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Historie

Historische Bebauung der Koblenzer Innenstadt
Historische Bebauung der Koblenzer Innenstadt
Die Stadt Koblenz kann auf eine über 2000-jährige Geschichte zurückblicken. Aufgrund der strategisch günstigen Lage am Zusammenfluss von Rhein und Mosel haben hier alle Epochen der europäischen Geschichte ihre kulturellen Spuren hinterlassen.

Die Römer gaben Koblenz den Namen, denn ihr erstes Kastell an der Stelle des heutigen Münzplatzes hieß „castellum apud confluentes“. Unter den Franken im späten Mittelalter wurde Koblenz die Stadtrechte verliehen. Das älteste bekannte Stadtsiegel stammt von 1214. Im 14. Jahrhundert, zu kurfürstlicher Zeit, begann der Aufstieg der Stadt zu einer der bedeutendsten am Mittelrhein. In den Jahren 1777 bis 1786 wurde das Kurfürstliche Schloss von Kurfürst Clemens Wenzeslaus erbaut. Im 19. Jahrhundert erfolgte der Ausbau von Koblenz von den Preußen zur Garnisons- und Festungsstadt. Sie errichteten ein großes Festungssystem mit mehreren Anlagen. Die Festung Ehrenbreitstein als Teil dieser Anlage wurde in den Jahren 1817- 1828 erbaut. Sie ist heute nach Gibraltar die größte Festung Europas.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde auf einer künstlich aufgeschütteten Landzunge am Zusammenfluss von Rhein und Mosel das Denkmal für Kaiser Wilhelm I. errichtet. So entstand das Deutsche Eck, benannt nach der Niederlassung (Ballei), die der Deutsche Orden dort errichtet hatte.

Den Ersten Weltkrieg überstand Koblenz fast ohne Bombentreffer und große Zerstörungen. Der Zweite Weltkrieg jedoch brachte schwere Zerstörungen über Koblenz.  1944 wurden 87 % der Stadt zerstört. 1962 erreichte Koblenz 100.000 Einwohner und wurde Großstadt.
Wiederaufbauplan für Koblenz 1957
Wiederaufbauplan für Koblenz 1957
Historie des Zentralplatzes
Der Zentralplatz ist keine historische Platzanlage, sondern ein Produkt der Nachkriegszeit und des Wiederaufbaus.

Bis zum Bau der mittelalterlichen Stadtmauer, die vor dem Zweiten Weltkrieg noch diagonal über den heutigen Zentralplatz verlief, sind im Bereich des heutigen Zentralplatzes keine Baureste nachgewiesen.

Die Görgenstraße (früher Görgengasse) war bereits bebaut. Besonders erwähnenswert ist die ehemals dort existierende Dominikanerinnenkirche mit Kloster St. Martin von 1684.

Bereits etwa um 1320 wurde dort ein Beginenkonvent von dem Koblenzer Schöffen Godebert oder dessen Sohn Johann (Stiftsherr im damaligen Stift auf dem Beatusberg) gegründet.

Erste größere Bautätigkeiten gab es im Rahmen der ersten Bauphase der Stadtmauer unter Erzbischof Arnold v. Isenburg ab 1242, wobei die Befestigungsanlage im Zentralplatzbereich vermutlich zunächst nur als Erdwall ausgeführt wurde. Erst ab 1276 wurde unter Heinrich v. Vinstingen dort eine Mauer errichtet. Sie reichte von der Görgenpforte in der Görgengasse bis zur Schuhpforte im Bereich des heutigen Schängel-Centers. Dazwischen lagen noch zwei der üblichen Halbtürme im Mauerverlauf. Dieser Bereich wurde Wasserturmsmauer genannt und existierte in Teilen noch bis zum Bau der Tiefgarage in den 1960er Jahren. Die Görgenpforte wurde 1830 bei der Anlage der Viktoriastraße beseitigt. 1852 wurde die Schuhpforte abgerissen. Dieser Turm wurde auch Wasserturm genannt, da von dort aus bei der Anlage der Metternicher Wasserleitung die verschiedenen Stadtbrunnen gespeist wurden. Hierauf ist auch die Bezeichnung der Wasserturmsmauer zurückzuführen.

In kurfürstlicher Zeit (ab dem 17. Jahrhundert) verlief im Vorfeld nach Süden hin ein Teil der bastionierten Befestigungsanlagen. Diese wurden beim Schlossbau unter Clemens Wenzeslaus ab 1777 und besonders mit Anlage der Clemensstraße ab 1786 in großen Teilen entfernt.

Bereits 1792 wurde die Anlage einer Magazinstraße im südlichen Bereich des heutigen Zentralplatzes 1837 geplant, aber erst 1837 in anderer Form und zu anderen Zwecken verwirklicht. Die neue Magazinstraße erhielt ihren Namen durch das  von 1835 bis 1837 erbaute preußische Proviantmagazin Nr. 6, das sich anstelle des 2005 abgebrochenen Hauses der Begegnung zwischen der Casino- und Viktoriastraße auf einer Länge von 108 und einer Breite 22 Metern im südlichen Bereich des heutigen Zentralplatzes erstreckte. Der mächtige Bruchsteinbau bestand aus drei Geschossen und Mezzaningeschoss. 
Der Zentralplatz 1960
Der Zentralplatz 1960
Sein  Vorläufer war das bereits 1833 vollendete Proviantmagazin Nr. 5 in Höhe des ehemaligen „Residenz“-Gebäudes. Der  zweigeschossige Bau wies zwar nur eine Größe von 50 x 17 Metern auf, war aber der erste Militärversorgungsbau auf diesem staatseigenen Gelände, das entsprechend seiner Nutzung als Magazingrundstück bezeichnet wurde. Beide Objekte wurden nach Kriegszerstörung 1951/1953 abgebrochen und durch französische Bauten für die französische Besatzung ersetzt. So entstanden auf dem ehemaligen Magazingrundstück u. a. das Foyer du Soldat, das 1957 als Haus der Begegnung an die Bundeswehr überging, ein Kino, das spätere „Residenz“, sowie eine Polyklinik, die 1962 dem Hygienisch-Medizinischen Institut der Bundeswehr übergeben wurde.

Entlang der Ostseite läuft die seit 1816 sogen. Casinostraße, vorher Wasserturmstraße, die ab dem Ende des 18. Jahrhunderts bebaut wurde. Dort hervorzuheben ist das Zivilkasino, das der Straße den Namen gab. Es wurde ab 1827 von  Ferdinand Nebel gebaut, bis 1900 mehrfach erweitert und verändert. 1944 ist es ausgebrannt. Bauherr und  Eigentümer war die 1808 gegründete Casinogesellschaft.

Im Gegensatz zu der durch die französische Besatzung und den deutschen Staat forcierte Bebauung des staatlichen Magazingrundstücks dauerte der Neuaufbau des städtischen Geländes um die in großen Teilen erhalten gebliebene Wasserturmsmauer wesentlich länger. Erst der 1957 von Eberhard Berg, dem Leiter des städtischen Planungsamtes, erarbeitete Aufbauplan für die Innenstadt berücksichtigte die Erschließung des Geländes in Form eines Zentralplatzes, der zum Kernstück und Mittelpunkt der aufstrebenden Großstadt werden sollte. Diesem städtebaulichen Anspruch und Ziel entsprechend entschied der Stadtrat – allerdings mit nur einer Stimme Mehrheit – 1962 den völligen Abbruch der Wasserturmsmauer.

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