385-420). In seiner wohl berühmtesten Schrift versucht Orosius den Beweis zu erbringen, dass die kritischen Verhältnisse nach 400, nach dem Verfall des Weströmischen Reichs, nicht durch die Abkehr von den alten Göttern verursacht wurden. Bei diesem aus der Bibliothek Langs stammenden Band ist nur der am Rücken beschädigte Gebrauchseinband aus dem 17. oder frühen 18. Jahrhundert teilweise zu erneuern.
Auf ungefähr 800 Euro werden sich die Kosten der Restaurierung bei den aus der Bibliothek der Koblenzer Karthause stammenden, später in den Besitz Langs übergegangenen "Statuta Ordinis Cartusiensis" von 1510 belaufen - ein schönes Exemplar der ersten gedruckten Statuensammlung des Kartäuser-Ordens. Bei ihm muss wegen der am Rücken gebrochenen Deckel der Einband unter Verwendung der originalen Materialien erneuert werden.
"Spitzenreiter" unter den Büchern, die zwecks Heilung oder Schönheitskur eine Patin oder einen Paten suchen, ist ein um 1480 in Köln entstandener Sammelband aus drei Wiegendrucken, darunter Werke Enea Silvio Piccolominis, des späteren Papstes Pius II. Restaurierungsbedürftig sind hier sowohl der stockfleckige Buchblock als auch der interessante Kölner Holzdeckelband, bei dem die Deckel lose, der Rücken beschädigt und die Schließen zu ergänzen sind. Geschätzte Kosten: 2200 Euro.
Mehr als das Zehnfache wird die Restaurierung eines der gegenwärtig größten Sorgenkinder des Altbestandes erfordern, die des "Atlas Novus", den 1635 der berühmte niederländische Astronom, Mathematiker, Geograf und Kartograf Willem Janszoon Blaeu (1571-1638) mit seinem Sohn Joan in zwei Bänden veröffentlichte. Ein bibliophiles Prachtexemplar, das aber leider zunehmend unter den Folgen einer fatalen Restaurierung in den 90er-Jahren des 20. Jahrhunderts leidet, die nun dringend beseitigt werden müssen. Geschätzte Kosten: 26 000 Euro - ein "Buchpatient" für einen besonders spendablen Paten.
Der Blaeu-Atlas taucht deshalb genauso wenig in der Broschüre unter den aktuell spendable Paten suchenden Büchern auf wie zahllose andere hilfsbedürftige Bände aus dem Altbestand der Bibliothek. Die zehn jetzt vorgestellten Bücher sind nur die Spitze des Eisbergs.
(Lieselotte Sauer-Kaulbach, Rhein-Zeitung vom 12.04.2007 )
Schüler-Hilfen in der Bibliothek
Interessenkreis Schüler-Hilfen - Ein neues Angebot unterstützt Schüler
Die StadtBibliothek Koblenz hilft Schülern bei der Prüfungsvorbereitung; bei der Einrichtung des Interessenkreises "Schülerhilfen" hat sie sich an den Bedürfnissen von Schülern aller allgemeinbildenden Schulen - Haupt-, Realschule und Gymnasium - orientiert. Dafür wurden die Bestände an Lernhilfen aus den einzelnen Sachgruppen zusammengeführt, ausgenommen sind die Interpretationshilfen für das Fach Deutsch.
Interessierte Jugendliche finden nun Themen aus allen Bereichen, die für die Oberstufe und das Abitur wichtig sind, es gibt aber auch Lernhilfen für Schüler ab Klasse 5. Unter der Signatur "Lernmethode" finden sich Ratschläge zum Abfassen von Referaten und Facharbeiten, Infos für das Methodentraining zum sicheren Auftreten bei mündlichen Vorträgen sowie effektive Arbeitsmethoden und Lerntipps.
Durch die finanzielle Unterstützung (Anschubfinanzierung) seitens des Fördervereins "Lesen und Buch/ Freunde der Stadtbibliothek Koblenz" kann die Bücherei ihren Bestand an Schülerhilfen ausbauen: Weitere Lernsoftware und Hörverstehens-übungen für Fremdsprachen sollen angeschafft werden. (Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 16.09.2006)
StadtBibliothek kümmert sich auch um Nicht-Nutzer
FH-Studie untersuchte "Gründe der Nicht-mehr-Nutzung der Bibliothek"
„Kundenbindung und Kundenzufriedenheit sind für Bibliotheken elementare Bausteine“, so lautet eine Kernaussage einer neuen Diplomarbeit der Fachhochschule Köln zum Thema „Kundenbindung und Nicht-mehr-Nutzung an Öffentlichen Bibliotheken“. Modellbibliothek für diese Untersuchung war die Stadtbibliothek Koblenz.
Von 1.375 inaktiven Nutzern, die die Bibliothek in den Jahren 2002 und 2003 nicht mehr besucht haben, sind auf postalischem Weg die Beweggründe erfragt und analysiert worden. Dazu diente ein Fragebogen, der nach den Vorgaben der Stadtbibliothek entworfen wurde.
Der Rücklauf brachte ein erfreuliches Ergebnis: Persönliche Gründe wie z.B. Umzug oder veränderter Bedarf an Literatur führen die Rangliste der Nicht-mehr-Nutzung an. Ein großer Prozentsatz der angeschriebenen Nicht-mehr-Nutzer ordnet der Stadtbibliothek einen hohen Stellenwert zu. Die größte Gruppe (46,5 %) beurteilt die Stadtbibliothek mit „gut“, 22,1 % der Teilnehmer finden sie immerhin „befriedigend“. Viele loben den Service der Stadtbibliothek und geben an, sie gern wieder nutzen zu wollen, sobald sie wieder Bedarf haben.
Neben der durchweg positiven Resonanz stößt die Stadtbibliothek Koblenz natürlich auch auf Grenzen bei der Kundenrückgewinnung. Die „ungünstige Lage“, die „schlechte Parkplatzsituation“ und die Unterbringung der einzelnen Abteilungen in verschiedenen Gebäuden, die als Gründe der Nicht-mehr-Nutzung angegeben wurden, lassen sich nicht kurzfristig ändern.
Mit dem neu eingerichteten Beschwerdemanagement will die Stadtbibliothek alle Nutzer animieren, Wünsche, Anregungen oder Kritik an ein neues eingerichtetes Team von Bibliothekarinnen zu geben, die sich speziell um Kundenwünsche kümmern.
(Pressemeldung der Stadt Koblenz v. 22.12.2006)
"Lesekönige“ der StadtBibliothek Koblenz - Bibliothek ist "zweite Heimat"
Die Koblenzer "Lesekönige" (von links) Marion Kalt, Sophie Fendel, Mechthild Geisbüsch, Serafim Tarkowskij und Susan Kraeber mit Kulturdezernent Detlef Knopp und Bibliotheksdirektor Dr. Ulrich Theuerkauf
Die StadtBibliothek hat wieder ihre „Lesekönige“ ermittelt.
Ehrenurkunden und ausgewählte Buchpreise für das Jahr 2006 erhielten:
- Serafim Tarkowskij für 986 Entleihungen (Gruppe Kinder)
- Sophie Fendel für 526 Entleihungen (Gruppe Jugendliche)
- Thorsten Westhoff für 926 Entleihungen (Gruppe Erwachsene)
- Grundschule Neuendorf für 263 Entleihungen (Gruppe Schulen) und der Kath. Kindergarten St. Nikolaus für 122 Entleihungen (Gruppe Kindergärten)
Zwölfjähriger mit fast 1000 Ausleihen vorn - Lesen in Koblenz ist "in".
Die neuesten Zahlen der Stadtbibliothek sprechen für sich. Mehr als 500 000 Entleihungen, rund 144 000 Besucher und um die 11 000 eingeschriebene Nutzer wurden im vergangenen Jahr gezählt.
Zu dieser beeindruckenden Statistik haben einige Bücherfreunde in ganz besonderem Maße beigetragen, indem sie ein Buch nach dem anderen verschlangen und praktisch Stammgäste in der Bücherei geworden sind. Kulturdezernent Detlef Knopp und Bibliotheksdirektor Dr. Ulrich Theuerkauf ernannten diese Vielleser am Mittwoch zu "Lesekönigen" und überreichten ihnen zur "Krönung" Buchpreise.
Serafim Tarkowskij (12) hat den Titel sogar schon zum zweiten Mal ergattert. Bereits im Vorjahr hatte er sich mit 1512 Entleihungen in der Kindergruppe an die Spitze gelesen. Auch diesmal hatte Serafim die Nase vorn - mit 986 Entleihungen. "Ich lese alles, was mich interessiert", erzählte der Clemens-Brentano-Realschüler, der erst seit zwei Jahren als Nutzer der Bibliothek eingeschrieben ist.
In seinem Lesehunger verschlingt er alles, was ihm in die Finger kommt. Er liest Romane, Sachbücher und verschmäht auch Mangas oder Comics nicht. Und auch das Experimentierbuch, das ihm Dr. Ulrich Theuerkauf jetzt überreichte, nahm Serafim mit freudestrahlenden Augen entgegen.
An zweiter Stelle bei den Viellesern lag Thorsten Westhoff, der mit 926 Entleihungen Lesekönig in der Gruppe der Erwachsenen wurde. Ebenfalls beachtlich ist die Zahl von 526 Entleihungen, mit der sich Sophie Fendel (14) aus Urbar an die Spitze der jugendlichen Leser vorarbeitete. Die Schülerin der 9. Klasse am Görres-Gymnasium ist schon von Kindesbeinen an ein eingefleischter Bücherwurm. "Seit ich zwei Jahre alt bin, besuche ich die Bücherei. Früher bin ich jede Woche zur Vorlesestunde gegangen", erzählt Sophie. Seitdem sie dann selbst lesen konnte, ist sie Stammgast in der Koblenzer Bücherei. "Ich lese immer abends vor dem Einschlafen und in den Ferien", sagt sie. Zeit für andere Hobbys bleibt Sophie, die später gerne Schauspielerin werden würde, immer noch: "Ich male gern, spiele Klavier und singe."
Zu diesen drei "Alleinherrschern" in ihrer jeweiligen Altersgruppe kommt noch eine Vielzahl kleiner "Lesekönige", darunter sogar solche, die noch gar nicht selbst lesen können. Die "Mini-Lesekönige" kommen aus dem katholischen Kindergarten St. Nikolaus in Arenberg, dessen Leiterin Marion Kalt die Ehrung für 122 Entleihungen entgegennahm. Die Kindergartenkinder versorgen sich regelmäßig im Bücherbus mit Lesefutter, genauso wie die "Lesekönige" aus der Grundschule Neuendorf. Die lag mit 263 Entleihungen in der Gruppe der Schulen vorn und wurde von den beiden Lehrerinnen Mechthild Geisbüsch und Susan Kraeber bei der Ehrung vertreten. (Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 09.03.2007, Seite 17.)
"Lesekönig " Serafim Tarkowskij (rechts) erhält die Urkunde und den Buchpreis von Kulturdezernent Detlef Knopp (links) und Bibliotheksdirektor Dr. Ulrich Theuerkauf
Bibliothekspädagogik in Koblenz
Lesen bildet – das wissen wir nicht erst seit gestern
Aber: es wird immer weniger gelesen. Lehrer beklagen, dass in so manchen Familien außer dem Telefonbuch nichts Gedrucktes zu finden ist. Und das merken sie dann auch ganz deutlich bei ihren Schülern. Um einerseits diesen Missstand zu beheben und andererseits einen größeren Leserkreis zu gewinnen, ist jetzt ein Bibliothekspädagoge in der Koblenzer Stadtbücherei tätig. Eingesetzt im Rahmen eines Pilotprojekts von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Nord, der SGD Nord. Martina Gonser hat ihn einmal mit einer 10. Schulklasse der Koblenzer Goethe Hauptschule in die Stadtbücherei begleitet.
(SWR 4 - Bericht zum "Bibliothekspädagogen" Peter Gerken in der StadtBibliothek Koblenz; Der Beitrag kann auf Audio-CD in der Musikbibliothek entliehen werden)
Bibliotheksleiter nimmt Abschied
Kulturdezernent Detlef Knopp und Dr. U. Theuerkauf (rechts) bei der "Verabschiedung"
Dr. Ulrich Theuerkauf, Leiter der Koblenzer Stadtbibliothek, ist seit dem 1. April im Ruhestand. Der gebürtige Hamburger kam am 2. November 1982 nach Stationen in Berlin und Augsburg nach Koblenz.
Fast 25 Jahre leitete der promovierte Historiker und Altphilologe die Stadtbibliothek Koblenz. Vor dem Hintergrund der Planungen für eine Neugestaltung des Zentralplatzes sprach sich Dr. Theuerkauf immer für einen Neubau und Neukonzeption der Stadtbibliothek als sog. Mediathek aus. Weiterhin galt ein Schwerpunkt seiner Arbeit der Bewahrung und Pflege des „Historischen Altbestandes“ und der Erschliessung der „Literarischen Nachlässe“ im Magazin der Stadtbibliothek. Das schlug sich nicht zuletzt in einer regen Veranstaltungsarbeit und in den Veröffentlichungen der Stadtbibliothek nieder. Sein Bemühen war stets eine „Profilierung und Modernisierung“ der Stadtbibliothek als Kultur- und Bildungseinrichtung.
In einer kleinen Feier am 21.03.2007 verabschiedete sich Dr. Ulrich Theuerkauf von den Kolleginnen und Kollegen in der Stadtverwaltung, dem Förderverein, den Mitarbeitern der Stadtbibliothek und geladenen Gästen.
Schon mit 13 Jahren italienische Lieder geliebt
Baglionis "Questo Piccolo Grande Amore" war die erste Platte der Koblenzer Musikbibliotheks-Chefin A. Esleben
Der Vater spielte leidenschaftlich gerne Klavier, die Mutter war Leistungssportlerin. Da muss die Tochter doch von den Genen beeinflusst sein! Und so verhält es sich auch bei Alexandra Esleben. Die heutige Chefin der städtischen Musikbibliothek in Koblenz wuchs mit Klassik und Jazz auf. Ihre musikalischen Favoriten sind jedoch italienische Liedermacher.
Ihre erste Platte kaufte sie sich mit 13 Jahren: Claudio Baglionis "Questo Piccolo Grande Amore". Bereits mit drei Jahren saß die kleine Alexandra auf dem Schoß von ihrem Papa vor dem Klavier und durfte mit ihren Fingerchen die schwarz-weißen Tasten bewegen. Keine drei Jahre später begann die Dortmunderin mit dem Unterricht.
1970, mit zwölf Jahren, folgte die ebenfalls klassische Ausbildung an der Gitarre. "Mein Lehrer war ein Rockjazzer", erinnert sich die 48-Jährige. Die Musik von Louis Armstrong bis Charlie Parker war dem Teenager jedoch schon vorher bekannt. "Mein Vater, der in der Schulband schon Swing und Dixieland spielte, besaß eine große Plattensammlung." Durch ihren vier Jahre älteren Cousin, der für sie wie ein Bruder war, kam das Mädchen auch in Berührung mit Rockern wie Neil Young oder Jethro Tull. Die Stones mochte sie damals lieber als die Beatles.
Doch ihre Liebe im Popbereich galt und gilt den (politischen) Liedermachern - vom frühen Mey über Wader bis zu Degenhardt.
Geradezu angezogen fühlt(e) sie sich von den Troubadouren aus Italien. "Schon früh fuhren meine Eltern mit mir an die Adria, jedes Jahr vier Wochen in den Sommerferien." Die Affinität zum südlichen Land ist bis heute geblieben. Die gut italienisch sprechende Bibliothekarin fliegt zweimal im Jahr an die Küste, stets ins selbe Hotel. Und dort erwarb sie 1972 ihre erste Platte, die erste Scheibe des römischen Sängers Baglioni. Sein alles andere als glatter Gesang und seine guten Texte begeisterten sie von Anfang an. Keine Frage, mit der Zeit legte sie sich fast alle Produktionen des auch in den USA erfolgreichen Chansonniers zu. Sie saß oft vor ihrem Telefunken-Mono-Plattenspieler, ließ das Vinyl laufen, hielt die Nadel an, übte Harmonien und Akkorde auf der Gitarre und wiederholte und wiederholte diesen Vorgang. Dass dabei die schwarzen Scheiben litten, war kaum zu vermeiden. Die Tonkunst bestimmte den größten Teil ihrer Freizeit, auch wenn der Schwimmverein einiges davon in Anspruch nahm.
Das Hobby zum Beruf machen, das verwirklichte Alexandra Esleben. Doch statt Musik zu studieren ("zu kleine Hände und keine Lust, jeden Tag bis zu fünf Stunden zu üben"), machte sie in Bochum an der Uni ihren Magister in Germanistik und Musikwissenschaft und schloss später ihre Ausbildung als Diplombibliothekarin an der FH in Köln ab. "Ich habe den Beruf, den ich wollte", zeigt sich die seit 1991 in Koblenz als Chefin der Musikbücherei tätige Fachfrau sehr zufrieden. Dafür nimmt die "überzeugte Ruhrpottlerin" auch die tägliche Fahrt von Dortmund in die Rhein-Mosel-Stadt gerne in Kauf.
(Michael Schaust Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 16.02.2007, Seite 26.)
Udo di Fabio als Gast der StadtBibliothek
Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio in Koblenz
Am
Mittwoch, den 28.02.2007 um 18 Uhr sprach am Jesuitenplatz (Historischer Rathaussaal) der Staatsrechtler und Richter am BVG
Prof. Udo Di Fabio (Univ. Bonn) über die
"Die Kultur der Freiheit" - eine aktuelle Mahnung, die heftige Kritik auf der einen und entschiedene Zustimmung auf der anderen Seite in der Öffentlichkeit ausgelöst hat. Vor über hundert Zuhörern sprach und diskutierte di Fabio eloquent und analytisch, aber nicht abgehoben über den "Kulturbegriff" und die Bedeutung für die heutige Gesellschaft. Die Begrüßungsansprache hielt Oberbürgermeister Dr. Schulte-Wissermann.
Der Verfasser analysiert brillant die Krise der westlichen Kultur. Er schärft das Bewußtsein für Werte, die vernachlässigt sind, und weist Wege in die Zukunft. Eine faszinierende Lektüre für alle, die sich die Frage nach der „Freiheit wofür?“ stellen. Ein Anstoß zu Änderungen unserer staatlichen Ordnung, um Spielräume der Freiheit zu erweitern und ihre Grenzen neu zu setzen. Denn: Freiheit bedarf ständiger Pflege."(www.beck.de)
Interesse am Lesen zu gering
Stiftung Lesen beklagt, dass deutsche Schüler freiwillig kein Buch zur Hand nehmen - Buchmesse Leipzig: Mehr Lesevergnügen
Stirbt die Gattung der Leseratte allmählich aus? 41 Prozent der deutschen Schüler kommen niemals auf die Idee, freiwillig (also außerhalb des Deutschunterrichts) zu lesen. Das hat die Pisa-Studie herausgefunden. Ein Unding, wie nicht nur die Stiftung Lesen findet. Doch wie kann man der Jugend wieder den Spaß am Schmökern zurückgeben?
Ihr Kinderzimmer reicht für die vielen Bücher schon längst nicht mehr aus. "Meine Eltern haben die Bücher schon in Kisten auf dem Dachboden verstaut", erzählt Sabrina Langer. Die 15-Jährige ist eine Leseratte - und die jüngste Autorin der am Donnerstag beginnenden Leipziger Buchmesse, die sich in diesem Jahr noch stärker dem Thema Leseförderung widmen möchte. Und zugleich ist sie unter Gleichaltrigen die große Ausnahme: Lesen steht bei Jugendlichen nicht sonderlich hoch im Kurs. Es ist teilweise sogar so unbeliebt, dass die "Stiftung Lesen" in Mainz radikale Gegenmaßnahmen in den Schulen fordert.
Sabrina Langers Fantasie-Geschichte "Der Elfenkristall" ist in dem kleinen Dessauer Machtwort-Verlag erschienen. "Und das Buch verkauft sich gut", sagt Verleger Karsten Lückemeyer. Bis zu 600 Stück pro Jahr kann er auf den Markt bringen. Damit ist er zufrieden. Unter den Käufern sind auch zahlreiche Freunde des Mädchens. Fast die Hälfte der Klasse hat ihren "Elfenkristall" gelesen, sagt Sabrina.
Keine Lesekompetenz
Und damit haben diese Achtklässler vielen Gleichaltrigen in Deutschland einiges voraus: Sie haben freiwillig ein Buch gelesen. Denn dies passiert, so zeigen es verschiedene Studien, nicht allzu oft. In der Pisa-Studie, bei der Deutschland in Sachen Lesekompetenz der 15-Jährigen weit unter dem Durchschnitt landete, gaben 41 Prozent der Schüler an, nie freiwillig ein Buch zu lesen. Eine andere Untersuchung zeigt: Vor allem Jungen nehmen eine Schullektüre nie aus eigenem Antrieb in die Hand. Die Lesekompetenz der Schüler ist denn auch entsprechend: Jeder fünfte 15-Jährige gilt in Deutschland als schwacher Leser.
Deshalb macht sich die "Stiftung Lesen" in Mainz für mehr Spaß an der Literatur stark. Vor allem sollte ein Teil des Deutschunterrichts nicht benotet werden, um den Jugendlichen den Spaß an der Literatur nicht zu nehmen, fordert der Leseforscher der Stiftung, Bodo Franzmann. Kein Jugendlicher lese ein Buch in der Schule mit Spaß und Entspannung, wenn er wisse, dass er anschließend darüber abgefragt werde, sagt der Experte. Zudem sollten die Schüler auch an der Literatur-Auswahl für den Unterricht beteiligt werden. Wenn ein Jugendbuch wie "Rolltreppe abwärts" seit mehr als 20 Jahren auf den Lehrplänen steht, dann läuft etwas schief, sagt Franzmann.
Schulen auf der Buchmesse
Dem Problem will sich in diesem Jahr die Leipziger Buchmesse stellen. Das Thema Bildung und Leseförderung soll noch stärker als bisher in den Mittelpunkt gerückt werden. 416 Aussteller widmen sich dem Thema, 15 Prozent mehr als 2006. Für zahlreiche Lehrer gilt der Messebesuch mittlerweile als Fortbildungsveranstaltung.
Für die 15-jährige Autorin Sabrina Langer bedeutet die Buchmesse unter anderem auch Arbeit - erstmals wird sie vor großem Publikum aus ihrer Geschichte lesen. Einen Beruf möchte sie aus dem Schreiben dennoch nicht machen. "Das wird aber auf jeden Fall mein Hobby bleiben", sagt sie. Und für ihr zweites Hobby soll auf jeden Fall auch noch genügend Zeit bleiben: Video- und Computerspiele.
Jugend ignoriert Bücher
Die
"Stiftung Lesen" setzt sich für eine Umgestaltung des Deutschunterrichts an den Schulen ein. Ein Teil des Unterrichts sollte nicht benotet werden, um den Jugendlichen nicht den Spaß an der Literatur zu nehmen, sagte der Leseforscher der Stiftung, Bodo Franzmann: "Kein Jugendlicher liest ein Buch in der Schule mit Spaß, wenn er weiß, dass er anschließend darüber abgefragt wird."
Franzmann forderte, die Schüler an der Auswahl der Schullektüre zu beteiligen. Bei der Pisa-Studie schnitten deutsche Schüler bei der Lesekompetenz unterdurchschnittlich schlecht ab. 42 Prozent der Schüler gaben an, dass sie privat nie lesen.
(Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 20.03.2007)
Denkimpulse zum Thema Gewalt
Moderator Winfried Richard (Mitte) und Bibliotheksleiter Dr. Ulrich Theuerkauf (rechts) im Gespräch: Literaturcafé der StadtBibliothek Koblenz beschäftigte sich mit den Erscheinungsformen des Terrors in der heutigen Welt
Jeder kann etwas dazu beitragen, das Gewaltpotenzial in unserer Gesellschaft zu minimieren - dessen waren sich Referenten und Publikum am Ende des Literaturcafés der Stadtbibliothek einig. Doch es war in der Diskussion ebenso zu spüren, dass die aktuellen Auswüchse von Gewalt und Terror große Angst bereiten und die Menschen vor schier unlösbare Probleme stellen.
Ob es der Vater ist, der erst seine Kinder, dann seine Frau und schließlich sich selbst erschießt; ob Terroristen Kofferbomben zünden; ob Jugendliche ein Blutbad anrichten - die Schreckensschlagzeilen scheinen sich in den vergangenen Jahren verdoppelt und verdreifacht zu haben. Der deutsche Denker Hans Magnus Enzensberger versuchte, diese radikalen Verlierer zu ergründen. Dabei entstand sein Essay "Schreckensmänner" - die Textbasis für das dritte Literaturcafè der Stadtbibliothek Koblenz.
Wie auch bei den ersten beiden Veranstaltungen waren die Reihen zwar nicht komplett gefüllt, doch jene Zuhörer, die gekommen waren, zeigten reges Interesse an dem schwierigen Thema und der abschließenden offenen Diskussion. Drei hochkarätige Referenten waren zudem dem Ruf der Stadtbibliothek gefolgt und beleuchteten die Hintergründe der modernen "Schreckensmänner".
Beruhigend statt verstörend wirkten dabei vor allem die Beiträge von Wolfgang Bula, Kriminaldirektor des Polizeipräsidiums Koblenz, der den Terror nicht mystifizierte und zudem einige Lanzen für die heutige Jugend brach, in der - das wurde auch in der Diskussion deutlich - viele Menschen etliche neue Gewaltkeimzellen vermuten. "Unsere Jugendlichen sind nicht so schlimm, wie sie dargestellt werden", sagte Wolfgang Bula und betonte, dass es sich bei den meisten Gewaltausbrüchen um ein episodenhaftes Verhalten handele. Nur ein winziger Bruchteil der Jugendlichen löse die eigenen Probleme mit solch massiver, tödlicher Aggressivität wie die Amokschützen aus jüngster Zeit.
Auch Soziologe Prof. Dr. Robert Frietsch forderte, dass die Erwachsenen es sich zur Aufgabe machen sollten, auf die Jugendlichen zuzugehen und die Generationen zusammenzuführen: "Es gibt heute ein Überangebot an Medien, das die jungen Menschen dazu verleitet, sich hinter ihrem Computern zu verschanzen. Wir müssen uns fragen, wie moderne Nachbarschaftshilfe aussehen kann. Denn die Großfamilie von früher stirbt aus, und die Vereinsamung der Menschen nimmt zu."
Große Ratlosigkeit herrschte allerdings angesichts der Frage, wie die Kluft zwischen der arabischen Welt und dem Westen auf friedliche Weise geschlossen werden kann. Dr. Richard Hattemer, Islam-Referent des Innenministeriums, verdeutlichte, wie schwierig es sein kann, Menschen die Hand zu reichen, denen eine permanente Opferrolle eingetrichtert wird und damit auch ein beständiges Misstrauen gegen den Westen.
Und so nahmen die Zuhörer ein Quäntchen Unbehagen, aber auch ein Meer an Denkimpulsen mit nach Hause. Vielleicht ist genau das ein erster Schritt der Annäherung und damit ein wichtiger Bestandteil der Gewaltprävention. ( Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 26.01.2007)
Ausstellung illustriert die Entwicklung der Botanik
Erforschung der Pflanzenwelt ist zurzeit in der Alten Burg im Mittelpunkt
Erwacht ist sie letztlich auch im Zuge der Renaissance, als der Mensch sich wieder mehr der Natur zuwandte: die Botanik, die wissenschaftliche Erforschung der Pflanzenwelt, die ihre eigentlichen Ursprünge bereits bei den alten Griechen hat. Anlässlich des 200. Geburtstags des Koblenzer Botanikers Philipp Wirtgen (die RZ berichtete) hat Dr. Hermann Roth, Geschäftsführer des von Wirtgen ins Leben gerufenen Naturhistorischen Vereins der Rheinlande und Westfalen, nun eine Ausstellung in der Alten Burg konzipiert. Unterstützung gab"s dabei von der Koblenzer
StadtBibliothek. Die Ausstellung illustriert die Entwicklung der Botanik anhand von historischen Publikationen. So ist in der Alten Burg in einer der Vitrinen unter anderem das Buch "De historia stirpium" (Von der Geschichte der Wurzeln) des Botanikers Leonard Fuchs zu sehen, der nicht zuletzt auch die Pflanzenwelt in unseren Breiten unter die Lupe genommen hat. "Mit Fuchs fängt eigentlich die wissenschaftliche Erforschung der Pflanzenwelt bei uns an", sagt Dr. Roth.
Die Ausstellung zeigt neben den Anfängen der Botanik im Rheinland auch die weitere Entwicklung. Neben Werken von Philipp Wirtgen, der unter anderem auch heimatkundliche Betrachtungen über die Stadt Neuwied, in der er 1806 geboren wurde, und deren Umgebung verfasst hat, sind dies Bücher über die rheinische Pflanzenwelt sowie die der näheren Mittelgebirge, speziell der Eifel. Interessant ist dabei unter anderem, dass die Botanik bereits im 18. Jahrhundert keine reine Männerdomäne mehr war, wie das Wirken der 1795 in Dillenburg an der Lahn verstorbenen Botanikerin Catharina Helena Dörrien zeigt. Sie erstellte beispielsweise ein großes Verzeichnis von Pflanzen des Fürstentums Oranien-Nassau.
Die Ausstellung in der Alten Burg, die diese und weitere Botaniker mit ihrem publizistischen Werk zeigt, ist noch bis zum 5. Januar montags bis freitags kostenlos von 9 bis 17 Uhr zu sehen. (Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 16.12.2006)
Zauberhaft: 50 dichtende Sieger geehrt
Aktenordner voll mit zauberhafter Lyrik: Die Jurymitglieder (von links) Cornelia Gottschalk, Ulrike Fritscher, Jens Kowalke, Stefan Gemmel und Melanie Spieker (auf dem Bild fehlt Ilse Maluschek-Klee) mussten sich durch eine Gedichtflut arbeiten
Der erste Koblenzer Lyrik-Wettbewerb für Schüler ging gestern mit der Preisverleihung zu Ende.
Von Anfang bis zum Ende "zauberhaft" war der Koblenzer Gedichtwettbewerb für Schüler, der in diesem Jahr zum ersten Mal stattfand. "Zauberhaft" waren dem Thema entsprechend die Gedichte, zauberhaft war mit 848 Einsendungen die unerwartet hohe Zahl der Teilnehmer, und zauberhaft war gestern auch der Abschluss des Gedichtwettbewerbs mit der Preisverleihung.
Die mehr als 50 Preisträgerinnen und Preisträger, zum Teil begleitet von Eltern, Freunden und Lehrern, erlebten in der Aula des Gymnasiums auf der Karthause ein kurzweiliges Programm, das mit den Auftritten von Zauberer Heiko Staub sowie der Oberstufenschüler des Fachs "Darstellendes Spiel" vom Gymnasium von A bis Z auf die zauberhafte Welt der Bücher zugeschnitten war.
"Die besondere Vielfältigkeit der Gedichte hat uns beeindruckt", betonten Melanie Spieker und Cornelia Gottschalk rückblickend auf den Gedichtwettbewerb, den die Kinder- und Jugendbibliothek und die Buchhandlung Reuffel mit Unterstützung der Stadt Koblenz ausgeschrieben hatten. Damit hatten sie eine wahre Gedichtflut ausgelöst, die fast alle Koblenzer Schulen mitriss und ihren Höchststand im Max-von-Laue-Gymnasium erreichte. Exakt 467 Schülerinnen und Schüler hatten dort zur Feder gegriffen und verhalfen ihrer Schule damit zum Gewinn des Schulsonderpreises: eines dicken Buchpakets für die Schulbibliothek. Weitere Sonderpreise gingen an zwei Grundschulklassen. Die Klasse 2b der Schenkendorfschule hatte die Jury mit ihren zauberhaften "Elfchen" beeindruckt, und die Klasse 3b aus der Freiherr-vom-Stein-Schule hatte ihr dichterisches Talent beim großen Hexen-Einmaleins unter Beweis gestellt.
Die vielen Einzelpreisträger durften sich über Buchpreise und die Teilnahme an einem Workshop mit Schriftsteller Stefan Gemmel freuen. Die Preisträger sind Anna Westhoff, Roman Rübe, Svenja Kretzer, Celine Erlenmeyer, Franziska Krobb, Gina Fuchs, Sophia Ackermann, Lydia Bobb, Cosmo Blanckard, Felix Johanny, Marie Litauer, Klara Groß, Sarina Kampfmann, Hamilkar Oueslati, Melanie May, Catharina Vonolfen, Sarah Thiery, Kathrin Ganser, Martin Watzling, Theresa Waasem, Thomas Philippsen, Felix Hoeren, Marie Scholz, Sophie Scholz, Denise Weber, Johanna Knebel, Eva Maur, Raphael Perez Hendricks, Timur Meyer, Eva Nikolaus, Christoph Noch, Roman Antoschin, Dorothea Anger, Yannick Zengler, Elena Both, Johannes Rensinghoff, Lisa Rackwitz, Anna Sophie Simanowski, Amira Masalkhi, Matthias Vonolfen, Philipp Rouget, Hanna Arens, Camilla Brands, Vanessa Daniels, Carola Brause, Vera Hundsdörfer, Kevin Schaub, Sophia Flöck und Igor Maystrovskiy.
Alle, die in diesem Jahr keinen Preis gewonnen haben, bekommen im nächsten Jahr eine neue Chance. Kulturdezernent Detlef Knopp kündigte an, dass es auch 2007 wieder einen Gedichtwettbewerb geben wird. (ulf, Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 16.11.2006)
Rhein-Zeitung vom 16.09.2006 - Für den Artikel in Orginalgröße, bitte klicken!
Leben hinter Klostermauern
Autorin Wittenbecher stellte in StadtBibliothek "Die Frauen von Stuben" vor
Mit historischen Stoffen aus der Region sammelte sie bereits in früheren Veröffentlichungen Erfahrung. Jetzt stellte die in Wittlich lebende Josefine Wittenbecher bei einer Lesung in der StadtBibliothek ihren neuen Roman vor: "Die Frauen von Stuben". Schauplatz ist unter anderem das bei Bremm gelegene Augustinerinnen
-Kloster Stuben, in das 1769 dem allgemeinen Brauch folgend auch die Familie von Sohlern ihre älteste Tochter Maria Theresia "entsorgt".
Ein "Ehrenbreitsteiner Mädchen" wurde im Dezember 1755 als Tochter August von Sohlerns, Obrist beim Kurfürsten von Trier, und seiner Frau Anna Theresia unweit der Philippsburg geboren. Nicht so hübsch wie ihre jüngeren Schwestern, sind die Aussichten, sie standesgemäß und lukrativ zu verheiraten, offenbar nicht sehr groß. Sie kommt ins Kloster, und dass sich ihre Familie auf diese Art und Weise auch ihrer Erbschaft bemächtigen kann, kommt noch dazu. Maria Theresia war bei einer Lorcher Tante aufgewachsen, die hinterließ ihr nun ein Erbe.
1769, mit 14, liefern die Eltern sie im Kloster Stuben ab, herrisch regiert von seiner auf eigene Bequemlichkeit und Vorteile bedachten Meisterin Maria Ferdinanda von Maffey. Von Beginn an fühlt sich Maria Theresia in der von Eifersüchteleien geprägten Atmosphäre des Klosters herzlich wenig wohl. Nach mehr als zehn leidvollen Jahren wagt sie den geradezu revolutionären Schritt, den Abt des für die Augustinerinnen zuständigen Klosters Springiersbach, den mittlerweile regierenden Kurfürsten Clemens Wenzeslaus und gar den Papst um Dispens von ihrem Gelübde zu bitten.
Josefine Wittenbecher, die für ihren Roman auf die Briefe Maria Theresias und auf die Protokolle ihrer Befragungen zurückgreifen konnte, lässt geschickt "Fleisch" um die nüchternen und doch schon erschütternden historischen "Knochen" wachsen. Beispielsweise in der Szene, in der sie Maria Kunigunde, die Schwester Clemens Wenzeslaus", beim Bruder für die Unglückliche bitten lässt. So könnte es tatsächlich gewesen sein, kannte die sächsische Prinzessin Maria Kunigunde als Fürstäbtissin von Essen und Thorn das Klosterleben doch aus eigener Anschauung, hatte sich, dank ihrer Stellung, von ihm aus eigener Kraft befreit, um am Hof des Bruders zu leben - und mitzuregieren. Ob ihre Intervention beim Kurfürsten zugunsten Maria Theresias Erfolg hatte, sei nicht verraten, nur so viel, dass "Die Frauen von Stuben" im Trierer Porta Alba Verlag zum Preis von 9,80 Euro erschienen sind. (ls) Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 21.11.2006
"Der Bibliothekar der Könige"
Koblenzer Autorin stellte ihr neues Buch über Charles Duvinage vor
"Der Bibliothekar der Könige" heißt das Buch, das die Koblenzer Autorin Renate du Vinage über einen Vorfahren ihrer Familie geschrieben hat. Im Rahmen des Bücherherbstes in der Koblenzer Stadtbibliothek stellte sie das Werk nun vor.
Als ehemalige Bibliothekarin habe sie ein Ahne schon lange besonders interessiert, erzählte die Autorin: Charles Duvinage, Bibliothekar unter den Preußenkönigen Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm I. 1805 in der Uckermark geboren, verliert Charles schon mit neun Jahren seinen Vater. Dass er trotz schwieriger Umstände sein Leben erfolgreich in den Griff bekommt, hat er zunächst vor allem dem Pfarrer der Gemeinde zu verdanken, der sein Talent entdeckt und ihn in einem Berliner Waisenhaus unterbringt. Dort genießt Charles eine gute Ausbildung, sodass er später als Lehrer arbeiten kann. Im Jahre 1830 heiratet er Emilie Haase, die ihm im Verlauf der Jahre neun Kinder schenkt.
Detailreich und mit Witz erzählt Renate du Vinage diese Lebensphase ihres Vorfahren, der schließlich über das Schreiben von Lehrbüchern eine Promotion und daraufhin eine Anstellung zum Bibliothekar von König Friedrich Wilhelm IV. erhält.
Charles Duvinage geht ganz in seinem Beruf auf. Seine Aufgabengebiete sind vielfältig. Der König liebt Memoiren von historischen Persönlichkeiten, der Bibliothekar muss die Bücher besorgen, aber auch Atlanten und Bücher mit Abbildungen von seltenen Pflanzen und Tieren.
Friedrich Wilhelm schreibt schon bei seiner ersten Reise ins Rheinland: Dies ist die schönste Gegend von allen deutschen Landen. "Und er setzt zehn Ausrufezeichen hinter diesen Satz", erzählt die Autorin. Später treibt er in dieser Gegend den Erhalt und Wiederaufbau alter Burgruinen voran, unter anderem verwandelt er Burg Stolzenfels in das neugotische Schloss Stolzenfels.
Nachdem sich der Gesundheitszustand des Königs ab 1857 nach einem Schlaganfall verschlechtert, übernimmt sein Bruder Wilhelm die Amtsgeschäfte. Das löst bei Charles Duvinage Ängste um seinen Arbeitsplatz und das Fortbestehen der Bibliothek aus. Er setzt aber die Schaffung einer Königlichen Hausbibliothek durch, nur erlebt er deren Verlegung in bessere Räumlichkeiten nicht mehr, da er am 12. April 1871 im Alter von 67 Jahren stirbt.
Weiter gewürzt wurde der kurzweilige Vortrag mit der spannenden Geschichte der Preußischen Staatsbibliothek, zu der in späteren Jahren auch die Königliche Hausbibliothek gehörte. Durch die Wirren am Ende des Zweiten Weltkrieges begannen für viele deutsche Bücher die reinsten Odysseen. Doch die Beutekunst kam auch oft quasi unbenutzt wieder zurück. Der einfache Grund: Nicht jeder konnte im Osten etwas mit der deutschen Sprache anfangen. Wolfgang Lucke (Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 20.10.2006, Seite 29.)
Wandel von der Biblio- zur Mediathek vollzogen
Landesveranstaltung "Bibliothekstage" fand in Koblenz ihren Abschluss: Gleiche Bildungschancen für möglichst viele
Mit einem Bekenntnis zur Bedeutung der Bibliotheken in der gegenwärtigen und zukünftigen Informations- und Wissensgesellschaft endeten die bereits zum dritten Mal veranstalteten "Bibliothekstage Rheinland-Pfalz", an denen sich mehr als 200 Bibliotheken mit rund 400 Programmpunkten beteiligten. Bei der Abschlussveranstaltung im Landesbibliothekszentrum/Rheinische Landesbibliothek in Koblenz zogen dessen Leiter, Dr. Helmut Frühauf, und Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur in Mainz, ein positives Fazit der Veranstaltungsreihe. Bibliotheken, so Frühauf, lägen, entgegen anders lautender Äußerungen, heute keinesfalls "abseits der Laufwege", sondern orientierten sich im Gegenteil mit ihren Dienstleistungen an neuesten technischen Entwicklungen. Dem trage, so Detlef Knopp, Koblenzer Kulturdezernent, der Wandel etwa der Stadtbibliothek in eine Mediathek Rechnung. Angesichts der für Deutschland nicht sonderlich positiven Ergebnisse von Pisa- und OECD-Studien könne es nicht darum gehen, die Angebote dieser Einrichtungen einzuschränken. Knopp sprach sich in diesem Zusammenhang für den geplanten Kulturbau am Zentralplatz aus, der auch einer solchen Mediathek nach Ulmer Vorbild Platz bieten würde. Hofmann-Göttig betonte, gerade die "Bibliothekstage" böten eine gute Gelegenheit, die Veränderungen der Bibliotheken zu dokumentieren. "11 Millionen Entleihungen bei 4 Millionen Einwohnern im Land sprechen eine deutliche Sprache", zeigten, dass derlei kulturelle Angebote durchaus nicht nur für ein "Minderheitensegment" gedacht seien. Prominenter Gast der Veranstaltung war William R. Timken jr., Botschafter der USA in Deutschland, der auf die Rolle der Bibliotheken im Sinne gleicher und lebenslanger Bildungschancen für möglichst viele hinwies. Deshalb habe sich auch die Botschaft als Sponsor an den "Bibliothekstagen" beteiligt und Lesungen von Holly-Jane Rahlens, 2003 Trägerin des Deutschen Jugendliteraturpreises, unterstützt; gleich kistenweise überreichte der Botschafter die Bücher der Autorin als Geschenk an die Landesbibliotheken. "Lese-Lust" beim bloßen Zuhören weckte das Duo "LiteraMusico" mit der Schauspielerin und Autorin Jule Vollmer und dem Pianisten Elmar Dissinger mit Texten unter anderem von Patrick Süßkind über einen an fatalem literarischem Gedächtnisschwund (wer kennt ihn nicht?) Leidenden und Elke Heidenreich über das alle Jahre wieder mit der herbstlichen Bücherflut hereinbrechende Thema "Wer soll bloß all das lesen?". Fürs rein musikalische Finale sorgten die Musiker um Lulo Reinhardt.
(Lieselotte Sauer-Kaulbach Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 02.10.2006)
StadtBibliothek legte 2005 zu
.... kurzweilig und informativ
Hier geht es zum
(Quelle: MAZ der Stadtverwaltung Koblenz Herbst 2006)
Lions spenden StadtBibliothek 1000 Euro
Der Lions Club Koblenz Rhein
-Mosel hat der Stadtbibliothek Koblenz 1000 Euro für die Anschaffung aktueller Medien für junge Erwachsene gespendet. Lions
-Präsident Dr. Friedrich
-Wilhelm Eckhardt hat sich besonders gerne für diese Unterstützung ausgesprochen
- nach Überzeugung des Clubs kommt der Förderung der Lern
- und Lesekompetenz junger Menschen gerade in "Pisa"
-Zeiten eine besondere Bedeutung zu.
Gedenkbuch erinnert an NS-Opfer
149 625 Namen und biografische Daten von Juden wurden akribisch aufgezeichnet - "Einen Teil der Würde zurückgeben"
Als "Mahnmal" bezeichnete der Präsident des Bundesarchivs, Prof. Dr. Hartmut Weber, das Gedenkbuch, in dem genau 149 625 jüdische Opfer der Nazi-Herrschaft namentlich genannt sind. Die jüdische Kultusgemeinde Koblenz, der Freundschaftskreis Koblenz-Petah Tikva und die Stadtbibliothek bekamen gestern je ein Exemplar des Gedenkbuchs. Sechs Millionen Juden sind während des Zweiten Weltkriegs von den deutschen Nationalsozialisten ermordet worden. Nur ein Teil von ihnen lebte im damaligen deutschen Reichsgebiet, und nur ein noch kleinerer Teil ist nach mehr als 60 Jahren anhand sicherer Quellen namhaft zu machen.
Ihre Namen und biografischen Daten stehen nun in der erweiterten Neubearbeitung des Gedenkbuchs "Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945", herausgegeben vom Bundesarchiv und gestern in Koblenz vorgestellt. "Mit der umfangreichen Publikation soll jedem einzelnen Opfer durch seine namentliche Nennung und durch die Bekanntgabe seines Leidensweges von der Deportation bis zur Ermordung ein Teil seiner Würde zurückgegeben werden, die ihm von den Nationalsozialisten systematisch und Schritt für Schritt geraubt worden war," erklärte Prof. Dr. Hartmut Weber.
Die Namen dieser Opfer seien zwar auch auf CD-ROM gespeichert und würden bald ins Internet gestellt, aber gerade das Buch sei geeignet, als Mahnmal dazustehen, meinte Weber und führte weiter aus: "Im Gedenkbuch sind auch 154 Personen aufgeführt, die in Koblenz geboren sind und als Jüdinnen und Juden verfolgt wurden, 223 haben zuletzt in Koblenz gewohnt, bevor sie in die Vernichtungslager verschleppt worden sind."
Um das Gedenken an diese Koblenzer Opfer zu unterstützen, überreichte er je ein Exemplar des vierbändigen Werkes an Doris Leber, Vorsitzende des Freundschaftskreises Koblenz-Petah Tikva, an Dr. Heinz Kahn, dem Vorsitzenden der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz, und an Bernd Blechschmidt von der Stadtbibliothek.
(ulf-Rhein-Zeitung v.28.06.2006)
Samstag, 22. Juli 2006 um 15.05 Uhr SWR2
Die neue LeihkulturStadtbibliotheken in Rheinland-Pfalz
In Zeiten des Internet würde man vielleicht erwarten, dass in öffentlichen Bibliotheken gähnende Leere herrscht. Doch genau das Gegenteil ist der Fall - sie liegen im Trend. Die Ausleih- und Besucherzahlen sind in den letzten Jahren angestiegen oder zumindest gleich geblieben. Einer der Gründe dafür sind die so genannten "Non-Books", also CDs, DVDs und Videos. Sie werden sehr stark nachgefragt auch in den großen Stadtbibliotheken in Rheinland-Pfalz. Eine neue Leihkultur also hat sich etabliert. Marie-Christine Werner ist für SWR 2 Literatur im Land diesem Trend nachgegangen und hat öffentliche Büchereien in Koblenz, Ludwigshafen, Kaiserslautern, Trier und Mainz besucht. Bei ihren Recherchen fand sie heraus, dass es neben den guten statistischen Zahlen auch einige Probleme gibt.
(Von Marie-Christine Werner )
Ein Mitschnitt der Sendung ist auf CD in der Musikbibliothek ausleihbar!
Stadtteilbibliothek in Horchheim wird 40 Jahre alt
Die
Zweigstelle Horchheim der Stadtbibliothek wird 40 Jahre alt. Daher laden die Mitarbeiter für Donnerstag, 21. September, von 14 bis 18 Uhr alle Interessierten zu einer Jubiläums
-Veranstaltung in die Räumlichkeiten der Stadtteilbibliothek in der Grundschule, Kirchstraße 8, ein. Das Programm spricht alle Altersgruppen an. Für Kinder gibt es eine "Bücher
-Rallye". Sie können an einem Luftballon
-Wettbewerb teilnehmen und ein Daumenkino basteln. Außerdem können sie sich schminken lassen. Um 15 Uhr liest Ada Fürstenau den Kindern vor. Für Erwachsene hat sich das Team der Zweigstelle etwas Besonderes ausgedacht. Horchheimer Lieblingsrezepte sind gefragt. Geplant ist eine bleibende Erinnerung an das 40. Jubiläum in Form einer kleinen Veröffentlichung. Zudem gibt es für Erwachsene und Kinder ein Bücher
-Quiz. Für eine Stärkung stehen Kaffee, selbst gebackener Kuchen und Getränke bereit.
(Rhein-Zeitung 18.09.2006)
Stadtteil-Bibliothek Horchheim feierte 40-jähriges Jubiläum. Unter die Gratulanten reihten sich auch Dr. Ulrich Theuerkauf (Bild rechts), der Leiter der Stadtbibliothek, und Kulturdezernent Detlef Knopp (Bild Mitte)
Zum 40-jährigen Bestehen der Horchheimer Zweigstelle der StadtBibliothek haben sich die Mitarbeiterinnen Christina Düll, Manuela Peiter und Sabine Scheuer ein buntes Programm einfallen lassen. Die Kinder konnten sich schminken lassen, Daumenkinos basteln und bei einem Wettbewerb Luftballons steigen lassen.
Neue Bürgerpreisträger geehrt
Förderverein der Stadtbibliothek ausgezeichnet
Landrat und Koblenzer Oberbürgermeister zeichneten neun Gruppen und Personen für ihren Einsatz ums Gemeinwohl aus
Der Dienst, den sie der Gesellschaft erweisen, ist unbezahlbar. Ohne die vielen Ehrenamtler, die sich in unserer Region ohne Lohn, aber keineswegs umsonst für das Gemeinwohl engagieren, wäre das soziale Klima deutlich kälter. Ein Mal im Jahr rücken der Kreis Mayen-Koblenz und die Stadt Koblenz den Einsatz der Ehrenamtler deshalb in den Fokus der Öffentlichkeit - mit der Verleihung des Bürgerpreises.
"Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern." Das Sprichwort hatte er sich aus Afrika "geliehen" und dennoch charakterisierte der Koblenzer Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann mit diesen Worten mehr als treffend auch das ehrenamtliche Engagement der Menschen an Rhein, Mosel und in der Eifel. Anlässlich der Verleihung des Bürgerpreises, den der Kreis Mayen-Koblenz und die Stadt Koblenz in diesem Jahr zum dritten Mal ausgelobt hatten, zeichnete Schulte-Wissermann gemeinsam mit Landrat Albert Berg-Winters in der Kreisverwaltung Menschen und Vereine aus, die das Gesicht der Region ganz sicherlich im positiven Sinne verändert haben. Menschen "ohne die die Temperatur und Kultur der Menschlichkeit in unserer Region um wesentliche Grade sinken würde", wie der OB weiter ausführte.
Insbesondere gelte dies für den Förderkreis Lesen und Buch, Freunde der Stadtbibliothek Koblenz, die den auf 800 Euro dotierten Bürgerpreis der Stadt einstreichen konnten, gefolgt vom Seniorentheater "Antiquitäten", die den zweiten Bürgerpreis (500 Euro) erhielten.
Die weiteren Preisträger aus dem Stadtgebiet: Odile Pemmerening-Steppling aus Rübenach, die dort einen deutsch-französischen Chor gegründet hat (200 Euro), sowie die Kunstmalerin Nataly Schenkmann aus Koblenz-Ehrenbreitstein für deren Einsatz um die kulturelle Entwicklung ihres Heimatstadtteils (250 Euro). Ebenfalls aus Ehrenbreitstein zeichnete Schulte-Wissermann Sabine Gabor und Christine Schubach aus für ihren Einsatz um den Info-Shop (250 Euro).
Zuvor hatte Landrat Albert Berg-Winters die Bürgerpreisträger aus dem Landkreis geehrt: Familien Harmonist, ein generationsübergreifender Chor für Familien, Kinder und Senioren aus Urbar, die Theatergruppe der Kolpingsfamilie St. Mauritius Kärlich sowie das Mayener Kulturprojekt "Incultura", das sich um interkulturelles bürgerschaftliches Engagement im ländlichen Raum bemüht. Alle drei Initiativen erhielten jeweils ein Preisgeld von 700 Euro.
Anliegen des Bürgerpreises, der in diesem Jahr unter dem Motto "Kultur verbindet" verliehen werde, so hatte der Landrat vorab betont, sei es nicht, große Künstler in ihrem stillen Kämmerlein auszuzeichnen, sondern solches Engagement zu würden, das dazu beitrage, die Menschen der Region auf kultureller Ebene zusammenzuführen und sie zum Gespräch anzuregen. Seinen Dank richtete Berg-Winters auch an die Sparkasse Koblenz und die Kreissparkasse Mayen, die erneut das Preisgeld zur Verfügung gestellt haben. Und das gerne, wie Herbert Gottke, Sparkassendirektor aus Mayen, betonte. Denn beide Institute seien sich ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft bewusst.
Annette Herrmann (Rhein-Zeitung)
Zentralplatz: Rat muss nachsitzen - Einwohnerantrag der FDP: 2209 Unterschriften zwingen das Thema auf die Tagesordnung - CDU und SPD bleiben bei Ablehnung
Die Unterschriften sind geprüft und jetzt steht fest: Der Kob-lenzer Stadtrat muss sich am 22. Juni erneut mit der Zukunft des Zentralplatzes auseinander setzen. Die FDP hatte für einen Einwohnerantrag Stimmen gesammelt und Ende April deutlich mehr als die erforderliche Zahl von 2000 dem Oberbürgermeister vorlegen können. Das FDP-Modell vom Zentralpark mit Markthalle dürfte aber erneut am Widerstand der Ratsmehrheit scheitern.
Der Stadtrat muss sich erneut mit der Zukunft des Zentralplatzes beschäftigen. Der von der FDP initiierte Einwohnerantrag fand in Kob-lenz zahlreiche Unterstützer. Forum Weltkulturerbe oder Begrünung mit Markthalle: In der Ratssitzung am 22. Juni muss jetzt noch einmal neu beraten werden.
Im Mai 2005 war im Rat ein Gebäudekomplex als neues Zugpferd für den Platz beschlossen worden. Die FDP scherte aber aus, als sie im Februar 2006 den Antrag stellte, die Bürger dazu zu befragen. Der Antrag scheiterte. Die Liberalen begannen nach dem ablehnenden Votum der Ratsmehrheit mit der Stimmensammlung für einen Einwohnerantrag.
Mit Erfolg: "Die Unterschriften sind geprüft und es sind genug", berichtet Thomas Knaak, Pressesprecher der Stadt Koblenz. 2000 waren nötig, 2209 legte die FDP vor. Da auch alle anderen Voraussetzungen erfüllt sind, kommen die Ratsfraktionen an einer erneuten Grundsatzdebatte nicht vorbei.
Für Ursula Schwerin ein großer Erfolg: Stolz sei man darauf, erstmals dieses Instrument mit unmittelbarer Nähe zum Bürger eingesetzt zu haben, wie die Fraktionschefin der Liberalen betont. "Und wir trauen den Bürgern durchaus den Durchblick zu, diese Entscheidung zu treffen." Gerne, so Schwerin, hätte man alle fünf Fraktionen mit im Boot gehabt. Jetzt befürchtet die FDP-Chefin, dass die Fronten zwischen beiden Polen eher noch verhärtet sind.
Und so zeichnet sich tatsächlich bei den beiden großen Fraktionen ab, dass sie sich im eingeschlagenen Kurs nicht beirren lassen wollen. "Wir werden weiterhin die Konzeption des Forums Weltkulturerbe verfolgen", kündigt SPD-Fraktionschefin Marion Lipinski-Naumann an.
Wichtig ist den Sozialdemokraten, dass die Entscheidung nicht auf "Grün oder Grau", auf "Park oder Kulturbau" reduziert wird, wie Jürgen Zahren, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, betont. Bislang sei es schwer, das Forum schmackhaft zu machen, da es eben noch kein anschauliches Modell gebe. "Wenn wir jetzt aber eine falsche Entscheidung treffen, werden wir das später in der gesamten Innenstadt spüren", warnt Lipinski-Naumann.
Ein Umschwenken ist auch bei der CDU nicht zu erwarten, wie der Fraktionsvorsitzende Michael Hörter klarstellt. "Wir waren beim Beschluss des Rats im Mai 2005 alle in einem Boot. Jetzt kann man nicht aus dem Boot aussteigen und die anderen beschimpfen, die drin bleiben", schießt der CDU-Chef in Richtung FDP.
Für Hörter ist ebenfalls ein wesentliches Problem, "dass sich bislang kaum jemand vorstellen kann, wie der Platz mit dem Forum tatsächlich aussehen kann. Wenn wir es erst an einem Modell verdeutlichen können, werden die Koblenzer Ja sagen."
Bei den Grünen und der Freien Bürgergruppe (FBG) bringt man für den Vorstoß der FDP mehr Sympathie auf, zumindest, was den Weg angeht. "Wir halten eine Bürgerbeteiligung für ganz wichtig", betont Jürgen Maus. Für den Fraktionsvorsitzenden der Grünen werden ohnehin zu viele Entscheidungen hinter verschlossenen Türen getroffen. Daher befürworte man eindeutig den Weg der FDP - nicht aber das Modell, das den Liberalen vorschwebt.
Von der FBG gibt es ebenfalls Zustimmung zum Instrument: "Wir finden es gut, den Willen der Bürger zu berücksichtigen", betont Fraktionschef Manfred Gniffke. Wenig Chancen sieht er dennoch für den Antrag im Juni. Und auch die FBG könne sich die Reduzierung auf eine Begrünung mit Markthalle nur vorstellen, wenn das Forum bis zur Buga 2011 nicht fertig werden kann. Aber: "Der Antrag gibt uns noch einmal die Gelegenheit, sorgfältig nachzudenken."
Ingo Schneider (Rhein-Zeitung v. 27.05.2006)
Mediathek ist Muss - Grüne setzen auf Frequenzbringer - Kein Museum
Dass für die Grünen ein Zentralplatz ohne Grün nicht vorstellbar ist, erklärt sich von selbst. Doch der Fraktion ist das nicht genug. Sie will einen echten Frequenzbringer: eine Mediathek. Die Grünen nehmen damit eine Position zwischen den beiden "Großen" und der FDP ein.
"Der Unterschied zu CDU und SPD ist, dass wir keine große Baumaßnahme mit Museum wollen", erklärt Fraktionschef Jürgen Maus. Das Mittelrhein-Museum solle auch weiterhin an seinem Standort verbleiben. Die Mediathek soll auf 4500 Quadratmetern die Menschen anziehen. Kern soll eine Zusammenführung der bestehenden Standorte der Stadtbibliothek sein. Dazu soll es eine Präsentationsfläche für Wechselausstellungen geben - und zwar nicht nur für solche des Mittelrhein-Museums.
Und: Auch eine Veranstaltungsfläche soll integriert werden. Allerdings nicht im Sinne eines klassischen Konzertsaals: "Uns schwebt eine Veranstaltungsfläche im Foyer vor, die auch nach außen geöffnet werden kann", beschreibt Fraktionsmitglied Hildegard Arens. Im Übrigen solle der Bau auch Vorzeigecharakter haben, was den Einsatz regenerativer Energien angeht. Arens: "Mit der Mediathek sollte Koblenz als Oberzentrum einen Akzent setzen."
Eine Markthalle ist im "grünen" Konzept nicht fest eingeplant. "Ich habe noch kein richtiges Bild, wie diese zu integrieren wäre", räumt Maus ein. Gastronomie aber soll eine Rolle spielen. "Davon lebt ein Platz ja auch" - insbesondere abends.
Wichtig ist dem Grünenchef aber vor allem eins: dass der Rat endlich zu einer Entscheidung kommt, sobald die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs vorliegen. (Rhein-Zeitung v. 27.05.2006)
Gutendorf: Kicken kann Frieden stiften - Trainerlegende diskutierte mit Fachleuten beim Literaturcafé in der Koblenzer Stadtbibliothek
Noch 22 Tage bis zur WM. Fußball ist allgegenwärtig. Dem Massenphänomen Fußball sollte das 2. Literaturcafé in der Stadtbibliothek Koblenz unter dem Motto "Jetzt geht"s rund" auf den Zahn fühlen.
Vor allem der charismatischen Koblenzer Trainerlegende Rudi Gutendorf mit seiner träumerischen Fußballverliebtheit ist es zu verdanken, dass das Literaturcafé nicht ins Abseits geriet. Was macht eigentlich die Magie des Fußballs aus? Was sind ihre geheimen Essenzen? Wie können sie für eine bessere Welt genutzt werden? Oder verflüchtigt sich die Magie bereits? Diesen Fragen widmeten sich neben Rudi Gutendorf der RZ-Autor Andreas Pecht, Fußballfan Thomas Koch und FV-Rübenach-Spieler Stefan Reich, moderiert von Winfried Richard (Förderverein Lesen & Buch). Alle gaben sie ihrer Sorge Ausdruck, dass der Fußball immer mehr von Zerrbildern und unschönen Randerscheinungen geprägt werde und Bettgeschichten oder Pöbeleien mehr Medienpräsenz erzielen als beispielsweise das soziale Engagement der Spitzen-Spieler. Auf der anderen Seite, bemängelten sowohl die Fachleute als auch die Zuhörer, verkümmern die Bolzplatz-Kultur und der gute, alte Straßenfußball, während die weniger großen und populären Vereine oft vergeblich um den Nachwuchs kämpfen. "Die Vereinsmitgliedschaft bei Jugendlichen ist heute ähnlich antiquiert wie das Theaterabonnement der Erwachsenen - beides ist ein Auslaufmodell", brachte es Andreas Pecht bedauernd auf den Punkt. Dabei, fanden die Fußballexperten und das Publikum, kann Fußball ein wichtiger Gemeinschafts- und Integrationsfaktor sein. Rudi Gutendorf ging sogar ein Stück weiter: "Fußball kann Frieden stiften", sagte er und erzählte eine bewegende Episode aus seiner Trainerzeit in Ruanda, in der es ihm gelang, die verfeindeten Stämme in einer Mannschaft zu vereinen: "Das war der größter Erfolg meiner Fußballkarriere. Aus erbitterten Feinden waren Partner und Freunde geworden. Da habe ich gemerkt, was Fußball bewirken kann." Gutendorf gibt die Hoffnung nicht auf. Sein neuer Lebenstraum: Eine Mannschaft aus israelischen und palästinensischen Spielern zu bilden.
(RZ-Online v. 21.05.2006)
Neue Veröffentlichung der StadtBibliothek
Bei der Herausgabe des Katalogs der Privatbibliothek der Kaiserin Augusta im „Preußenjahr“ 2001 musste der Unterzeichner noch bedauernd feststellen, dass der in der letztwilligen Verfügung der Kaiserin angekündigte Katalog der repräsentativen öffentlichen Bibliothek im Koblenzer Schloss „bisher noch nicht aufgefunden werden konnte“. Dieser lange Zeit vermisste Katalog, der das gewichtigere Gegenstück zum 2001 edierten Katalog der kaiserlichen Privatbibliothek bildet, wurde inzwischen in den Archivbeständen im Neuen Palais in Potsdam wiedergefunden und ist jetzt in der Reihe der „Veröffentlichungen der StadtBibliothek Koblenz“ (Nr. 52) kommentiert herausgekommen. Das Original in Potsdam besteht aus einem handschriftlichen in deutscher Schrift verfassten Zettelkatalog in bemerkenswertem Hochformat. Die Kaiserin hat in planerischer Absicht den Schwerpunkt ihrer Büchersammlung, die allen Koblenzern und auswärtigen Besuchern offen stehen sollte, auf regionale Themen gelegt. So ist das Sachgebiet „Topographie und Geschichte einzelner Orte“ mit 153 Titeln das umfangreichste und besonders wegen der 50 „Coblenz“ betreffenden Einträge noch heute hoch interessant.
Die Neuerscheinung ist ab sofort in der Stadtbibliothek, Kornpfortstr. 15, erhältlich (12,50 €)..
Ein Mekka nicht nur für Leseratten - Die Stadtbibliothek Koblenz hat viel mehr zu bieten als Bücher
Die Koblenzer Stadtbibliothek kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits 1827, als die Stadt rund 12 000 Einwohner zählte, wurde sie von Oberbürgermeister Abundius Mähler ins Leben gerufen. Die damaligen Buchbestände gingen dabei vorwiegend auf Geschenke von Bürgern zurück. Heutzutage kann die von Dr. Ulrich Theuerkauf geleitete Stadtbibliothek auf einen Bestand von mehr als 210 000 Medien zurückgreifen.
KOBLENZ. Die Klage, dass die Deutschen immer weniger lesen, ist oft zu hören. Die Menschen an Rhein und Mosel können damit allerdings wohl nicht gemeint sein, zumindest spricht die Statistik der Koblenzer Stadtbibliothek eine andere Sprache. Von Lesefaulheit am Deutschen Eck kann hiernach nämlich keine Rede sein, stiegen die Ausleihen innerhalb der vergangenen zehn Jahre doch um rund 75 Prozent: 1995 wurden in der Stadtbibliothek 304 794 Medien ausgeliehen - im vergangenen Jahr rund 535 000.
Das Gros der Ausleihen war dabei auch 2005 noch das klassische Buch, doch auch in der Stadtbibliothek gewinnen neue Medien einen immer größeren Raum. "Die Ausleihen von Hörbüchern, CD-ROMs, Video- und Musikkassetten sowie DVDs sind natürlich auch bei uns gestiegen", sagt Dr. Ulrich Theuerkauf, der seit 1982 die Stadtbibliothek leitet, die zurzeit 31 Mitarbeiter beschäftigt. Ausgeliehen wurden die 535 000 Medien nicht nur im Dreikönigenhaus, in dem sich seit 1977 der Hauptsitz der Stadtbibliothek Koblenz befindet. In den Zweigstellen Grundschule Horchheim, Grundschule Pfaffendorfer Höhe und Studentenwohnheim Karthause wanderten ebenfalls jeweils mehr als runden 10 000 Medien über die Theken. Zudem wurden mehr als 150 000 Medien in der Kinder- und Jugendbibliothek sowie in der Musikbibliothek im Bürresheimer Hof in der Altstadt ausgeliehen.
Die Stadtbibliothek Koblenz ist aber nicht nur an bestimmten Orten in Koblenz präsent. Ulrich Theuerkauf erklärt: "Mit unserem Bücherbus, der rund 7000 Medien, vom Sachbuch bis zur DVD, vom Roman bis zur Hörkassette, an Bord hat, sowie unserem Schulbücherbus sind wir in allen Stadtteilen vertreten."
Die rund 210 000 Medien der Stadtbibliothek sind natürlich kein fester Bestand. Da der Platz der Einrichtung begrenzt ist, müssen für die Neuanschaffungen ältere Bücher weichen. Rund 8000 bis 9000 neue Medien kommen jährlich hinzu. Für deren Anschaffung hat die Stadtbibliothek in diesem Jahr einen Etat von runden 79 000 Euro zur Verfügung. "Bücher, die selten ausgeliehen werden, müssen wir aus Platzgründen ausmustern, wobei Erstzausgaben und der historische Altbestand natürlich ausgenommen sind", sagt Bibliotheksleiter Ulrich Theuerkauf. Die Bücher, die ausgemustert werden, wandern dann unter anderem in das Magazin der Stadtbibliothek oder werden zum Verkauf angeboten oder an die Rheinische Landesbibliothek abgegeben.
Dass die Ausleihen in der Stadtbibliothek in den vergangenen Jahren so stark gestiegen sind, ist neben dem Engagement der 31 Mitarbeiter nicht zuletzt auch ein Verdienst des 1996 gegründeten Fördervereins. Durch die Arbeit des Vereins, der zurzeit rund 70 Mitglieder zählt, konnten unter anderem Lesesessel für die Zentralbibliothek und ein Luftbefeuchter für den Altbestand angeschafft werden. Außerdem konnte das kulturelle Rahmenprogramm ausgebaut und ein kostenloser Kaffeeservice für die Nutzer der Stadtbibliothek organisiert werden. Darüber hinaus organisiert der Förderverein eine von drei wöchentlichen Vorlesestunden für Kinder und Jugendliche.
Auch auf Grund der stark gestiegenen Nachfrage plädiert Theuerkauf für eine Mediathek auf dem Zentralplatz. "Sie würde die verschiedenen Standorte der Bibliothek an einem Ort bündeln und böte genug Raum für eine Stadtbibliothek der Zukunft, deren Bedeutung in unserer Wissensgesellschaft noch steigen wird. Zudem haben mit rund 150 000 Besuchern jetzt schon das Potenzial, den Platz mit Leben zu füllen", meint Theuerkauf und ergänzt: "Wir haben jedes Jahr rund 3000 Neuanmeldungen für einen Nutzerausweis."
So erreicht man die Stadtbibliothek
Die Stadtbibliothek hat 31 Mitarbeiter. Geleitet wird sie vom Altphilologen und Historiker Dr. Ulrich Theuerkauf. Neben ihrem Hauptsitz im Dreikönigenhaus, Kornpfortstraße 15, hat sie unter anderem noch Dependancen in der Alten Burg sowie im Bürresheimer Hof. Telefonisch erreicht man die Bibliothek unter 0261/129
-2602 (Zentralbibliothek),
-2650 (Kinder
- und Jugendbücherei),
-2656 (Musikbiblio
-thek/Mediathek) und per Fax unter 0261/129
-2600. Per E
-Mail ist die Stadtbibliothek unter
stb@stadt.koblenz.de erreichbar. Das Dreikönigenhaus ist montags, dienstags und freitags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs von 10 bis 13 Uhr, donnerstags von 10 bis 19 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Der Bürresheimer Hof öffnet montags, dienstags und freitags von 13 bis 18 Uhr, donnerstags von 13 bis 19 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr seine Pforten.
Peter Karges (RZ-Online vom 22.04.2006)
Brücken zwischen Nachbarn
In Würdigung des Beitrags zur deutsch-französischen Verständigung und Zusammenarbeit hat die Robert-Bosch-Stiftung der StadtBibliothek Koblenz zusammen mit der Bibliothèque Municipale de Nevers eine Ehrenurkunde für bürgerschaftliches Engagement in deutsch-französischen Städtepartnerschaften verliehen.
Brücken zwischen Nachbarn
"Der von der Robert Bosch Stiftung zum dritten Mal ausgeschriebene Preis ist ein Anreiz zur Stärkung bürgerschaftlichen Engagements in den deutsch-französischen Beziehungen. Insbesondere junge Menschen sollen dafür gewonnen werden, mit Initiative und Ideenreichtum Projekte zu erarbeiten und die Zukunft der deutsch-französischen Kommunalpartnerschaften lebendig zu gestalten.
Die Gründung von Städte- und Gemeindepartnerschaften war richtungsweisend für die deutsch-französische Aussöhnung. Heute tragen die vielfältigen binationalen Aktivitäten auf den Gebieten der Kultur und der Bildung, des Sports und der Kommunalpolitik im Rahmen von über 2000 offiziellen Partnerschaften wesentlich zur Lebendigkeit der deutsch-französischen Beziehungen bei. Neben die freundschaftliche Begegnung tritt vermehrt die konkrete gemeinsame Projektarbeit, auch unter Einbeziehung weiterer Länder. Dies trägt maßgeblich zur Bildung einer gemeinsamen Identität im neuen Europa bei.
Der Preis für bürgerschaftliches Engagement in deutsch-französischen Städte- und Gemeindepartnerschaften wird im zweijährigen Turnus deutschlandweit ausgeschrieben. Einsendeschluß war der 15. September 2005. Er zeichnet Projekte aus, die beispielhaft für andere Kommunen in Deutschland und Frankreich sowie in anderen europäischen Ländern sind. Die Projekte werden unter der Schirmherrschaft des Beraters für die deutsch-französische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt, Professor Dr. Dr. h.c. mult. Rudolf von Thadden, und dem Präsidenten der Fondation Entente Franco-Allemande, Minister a.D. André Bord, von einer unabhängigen Jury ausgewählt. Die Preise werden am 19. Mai 2006 in einer festlichen Veranstaltung im Neuen Schloß in Stuttgart verliehen."
Urkunden für "Leseratten" - Stadtbibliothek zeichnet Lesekönige aus
Gemütlich bei einem Glas Orangensaft und unzähligen Schokoküssen hat Dr. Ulrich Theuerkauf, Leiter der Stadtbibliothek Koblenz, bereits zum dritten Mal die größten "Lesekönige" der Stadt ausgezeichnet. Mit einer Rekordzahl von 1713 ausgeliehenen Büchern errang Michael Pritz erneut den Titel.
KOBLENZ. "Computer spielen finde ich doof, da les" ich meinem kleinen Bruder lieber ein Buch über Kühe vor, die mag er nämlich so gerne", sagt Constantin Hubrich, der von der Stadtbibliothek Kob-lenz zum "Lesekönig" in der Kategorie Jugendlicher gekürt wurde. "Ich habe noch nicht mal einen Computer", fügt er schmunzelnd hinzu. Ganze 797 Bücher hat sich der 14-Jährige im vergangenen Jahr ausgeliehen und gelesen. Er findet, "alle Kinder sollten mehr lesen, das hilft auch in der Schule weiter".
So sieht das auch Heidi Merbeck, Direktorin der Grundschule Rübenach. "In den Vergleichsarbeiten der vierten Klasse fällt ganz klar auf: Die Kinder, die viel lesen, haben einen größeren Wortschatz und eine bessere Ausdrucksweise." Die Grundschule Rübenach wurde mit 301 ausgeliehenen Büchern als die beste Institution ausgezeichnet. "Wir wollen den Kindern die Freude am Lesen vermitteln und ihr Leseverstehen förden", so die Direktorin, "deswegen gehen wir mit ihnen in die Bücherei, haben Eltern als Lesepaten, machen Lesewettbewerbe und haben eine Lese-AG gegründet."
Auch Serafin Tarkowskij, Lesekönig in der Kategorie Kinder mit 1516 ausgeliehenen Büchern, muss ohne Computer zu Hause auskommen. Aber er gehe "dazu dann mal grad in die Bibliothek. Lesen macht schon Spaß, aber Computer spielen ist auch toll", sagt der elfjährige Comic-Fan.
Bei den Erwachsenen wurde schon zum zweiten Mal hintereinander Michael Pritz mit der Rekordzahl von 1713 ausgeliehenen Büchern zum Lesekönig gekürt. "Es waren ja nicht nur Bücher, sondern auch Zeitschriften, CDs und DVDs. Die Bibliothek hat ein sehr umfassendes Angebot", lobt er. Pritz, der immer noch keinen Fernseher besitzt, findet Bücher einfach "griffiger, als auf dem Sofa zu liegen und in die Glotze zu gucken".
Als belesenste Vorschul-Institution bekam der Kindergarten Liebfrauen die Auszeichnung als "Lesekönig". "Das Verlangen der Kleinen, etwas vorgelesen zu bekommen, ist nach wie vor sehr groß. Da ist es für uns schon unheimlich praktisch, einfach in die Bibliothek zu gehen, um den Kindern immer wieder neue und interessante Geschichten bieten zu können", so Betreuerin Margit Kahlenbach. Auch der Leiter der Bibliothek, Ulrich Theuerkauf, erklärt: "Bibliotheken sind ein wichtiger kultureller Faktor einer jeden Stadt."
(RZ-Online 24.02.2006 Julia Maskos)
"Bibliotheks-Tour" nach Ulm und Reutlingen
Im Zuge der Planungen für eine Neukonzeption des Zentralplatzes fuhren am 20. Oktober 2005 Mitglieder des Kulturauschusses des Koblenzer Stadtrates auf Einladung von Kulturdezernent Detlef Knopp nach Ulm und Reutlingen. Dort informierten sie sich über den Neubau der Stadtbibliothek Ulm (Eröffnung 2004) bzw. in Reutlingen über die dortige "ausgezeichnete" Stadtbibliothek .
Politik und Verwaltung besuchte Mediatheken
Mitglieder des Koblenzer Stadtrates, Ulrich Theuerkauf (Leiter der Stadtbibliothek) und Kulturdezernent Detlef Knopp haben sich in den Stadtbibliotheken Ulm (Bild) und Reutlingen über deren Konzepte informiert. Hintergrund: Auf dem Koblenzer Zentralplatz soll nach dem Willen eines Gutachtens und von Bibliothekschef Theuerkauf eine neue Mediathek entstehen, in der alle Teile der Koblenzer Stadtbibliothek zusammengefasst und mit einem neuen Konzept dem Publikum zugänglich gemacht werden. "In Ulm besichtigten wir einen spektakulären Neubau, in Reutlingen wurde die Bücherei vor einigen Jahren neu eröffnet - beide mit gegensätzlicher Atmosphäre und anderer Ausrichtung", berichtet Theuerkauf. Funktionalität und Aufenthaltsqualität seien unterscheidende Aspekte. Besonders erfreulich aus der Sicht von Theuerkauf: "In Ulm haben sich die Besucherzahlen nach der Neueröffnung immens gesteigert." Eine solche Entwicklung erhofft er sich auch für Koblenz: "Es muss eine neue Bibliothek geben.
Jetzt wäre eine gute Gelegenheit." (tim 09.11.2005 © RZ-Online )
Kommt Museum an Zentralplatz?
Nach dem Mehrheitsantrag im Stadtrat zeichnet sich eine "große Lösung" ab - Mario Kramp sieht im Umzug eine "Chance"
Was kommt in den geplanten "Kulturbau" auf dem Zentralplatz? Nachdem ein Gutachten eine neue Mediathek vorgeschlagen hat und die Stadtratsfraktionen ein Haus mit vielen Funktionen gefordert haben, sehen verwaltungsinterne Überlegungen derzeit unter anderem eine komplette Verlegung des Mittelrhein-Museums an den Zentralplatz vor. Die Lösung würde teuer werden: Kulturdezernent Detlef Knopp rechnet mit etwa 30 bis 40 Millionen Euro.
KOBLENZ. Eine Mediathek plus Mittelrhein-Erlebnisforum plus Mittelrhein-Museum - mit vergrößerter Ausstellungsfläche und neuer Konzeption: So könnte - nach aktuellen verwaltungsinternen Überlegungen - der geplante Kulturbau auf dem Zentralplatz aussehen. Wie Kulturdezernent Detlef Knopp bestätigt, kam eine Arbeitsgruppe, in der auch die Fraktionen des Stadtrats vertreten sind, vorerst zu dem Schluss, dass eine nur teilweise Verlegung der Museumsbestände in den neuen Bau wenig sinnvoll erscheint. Und so setzten sich Kräfte durch, die eine komplette Verlegung des traditionsreichen bürgerlichen Museums in die Innenstadt fordern. Wenngleich dies noch reichlich Klärungsbedarf mit sich bringt: "Wir sprechen hier über einen Flächenbedarf von 10 000 bis 12 000 Quadratmetern. Das dürften 30 bis 40 Millionen Euro werden. Dies zu schaffen, wird natürlich nicht unproblematisch", erklärt Knopp.
Räume werden "geteilt". Dennoch: Die Lösung hat Charme. Auf dem Zentralplatz würden Kultur und Tourismus verzahnt. Wie Dr. Mario Kramp, der Leiter des Mittelrhein-Museums, im Gespräch mit der RZ erklärt, würde das Museum neben einer rund 2000 Quadratmeter großen Dauerausstellung über weitere Ausstellungs- und Veranstaltungsräume verfügen - die es sich mit den anderen beteiligten Institutionen teilen könnte. Und dort würden auch die viel geforderten Synergieeffekte entstehen: "Wir brauchen nur eine Garderobe, einen Ticketschalter, eine Gastronomie, eine Wachmannschaft", beschreibt Kramp. Auch Bert Flöck, Geschäftsführer der Koblenz-Touristik, kann sich mit dem Gedanken anfreunden: "Es würde sicher viele Synergieeffekte geben - nicht nur logistische, sondern auch inhaltliche. Unser Part ist es ja laut Ratsbeschluss, ein Veranstaltungsfoyer und ein Schaufenster der Region zu organisieren. Und da gibt es viele Stücke aus der Sammlung des Mittelrhein-Museums, die dazu passen würden. Und wer sich da Appetit holt, vertieft es vielleicht später im Museum im selben Haus."Also: Seine Institution würde eine regional weiter gefasste Tourist-Information mit Inhalten betreiben - "wir können uns vorstellen, Originale zu zeigen", wie Museumsleiter Kramp ergänzt. Dieses "Forum" dient als "Abholer" für Besucher, die dann entscheiden könnten, ob sie in die eine Richtung ins Museum oder in die andere in den touristischen Bereich weitergehen. Oder schließlich die Mediathek besuchen, die alle Abteilungen der bisherigen Stadtbibliothek zusammenfasst und eine neue Konzeption dazu verwirklicht.
Mehr als eine Bibliothek
Deren Leiter, Dr. Ulrich Theuerkauf, hat im Fachdienst "bibliotheken heute" (3/2005) sein "Grundsatzkonzept einer neuen Koblenzer Stadtbibliothek - die Mediathek am Zentralplatz" schon vorgestellt. Darin wird deutlich, dass es ihm eben nicht um eine bloße Verlegung der Bibliothek an einen neuen Standort geht, sondern um eine Angleichung an den "Funktionswandel der Bibliotheken". Also: konzeptionelle Erneuerung, Zugang zu neuen Medien, "Verlinkung" der verschiedenen Inhalte, schließlich die Anpassung an die neue Wissensgesellschaft. Realistisch scheint - auch durch die Erfahrung aus anderen Städten - eine Verdopplung der Besucherzahlen. Die Mediathek wäre somit der große Frequenzbringer am "neuen Zentralplatz".
Wenn diese Lösung denn tatsächlich Realität wird. "Es freut mich als Kulturdezernenten ja, dass in der Stadt über einen solchen Kulturbau diskutiert wird", sagt Knopp. Einzig: das Geld. Schließlich seien immense Landesgelder durch die Buga gebunden. Andererseits erzeuge die Bundesgartenschau auch einen gewissen Druck, den Zentralplatz zu realisieren. "Ob man einen solchen Bau bis 2011 hinbekommen kann, schätze ich als sehr schwierig ein. Aber: Wir sind nun auf diesem Weg." Die Gremien müssten entscheiden, die Verwaltung hat zunächst den Antrag der Ratsfraktionen abgearbeitet. "Wir müssen jetzt in Ruhe darüber reden und schauen, was möglich ist und was nicht", sagt Knopp. (11.11.2005 © RZ-Online)
Josefine Wittenbecher las in der Koblenzer Stadtbibliothek aus ihrem Buch "Feuer am Fluss" über Verfolgungen an der Mosel
Eva Zeihen: im Mittelalter eine junge Frau von der Mosel. In der Zeit des Hexenwahns im Trierer Raum gerät sie in den Verdacht, eine Hexe zu sein. Ihr Schicksal hat die Autorin Josefine Wittenbecher in einem spannenden Buch nachgezeichnet. Jetzt stellte sie es in der Stadtbibliothek vor.
KOBLENZ. Einen denkwürdigen und informativen Spätnachmittag erlebten zahlreiche Interessierte bei der Autorenlesung von Josefine Wittenbecher in der Stadtbibliothek Koblenz. "Ich wollte der jungen Eva Zeihen ein Denkmal setzen, die ich als eine sehr starke und kämpferische Frau empfand, die vergeblich im Jahre 1572 mit allen Mitteln versuchte, ihr Leben zu retten", bekannte die Wittlicher Autorin bei ihrer Lesung in der Alten Burg.
Ihr ist es mit ihrem Buch "Feuer am Fluss" gelungen, dieser Frau aus dem Moselort Kenn ein Gesicht und eine glaubwürdige Identität zu geben. Den historischen Prozessakten ist Wittenbecher exakt gefolgt, und sie hat es verstanden, diese mit einer angemessenen Sprache lebendig werden zu lassen. Auf der ersten Seite des Buches heißt es: "Die Dunkel der Vergangenheit schienen stärker zu werden im Ringen mit dem Neuen, das die Welt erhellen und die Horizonte erweitern sollte." Und doch mutet das Denken und Handeln vieler Menschen eben doch wie im tiefsten Mittelalter an, wie Wittenbecher in ihrem Werk berichtet. Alle Unbilden des Lebens und Schicksals - Unwetter, Teuerungen, Missernten, Hungersnot, Krankheiten und Seuchen, unerwartete Todesfälle - schrieb man Teufelsdienern, Hexern und Hexenmeistern zu. Man forderte das Volk auf, diese Helfer des Satans unter den Menschen zu erkennen und sie anzuzeigen. Und wer in die Mühle des Gerichtes geriet, für den gab es nur noch Verhöre, Folterungen - und schließlich den grausamsten Tod. "Etwa 80 000 Opfer dieses Hexenwahns sind in dieser Epoche verzeichnet", so Hertha Häfele, die Verlegerin, in ihren ausführlichen einleitenden Worten. Exemplarisch lässt Josefine Wittenbecher die junge Eva Zeihen vor dem Leser erstehen, lieben, kämpfen und untergehen.
Lebendige Geschichte enthalten die beiden Romane von Josefine Wittenbecher "Feuer am Fluss" und "Tödliche Feuer - der Fall Dietrich Flade", die vorzüglich historisch recherchiert sind. Diskriminierungen von Volksgruppen gab es leider immer wieder in fast allen Jahrhunderten, und auch heute existieren sie. In ihrem nächsten Werk wird sich Wittenbecher einem Koblenzer Fall widmen. Es handelt von einer Tochter des Ehrenbreitsteiner Hofes zur Zeit des Kurfürsten Clemens Wenzeslaus, die in ein Kloster gesteckt wurde und es sogar wieder verlassen konnte.
(02.12.2005 © RZ-Online)
Gespräch: Glücklich sein auch im Alter - Erstes "Literatur-Café" zu Frank Schirrmachers "Methusalem-Komplott"
Eine angeregte Diskussion hat das erste "Literatur-Café" der Koblenzer Stadtbibliothek zu einem Erlebnis gemacht: Als Aufhänger diente Frank Schirrmachers "Methusalem-Komplott". Daraus entwickelte sich ein engagiertes Gespräch über den Wert des Alters an sich und die Chancen, alt und glücklich zu werden. KOBLENZ. Deutschland wird bald eine Nation der Alten sein. Und daran kollabieren. Düstere Aussichten zeichnete Frank Schirrmacher in seinem Buch "Das Methusalem-Komplott", das seit Monaten die Bestseller-Listen beherrscht. Wenn diese "Alten" aber dem Publikum, das am Mittwoch zum ersten und überaus gut besuchten "Literatur-Café" in die Stadtbibliothek Koblenz kam, entsprechen, dann ist Deutschlands Kollaps noch weit entfernt. Das Interesse war groß, die Geister waren wach, die Diskussion rege und bewegend. Mutig und selbstbewusst äußerten sich die zugegeben meist älteren bis alten Zuhörer über Schirrmachers provozierende Thesen. Quicklebendig und mit sympathischem Jesuiten-Humor moderierte Seniorenratsmitglied Winfried Richard Expertenrunde und Diskussion. In einem Punkt waren sich Experten und Publikum schnell einig: Schirrmacher hat überspitzt, ja, mit seinem fast militärischen Stil scheinbar einen Krieg der Generationen anzuzetteln versucht. Aber er habe dies getan, damit sich etwas ändere. Damit darüber gesprochen werde. Damit nachgedacht werde, wie die Menschen mit einem Land umgehen, in dem mehr gestorben als geboren wird. Wie sie darin ihr Leben, ihre Bestimmung und ihren Sinn finden. So dienten die Auszüge des "Methusalem-Komplotts", die Kammerschauspieler Hermann Burck vortrug, lediglich als Basis und Anreiz für ganz individuelle Überlegungen der Experten und Gäste zum Thema Alter und Jugend.
Sabine Scheuer lehnte Schirrmacher gar gänzlich ab. "Das ist ein Buch, das Angst und Unsicherheit auslöst", sagte sie. Auch Burck musste sich überwinden, es weiter zu lesen: "Es hat mich dermaßen genervt, dass ich es nach drei Seiten wieder weglegen wollte." Und Detlef Baum von der Fachhochschule Koblenz zweifelte an der Wissenschaftlichkeit des Buches. "Das hätte ich als Diplomarbeit abgelehnt", schmunzelte er.
Ulrich Theuerkauf, Leiter der Stadtbibliothek, hingegen erinnerte an Kleists Marionettentheater: "Man muss durch eine Reflexion hindurchschreiten, um zu sich selbst zu finden", überlegte er.
Doch Schirrmacher hin oder her - wie soll es nun weitergehen? Denn die Alten werden nun mal zahlenmäßig bald in der Übermacht sein; daran zweifelte in der Stadtbibliothek niemand. "Wir müssen einen Weg finden, wie wir die Jugend unterstützen können und darin eine Aufgabe sehen - beispielsweise im kulturellen Bereich", forderte ein agiler Mittsechziger aus dem Publikum. Ein anderer warf das Stichwort Spiritualität in den Raum. Die Gesellschaft sei beherrscht von Materialismus. Mehr Konzentration auf das Spirituelle, auf die inneren Werte könne helfen. Eine Koblenzerin kurz vor der Pensionierung bekannte, glücklicher denn je zu sein und sich auf ihre anstehenden ehrenamtlichen Aufgaben zu freuen: "Wir können und müssen uns selbst um unsere soziale Vernetzung kümmern." Dann habe das Alter seinen Sinn.
So scharf die Kritik an Schirrmacher auch war - dieser Konsens fand allgemeine Zustimmung. Nur bei einer Wortmeldung gab"s vor allem bei den Ältesten amüsiertes Kopfschütteln. "Wir müssen auch mal drüber reden, dass die Alten mit dem Schreckgespenst des Todes leben." Allgemeines Raunen und verwunderte Blicke. Schreckgespenst? Tod? Mitnichten. Es geht weiter!
(Bettina Belitz 11.11.2005 © RZ-Online)
Kabarett in düsteren Zeiten
Vortrag von Wolfgang Thaler im Innenhof der Stadtbibliothek Koblenz
KOBLENZ. Gegenüber der Flut von Comedy-Aufführungen ist es in den vergangenen Jahren etwas ins Hintertreffen geraten: das politische Kabarett. Dabei kann der fein gedrechselte Wortwitz in Deutschland auf eine lange Tradition zurückblicken, die bis ins Kaiserreich zurückreicht. Wie politisches Kabarett in Deutschland von 1930 bis 1955 aussah, das beleuchtete nun auf Einladung des Fördervereins "Lesen und Buch/Freunde der Stadtbibliothek Koblenz" Wolfgang Thaler mit einem Vortrag im Innenhof der Stadtbibliothek.
Von 1918 bis 1933 war Berlin vielleicht nicht nur die wichtigste Metropole in Europa, die Stadt an der Spree war auch die Hochburg des deutschen Kabaretts. Einer der großen des damaligen deutschen Kabaretts war, neben Werner Finck, Ernst Busch, der später, Anfang der 50er-Jahre, auch als Schauspieler in Brechts "Berliner Ensemble" bekannt wurde.
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 war die deutsche Kabarettkultur schlagartig tot. Die NS-Diktatur duldete keine auch nur ansatzweise humoristisch-kritische Betrachtung der Welt. Und dies auch im unpolitischen Bereich, wie Wolfgang Thaler am Schicksal des Münchener Komikers Karl Valentin zeigte.
Während in Deutschland der Terror herrschte, hatten auch die Kabarettisten im Exil einen schweren Stand. So hatte die Zürcher Pfeffermühle mit erheblichen Repressalien zu rechnen, da die Schweizer Regierung keine diplomatische Konfrontation mit dem NS-Reich wünschte.
Nach 1945 hatte Berlin dann seine einmalige Stellung als die deutsche Kabarettstadt verloren. Denn eher das Düsseldorfer Kommödchen und die Münchener Lach- und Schießgesellschaft sorgten in den ersten Jahren der Bonner Republik für Wirbel.
(RZ-Online 7.10.2005 pka)
Generationen von Jungforschern erklärte er bereits komplizierte Vorgänge auf humorvolle Weise -
Die Schüler in der Stadtbibliothek waren begeistert - Das war der Christoph "Maus"-Moderator experimentierte mit Kindern Die Maus war zwar im Fernsehen geblieben. Vorstellen musste sich "der Christoph" trotzdem nicht. Grüner Schlabber-Pulli, schwarze Schlabber-Jeans, darunter die Turnschuhe mit den roten Schnürsenkeln: Seine markanten Erkennungszeichen hatte der Kölner Maus-Star nämlich gestern mit in die Koblenzer Jugendbibliothek gebracht. Flankiert von seinem großen "inneren" Markenzeichen: die Welt von Newton, Galilei & Co. anschaulich in die Sprache der Kinder transferieren zu können.
Dass sich Gase in Kristalle einschließen, aber auch jeder Zeit wieder freisetzen lassen - was sagt das schon Kindern einer fünften Klasse? Nicht viel wahrscheinlich. Schließlich stehen Physik und Chemie hier noch nicht so lange auf dem Stundenplan. Gut also, dass es da "den Christoph" gibt. Den Mann mit dem grünen Pulli, der seit mehr als 30 Jahren Generationen von kleinen (und zum Teil bereits erwachsen gewordenen) Forschern und "Maus"-Sehern die Gesetze der Natur auf weitaus anschaulichere und lustigere Art und Weise über die ARD-Mattscheibe allsonntagmorgendlich ins heimische Wohnzimmer transferiert. Manchmal schlüpft "der Christoph" aber aus dem Fernseher heraus. So geschehen gestern in Koblenz, als der Kölner "Maus"-Star Gast im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz in der Kinder- und Jugendbibliothek war. Mit im Gepäck: "Chris- tophs Experimente". Darunter auch die "Sache mit dem Gas", die der Bibliothek zwar einen himbeerroten Brausefleck an der Decke bescherte, dafür aber auch den Jungen und Mädchen der eingeladenen Klasse 5 b der Clemens-Brentano-Realschule einen "Aha"-Effekt, welche Kräfte einfache Luft entfalten kann. Formeln und viel Theorie brauchte "der Christoph" dafür auch in seiner "Live-Show" nicht. Ein Tütchen Zuckerbrause, ein Fingerhut voll Wasser und eine kleine Plastikdose genügten. Und dann: Brause in die Dose, ein wenig Wasser drauf, Deckel zu und angezählt. Die "sechs" war gerade verstummt, die "sieben" angezählt, da "explodierte" der Deckel - "zisch" - in Richtung Decke - und eine physikalische Gesetzmäßigkeit wanderte in gleichem Zuge, spielerisch gelernt, in die Gehirne seiner kleinen Zuschauer. Die klebten dem Mann in dem grünen Pulli förmlich an den Lippen (Physik- und Chemielehrer wären wahrscheinlich vor Neid erblasst), schauten gebannt zu, wie "der Christoph" ein gekochtes Ei von einer Milchflasche einsaugen ließ oder wie ein Luftballon magisch Papierschnipsel anzog. Begeistert war davon schließlich auch Gudrun Kippe-Wengler vom Landesbibliothekszentrum Koblenz, die Christoph Biemann engagiert hatte. "Als teuersten unserer bisher eingeladenen Referenten", wie sie verriet, jedoch nach zwei Stunden "Christoph" eingestehen musste, dass sich von dieser Gage wirklich jeder einzelne Cent gelohnt habe ...
(RZ-Online 30.09.2005 Annette Herrmann )
Dt. - franz. Bibliothekspartnerschaft vereinbart
Bibliotheken sind nun eng verbunden - Vertreter von Koblenz und Nevers unterzeichneten Absichtserklärung - Schwesterstädte sind Koblenz und Nevers bereits seit mehr als 40 Jahren.
Mediathek von Nevers
Für den 8. und 9. Juli erwartete die Stadtverwaltung Koblenz eine offizielle Delegation aus Nevers. Aus der französischen Partnerstadt kommen Oberbürgermeister Didier Boulaud, Beigeordneter Alain Frémont und Bibliotheksdirektorin Lydie Dupont sowie die Vorsitzende des Freundeskreises Nevers-Koblenz Marie France Poulin auf Einladung von Oberbürgermeister Dr. Schulte-Wissermann zu Besuch. Anlass ist die feierliche Unterzeichnung eines der ersten Bibliotheksabkommen zwischen Deutschland und Frankreich.
Vorangegangen waren auf Anregung des Goethe-Instituts, Paris, zum 40. Jahrestag des Deutsch-Französischen Vertrags (Elysée-Vertrag), den Adenauer und de Gaulle 1963 im Elysée-Palast abgeschlossen hatten, die beiden Hauptstadt-bibliotheken von Berlin und Paris, die Zentral- und Landesbibliothek Berlin und die Bibliothèque Publique d’ Information im Centre Pompidou.
Die StadtBibliothek Koblenz hat die Anregung des Goethe-Instituts gerne aufgegriffen, sich am Netz deutsch-französischer Bibliothekspartnerschaften zu beteiligen. Schon im Juli 2000 hatte Bibliotheksdirektor Dr. Theuerkauf während einer privaten Sommerreise den ersten persönlichen Kontakt zu seiner Kollegin in Nevers, Mme. Lydie Dupont, aufgenommen. Dabei hatte Mme. Poulin tatkräftig vermittelt. Der nächste Schritt war die Überarbeitung und Ergänzung des Partnerschaftsentwurfs, den das Goethe-Institut, Paris, angeregt hat. Die Koblenzer Fassung des Bibliotheksabkommens wurde dann der Partnerstadt als Vorschlag übersandt. Das Abkommen ist eine Absichtserklärung und beschreibt neben der Intensivierung des Informationsaustauschs unter anderem gemeinsame Veranstaltungen und koordinierte Internet-Auftritte als mögliche Kooperationsfelder. Im Sommer 2004 kam es zu einem erneuten Treffen der beiden Bibliotheksleiter in Nevers, und im Herbst vorigen Jahres machte die StadtBibliothek Koblenz mit dem Austausch aller Selbstveröffentlichungen den Anfang der Kooperation. In Nevers ist das Bibliotheksabkommen auf so positive Resonanz gestoßen, dass Oberbürgermeister Boulaud den neuen Vertrag persönlich in Koblenz unterschreiben wird.
Die feierliche Unterzeichnung fand am 9. Juli, 11 Uhr, im Ausstellungsraum der Alten Burg, Burgstr. 1, statt. Dort wurde am Vorabend um 20 Uhr auch die Foto-Ausstellung des „Hauses Burgund“, Mainz, eröffnet: „Paare der Partnerschaft. Hommage an zwei Regionen Europas“. In der StadtBibliothek Koblenz wird das unterschriftsreife Abkommen als ein gewichtiger Markstein in der Weiterentwicklung der Städtepartnerschaft Koblenz-Nevers betrachtet. Die deutsch-französische Bibliothekspartnerschaft sieht man hier zudem als eine Etappe auf dem Weg zu einer EU-geförderten „Europa-JugendMediathek“, die für drei europäische Partnerstädte das gemeinsame Ziel bleibt.“
Autor Fritz von Unruh geehrt
Vor 120 Jahren ist in Koblenz der Schriftsteller und Publizist Fritz von Unruh geboren - die Stadtbibliothek ehrt ihn aus diesem Anlass mit der Ausstellung einiger seiner Bilder, die nun im Treppenhaus der Zentralbibliothek im Dreikönigenhaus (Kornpfortstraße 15) zu sehen sind. Am 10. Mai wurde Fritz von Unruh in Koblenz geboren, er starb 1970 in Diez an der Lahn. Im Ersten Weltkrieg, in den der Sohn eines hohen Militärs zunächst als Freiwilliger zog, wurde er zum engagierten Pazifisten und leidenschaftlichen Republikaner. In der Nazizeit emigrierte er bald nach Frankreich, lebte von 1940 bis 1952 in den USA, wo auch einige der ausgestellten Bilder entstanden. Sein Schaffen sei vom "Pathos der Freiheit und Menschenbrüderschaft erfüllt", heißt es in Veröffentlichungen über Fritz von Unruhs Werk, in dem "Probleme des Gewissens und militärischen Gehorsams eine besondere Rolle spielen". Das Drama "Offiziere" (1911) war ein erster Publikumserfolg. Für "Louis Ferdinand Prinz von Preußen" erhielt er 1914 den Kleist-Preis.
(11.05.2005 © RZ-Online GmbH )
Stadtbibliothek ehrt Werner Helmes mit einer Bibliografie - Autor und Publizist wurde am 2. Mai 80 Jahre alt
Mit einer neuen Personalbibliografie ehrt die StadtBibliothek den bekannten Koblenzer Schriftsteller und Publizisten Werner Helmes, der am 2. Mai 80 Jahre alt wurde. Voraussichtlich auch von heute an ist die Personalbibliografie, die einen Überblick über das umfangreiche Schaffen Helmes" gibt, in der Bibliothek im Dreikönigenhaus einsehbar. Helmes sei ein "Schriftsteller, der über mehrere Jahrzehnte mit großer Zuneigung Stadt und Land in hervorragender schriftstellerischer Ausdruckskraft dargestellt hat. Seine zahlreichen Romane, Erzählungen, Hörspiele, Rundfunksendungen, Beiträge und Zeitschriftenartikel geben Zeugnis davon", schreibt Bibliotheksmitarbeiter Peter Stein in seinem Vorwort zur Bibliografie.
Helmes wurde am 2. Mai 1925 in Mayen geboren. Nach Schule und Abitur studierte er von 1947 an Kunstgeschichte, Germanistik und Anglistik in Mainz. 1949 wurde er Pressechef einer Luftverkehrsgesellschaft in Frankfurt. Seit 1954 ist er freier Schriftsteller, arbeitet auch journalistisch - und er lebt in Koblenz. "Mit herzlicher Gratulation und in dankbarer Erinnerung an seine regelmäßigen Herbstlesungen widmet die StadtBibliothek ihm diese kleine Geburtstagsgabe", heißt es im Vorwort.
Helmes wurde im Zuge seines vielseitigen Schaffens immer wieder mit Preisen ausgezeichnet, bereits 1951 etwa mit dem Anerkennungspreis im Literatur-Wettbewerb Rheinland-Pfalz für die Novelle "Romeo und Julia sind tot". Auch den Förderpreis des Landes (1956) und den Georg-Mackensen-Literaturpreis (1983) gewann er. Natürlich können viele seiner Werke in der StadtBibliothek Koblenz ausgeliehen werden.
(Quelle: 02.05.2005 © RZ-Online)
Thaler über die „zehnte Muse“
Geboren aus der Tradition der Pariser Chansons, schaffte das Kabarett als "zehnte Muse" zwischen 1900 und 1930 den Durchbruch in Deutschland. Auf eine Reise in diese spannende Zeit des künstlerischen Aufbruchs nahm jetzt Wolfgang Thaler seine Zuhörer im Innenhof des Dreikönigenhauses mit, wo er auf Einladung des Fördervereins Lesen und Buch und der Stadtbibliothek gastierte. Sein Vortrag wurde begleitet von einer Bildschirm-Präsentation von Hiltrud Siebel und akustischen Beispielen. So erfuhren die Gäste etwa, dass das Kabarett zunächst in Varietés und "Tingeltangels" Einzug hielt, also eher der humoristischen Unterhaltung ohne satirischen Biss zuzuordnen war. Bald jedoch etablierten sich Ensembles, die ausreichend frech waren, die Obrigkeit zu ärgern. Thaler wird Anfang Dezember noch einmal im Innenhof gastieren – und über die Nachkriegs-Kabarett-Geschichte referieren.
(Quelle: Rhein-Zeitung, 14.06.05)
Der Leserausch hat sie erwischt
(Das Bild zeigt v.l.n.r.: Bibl.-Direktor Dr. Ulrich Theuerkauf, Michael Pritz, Erzieherin Manuela Helbig, Svenja Engels sowie Bibliotheksmitarbeiterin Daniela Ropönus, hintere Reihe Madeline Hammes und Liebfrauen-Kindergartenkinder)
StadtBibliothek Koblenz ehrte gestern ihre Lesekönige
Dauergast Michael Pritz lieh sich 2004 insgesamt 1613 Mal etwas aus - 1613 Mal ist Michael Pritz in den vergangenen zwölf Monaten in immer neuen fiktiven Bücherwelten abgetaucht. Eine beeindruckende Bilanz, per Datenauswertung dokumentiert von der Stadtbibliothek Koblenz, die den 45-jährigen Urbarer für diese Rekord-Ausleihe zum Lesekönig 2004 krönte. KOBLENZ. Die Zahl scheint fast unglaublich: 1613 Bücher und Zeitschriften hat sich Michael Pritz im vergangenen Jahr in der Stadtbibliothek Koblenz ausgeliehen. "Und auch gelesen!", wie der 45-jährige Urbarer betont. Im Schnitt sind das mehr als vier Werke pro Tag. Eine Bilanz, mit der der Urbarer gestern von Bibliotheksleiter Ulrich Theuerkauf unangefochten zum "Lesekönig 2004" ernannt wurde. "Zwei bis drei Mal die Woche bin ich in der Bibliothek, um nach neuen Büchern Ausschau zu halten", erklärte Pritz bei der Preisverleihung. Die Literatur, sein größtes Hobby also? "Nein. Das sind Fremdsprachen, Flugzeugtechnik und Astronomie", winkt der Dauergast der Stadtbibliothek ab, schiebt dafür aber eine andere plausible Begründung für den Leserausch hinterher: "Ich habe keinen Fernseher." Drei Stunden würden die Deutschen täglich vor der "Glotze" hängen, erzählt Pritz. Also habe er gegenüber der TV-Bevölkerung einen beachtlichen Zeitvorsprung, den er eben fürs Lesen nutze. Eine typische Spezies seiner Art ist der Urbarer damit allerdings nicht. "Bisher waren es immer Frauen, die mehr Ausleihen zu verzeichnen hatten", weiß Theuerkauf. Seine Erklärung: Das weibliche Geschlecht wolle sich die Welt geistig erschließen, Männer gingen lieber auf reale Eroberungsfeldzüge. Die neunjährige Madeline Hammes aus Koblenz wurde mit 837 Ausleihen Lesekönigin auf dem zweiten Platz, gefolgt von Svenja Engels (14 Jahre, 537 Ausleihen) und dem Kindergarten von der Liebfrauenkirche, der mit 256 Ausleihen den ersten Platz in der Kategorie "Institution" belegt hat.
(16.02.2005 © RZ-Online GmbH)
Leseratten griffen zu wie nie zuvor
Erstmals wurden im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Million Bücher, CDs, CD-ROMs, DVDs in der Stadtbibliothek ausgeliehen.
Ganz vorne in der Gunst der Leser, Hörer und Gucker:
Dan Brown, Norah Jones und "Der Herr der Ringe".
518 364 Bücher, CDs, MCs, CD-ROMs und DVDs wurden im vergangenen Jahr in der Stadtbibliothek Koblenz ausgeliehen - so viele wie nie zuvor. Täglich gingen im Schnitt damit 2000 Medien über die Ausleihtheke - eine Steigerung um 6,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2003. "Erstmals haben wir die 500 000er-Schwelle überschritten", freut sich Bibliotheksdirektor Dr. Ulrich Theuerkauf. Der Aufwärtstrend zieht sich durch alle Abteilungen: In der Kinder- und Jugendbücherei war die Steigerung etwas geringer (plus 6,17 Prozent), in der Musikbiblio-thek/Mediothek betrug der Zuwachs dagegen satte 9,5 Prozent. Auch der neue Bücherbus erfreut sich großer Beliebtheit: Die Ausleihzahl der mobilen Bücherei stieg um 5,7 Prozent. Den größten Anstieg gab es beim neuen Bestseller-Angebot: Im Vergleich zu 2003 gingen 81 Prozent der kostenpflichtigen Medien über die Theke. Ausleihrenner waren in der Zentralbibliothek etwa "Meteor" von Dan Brown, "Der Tempel" von Matthew Reilly oder "Der König der Narren" von Tanja Kinkel. In der Jugendbücherei waren vor allem Mangas gefragt, aber auch "Findet Nemo" fand als Video beim Nachwuchs viele Freunde. Die Hits für Ohren und Augen in der Musikbiliothek/Mediathek waren Norah Jones' "Come Away With Me", das Hörbuch zu "Harry Potter und der Orden des Phönix" sowie der abschließende Teil der "Herr der Ringe"-Saga "Die Rückkehr des Königs" (DVD). Im neuen Bücherbus wollten sich die Leser vor allem über Michael Moores Ansichten zu "Stupid White Men" informieren. Ebenfalls sehr gefragt: Heinz Peter Baeckers "In die Falle gehen alle". Daneben griffen viele bei Reihen zu, etwa bei "Conni - Das magische Baumhaus", "Freche Mädchen - freche Bücher" und "Die wilden Fußballkerle".
Auch ein Anreiz für den Bibliotheksbesuch waren neue Leseecken und kostenloser Kaffee. Seit Januar wurden jetzt auch die Öffnungszeiten erweitert - donnerstags bis 19 Uhr und samstags bis 13 Uhr.
Unverändert ist dagegen seit Jahren der Etat - was wegen gestiegener Buchpreise eigentlich Einbußen bedeutet, wie Theuerkauf betont. 87 000 Euro standen zur Verfügung, für die 8453 Medien neu erworben und 152 Zeitschriftenabos sowie 23 Tages- und Wochenzeitungen finanziert werden konnten. Theuerkauf: "Hier ist das Ende der Fahnenstange erreicht."
(23.03.2005 © RZ-Online)
Eine LP in jedem russischen Haus - Koblenzer Popstar Thomas Anders in der Musikbibliothek
Ein großes Wandgemälde ziert seit kurzem die Koblenzer Musikbibliothek. Darin hat der gebürtige Aserbaidschaner Ashraf Geibatov, seit vielen Jahren an Rhein und Mosel heimisch, auch den Popsänger Thomas Anders verewigt. Der Sänger machte sich persönlich ein Bild von "seinem" Bild. Und war zufrieden. Für ihn ist es keine neue Erfahrung, porträtiert zu werden, wurde er doch bereits oft von Fans gemalt.
"Besonders in Russland hat das eine große Tradition", stellt er im Interview mit der RZ fest.
Hat der Künstler Sie in seinem Bild gut getroffen? Ich finde ja. Es handelt sich hierbei um ein Motiv von meinem Album "When will I see you again" aus dem Jahr 1993. heute würde das Bild natürlich wieder "anders" aussehen
In den Ländern der früheren Sowjetunion - der ursprünglichen Heimat des Malers Ashraf Geibatov - waren Sie stets sehr populär. Wie erklären Sie sich die Begeisterung? Wir gehörten mit "Modern Talking" zu den ersten westlichen Musikern, die in der ehemaligen UdSSR Platten verkaufen durften. Dadurch war die Nachfrage enorm und steigerte unseren Beliebtheitsgrad. Laut einer russischen Statistik steht in jedem russischen Haushalt eine Platte von Modern Talking. Ich gebe heute noch viele Konzerte in Russland und in Ländern der Russischen Förderation.
Wie sehen Ihre derzeitigen (musikalischen) Aktivitäten aus, was planen Sie für die kommenden Jahre? Ich arbeite an meinem neuen Album, das noch in diesem Jahr erscheinen soll, und gebe Konzerte. Im April hatte ich Shows in New York und Chicago, in den kommenden Wochen stehen Konzerte in Russland, Polen und in der Türkei an. Im Juni zeichne ich dann die vierte Staffel meiner Kabel-Eins-Sendung "Best of Formel Eins" auf. Ich werde auch weiterhin als Musiker und Moderator arbeiten, weil ich meinen Beruf liebe.
Die Fragen stellte Ingo Schneider. © RZ-Online 17.05.2005
Stiftungsgelder helfen der Jugendbücherei
Auch im Jahr 2004 konnte sich die Koblenzer Kinder- und Jugendbücherei der Stadtbibliothek wieder über die Unterstützung der Philippine-Kerwer-Stiftung freuen. Seit 2003 fließen die Erlöse aus dieser Stiftung auf Initiative von Ratsmitglied Anne Schumann-Dreyer in dringend notwendige Anschaffungen für Kinder und Jugendliche. Von den Stiftungsmitteln konnten im vergangenen Jahr über 200 neue Titel aus den Bereichen Sachbuch, Erstlesebuch und aktuelle Neuerscheinungen angeschafft werden. Die Neuerwerbungen stehen allen Interessierten jetzt mit erweiterten Öffnungszeiten zur Verfügung. Seit Anfang Januar hat die Stadtbibliothek ihre Öffnungszeiten verlängert: donnerstags bis 19 Uhr und samstags bis 13 Uhr.
(© RZ-Online 28.01.2005)
Eintauchen in die schöne Welt der Bücher
Förderverein
Lesen und Buch
setzt sich mit vielerlei Aktivitäten für das geschriebene Wort ein
KOBLENZ. Mit einem Vorurteil räumt die Gattin des Koblenzer Oberbürgermeisters gleich vorweg auf: "Wir sind ganz und gar nicht elitär!", sagt Gunhild Schulte-Wissermann. Wohl aber befindet sich jeder, der sich im "Förderverein Lesen und Buch/Freunde der StadtBibliothek Koblenz" für den Erhalt und die Förderung des geschriebenen Wortes einsetzt, in durchaus illustrer Gesellschaft. So tauchen in der Mitgliederliste nicht nur ein Germanistikprofessor der Koblenzer Universität und die Vorsitzende der Ex-Libris-Gesellschaft Deutschland auf, sondern etliche weitere Förderer mehr, deren Namen sich um vielversprechende Titel ergänzen ließen. Richtig wichtig sind der Vereinsvorsitzenden aber ganz andere Dinge: Zum einen sei es Ziel, die Attraktivität der Koblenzer StadtBibliothek zu steigern, zum anderen gelte es, kindliche Leseförderung zu unterstützen, erklärt Gunhild Schulte-Wissermann. Und dabei könne jeder seinen Beitrag leisten. Tatkraft ist gefordert, was die lange Liste der Aktivitäten verrät, mit denen die Kassen des Vereins zum Beispiel durch die regelmäßigen Bücher-Flohmärkte oder die Herbst- und Weinachtsbasare gefüllt werden sollen. "Beide Veranstaltungen haben sich zu einer Art Institution im Innenhof der Bibliothek etabliert. Gerade für die Bücher-Flohmärkte haben wir schon fast einen festen Kundenstamm. Und in gewisser Hinsicht ist der Verkauf gebrauchter Literatur ja auch eine Art Leseförderung", freut sich Hannelore Kraeber, Mundart-Expertin, Buchautorin und Mitglied des Fördervereins. Im Laufe der acht Jahre, in denen der nun besteht, hat sich das kleine Atrium der StadtBibliothek aber nicht nur wärmstens als "Handelsfläche" empfohlen. Mit bescheidenen, jedoch effektvollen Mitteln hat der Verein den Innenhof auch in eine kleine, neue Kulturstätte verwandelt. Unter rankenden Blumen und bei lauschigem Kerzenschein lud der Förderverein hier zum Beispiel im vergangenen Sommer zu einer literarischen Italiennacht, zu Kabarettabenden und Django-Reinhardt-Musik unter freiem Himmel ein. Gleiches gilt sicherlich auch in Bezug auf das Vereinsengagement für die Bibliothek selbst. Auf dem Weg zur "Wohlfühl-Bücherei" hat der Förderverein Bibliotheksleiter Dr. Ulrich Theuerkauf so schon mit dem einen oder anderen neuen Ausstattungsgegenstand unterstützt, darunter zwei Sesselgruppen, die im ersten und zweiten Stock zum Verweilen und Schmökern einladen. Richtig heimelig dürfen sich zudem die kleinen Besucher der Kinder- und Jugendbücherei fühlen, wenn sie in der vom Förderverein finanzierten Lesekiste in fremde Bücherwelten abtauchen. Und dass die Nutzer der "großen" Bibliothek in den dortigen Regalen seit geraumer Zeit stets auch die aktuelle Bestseller-Literatur finden, ist ebenfalls einer Anschubfinanzierung des Fördervereins "Lesen und Buch" zu verdanken. Darüber hinaus setzt sich Deutschlehrerin Gundhild Schulte-Wissermann gemeinsam mit ihren "Mitstreitern" auch für leseunterstützende Förderung innerhalb der Schulen ein. So hat der Verein die Konzeption einer Lese-Rallye in der Bibliothek finanziell unterstützt und sponsert begleitend dazu ein Vorlesetraining mit Ada Fürstenau. Bewerben können sich Koblenzer Grundschulen und weiterführende Schulen. "Etwa bis zur Klasse 8, weil die Konzeption sonst nicht mehr der Zielgruppe entspricht", erklärt die Vorsitzende. Etwas über der achten Klasse liegt dagegen die Zielgruppe der Veranstaltungen, die Gunhild Schulte-Wissermann als eine Art Jahres-Höhepunkt im Vereinsleben bezeichnet und die unter dem bereits vielversprechenden Titel "Literarisch-kulinarische Abende" fungieren. Auf den Gasflammen der Moselweißer Fachschule für Hotelbetriebswirtschaft köcheln dann Leckereien, die zum Beispiel in den Werken Fontanes, Kästners oder in denen anderer Größen der Literaturwelt einst beschrieben worden sind. Diniert aber wird an ganz besonderen Orten, wobei das Rezitieren weiterer Prosa und Lyrik für den passenden Ohrenschmaus sorgt.
Annette G. Herrmann ( © RZ-Online 2.12.2004)
Bibliotheks-Chef will den Umzug
Dr. Ulrich Theuerkauf stimmt dem Gutachten über eine kulturelle Nutzung des Zentralplatzes zu - "Neues Profil ist richtig" Der Leiter der Stadtbibliothek Koblenz, Dr. Ulrich Theuerkauf, unterstützt einen möglichen Umzug der gesamten städtischen Bücherei an den Zentralplatz.
Dies schlägt das Gutachten über die kulturelle Nutzung des Platzes vor (RZ vom Mittwoch). Eine Neu-Profilierung als "Mediathek" sieht er als wichtige Weichenstellung für die Zukunft an. KOBLENZ. Dr. Ulrich Theuerkauf stand im ständigen Kontakt mit Dr. Wilhelm Klauser. Deshalb war er auch wenig überrascht, als der Gutachter gemeinsam mit seinem Kollegen Bernd Hoge einen Umzug der Stadtbibliothek mit all ihren Teilen an den Zentralplatz vorschlug. "Das ist der richtige Weg", sagt der Leiter der Bücherei, von der RZ zum Gutachten befragt. Er habe vor allem einer kompletten Verlegung mit allen Bibliotheksteilen (Bücher, neue Medien, Altbestand, Buchbinderei, Magazin) an den neuen Standort zugestimmt: "Alles andere würde auch dem Gründungsgedanken aus dem Jahr 1827 widersprechen. Schon damals sollten alle Quellen an einem Ort zusammengeführt werden", erklärt Theuerkauf. Eine Verlegung an den Zentralplatz hält er für höchst sinnvoll: "Es ist bundesweit so, dass Bibliotheken die am stärksten genutzten Kultureinrichtungen sind. Auch bei uns." Außerdem verweist er zum Beispiel auf England, wo Büchereien als Frequenzbringer geradezu installiert werden: "Da gibt es Supermarktketten, die sich nur dort ansiedeln, wo schon eine Bibliothek ist." Leichten Herzens würde er natürlich dennoch nicht die historischen Bauten verlassen, in denen die Bibliothek derzeit untergebracht ist. "Aber auch ein Neubau könnte seinen eigenen Charakter haben, wenn man zum Beispiel auf rheinische Bautraditionen zurückgreifen würde." Sowohl für die Gutachter, als auch für Ulrich Theuerkauf steckt der Schlüssel eines neuen Standorts jedoch auch in einer neuen Konzeption, auch wenn nach Ansicht des Bibliotheks-Chefs die Bücherei derzeit bereits nicht allzu weit von einer "Mediathek" entfernt ist: "Neun Prozent unseres Bestandes sind so genannte ,Non-Books'. Damit bestreiten wir allerdings 25 Prozent unseres ,Umsatzes'. Wir sind bereits eine Multimedia-Bibliothek." Doch dieser Anteil werde noch steigen, ohne die Printmedien in ihrer Bedeutung zu verdrängen. Dennoch strebt auch Theuerkauf ein modernes Konzept an, verweist zum Beispiel auf die "Bibliothek 21" in Stuttgart. Dort wird die Bücherei (Infos unter www.stuttgart.de) bewusst als Lernort verstanden, als "Basis für die Wissensgesellschaft der Zukunft", als "Ort des lebenslangen selbstgesteuerten und zielgerichteten Lernens". Auch für Ulrich Theuerkauf ist das der Weg in die Zukunft, eine Umsetzung in einem großzügigen Gebäude wäre Zukunftssicherung. Überhaupt, die Großzügigkeit: Gerade die im Gutachten "MultiSpace" genannte variable Veranstaltungsfläche hat für ihn einen besonderen Reiz: "Wir haben derzeit die Brentano-Ausstellung laufen und dazu auch ein vielseitiges Rahmenprogramm geboten. Uns würde schon einiges einfallen für die kulturelle Nutzung einer solchen Halle."
Theuerkauf abschließend: "Wer eine Bibliothek baut, investiert in Bildung. Und Bildung ist die beste Zukunftsinvestition."
Tim Kosmetschke (30.10.2004 © RZ-Online GmbH )
Schmökerzwerge und Leseriesen
Wie lernen Kinder die spannenden Welten der Literatur kennen? Zum Beispiel bei der Geschichtenerzählerin Ada Fürstenau. "Kultur auf dem Kinderteller" muss servieren, wer schon den Kleinsten Appetit auf Lesen, Entdecken und Forschen machen möchte. Wie Stadtbibliothek und Koblenzer Museen kleinen Abenteurern "Lust auf mehr" vermitteln wollen, haben wir uns angeschaut. Beispiel Bücherei: Hier braucht's einen Ohrensessel und eine professionelle Geschichtenerzählerin - und der Lesehunger ist geweckt.
KOBLENZ. Cooles für Krimi-Kids, das sind die Seiten, die an diesem Tag aufgeschlagen werden in der Koblenzer Jugendbücherei. Der behäbige Ohrensessel steht bereit. Eine kleine Rasselbande wartet auf bunten Hockern. Manche der Schmökerzwerge sind bereits alte Hasen, gucken regelmäßig im Büchertempel vorbei. Und da kommt sie, die Geschichtenerzählerin: langes Haar, knallrotes Kleid. Ein Vorurteil wäre damit schon mal über den Haufen geworfen. Ada Fürstenau hat freilich nichts von einer klassischen Märchen-Oma. Mitgebracht hat sie den Kinderkrimi "Nick Nase stellt eine Falle".
Und der ist spannnend, hat darüber hinaus viele bunte Bilder zum Anschauen, die Ada Fürstenau immer wieder herumzeigt. Wer ist bloß der nächtliche Mülltonnen-Kipper? Ein Fall, der zum Himmel stinkt. Mini-Holmes Nick Nase muss sich gewaltig anstrengen, um das Rätsel zu lösen. Vor lauter Grübelei läuft er glatt vor den nächsten Laternenpfahl. Boing! "Ist euch das auch mal passiert?", will Ada Fürstenau wissen. "Neee!" - "Aber mein Papa läuft immer vor unsere Glastür!"
Mittlerweile fährt draußen ein Krankenwagen mit Blaulicht vorbei. Im Lesungsraum brabbelt ein kleiner Junge - Hintergrundgeräusche. Doch Ada Fürstenau bringt nichts aus dem Konzept. Schließlich macht sie diesen Job schon seit 15 Jahren, erzählt sie lachend.
Damals suchte die Bücherei eine Vorleserin. Ada Fürstenau wurde vom Fleck weg engagiert, brachte als dreifache Mutter bereits "viel-seitige" Leseerfahrung von Hause aus mit. Zudem nahm sie Schauspielunterricht, war im "Theater für 99" aktiv.
Nun liest sie alle 14 Tage donnerstags um 15 Uhr in der Kinder- und Jugendbücherei gleich neben der Florinskirche (geeignet für Kinder von drei Jahren an). An den Donnerstagen dazwischen ist Kollegin Henriette Vogt im Vorlesedienst. Zusätzlich ist Ada Fürstenau in der Stadtteilbücherei auf der Karthause zu erleben: Jeden Montag von 15 bis 16 Uhr liest sie dort für die Kleinen von drei Jahren an vor, im Anschluss, von 16 bis 17 Uhr, gibt's einen Leseworkshop für Schüler ab der zweiten Klasse.
Denn auch dies ist eine "Spezialität" der Koblenzer Geschichtenerzählerin. Richtig atmen, den Mund weit genug öffnen, mit der Stimme nicht zu sehr im Hals knödeln: In ihren Workshops vermittelt sie kleinen Leuten, wie man groß rüberkommt beim Lesen. Das macht fit im Kopf und ist gut fürs Selbstbewusstsein. Schulen können Ada Fürstenau bestellen - unentgeltlich. Denn die Leseworkshops werden gesponsert vom Förderverein der Stadtbibliothek.
"Darüber hinaus können auch Kindergartengruppen gern zu mir in die Jugendbücherei kommen", betont Leiterin Melanie Spieker. "Ich mache dann Führungen und spiele mit ihnen."- und Grundschulkinder ist kostenlos!
Und noch ein paar Highlights hält die Bibliothek für ihre junge Leserschaft in nächster Zukunft bereit: Im Rahmen der Jugendbuchwoche kommt Autor Peter Schwindt und liest aus "Justin Time" - am Dienstag, 9. November, um 16 Uhr (von zwölf Jahren an). Am Donnerstag, 11. November, 15 Uhr, spielt das Puppentheater "Wodo" Knisters "Hexe Lilli zaubert Hausaufgaben" (von fünf bis neun Jahren). Und am Donnerstag, 25. November, 15 Uhr, ist noch einmal das Mitmach-Märchen "Die schwarze Schlange" mit Ada Fürstenau zu erleben. Neue Abenteuer also für kleine Leseratten.
(Rhein-Zeitung v. 09.10.2004 Dinah Schmidt)
Am Sonntag, den 12.09.2004 fand zum 150. Geburtstag von Engelbert Humperdinck um 11 Uhr in der
Musikbibliothek/Mediothek ein
Vortrag von
Dr. Eva Humperdinck "Der unbekannte Engelbert Humperdinck - Züge seiner Persönlichkeit" statt. Das Streichquartett mit M. Borodulin spielte Kammermusik des Jubilars.
Stadtbibliothek stellte neuen Bücherbus vor!
Am Samstag, 28.02.2004, erfolgte auf dem Zentralplatz um 10 Uhr die offizielle Inbetriebnahme der neuen Fahrbücherei durch Oberbürgermeister Dr. E. Schulte-Wissermann. Bis 15 Uhr hatten alle Interessierten die Gelegenheit den neuen und modernen Bücherbus mit seinem vielfältigen Medienangebot in Augenschein zu nehmen und auch Medien auszuleihen.
Presse-Artikel zum Bücherbus bitte
hier klicken!
Zum
Fahrplan (Haltestellen & Öffnungszeiten) der Fahrbibliothek!
Beste NutzerInnen der Stadtbibliothek 2003
Das Bild zeigt v.l.n.r.: Bibliotheksleiter Dr. Ulrich Theuerkauf, die „Lesekönigin“ Hannelore Nillius, Kulturdezernent Detlef Knopp und Lisa Schmidt von der Grundschule Rübenach, deren Schülerinnen und Schüler im Vordergrund auf dem Sofa Platz genommen hatten.
1085 mal entlieh Hannelore Nillius im letzten Jahr Bücher, CD's und MC's bei der Stadtbibliothek Koblenz- vor allem in der Fahrbücherei.
Dafür wurde die Koblenzerin jetzt von Kulturdezernent Detlef Knopp am 29.01.2004 mit dem Anerkennungspreis "Leserin des Jahres" ausgezeichnet. Der Preis - bestehend aus einer Urkunde und einem Buchpreis - wurde in diesem Jahr zum ersten Mal in den Kategorien "Erwachsene", "Jugendliche", "Kinder" und "Schulen / Horte / Kindergärten" verliehen. Bei den Jugendlichen und Kindern gewannen Thi Tham Nguyen und Juliane Friedrich (706 bzw. 937 Entleihungen) jeweils den ersten Preis. Sieger bei den Schulen wurde die Grundschule Rübenach, deren Kinder im letzten Jahr insgesamt 240 Medien bei der Stadtbibliothek entliehen haben. Kulturdezernet Knopp hob bei dieser Gelegenheit die Bedeutung der Stadtbibliothek für das "kulturelle Leben" der Stadt Koblenz hervor.
Medienlieferdienst Rheinland-Pfalz
Koblenz in der Virtuellen BibliothekDie Stadtbibliothek Koblenz ist seit Mitte Oktober 20003
Liefer- und Vermittlerbibliothek im VBRP
express. Damit sind jetzt auch die Medienbestände der Stadtbibliothek über die gemeinsame Suchmaske der
Virtuellen Bibliothek Rheinland Pfalz (VBRP) online recherchierbar und können landesweit bestellt werden. Jede/r Interessent/in kann von zuhause, vom Arbeitsplatz oder aus einer Bibliothek nach z. B. Büchern recherchieren und per E-Mail bestellen. Das bestellte Medium kann innerhalb einer Woche bei der gewünschten Vermittlerbibliothek abgeholt werden. Es fallen Gebühren von 2,50 € pro Medium an.
Zum VBRPexpress bitte
hier klicken!
Nahe heran an Josepf Breitbach
Ausstellung in der Alten Burg mit Interessantem aus seinem Nachlass
KOBLENZ. Er war Schriftsteller, Journalist, Geschäftsmann - und er hätte in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert: Josef Breitbach aus Ehrenbreitstein. Jetzt ist dem berühmten Sohn der Stadt Koblenz eine Ausstellung mit dem Titel "Joseph Breitbach oder Die Höflichkeit des Erzählers" gewidmet, die in der Alten Burg bis zum 21. November (Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr) zu sehen ist. Bei der Eröffnungsveranstaltung im Haus Metternich nannte Kulturdezernent Detlef Knopp den Autor Breitbach auch "einen großen Europäer". Der Leiter der Stadtbibliothek, Dr. Ulrich Theuerkauf, freute sich, dass die Ausstellung - nach Marbach - jetzt in Koblenz zu sehen ist. Einen wissenschaftlich fundierten Einblick in Breitbachs Leben und Schaffen gab Wolfgang Mettmann, der Verwalter des Breitbach-Nachlasses. Dr. Jochen Meyer vom Deutschen Literaturarchiv in Marbach, der die Ausstellung erarbeitet hat, hielt einen Vortrag zu deren Entstehungsprozess. So habe er für diese Exposition zum ersten Mal aus Breitbachs überwältigend reichem Manuskript- und Korrespondenz-Nachlass geschöpft. Nicht chronologisch, sondern nach Themen geordnet präsentiert sich die Ausstellung. Drei Schwerpunkte sind erkennbar: Breitbach als Grenzgänger zwischen Deutschland und Frankreich. Breitbach als kritischer Zeitgenosse der 68. Generation. Und als Drittes sein erzählendes Werk, neu zur Diskussion gestellt. Seltene Exemplare Breitbachscher Werke können die Besucher der Ausstellung bewundern, etwa die Erstausgabe des in Koblenz spielenden Romans "Die Wandlung der Susanne Dasseldorf" (1932). Daneben bieten zahlreiche Fotos von Breitbach selbst, aber auch anderer berühmter Persönlichkeiten wie Jean Schlumberger (ein enger Freund Breitbachs) oder Briefe, etwa von Thomas Mann an Breitbach, ein interessantes Stück Zeitgeschichte. Die Ausstellung "Joseph Breitbach oder Die Höflichkeit des Erzählers" zeigt viele Facetten des Schriftstellers, der einerseits ein streitbarer Mensch war, sich aber andererseits - insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg - intensiv um eine deutsch-französische Annäherung bemühte. Christiane Hausding (Rhein-Zeitung v. 20.10.05)
Internet-Zugang zum Katalog der Stadtbibliothek realisiert!
Kulturdezernent Knopp (rechts) gibt im Beisein von Dr. Ulrich Theuerkauf, Thomas Koch und Jürgen Schneider von der Stadtbibliothek (links) das Startsignal
Mit einem symbolischen Knopfdruck hat
Kulturdezernent Detlef Knopp am
29.04.2003, 10 Uhr, im EG der Zentralbibliothek, Kornfortstr. 15, den Start zu dieser erheblichen
Dienstleistungssteigerung gegeben.
Seit 29. April 2003 ist der
Online-Bibliothekskatalog (OPAC) der Stadtbibliothek Koblenz nach mehrmonatiger Planung und Vorarbeiten seitens der Bibliothek, der Kevag-Telekom und des Kommunalen Gebietsrechenzentrums (KGRZ) der Stadt Koblenz im Internet zugänglich. Die Anzeige des Bibliotheksbestandes und der Benutzerkonten erfolgt im HTML-Format mit Hilfe eines „Web-Browsers“. Die Benutzer der Stadtbibliothek können nun von zu Hause oder jedem Internetanschluß neben der Suche nach bestimmten Titeln im Bibliothekskatalog auch ihr eigenes Konto einsehen, Vorbestellungen durchführen und ihre Leihfristen über das Internet selbst verlängern.Mit dem neuen
WWW-OPAC ermöglicht die Stadtbibliothek Koblenz einen fast 24-Stunden-Zugriff (Systemkonsolidierung ab 23:30 Uhr) auf ihren Katalog und die Selbstbedienungsfunktionen. Über Suchfelder kann nach Autorennamen, Titel oder Stichwort im Katalog recherchiert werden. Der OPAC ist Teil der neuen Softwaregeneration „Concerto“ der Firma
BiblioMondo (Köln). Damit ist Interaktivität in Echtzeit realisiert.
Unter der Internetadresse
http://opac.stb.koblenz.de/ hat jeder
direkten Zugang zum Bibliothekskatalog.
Thomas Koch (Stadtbibliothek Koblenz) 30.04.2003