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Ihr Standort: Stadtleben & Kultur > Stadtporträt > Berühmte Koblenzer
Joseph Breitbach
Journalist und Schriftsteller
* 20.09.1903 (Koblenz)
+ 09.05.1980 (München)
Joseph Breitbach, Sohn eines Ehrenbreitsteiner Volksschul-Direktors, besuchte ab 1913 das heutige Görres-Gymnasium, das er kurz vor dem Abitur verließ, um Buchhändler zu werden. Doch aus der Lehrstelle wurde nichts, stattdessen machte er von 1921 bis 1923 ein Volontariat bei der „Rheinischen Rundschau". Danach wurde er Leiter des Sportteils und Mitarbeiter des literarischen Teils dieser Tageszeitung. 1924 wechselte er in die Buch- und Musikalienabteilung des Kaufhauses Tietz. Gleichzeitig begann er seinen ersten Roman über die Besatzungszeit nach dem Ersten Weltkrieg.
1925 kehrte Joseph Breitbach seiner Heimat endgültig den Rücken und arbeitete im Augsburger Kaufhaus Landauer, wurde aber nach Erscheinen der Warenhauserzählung „Rot gegen Rot" entlassen. Erst jetzt beschloss er, sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. München, Prag und vor allem Paris wurden Stationen seines Wirkens. Er knüpfte Kontakte zu bekannten Schriftstellerkollegen wie Thomas Mann. Sein Werk „Die Wandlung der Susanne Dasseldorf" wurde vom NS-Regime verboten. Joseph Breitbach begann, Emigranten zu helfen. Er stellte ihnen seine Pariser Wohnung zur Verfügung und siedelte später ins unbesetzte Marseille über. Breitbach arbeitete mit der Widerstandsbewegung und dem französischen Geheimdienst zusammen. Nach Kriegsende veröffentlichte Joseph Breitbach Beiträge in der „Zeit" und im „Figaro". Als sein Hauptwerk gilt heute der Roman "Bericht über Bruno", der 1962 im Insel-Verlag erschien. Einige seiner Romane und Theaterstücke wurden verfilmt. Für seine Verdienste um die deutsch-französische Aussöhnung wurde er mit höchsten Auszeichnungen geehrt.
Seit 1998 wird der vom Schriftsteller selbst gestiftete Joseph-Breitbach-Preis alljährlich an einen deutschsprachigen Autor verliehen. Der Joseph-Breitbach-Preis ist der höchstdotierte deutsche Literaturpreis.
