Luftbild Gewerbepark Bubenheim/B9

Wirtschaft

Europäische Investitionsoffensive

Was ist die Investitionsoffensive für Europa?

Seit der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise leidet die EU unter einem niedrigen Investitionsniveau. Deshalb sind gemeinsame und koordinierte Anstrengungen auf europäischer Ebene erforderlich, um diese rückläufige Entwicklung aufzufangen und neuem Wachstum in Europa den Weg zu ebnen. Es stehen Ressourcen in angemesser Höhe zur Verfügung, die zur Förderung von Investitionen EU-weit mobilisiert werden müssen. Eine einfache Antwort, Wachstum auf Knopfdruck und Patentrezepte gibt es nicht.

Die Investitionsoffensive für Europa, der sogenannte Juncker-Plan, verfolgt drei Ziele, nämlich die Beseitigung von Investitionshindernissen, die Bekanntmachung und technische Unterstützung von Investitionsprojekten und die intelligentere Nutzung der finanziellen Ressourcen. Der Plan stützt sich auf drei Säulen:

  • Erstens den Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI), der mit einer EU-Garantie private Investitionen mobilisieren soll. Dazu unterhält die Kommission eine Zusammenarbeit mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) als strategischem Partner.
  • Zweitens die europäische Plattform für Investitionsberatung und das europäische Investitionsvorhabenportal, die durch technische Hilfe und eine stärkere Bekanntmachung von Investitionsmöglichkeiten zur Verwirklichung vorgeschlagener Investitionsprojekte beitragen sollen. Die Plattform wird gemeinsam mit der EIB-Gruppe betrieben.
  • Drittens die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmen durch Beseitigung regulatorischer Investitionshemmnisse auf nationaler und auf europäischer Ebene

Quelle:  hier


Fragen & Antworten zur Europäischen Investionsoffensive


  • Schließung der Investitionslücke - Ursache/Problematik

    "Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise hat wichtige Investitionen in die Infrastruktur, Innovation und den privaten Sektor ausgebremst.

    Derzeit liegt das Investitionsvolumen in Europa 15 % unter dem Niveau vor der Krise. Europa muss diese Lücke schließen, um sich von der Krise zu erholen und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

    Die Investitionslücke in Europa deutet auf ein Marktversagen hin:
    Die Investoren sind nicht mehr wie im bisherigen Umfang in der Lage, Risiken zu übernehmen."

  • Wozu ein Investitionsplan für Europa?

    Der Investitionsplan versucht folgende Punkte zu beeinflussen oder von ihnen zu profitieren:

    • Investitions- und Wettbewerbsrückstand
    • Hohe Liquidität am Markt
    • Knappe Haushaltsmittel
    • Finanzielle und nichtfinazielle Investitionshindernisse
  • Wer hat die Leitung und Organisation des EFSI?
    • EIB-Gruppe (EIB + EIF) (Europäische Investitionsbank, Europäischer Investment Fond) verantwortet alle EFSI-Operationen
      • erscheinen in der Bilanz der EIB
      • unterliegen den Standard-Prüfungsverfahren
      •  werden durch die Leitung der EIB und des EIF genehmigt


    • Zusätzliche Leitungsstrukturen des EFSI
      • Lenkungsrat
      • Investitionsausschuss unter dem Vorsitz des geschäftsführenden Direktors
  • Welcher Zusatznutzen und Ziele werden durch die geförderten Projekte erreicht?

    Folgender Zusatznutzen und deren Ziele werden durch die finanzierten Projekte geförert:

    Nutzen

    • Ausgleich von Marktversagen oder schwierigen Investitionsbedingungen
    • Finanzierung von Operationen, die andernfalls nicht im gleichen Umfang möglich wären
    • Absicherung eines Teils des Risikos, um zusätzliche Investitionen anzuschieben


    Ziele

    • Größmögliches Wachstum
    • Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen
    • Mobilisierung weiterer Finanzierungsquellen
  • Welche Schlüsselsektoren werden durch die Initiative unterstützt?

    Mit Unterstützung des EFSI stellt die EIB-Gruppe Mittel für wirtschaftlich tragfähige Projekte bereit, bei denen sie einen Zusatznutzen bewirkt, auch für Projekte, die risikoreicher als die gewöhnlichen EIB-Aktivitäten sind.

    Schwerpunktmäßig wird sich der EFSI auf Sektoren konzentrieren, in denen die EIB-Gruppen über erwiesene Sachkenntnis und die Fähigkeit verfügt, die europäische Wirtschaft positiv zu beeinflussen:

    • strategische Infrastruktur, einschließlich digitaler Netze, Verkehr und Energie
    • Ausbau der erneuerbaren Energien und Ressourceneffizienz
    • ökologische, städtebauliche und soziale Projekte
    • Bildung und Ausbildung, Forschung, Entwicklung und Innovation
    • Förderung von KMU und Midcap-Unternehmen
  • Welche Instrumente werden für die Finanzierung verwendet?

    Folgende Instrumente werden von EIB-Gruppe für die Finanzierung von Projekten eingesetzt:

    • Darlehen
    • Garantien
    • Produkte zur Bonitätsverbesserung, um Kapitalmarktfinanzierung anzukurbeln
    • eingekapitalähnliche Produkte, auch solche, bei denen ein Technologie-, Nachfrage- oder Regulierungsrisiko besteht
  • Wer kommt für eine Förderung in Betracht?
    • Unternehmen jeglicher Größe, einschließlich KMU (bis zu 250 Mitarbeiter) und Midcap-Unternehmen (bis zu 3.000 Mitarbeitern)
    • Versorgungsunternehmen
    • Unternehmen des öffentlichen Sektors
    • nationale Förderbanken oder sonstige Banken, die als zwischengeschaltete Institute eignen
    • spezialisierte Investitionsplattformen
  • Welche Kriterien müssen die förderfähigen Projekte erfüllen?

    Um eine möglichste hohe Erfolgsquote zu erreichen, müssen die eingereichten Projekte unteranderem folgende Kriterien erfüllen:

    • wirtschaftlich solide sowie volkswirtschaftlich und technisch tragfähig sein
    • den EU-Zielen entsprechen und nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung fördern
    • so weit ausgereift sein, dass sie bankfähig sind
    • eine dem Risiko angemessene Rendite bieten