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Stadtporträt


Jesuitenplatz

Bildcollage Jesuitenplatz -  Fotos: I. Alt
Im 16. Jahrhundert wollte Kurfürst Johann VI. von Leyen zunächst die Verkehrsbedingungen am Rheinufer und die dortige Anbindung an die Koblenzer Innenstadt verbessern. Noch zu seinen Lebzeiten trieb er daher die damit verbundenen baulichen Maßnahmen des Altstadtbereiches voran. Sein Nachfolger, Jakob III. von Eltz, versuchte mit allen Mitteln die Reformation zu verhindern. Trotz Augsburger Religionsfriedens ordnete er an, nur noch denjenigen das Bürgerrecht zu verleihen, die eine katholische Religionszugehörigkeit nachweisen konnten. Deshalb rief der Erzbischof auch gegen Ende des 16. Jahrhunderts die Jesuiten nach Koblenz. Der Orden erhielt das Kloster der Zisterzienserinnen, die ihre Gebäude verlassen mussten und auf die Insel Niederwerth übersiedelten. Schnell bauten die Jesuiten das Kloster um und erweiterten es um das Jesuitenkolleg. Anfang des 17. Jahrhunderts errichteten sie an der Stelle der ehemaligen Bernharduskirche ihre Kirche. Die gotische Fassade schmückten sie mit barockem Portal und ihren Heiligenfiguren aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb diese Westfassade der Jesuitenkirche mit ihrem runden Rosettenfenster erhalten. Bis Ende des 17. Jahrhunderts befand sich vor der Kirche ein Friedhof. Um den Jahrhundertwechsel errichteten die Jesuiten den zweiflügeligen "Schulbau", das heutige Alte Rathaus. Mit der Inschrift „Jesuitenkollegium“ am Rathausbogen wird an die älteste Schuleinrichtung der Stadt erinnert.

Seine Form erhielt der Jesuitenplatz erst unter dem Landherrn Clemens Wenzeslaus. Geprägt wurde das derzeitige Gesicht durch die Umsetzung der Pläne des Hofbaumeisters Sebastini. Das Jesuitenkolleg nimmt auch heute den größten Teil der Südseite des Platzes ein. Seit Ende des 19. Jahrhunderts dient das alte Kolleg als Rathaus. In der Mitte des Platzes befindet sich das Denkmal des berühmten Koblenzer Johannes Müller, der sich würdevoll über das Treiben am Platz erhebt. Relativ neu wurde der Platz etwa in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Inzwischen ist er Teil einer der schönsten Seiten in der Koblenzer Altstadt. Durch die enge Jesuitengasse, die schon im 14. Jahrhundert als Nonnengasse und "in der alten Lehr" bezeichnet wurde, gelangen die Besucher an ausgefallenen Läden vorbei in den Entenpfuhl, von wo aus der Einkaufsbummel weiter in die Innenstadt fort gesetzt werden kann. (I.Alt)
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