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Ihr Standort: Wirtschaft & Verkehr
Strukturpunkte
Der zentrale Bedarfsdecker der Bundeswehr
1956 – das „Amt Blank“ hieß bereits seit 1955 Bundesministerium für Verteidigung - wurde aus der Außenabteilung Koblenz die Abteilung XI, Rüstungsamt.
Im Vorwort des Nachtrags zum Bundeshaushalt wurden auch die Aufgaben der geplanten neuen Bundesoberbehörde, die aus dem Bundesverteidigungsministerium ausgegliedert werden sollte, wie folgt beschrieben: “Fertigungsvorbereitung, Beschaffung und Güteprüfung“.
Zunächst verblieb das Amt im Verband des Ministeriums und erhielt erst am 8. Oktober 1958 den Status einer eigenständigen, dem Verteidigungsministerium unmittelbar nachgeordneten Bundesoberbehörde mit der Bezeichnung „Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung“.
Seine Aufgaben wurden wie folgt definiert: Die Durchführung der technischen Entwicklungsaufgaben, die Fertigungsvorbereitung einschließlich der Erstellung von technischen Lieferbedingungen; die zentrale Beschaffung des für die Bundeswehr nötigen Materials, die Steuerung der dezentralen Beschaffung, die den Wehrbereichsverwaltungen übertragen ist; die Bearbeitung der Güteprüfung, der Aufbau der Erprobungsstellen; die fachliche Aufsicht über diese sowie die Anordnung und Durchführung von Erprobungen.
Die Aufgaben wurden in acht Abteilungen, die alle nach dem Bundeswehr- und Geräteprinzip ausgerichtet waren, bearbeitet und durch vier Vorschaltabteilungen unterstützt, in denen zentrale Aufgaben der Verwaltung, der allgemeinen Technik, der Güteprüfung und des Vertrags- und Preiswesens wahrgenommen wurden. Zum technischen Geschäftsbereich gehörten die Erprobungsstellen, zwei Marinearsenale und weitere Dienststellen.
Anlässlich der Amtseinführung des Präsidenten General Willikens im Jahr 1972 stellte der Bundesminister der Verteidigung Helmut Schmidt die Umorganisation des Rüstungsbereiches in den Mittelpunkt seiner Rede.
Die Aufgaben wurden zwischen dem Bundesministerium der Verteidigung und dem BWB grundlegend neu geordnet. Das Ministerium beschränkte sich auf folgende Aufgaben: Grundsatzplanung, Forschung, wesentliche Entscheidungen im Verfahrensablauf sowie die einleitende Objektplanung der Vorhaben mit besonderem finanziellen, wirtschaftlichem und bündnispolitischem Gewicht.
Die geräteorientierte Struktur wurde durch die Schaffung von Projektbereichen, die gleichrangig neben den Abteilungen standen, fortentwickelt. Grundsätzlich änderte diese Organisationsform jedoch nichts an der Gliederung der Aufgabenbereiche in Abteilungen, die nach Fachgebieten aus dem Rüstungsbereich und dem Bundeswehrbereich gebildet worden waren.
Durch einen Erlass des Bundesministers der Verteidigung vom 28.05.1993 wurde die Aufgabenstellung des BWB und seiner Dienststellen neu festgelegt.
Der Aufgabenkatalog enthielt nun das Management komplexer Vorhaben, Systemtechnik, Systemtechnologie im Phasenvorlauf, Forschungs- und Technologieaufgaben, Beschaffung, zentrale technische Aufgaben einschließlich Güteprüfaufgaben, zentrale wirtschaftliche und Verwaltungsaufgaben, Controlling, technische Aufgaben im Rahmen des gesamten Entstehungsganges von Wehrmaterial.
Bis zum Jahre 1999 wurde nach Vorgaben des BMVg die Anzahl der Mitarbeiter, der Fachbereichsabteilungen des BWB und ihrer Referate reduziert.
Das BWB kann mittlerweile auf eine fast 50jährige erfolgreiche Arbeit zurückblicken.
Neben dem Hauptsitz in Koblenz zählen zum BWB noch weitere sieben Wehrtechnische Dienststellen, drei Wehrwissenschaftliche Institute und das Marinearsenal mit Betrieben in Wilhelmshaven und Kiel. Daneben unterhält das Amt auch eine Dienststelle in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Seit April 2003 hat das BWB eine neue Organisationsstruktur eingenommen. Die Umstrukturierung des Amtes ist Teil des Reformkonzeptes der vom ehemaligen Bundespräsidenten Dr. Richard von Weizsäcker geleiteten Kommission "Gemeinsame Sicherheit und Zukunft der Bundeswehr". Sie orientiert sich an den Zielsetzungen des vom Bundeskabinett am 01.12.1999 beschlossenen Programms "Moderner Staat - moderne Verwaltung" und soll damit die Konzentration des BWB auf die Kernaufgabe, das Management von Projekten ermöglichen.
Anstelle der sechs nach dem Geräteprinzip geordneten Fachabteilungen wurden nun vier Projektabteilungen (Management auf Systemebene) mit den Schwerpunkten Land-Kampf, Land-Unterstützung, Luft und See eingerichtet. Unterstützt werden diese von zwei Serviceabteilungen (wirtschaftlich-technischer Service und Zentralservice) anstelle der bisherigen drei Querschnittsabteilungen.
Einen Teil der Aufgaben hat durch Ausgliederung der Abteilung Informationstechnik (IT) und Teilen der Abteilung Fernmeldetechnik und Elektronik (FE) das am Standort Koblenz neu entstandene Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr übernommen.
Weitere fachtechnische Aufgaben sollen noch zu den Dienststellen im Geschäftbereich des BWB verlagert werden, die im vergangenen Jahr ebenfalls eine neue Struktur erhalten haben.
Mit der neuen Aufgabenverteilung, neuen Organisationsstruktur und neuen Verfahrensbestimmungen für die Entwicklung und Beschaffung von Wehrmaterial (Customer, Product, Management CPM) leistet das BWB einen Beitrag auf dem Weg zu einer modernen und effektiven Beschaffung von Wehrmaterial für die Bundeswehr.
