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Pressemeldungen der Stadt Koblenz

Koblenz zeigt Flagge gegen Antisemitismus

Gemeinsam haben sie direkt vor dem Rathaus ein deutliches Zeichen gesetzt: Oberbürgermeister David Langner, der Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Avadislav Avadiev und PD Dr. Margit Theis-Scholz, Dezernentin für Bildung und Kultur. Mit der Aktion „Flagge zeigen für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus“ ruft der Kölner Verein, der das diesjährige Jubiläumsjahr „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ koordiniert, dazu auf, sich klar zu positionieren. Für Langner eine Selbstverständlichkeit. „In Koblenz ist kein Platz für Antisemitismus“, betont er. „Wir wollen den Dialog in unserer Stadt weiter ausbauen, um Vorurteile abzubauen. Projekte und Veranstaltungen, die dies ermöglichen und dazu ermutigen, sich für demokratische Werte einzusetzen und Zivilcourage zu zeigen, spielen dabei eine wichtige Rolle.“ Die Aktion reiht sich ein in eine Reihe von Initiativen in diesem Jahr. „Die vielen Projekte und Veranstaltungen sind Ausdruck einer gut funktionierenden und fruchtbaren Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinde, die auch unabhängig von dem diesjährigen Jubiläum besteht“, erklärt Theis-Scholz. Avadiev bestätigt diesen Eindruck: „Wir freuen uns, dass wir in Koblenz auf viele aufgeschlossene und interessierte Bürgerinnen und Bürger treffen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Dabei geht es uns nicht nur um eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Der Holocaust darf nicht vergessen werden, doch ist es gerade heute umso wichtiger, auch auf das gegenwärtige jüdische Leben zu blicken und die Gemeinsamkeiten hervorzuheben, die wir als Religionsgemeinschaften und als Menschen haben.“

Am 11. Dezember 321 erließ der römische Kaiser Konstantin ein Edikt, das besagt, dass Juden städtische Ämter bekleiden dürfen. Damit ist belegt, dass jüdische Gemeinden bereits seit der Spätantike wichtiger integrativer Bestandteil der europäischen Kultur sind. 1700 Jahre später, im Jahr 2021, wird dieses Jubiläum gefeiert – bundesweit mit zahlreichen Veranstaltungen und Projekten, die die Vielfalt jüdischen Lebens präsentieren, Begegnung ermöglichen und helfen wollen, Vorurteile abzubauen.
Auch in Koblenz wurden einige Projekte im Zusammenhang mit dem Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ umgesetzt, z.B. digitale Stolperstein-Gedenkrouten in der Koblenz App, ein jüdisch-christliches Konzert auf dem Florinsmarkt oder ein Vortrag über das Jungsein als Jude in Deutschland aus der Perspektive eines jüdischen Studenten. Die jüdische Kultusgemeinde öffnete eine ganze Woche lang im September ihre Pforten für interessierte Bürgerinnen und Bürger, um gemeinsam das jüdische Laubhüttenfest SUKKOT zu feiern und Einblicke in jüdische Traditionen und Festtage zu geben. Die Ausstellung "Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach" zeigte auf dem Clemensplatz Biographien von deutschen jüdischen Profiathleten und -athletinnen, neue Stadtführungen nehmen jüdisches Leben in Koblenz in den Blick. Beim literarischen Kammerkonzert mit dem Ensemble OPUS 45 und Schauspieler Roman Knižka wurden Spenden für den Bau der neuen Synagoge in Koblenz gesammelt. Das Stadtarchiv hat eine Publikation über das jüdische Leben in Koblenz und Umgebung erstellt, die insbesondere als praktische Unterrichtshilfe für Lehrkräfte gedacht ist und im Januar erscheint.

Basis für diese Programmvielfalt sind die vielen zivilgesellschaftlichen Initiativen und Vereine, wie die Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit und der Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus, das Katholische Forum sowie zahlreiche Kooperationspartner wie der Sportbund Rheinland, das Bundes- und das Stadtarchiv. Viele Angebote ermöglicht das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, durch welches die Stadt Koblenz für die Umsetzung lokaler Projekte gefördert wird.

Hinweis:

Die Handflaggen können bei der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie Koblenz, angesiedelt im Kultur- und Schulverwaltungsamt, auch für zukünftige Aktionen ausgeliehen werden.  

PD Dr. Margit Theis-Scholz, Avadislav Avadiev und Oberbürgermeister David Langner stehen vor dem Rathaus und präsentieren im Rahmen der Aktion "Flagge zeigen für ein jüdisches Leben und gegen Antisemitismus" eine bunte Flagge mit der Aufschrift "Auf das Leben!"
v.l. PD Dr. Margit Theis-Scholz, Avadislav Avadiev und Oberbürgermeister David Langner zeigen Flagge für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus