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Koblenzer Muttersprache - Beispiele

von Hannelore Kraeber

In Wortartikeln wird das Mundartwort mit grammatischen Angaben vorgestellt und aufgezeigt in welchen Verbindungen es gebraucht wird – oft in „Steckelcher“ und welche Bedeutungsnuancen es besitzt. (Willkürliche Auswahl aus Hannelore Kraeber, Neues Wörterbuch der Koblenzer Mundart)

Schängel, dä, pl. –e, Dim. Schängelche
1. Jean, Vorname, aus dem in der Vergangenheit stark gebräuchlichen Namen Johann und französischem Vornamen Jean (Schang)* wurde in der Mundart „Schängel“, * s. auch Schangele
2. Pseudonym für alle Koblenzer. Die Hymne dazu, dat „Kowelenzer Schängelche“ vom Mundartdichter Josef Cornelius wurde von Carl Kraehmer vertont, der Schängelbrunnen am Rathaus wurde 1940 von Prof. Burger geschaffen.
3. Lokalanzeiger, Koblenzer Schängel, „Dä Schängel“ wie dat Wocheblättche liebevoll von dänne Kowelenzer genannt wierd, kimmt seit 1964 in der Rejel äimol en der Woch.
4. Schängel.Maat, Verkaufsmarkt des Koblenzer Handels jeweils im September, veranstaltet vom Koblenzer Bürger- und Verkehrsverein.

Schangel, dä, pl. –e
Franzosen, Die Schangele scheine bei de Kowelenzer Mädcher schwer beliebt gewes zu säin. Dat es sugar em ierschde Lehrplan für die Eziehung des weiblischen Geschlechts zo Beginn vom 9. Jh. Berücksichtischt wure. Verfasser wor der Pasdur J.G. Lang. Do kammer o.a. lese: „VII-Französische Sprache, Diese Sprache ist allgemein beliebt und für das Frauenzimmer beinahe unentbehrlich. Man siehet die Erlernung derselben als einen wesentlichen Theil der weiblichen Erziehung.“

Fackelzuch, dä, pl. –zisch
1. Umzug an St. Martin
2. Fackelzuch mache, umschweifiges Reden, „Mach net esu en Fackelzuch, komm zor Sach.“
3. Aufhebens, Dä Kaiser Napoleon hat Kowelenz e Stadtwappe, dat sugar am 7.Nov.1811 vom Innenministerium en Paris ausgewählt on genehmischt es wur, verliehe. Scheinbar hat mer awer keine Fackelzuch domet gemacht, denn närjens es bekannt, ob dat Wappe von „Napoleons Gnad“ jemols gebraucht es wur. En demm Stadtarchiv on enem Landeshauptarchiv wierd et offbewahrt.

Monnie, die
Geld, Monnie es freher en der Münz om Münzplatz gepräscht wur. En der französischen Zäit hiss dä Platz deshalw „ruelle de la monai“. So stieht et winnistens em Almanach d’adresses de la ville de Coblence pur 1804.>frz. monnaie<

Steckelche, dat, pl. –r
Kleine Erzählung, kleine Anekdote, Die Kowelenzer Steckelcher von Josef Eisenach säin häit noch en Fondgruw fier aale Kowelenzer Geschichtcher.