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Max Jacoby

Max Jacoby - Foto: Landesmuseum Ausstellungskatalog

Fotograf
* 08.06.1919 (Koblenz)
+ 15.03.2009 (Berlin)

Zur Person:
Max Jacoby wurde am 8. Juni 1919 in Koblenz geboren. Seine Eltern Johannes und Mela Jacoby stammten aus jüdischen Familien. Der Vater war Kaufmann in der Rhein-Mosel-Stadt. Seine Schulzeit verbrachte Max in Koblenz und später in Berlin. 1937 ging der damals 18jährige mit seiner Familie nach Südamerika ins Exil. Bereits als Siebenjähriger entdeckte und erforschte Max die Welt mit seinem ersten eigenen Fotoapparat. In Buenos Aires machte er dann seine fotografische hochwertige Ausbildung unter anderem bei Georg Friedman.

Werken und Wirken:
Max Jacoby arbeitete ab 1941 als selbständiger Fotograf für Zeitschriften und Werbeagenturen in Südamerika und New York. 1951 gründete er mit anderen Fotografen die Vereinigung "Group of Ten". Mit ihrem gestalterischen Anspruch erhöhten sie das künstlerische Niveau der südamerikanischen Fotografie. Als 38jähriger Emigrant kehrte er schließlich an den Ort, wo sein Flucht begann, zurück. Seitdem lebt Jacoby wieder in Berlin. Weiterhin bewegt er sich beständig in den großstädtischen Welten der Metropolen Jerusalem und New York. Bis in die 68er war er für amerikanische und deutsche Buchverlage, die ihren Sitz in Berlin hatten, tätig. Es entstanden Fotobände wie "Berlin Impressionen". Über Jahrzehnte hielt Jacoby mit seiner ständigen treuen Begleiterin - seiner Kamera - die gespannte Situation der geteilten Stadt fest. Gleichzeitig schwang wohl stets sein gebrochenes Verhältnis zu Deutschland mit. Ausdrucksstarke situative Mauerbilder, experimentelle lichte Nachtaufnahmen und bestechend anmutende Porträts von Musikern auf Jazzkonzerten finden sich im "West-Berlin-Zyklus". Darunter sind insbesondere Legenden wie Dave Brubeck, Miles Davis und Ella Fitzgerald. Zudem lichtete Jacoby die ersten Gestalten der deutschsprachigen schriftstellerischen Intellektuellen ab: Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll, Günter Grass und andere. Der Bildjournalist visualisierte gekonnt mit seinen fotografischen Zeugnissen ein Stück Leben jener Jahre. In seinen Momentaufnahmen drückt er deutlich das vorherrschende Lebensgefühl aus. Eine vom Aufbruch und Individualismus geprägte Ära spiegelt sich dokumentarisch auf den Lichtbildern ab. Dazu gehören gerade die Aufnahmen zeitgeschichtlicher politischer Erreignisse wie der Besuch Kennedys in Berlin oder ein Empfang der englischen Königin. Jacoby schaffte in wunderbarer Weise strukturale Konstellationen von zeitlos anmutenden Städteansichten. Beständig zieht sich die Porträtfotografie wie ein roter Faden durch seine künstlerische Arbeit. So fotografierte er auch in den 70ern viele bekannte Gesichter aus verschiedensten künstlerischen Bereichen. Einfühlsam hat er die berührenden Szenen der Künstler auf Film gebannt. Beim Blick auf den amerikanischen Komponisten Elliot Carter scheint der Betrachter geradezu dessen Musik zu vernehmen. Auch ohne Worte wird der französische Pantomime Marcel Marceau direkt verstanden. Stets ist er in seinen Einzelbildern und Serien der Natur des Menschen auf der Spur.

Ab 1976 arbeitete Max gemeinsam mit seiner Frau Hilla, eine Autorin. Es entstanden schöne Buchpublikationen: "Shalom - Impressionen aus dem Heiligen Land" und "Schweden".

Der Fotograf Max Jacoby veranstaltete viele Einzelausstellungen in Buenes Aires und den europäischen Städten London, Mailand und Wien. Auf etlichen internationalen Weltausstellungen unter anderen 1968 "Unterwegs zum Paradies" und "Die Kinder der Welt" war er mit seinen Bildern vertreten. Mit Goldmedaillen des Art Directors Club in Buenos Aires (1955) und des Grand Prix Asahi world contest erhielt er anerkennende Auszeichnungen. 1976 zeichneten die Juroren der Weltmesse der Photographie in Köln einen Teil seines künstlerischen Schaffens - seine Berlin-Portraits - mit dem Obelisk der "Photokina" aus. (I.Alt)

In Koblenz:

  • 1987 Kulturpreisträger der Stadt Koblenz

  • 16.03.-27.04.2003 Sonderausstellung
    im Landesmuseum Koblenz e.V.
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