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Deutsches RegioPole-Netzwerk erhält Bundesförderung

Das Deutsche RegioPole-Netzwerk erhält bei einem Kostenvolumen von knapp unter 2,1 Mio. Euro eine Förderung von 1,8 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE), welches das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat verantworten. Der Leiter des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Dr. Markus Eltges, übermittelte Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe in seiner Funktion als Vorsitzender des Netzwerks den Förderbescheid. Geschäftsführer der Netzwerks ist der Leiter des Trierer Amtes für Stadtentwicklung und Statistik, Dr. Johannes Weinand.

 

Das Deutsche RegioPole-Netzwerk wurde 2016 gegründet. Ihm gehören die Städte Bielefeld, Erfurt, Koblenz, Paderborn, Rostock, Siegen, Trier, und Würzburg an. Das Netzwerk soll Großstädte zwischen 100.000 und 500.000 Einwohnern, die außerhalb von Metropolregionen in ländlichen Räumen liegen, als Innovations- und Wachstumsmotoren und in ihrer Entwicklungs- und Versorgungsfunktion für das Umland stärken. Die Begriffe „Regiopole“ und „Regiopolregion“ kommen aus der Raumordnung und Stadtentwicklungsplanung.

 

Die Bundesregierung hat mit der Gleichwertigkeitskommission – unter Vorsitz der Bundesminister Seehofer, Klöckner und Giffey – den Abbau räumlicher und sozialer Disparitäten und die Förderung des ländlichen Raums vereinbart. Hierbei werden auch die Regiopolen als ein Instrument benannt. Die Facharbeitsgruppe 3 „Raumordnung und Statistik“ dieser Expertenkommission empfiehlt dem Bund zu prüfen, welche Rolle die sogenannten Regiopolen hierbei übernehmen können.

 

In dem auf drei Jahre angelegten Modellvorhaben des Bundes sollen Wege erprobt werden, die Infrastrukturausstattung in Regiopolen zukunftsfähig zu erhalten, qualitativ auszubauen und neue teilmetropolitane Infrastrukturangebote in Stadt-Umland-Kooperationen zu errichten. Die Themen und Leitprojekte einer zukunftsorientierten Infrastrukturentwicklung sollen ein breites Spektrum regionaler Entwicklung abdecken. Sie reichen von Mobilität und Energie über Wirtschaft und Digitales, bis hin zur Bildung und Forschung sowie Kultur. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Kooperation mit den die Regiopolen umgebenden ländlichen Räumen.

 

„Um gleichwertige Lebensverhältnisse zu fördern, müssen wir das Augenmerk auch auf eine gute Arbeitsteilung zwischen den Metropolregionen und den urbanen Zentren in ländlichen Räumen richten. Dabei kommt den Regiopolen eine zentrale Funktion zu als starke Zentren für Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Bildung und Kultur abseits der Ballungsräume“, sagt der Leiter des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Markus Eltges. „Ich freue mich, dass die Förderung durch den Bund Wege aufzeigt, welche die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Regiopolen weiter stärken werden. Dabei gilt es, die Kooperation zwischen Stadt und Umland mitzudenken. Wichtig ist mir, dass das Modellvorhaben Erkenntnisse bringt, die auch andere Regiopolen nutzen können.“


Im März 2019 gelang es den Oberbürgermeistern der Regiopolen, darunter der Koblenzer OB David Langner, ihre Bundestagsabgeordneten überfraktionell in Berlin über den geplanten Antrag zu informieren. Die Abgeordneten haben die sogenannten „Berliner Empfehlungen für ein Bundesförderprogramm zum Aufbau von Regiopolen und Regiopolregionen für Deutschland“ unterschrieben und damit einen wichtigen Beitrag zur Bewilligung des Antrags geleistet. Rückendeckung für das Netzwerk kommt auch vom Deutschen Städtetag, der die Bedeutung von Regiopolen in einem Beschluss des Präsidiums vom September 2019 betont.

 

Jede Regiopole ist für die Weiterentwicklung eines Infrastrukturbereiches verantwortlich. Letztendlich sollen mit dem Modellvorhaben konkrete Leitprojekte im Förderzeitraum umsetzungsrelevant entwickelt und zwischen den Regiopolen und den Regiopolregionen abgestimmt werden.

 

In der Regiopolregion Koblenz steht die Weiterentwicklung der Digitalisierung und der Digitalen Infrastruktur zur Wirtschaftsentwicklung im Fokus. Das Oberzentrum Koblenz übernimmt in spezialisierten Bereichen bereits heute wichtige Versorgungsfunktionen für die gesamte Region. Diese sind vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklungen langfristig zu erhalten und in speziellen Bereichen auszubauen. Auch den Bereichen „Weiterbildung“ und „Forschung“ kommt eine große Bedeutung zu. Die Digitalisierung bietet Chancen, Angebote der Gesundheitsinfrastruktur in der Region zu vernetzen und vor allem auch die Weiterentwicklung der Universität und der Hochschule als tragende Elemente der Region voranzutreiben.