Planzeichnung

Umwelt und Planung

Schotter ade    |    Jetzt wird es bunt
Foto: Gärten des Grauens auf Facebook und Instagram


Gemeinsames Modell-Projekt der Klimaschutzbeauftragten 
und des Eigenbetriebes Grünflächen- und Bestattungswesen

An einem konkreten Beispiel möchten die Klimaschutzbeauftragte und der Eigenbetrieb zeigen, wie aus einem sterilen, geschotterten Vorgarten ein Ort für Artenvielfalt und Biodiversität werden kann.

Hierfür werden Eigenheimbesitzer gesucht, die ihren geschotterten Vorgarten gerne in ein Kleinbiotop umwandeln würden -  aber nicht wissen wie und hier auf Beratung und Unterstützung angewiesen sind.

Das Modell-Projekt wird mit den Auszubildenden des Eigenbetriebes durchgeführt und dient somit gleichzeitig zur Weiterbildung der Gärtner-Azubis und wird für die Ausbildung als Projektarbeit gewertet.


Darum geht es:

Wie überall wurden auch in Koblenz in etlichen Vorgärten in den vergangenen Jahren Schottergärten angelegt. Dies widerspricht nicht nur häufig den Festsetzungen in den Bebauungsplänen, sondern auch den Zielen der Stadt Koblenz im Hinblick auf Biodiversität, Artenschutz und Durchgrünung der Stadt.

Ein naturnah gestalteter Vorgarten - zum Beispiel bepflanzt mit Stauden, Zwiebelpflanzen und Bodendeckern - steigert die Wohnqualität und bietet einen Lebensraum für unzählige Insekten, Vögel und Kleinsäuger.

Darüber hinaus haben naturnah gestaltete Vorgärten einen positiven Einfluss auf das lokale Temperaturgeschehen. So wurde bei entsprechenden Temperaturmessungen festgestellt, dass die Oberflächentemperaturen eines geschotterten und des direkt benachbarten, begrünten Vorgartens eine Differenz von 30°C aufwiesen.  


Die Mär vom pflegeleichten Schottergartens:

Als Argument für die Anlage eines Schottergartens wird immer wieder die „Pflegeleichtigkeit“ angeführt. Etliche Hausbesitzer haben aber zwischenzeitlich feststellen müssen, dass das nicht stimmt. Denn durch den Eintrag von angewehten Samen, Laub und Blütenblättern und das Herauszupfen aufkommender Keimlinge zwischen den Steinen sind Schottergärten in der Pflege sehr aufwändig - sofern wenn nicht zu Unkrautvernichtungsmitteln gegriffen wird bzw. Moose und Algen mit chemischen Mitteln bekämpft werden.


Bewerben Sie sich!

Bewerben können sich alle Koblenzer Eigenheimbesitzer mit einem sonnig bis halbschattig gelegenen Vorgarten, der eine Mindestgröße von 15 - 25 m² aufweist.

In der aussagekräftigen Bewerbung sollen die Motive dargelegt werden, die zu der Anlage eines Schottergartens geführt haben und warum nun der Wunsch besteht, diesen umzuwandeln zu lassen. Aussagekräftige Fotos des Schottergartens runden die Bewerbung ab. 

Die Bewerbung kann formlos erfolgen, es sollten jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Den Umbruch (Entfernung des Schotters, Vorbereitung des Untergrunds, Einbringung von Substrat, Dünger) übernimmt der Eigenbetrieb, lediglich für die Bepflanzung wird eine Kostenbeteiligung von ca. 250 € vorausgesetzt.
  • Das Modellprojekt soll eine Signalwirkung haben und viele Nachahmer finden. Deshalb wird es durch eine intensive Pressearbeit begleitet. Der Eigentümer erklärt sich damit einverstanden, dass die Arbeiten in seinem Garten und die Entwicklung der Stauden dokumentiert und für die weitere Pressearbeit verwendet werden. Idealerweise steht er auch für Interviews zur Verfügung.
  • Der Bewerber ist damit einverstanden beim Umbruch des Schottergartens und bei der Pflanzaktion mitzuwirken und der Neuanlage für den nachhaltigen Erfolg die notwendige Pflege zukommen zu lassen.

Das ist der Zeitplan:

Umbruch und Pflanzaktion im Oktober/November

Die Gärtnerauszubildenden schauen mit dem Eigentümer den Garten an und besprechen gemeinsam, wie dieser umgestaltet werden kann. Ein Plan wird gezeichnet und zusammen mit der vorgesehenen Pflanzliste und dem Pflanzplan an dem Garten aufgestellt. 

Der eigentliche Umbruch des Gartens und die Bepflanzung wird vorbereitet und die Pflanzaktion erfolgt mit den vorab ausgewählten Stauden sowie Blumenzwiebeln als Frühjahrsgruß.


Begleitende Pressearbeit Herbst 2020 bis Frühjahr 2022 

Die Entwicklung des Gartens soll während der Aktion und nach der Aktion bis einschließlich Frühjahr 2022 dokumentiert und für die Öffentlichkeitsarbeit verwendet werden.  

  • Herbst 2020:  Die Auszubildenden erläutern die einzelnen Schritte des Umbruchs, welche Pflanzen ausgesucht worden sind und warum diese für den Standort am besten geeignet sind. 
  • Frühjahr 2021: Wie hat sich der Garten entwickelt? Was blüht schon und welche Insekten wurden dadurch angelockt?
  • Sommer 2021: Was blüht jetzt im Sommer? Welche Insekten nutzen das Angebot? Wie stellt sich das lokale Temperaturgeschehen im Unterschied zu benachbarten, versiegelten Bereichen dar? 
  • Herbst 2021: Wie hat sich der Garten weiterentwickelt, welche Spätblüher stehen in dieser Jahreszeit den Insekten noch zur Verfügung?  
  • Frühjahr 2022: Wie sieht der Vorgarten nach einem Jahr aus? Wie zufrieden ist der Eigentümer mit seinem Klein-Biotop?

Bewerbungsfrist 30. September

Bewerbungen können bis zum 30. September 2020 entweder postalisch oder per E-Mail  bei der Klimaschutz-beauftragten Frau Dagmar Körner (siehe Kontakt) eingereicht werden.   



Foto: Stadt Koblenz
Die Bepflanzung auf dem Friedrich-Ebert-Ring (Foto: Stadt Koblenz)
Foto: Stadt Koblenz



Kontakt

FrauDagmarKörner
Klimaschutzbeauftragte
Bahnhofstraße 47
56068 Koblenz