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Vernetzt. Poesie und Malerei - Christel Bak-Stalter zum 85. Geburtstag

Am Freitag, den 11. Februar 2022 eröffnete im Mittelrhein-Museum Koblenz die neue Kabinettausstellung „Vernetzt – Poesie und Malerei“, mit Werken der aus St. Ingbert stammenden Künstlerin Christel Bak-Stalter (*1937). Die Kabinett-Ausstellung beleuchtet den intuitiven Werkprozess der Künstlerin, die Literatur und Musik ebenso in Malerei überführt, wie ihre innersten Empfindungen. Um  einen malerischen Ausdruck für die von der Poesie ausgelösten Emotionen zu finden, fühlt sie sich in den Text ein, indem sie ihn handschriftlich fixiert. Dem Rhythmus und Metrum der Lyrik folgend, bringt sie dann verdünnte Farbe mit Schwämmen, Pinseln oder mit bloßen Händen auf das Papier  auf – mal pastos, reliefartig, mal durchscheinend, lasierend.

 

Auf diese Weise nähert sie sich der Dichtung von Paul Celan, Charles Baudelaire oder der Prosa von Thomas Mann, verwebt in ihrem Werk Literatur, Poesie, Musik und Malerei. So ist die Serie zu „Gustav Mahlers 5. Sinfonie“ eine bildnerische Reaktion auf das Erleben von Gustav Mahlers Musik. Ordnet man diese Serie in das Gesamtwerk der Künstlerin ein, so spielen möglicherweise auch literarische Bezüge eine auf den ersten Blick nicht offensichtliche Rolle. Wenn man die überragende Bedeutung des Werks von Thomas Mann für die Künstlerin in Rechnung stellt, dann könnte man die Wahl der 5. Sinfonie Mahlers auch mit dem Autor in Verbindung bringen. In der Novelle „Der Tod in Venedig“ versah Thomas Mann seine Hauptfigur mit Zügen von Gustav Mahler. So sind in der Ausstellung, neben der Serie zu Gustav Mahler gleich zwei Werkserien zu Thomas Manns Künstlerroman „Doktor Faustus“ zu sehen. 


Ergänzt werden diese Werkgruppen der Jahre 2001-2004 durch neueste Arbeiten, worin sich Christel Bak-Stalter von den literarischen Vorlagen löst und ihrer eigenen Gefühlswelt annähert. Diese informellen Bilder ist Ausdruck eigener Empfindungen, „Gefühle – über den Kopf verdaut“, so die Künstlerin. Das verästelte Liniengeflecht der Serie der „Programmierungen“ (2020/21) erinnert auf den ersten Blick an schematische Darstellungen auf Schalttafeln. Trotzdem entstehen auch diese Werke spontan und assoziativ und offenbaren bei näherer Betrachtung eine feingliedrige Vernetzung von Farbe, Hintergrund und Linie. Sie sind eben kein konkretes Abbild eines technischen Vorgangs, sondern Ausdruck der emotionalen Verschaltung der Welt.


Weitere Informationen: mittelrhein-museum.de



Bild:

Kabinettausstellung „Vernetzt – Poesie und Malerei“ eröffnet - v.l.: Elisabeth Sauer-Kirchlinne (Vorsitzende Freundinnen und Freunde des Mittelrhein-Museums und des Ludwig Museums zu Koblenz e.V.), Christel Bak-Stalter, Mathias von der Bank (Leiter Mittelrhein-Museum), Dr. Margit Theis-Scholz (Dezernentin für Bildung und Kultur)
Foto: Mittelrhein-Museum

Kabinettausstellung „Vernetzt – Poesie und Malerei“ - v.l.: Elisabeth Sauer-Kirchlinne (Vorsitzende Freundinnen und Freunde des Mittelrhein-Museums und des Ludwig Museums zu Koblenz e.V.), Christel Bak-Stalter, Mathias von der Bank (Leiter Mittelrhein-Museum), Dr. Margit Theis-Scholz (Dezernentin für Bildung und Kultur)
Kabinettausstellung „Vernetzt – Poesie und Malerei“ - v.l.: Elisabeth Sauer-Kirchlinne (Vorsitzende Freundinnen und Freunde des Mittelrhein-Museums und des Ludwig Museums zu Koblenz e.V.), Christel Bak-Stalter, Mathias von der Bank (Leiter Mittelrhein-Museum), Dr. Margit Theis-Scholz (Dezernentin für Bildung und Kultur)