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Valéry Giscard d'Estaing

Valery Giscard d'Estaing beim Eintrag in das goldene Buch der Stadt Koblenz.

Französischer Staatspräsident
von 1974 - 1981
* 02.02.1926 (Koblenz)

Zur Person:
Valéry Giscard d'Estaing wurde am 2. Februar 1926 in Koblenz (Coblence) geboren. Sein Vater Edmond gehörte zur Europäischen Liga wirtschaftlicher Zusammenarbeit (LECE), die im Jahre 1946 gegründet wurde.
Mit 18 Jahren verpflichtete Valéry Giscard sich in die erste Armee und nahm an Kampagnen von Frankreich und von Deutschland (1944-1945) teil. Er erhielt das Kriegskreuz (Croix der Guerre) und das Grand-Croix-Kreuz der Ehrenlegion. Den Besuch der polytechnischen Schule (Ecole Polytechnique) schloss d'Estaing mit dem Diplom ab. Nach weiteren Studien an der nationalen Verwaltungsschule (d' Administration Ecole Nationale) von 1949 bis 1951 verband er sein Wissen und Können in einer administrativen Laufbahn. Bis 1952 übte er zuerst einmal Dienste als Assistent und später als Inspektor (bis 1954) an der Inspektion der Finanzen aus.
Im Dezember 1952 heiratete er Anne-Aymone Sauvage von Brantes. (4 Kinder: Valerie-Anne, Henri, Louis, Jactine) 1980 besuchte das Paar Giscard's Geburtsstadt und sein Geburtshaus, welches im Jahre 1985 abgerissen wurde.

Werken und Wirken:
Valéry Giscard d'Estaing hat bis heute eine bewegte berufliche und politische Karriere.

Innenpolitik:
Giscard d'Estaing war gewähltes Parteimitglied von der Abteilung Puy-De-Dôme und wurde insgesamt viermal zur Nationalversammlung wiedergewählt (1956-1974). Von 1971 bis 1974 diente er als Bürgermeister von Chamalières (Puy-De-Dôme). Als General Council des Puy-Des-Dôme (Kanton von Rochefort-Berg) diente er 1958 bis 1974. Im März 1982 wurde er wiedergewählt.
Regierungspolitik:
Von 1959 bis 1962 war Giscard Staatssekretär der Finanzen. Ab 1962 war er vier Jahre lang Minister für Finanzen und ökonomische Angelegenheiten in den Debre- und Pompidou-Regierungen unter dem Präsidenten Charles de Gaulle (1963 unterzeichneten der französische Staatspräsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer im Pariser Élysée-Palast den Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit.) Er diente als Minister der Wirtschaft und der Finanzierung in den Chaban-Delmas und Messmer-Regierungen unter dem Präsidenten Georges Pompidou, dem Nachfolger de Gaulles.
Nach Pompidous Tod wurde d'Estaing mit knapper Mehrheit der Staatspräsident von Frankreich (1974-1981). Bei den Präsidentenwahlen im Jahr 1981 unterlag d'Estaing knapp seinem Gegenkandidaten Mitterrand.
Gründungspolitik:
Giscard d'Estaing wurde 1966 Präsident seines neu gegründeten Verbandes der unabhängigen Republikaner (FNRI). Drei Jahre später gehörte der dem Aktionsausschuß für die Vereinigten Staaten von Europa an. Ausschlaggebend war der Aufruf Jean Monnet, in dem es um Unterstützung für die Kandidatur Großbritanniens für die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) ging.

Außenpolitik:
Im Jahre 1970 übte d'Estaing den Vorsitz des Rates der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) aus. Er schlug dem Ministerrat der EWG den Plan von einer Wirtschafts- und Währungsunion vor. Den Plan Werner, der zum Gegenstand hatte, eine Währungsunion bis zum Ende des 2. Jahrzehntes einzuführen, unterstützt er weiterhin im Jahre 1972.
Seit Valéry Gisscard d'Estaing zum Präsidenten der französischen Republik gewählt war, verfolgte er mit der Unterstützung von Helmut Schmidt (Kanzler der Bundesrepublik ab 1974) die Belebung der europäischen Konstruktion. Beide verliehen der französisch-deutschen Partnerschaft einen gewissen neuen Elan. Gemeinsam stärkten sie die währungspolitische Zusammenarbeit, indem sie die Schaffung des Europäischen Währungssystem (EWS) vorantrieben.
Während seiner Amtszeit als Staatspräsident spielte er auch in vielen anderen internationalen Initiativen eine Rolle. Wichtige waren beispielsweise der Europäische Rat, das Europäische Parlament, der Weltgipfel, der Nord-Süd-Dialog (Erste Nord-Süd-Konferenz fand 1975 in Paris statt.) und einige Institute der Abrüstung.

Der Politiker heute:
Seit 1997 Präsident des Rates der Gemeinden und Regionen von Europa (RGRE), seit 2001 Präsident des europäischen Übereinkommens, seit 2002 Präsident des internationalen Beratenden Ausschusses der Notierungsagentur Fitch, und in anderen EU-fördernden Funktionen tätig.
2002 legte Valery Giscard d'Estaing, als EU-Konventionspräsident - 2001 vom Europäischen Rat dazu ernannt -, den ersten Entwurf für eine EU-Verfassung vor. Der Text umreißt Aufgaben und Ziele der Europäischen Union nach der geplanten Osterweiterung. Anhand dieses "Gerüstes für einen Verfassungsvertrag" betonte Giscard d'Estaing, solle der Konvent bis Mitte 2003 einen definitiven Text erarbeiten, der vor einer EU-Regierungskonferenz verabschiedet werde. Zeitig vor Aufnahme der zehn neuen Länder in die EU solle dieser ratifiziert werden.
Giscard d'Estaing hat viele Auszeichnungen und Preise erhalten. Am 29. Mai 2003 wurde ihm der Internationale Karlspreis zu Aachen verliehen. Giscard d'Estaing wurde so als großer Staatsmann und Europäer geehrt, der sich über viele Jahrzehnte um das Vereinte Europa verdient gemacht hat. Insbesondere galt dies auch, da er der EU durch die Ausarbeitung einer EU-Verfassung mehr Gestalt gegeben habe.

Am 22. Oktober 2006 wurde Valéry Giscard d´Estaing die Ehrenbürgerschaft seiner Geburtsstadt Koblenz verliehen.

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