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Foto: Strong Shadow

Florinsmarkt

Mehrmalige Belagerungen der Stadt im Dreißigjährigen Krieg waren eine Katastrophe für Alt-Coblenz. Zudem verschlechterte sich der damalige Geldwert soweit, dass das rheinische Kurfürstentum letztendlich seine münzpolitische Rolle verlor. Danach wütete mehrere Jahre die Pest über die Bevölkerung. Das städtische Leben hatte sich inzwischen mit seinem Schwerpunkt nach dem Florinsmarkt verschoben. Koblenz zählte ungefähr 3000 Einwohner und der Rat der Stadt hatte ungefähr 40 Mitglieder. Im Jahr 1675 verlegte die Stadt den Sitz ihrer Verwaltung an diesen repräsentativen Platz in das "Alte Kaufhaus". Dieses wunderschöne Gebäude, bereits Anfang des 15. Jahrhunderts von der Stadt erbaut, diente bisher als Stapel- und Warenhaus. Seine größeren Säle wurden für Gerichtssitzungen und Festlichkeiten genutzt. Heute befindet sich hier das Mittelrhein-Museum. Neben Kunstwerken des bekannten Kunstmalers Januarius Zick finden hier regelmäßig interessante Kunstausstellungen und Veranstaltungen statt.

Über dem Tor des Mittelrhein-Museums hängt die schreckliche Fratze des Raubritters Johann Lutter von Kobern. Der Augenroller ist ein Wahrzeichen der Stadt Koblenz. Seine Geschichte besagt, obwohl der verarmte Adelige die ihm vorgeworfenen Untaten auch unter Folter nicht zugeben wollte, wurde er verurteilt und öffentlich auf dem Plan mit dem Schwert enthauptet. Mit seinen letzten Worten, beschwor er dann, solange seine Fratze am "Alten Kaufhaus" hinge, solange ginge es der Stadt gut. Im 18. Jahrhundert kam der gruselige Kopf des Ritters an seinen jetzigen Platz unter der Uhr. Seither rollt er in Verbindung mit dem laufenden Uhrwerk seine Augen hin und her und streckt alle halbe Stunde seine Zunge heraus.

Ein weiteres schönes Gebäude, das an der Nordseite des Florinsmarktes rechts neben dem "Alten Kauf- und Danzhaus" liegt, ist das Schöffenhaus. Hierin tagten die Schöffen seit Anfang des 16. Jahrhunderts und es fanden Gerichtssitzungen statt. Daneben führt ein schmales Gässchen über eine Treppe an das Moselufer herunter. Von dort aus können die Rückseiten der Gebäude bewundert werden. Das große historische Haus links ist der Bürresheimer Hof. Anfang des 19. Jahrhunderts erwarb die jüdische Gemeinde das Anwesen. Von 1851 bis zu seiner Zerstörung in der Reichskristallnacht am 9. November 1938 wurde es als Synagoge genutzt.

An der Ostseite steht die imposante Florinskirche, die der Mutter Gottes und dem Heiligen Florin geweiht ist. Sie verleiht dem Platz seinen würdevollen Rahmen und Namen. In der Kirche befinden sich kunsthistorische Schätze wie die wunderschöne Glasmalerei im Seitenschiff. Früher hieß der Florinsmarkt "Fruchtmaat", weil hier Frucht- und Getreidemarkt war. Er war wesentlich kleiner als heute, reichte gerade bis zur Höhe des Bürresheimer Hofes, und dort standen Blutlinde und ein Marktkreuz. In der französischen Zeit wurde er "Place de la vielle municipalité" genannt. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Florinsmarkt mit der neuen Straße "Danne", die nach einem alten Wirtshaus "Zur Tanne" benannt war, mit der Kornpforte verbunden. Im Bereich Florinsmarkt - Danne enden drei Straßen: Florinspfaffengasse, Mehlgasse und Gemüsegasse. Der Blick fällt hier auf den wohl schönsten Teil der Koblenzer Altstadt mit seinen renovierten und herausgeputzten Wohn- und Geschäftshäusern. In allen Ecken laden gemütliche Wirtschaften Gäste zur Einkehr ein.


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