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Stadtporträt
Am Plan
Ab den Anfängen des 16. Jahrhunderts liefen auf dem „Sueplan“ wie auf allen anderen mittelalterlichen Gassen die Schweine umher. Außerdem tummelten sich hier auch die Hühner und Hunde. Ende des 16. Jahrhunderts wurde der „Neuw Plan“ nach vorhergehenden katastrophalen Ereignissen neu bebaut. Es entstanden um diese Jahrhundertwende ein Brunnen, auch Pütz genannt, und die Vorläufer der Häuserbauten „Vier Türme“. An dem Brunnen wurden die Pferde getränkt. Der Platz wurde ab Anfang des 17. Jahrhunderts für öffentliche Turniere und Hinrichtungen am Galgen genutzt. Gegen Ende diesen Jahrhunderts ordnete der Koblenzer Stadtrat an, den „fürnaembsten Platz der Statt“ zu säubern und auch zukünftig in Ordnung zu halten.
Anfang des 19. Jahrhunderts war der Plan der vornehmste Platz in Koblenz. Die Franzosen nannten ihn „Place de Grenadiers“ und „Place Napoléon“. In den streng klassizistischen Bauten war die Hauptwache mit einigen Dienstwohnungen, die Stadtkommandantur, und jahrzehntelang das Rathaus. Das Gebäude der ehemaligen Feuerwache hat auf der Südseite drei und auf der Nordseite zwei Stockwerke, wo es an das höhergelegene Terrain der Liebfrauenkirche angrenzt. Im Jahre 1806 wurde die berühmte Koblenzer Opernsängerin, Henriette Sontag, Am Plan im Haus Entenpfuhl 1, geboren. Eine Gedenktafel an ihrer Geburtsstätte erinnert noch heute daran.
Koblenz damals: in den 20er und 30er des 20. Jahrhunderts befand sich am Plan die Endhaltestelle der Straßenbahn-Linien von Metternich, Lützel und Neuendorf. Zuletzt wurde die „Elektrische“, wie sie liebevoll von den Einheimischen genannt wurde, im Jahre 1961 mit Blumen und Trara verabschiedet. Noch bis Anfang der 70er Jahre war die Feuerwache hier stationiert. Die Feuerwehrmänner konnten hautnah beim Ausrücken nach dem Alarmsignal beobachtet werden. Bis 1888 hatte der ehemalige Oberbürgermeister seine Dienstwohnung im Haus Nummer 9. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs war zudem sein Dienstwagen über Nacht in einem Depot der Feuerwache abgestellt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die meisten Häuser niedergebrannt. Die repräsentativen Bauten an der Nordseite wurden vollständig zerstört. Unglücklicherweise wurden etliche Bekleidungs- und Schuhgeschäfte jüdischer Geschäftsleute vernichtet. Mit der Währungsreform setzte danach erst einmal der Wiederaufbau ein. Es führte ein Straßenzug über den Altengraben, den Plan, den Entenpfuhl über die Kornpfortstraße zur Mosel. Der Aufgang vom Plan zum Chor von Liebfrauen ist seitdem ein schöner Winkel geworden. Die Neugestaltung des Viertels um den Plan, wozu des Weiteren die Fußgängerzone mit ihren Geschäften zu zählen ist, wurde um 1975 abgeschlossen. Bis hier die Geschäfte florieren sollten, war die Schaffung von Parkplätzen in neu zu schaffenden Tief- und Hochgaragen notwendig.
Heute locken in jeder Ecke einige einladende Lokalitäten. Werbegemeinschaften vertreten die Interessen der Koblenzer Bürger- und Geschäftswelt in der Altstadt. Regelmäßig finden Feste und Events statt. Unter anderem wird der Plan als Weihnachtsmarkt, zum Altstadtfest und in den Koblenzer Herbstwochen genutzt. (I.Alt)
