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Zentrales Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr Koblenz

Das Zentrale Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr Koblenz (ZInstSanBwKOBLENZ) ist mit ca. 270 Mitarbeitern das größte von drei Zentralen Instituten des Sanitätsdienstes der Bw. Die Aufgaben der 5 Abteilungen sind vielfältig und zum Teil einzigartig.  
 
Eine Hauptaufgabe der  Abteilung I – Medizin – liegt im Bereich der speziellen laborgestützten medizinischen Diagnostik von Infektionskrankheiten. Die Fachärzte für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie oder Laboratoriumsmedizin sowie die medizinisch-technischen Mitarbeiter der Abteilung versorgen die zivilen und militärischen Patienten des Bundeswehrzentralkrankenhauses in Koblenz, der anderen Bundeswehrkrankenhäuser, der im Ausland befindlichen Einsatzlazarette sowie der Fachsanitätszentren. Infektionen durch Bakterien, Vieren, Pilze oder Parasiten und Erkrankungen des Immunsystems werden mit modernsten Methoden festegestellt. Damit wird auch der zunehmenden Bedeutung der Infektionskrankheiten bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr Rechnung getragen.
 
Zweiter Aufgabenschwerpunkt ist die Präventivmedizin und der Infektionsschutz, d. h. alle Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge, die im Vorfeld getroffen werden, um Gesundheitsschädigungen gar nicht erst eintreten zu lassen. Dazu unterhält die Abteilung ein Impfzentrum, das auch staatlich zugelassene Gelbfieberimpfstelle ist und alle reisemedizinischen oder einsatzvorbereitenden Impfungen und Beratungen durchführt.
 
Die Laborgruppe Hygiene, die in intensiver Zusammenarbeit mit dem Hygienefachpersonal der Bundeswehrkrankenhäuser die Krankenhaushygiene als Kernaufgabe betreibt, dient ebenso dem Infektionsschutz wie die Medizinische Zoologie/Entomologie. Diese befasst sich mit allen Fragen der Krankheitsübertragung durch Tiere (insbesondere Insekten)-d. h. Erkennen, Bekämpfen, Verhüten -. Ebenso werden hier Methoden der Abwehr und Bekämpfung von Vorrats- und Materialschädlingen für die Bundeswehr bewertet, umgesetzt und unterrichtet.
 
Die Laborgruppe Elektronenmikroskopie unterstützt neben den Abteilungen des Institutes auch das Bundeswehrzentralkrankenhaus und das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung in Diagnostik und Forschung.
In den Abteilungen II – Veterinärmedizin – (in Mainz) und III – Lebensmittelchemie/Oekochemie  - erfolgen überwiegend Untersuchungen zum vorbeugenden Gesundheitsschutz der Soldaten. Beide Abteilungen sind hierzu nach weltweit geltender ISO-Norm akkreditiert.
 
Die Laborabteilung II ist insbesondere für die Untersuchung von Lebensmitteln tierischer Herkunft verantwortlich. Diese hochwertigen und teueren Produkte sind gegenüber nachteiligen Beeinflussungen, die durch mikrobiellen  Verderb zur Gesundheitsgefährdung des Soldaten führen können, besonders empfindlich. Sie werden deshalb in drei Laborgruppen umfassenden sensorischen, histologischen, parasitologischen, mikrobiologischen, immunologischen und melokularbiologischen Prüfungen unterzogen. Für die Hygieneüberprüfung und -beratung in Truppenküchen und Betreuungseinrichtungen sowie für die nachträgliche Untersachenforschung zu Erkrankungen steht ein mobiler Labortrupp bereit. Weitere Untersuchungsschwerpunkte sind mikrobiologische Untersuchungen von Trink- und Badewasser, biologische Prüfungen von Arzneimitteln sowie der Nachweis von Zoonose- und Tierseuchenerregern aus Untersuchungsmaterial von Tieren.   
 
Der Auftrag der Laborabteilung III – Lebensmittelchemie / Oekochemie – ist die lebensmittelchemische Untersuchung und Begutachtung von Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen und Trinkwasser und sonstiger ökochemischer Proben im Rahmen der Überwachung des Verkehrs mit Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen und Trinkwasser in der Bundeswehr.
 
In fünf Laborgruppen werden chemische und physikalisch-chemische Untersuchungstechniken wie z.B. Photometrie, Chromatographie, Gravimetrie, Volumetrie, Potentiometrie usw. eingesetzt. Schwerpunkte bilden dabei die Rückstands- und Toxinanalytik, z.B. die Untersuchungen auf Schimmelpilzgifte oder auf Rückstände in Pflanzenschutzmitteln und Schwermetallen, die Untersuchung von Lebensmitteln aller Art auf qualitätsbestimmende Parameter wie beispielsweise Fett-, Eiweiß- und Vitamingehalt, chemisch-toxikologische und ökonomische und Analytik von Wasser jeder Art sowie die chemisch-technische Analytik von Ausrüstungsgegenständen. Ergänzt wird das Untersuchungsspektrum durch lebensmitteltechnologische Untersuchungen sowie Untersuchungen von Lebensmitteln und Trinkwasser auf radioaktive Kontaminanten.
 
Der Zuständigkeitsbereich dieser Abteilungen erstreckt sich auf Einrichtungen und Liegenschaften der Bundeswehr in den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen und Nordrhein-Westfalen (Wehrbereich West).
Beide Laborabteilungen entsenden regelmäßig mobile Labortrupps in die Einsatzgebiete (EUFOR/KFOR, ISAF), um auch für die Soldaten im Einsatz die Lebensmittel- und Trinkwassersicherheit zu gewährleisten.  
 
Die Laborabteilung IV – Wehrmedizinische Ergonomie und Leistungsphysiologie – besteht aus den vier Laborgruppen: Medizinische Leistungsdiagnostik, Umweltergonomie und Bekleidung, Psychologische Ergonomie, Technische Ergonomie, Systeminformatik und Biometrie. Zentraler Aufgabenschwerpunkt der Abteilung ist die wissenschaftliche Bearbeitung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, die sich mit der „Optimierung der soldatischen Leistung“ beschäftigen. Dies umfasst sowohl Arbeitsplatz, Material, Ausrüstung und Bekleidung von Soldaten wie auch die Auswahl und Vorbereitung von Soldaten auf belastende und anspruchsvolle Aufgaben. Durch die Neuausrichtung der Bundeswehr haben sich die Untersuchungsfelder erheblich vertieft und erweitert: In „Vor-Ort-Analysen“ und Labortests wird z.B. der Einfluss von Alter, Geschlecht, Trainingszustand, Arbeits- und Umweltbelastungen oder auch der Ausrüstung auf die Gesundheit und Leistung von Soldaten untersucht.
 
Auch die Laborabteilung V – Blutspendedienst der Bundeswehr- ist einmalig innerhalb der deutschen Streitkräfte. Mit mobilen Spendeteams werden pro Jahr deutschlandweit bis zu 35.000 Vollblute von Soldaten und zivilen Mitarbeitern auf freiwilliger Basis gewonnen. Sie werden zu Erythrozytenkonzentrat (Blutkonserven) sowie zu gefrorenem Human-Plasma verarbeitet. Die Konserven dienen der Versorgung aller Bundeswehrkrankenhäuser und Feldlazarette im Rahmen von Auslandseinsätzen.
Darüber hinaus werden zivile Krankenhäuser und im Rahmen der humanitären Hilfe ein Thalassämie-Kinderkrankenhaus auf Sardinien unterstützt. Selbstverständlich leistet der Blutspendedienst auch in Katastrophenfällen sofort und unbürokratisch Hilfe.          
 
Nach umfangreichen Laborprüfungen von Blutgruppenmerkmalen und sogenannten Infektionsparametern hinsichtlich verschiedener Virusinfektionen genügen alle Blutprodukte den hohen Qualitätsanforderungen, die europaweit im zivilen Blutspendewesen gelten. Außerdem werden in Zusammenarbeit mit dem Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz Eigenblutspenden für Patienten angeboten, die planbaren Operationen entgegensehen. Schließlich ist die Laborabteilung V – mit einer Teileinheit am Standort München – für die routinemäßige Bestimmung der Blutgruppe bei allen Soldaten zuständig.