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Ihr Standort: Stadtleben & Kultur > Stadtporträt > Koblenzer Leibgerichte und Essgeschichten
Essgeschichten
Hannelore Kraeber
Quittenfleisch - samt Früchten fast vergessen
Für alle, die Deutsche Schrift nicht mehr lesen können: Quitten – Schöne große Quitten werden geschält, in große Schnitze geschnitten und sorgfältig in Wasser weich blanchiert. Dann wird auch auf 1 Pfund Schnitze ¾ Pfund Zucker geläutert und über die Schnitze gegossen. Den anderen Tag wird der Saft abgeschüttet, eingekocht und wieder darüber gegossen. Den 3.Tag werden die Schnitze eine Wall mitgekocht und dann in einen Hafen gefüllt.
Rezept - Geheimnis hinter Klostermauern der Koblenzer Barbara-Nonnen
Bekanntlich sind die Rezepturen der Klosterküche nie von schlechten Zutaten. So schwärmt auch Christian von Stramberg im Rheinischen Antiquarius I/2,112ff von dem ‚ausgezeichneten‘ Quittenfleisch, das es im ehemaligen Augustinerinnenkloster St.Barbara in der Löhrstraße gab. Er bedauert sehr, ‚dass das Geheimnis dieser Bereitung mit der ungemein würdigen und verständigen Priorin Anna Maria Goblet am 8.Mai 1820 abgestorben ist.‘ Das Kloster selbst war schon am 9.Aug.1802 aufgelöst worden.
Bekanntlich sind die Rezepturen der Klosterküche nie von schlechten Zutaten. So schwärmt auch Christian von Stramberg im Rheinischen Antiquarius I/2,112ff von dem ‚ausgezeichneten‘ Quittenfleisch, das es im ehemaligen Augustinerinnenkloster St.Barbara in der Löhrstraße gab. Er bedauert sehr, ‚dass das Geheimnis dieser Bereitung mit der ungemein würdigen und verständigen Priorin Anna Maria Goblet am 8.Mai 1820 abgestorben ist.‘ Das Kloster selbst war schon am 9.Aug.1802 aufgelöst worden.
Wenn auch die Zubereitung des Gerichtes nach Art der Barbara-Nonnen ein Geheimnis bleibt, so kennt man aber noch aus der Bürgerschaft das Rezept. Vielleicht kann es zumindest in etwa noch den Geschmack vermitteln.
Quittenfleisch
ca. 3 Quitten - Pelz mit einem Tuch abreiben, schälen, achteln, Kerngehäuse ausschneiden. Zusammen mit Zitronenscheiben ca.30 Min.dünsten.
Die Quitten müssen knapp mit Wasser bedeckt sein.
In der Zwischenzeit
Fett in einem Topf erhitzen,
500g Schweine- Gulasch darin goldbraun anbraten,
2 Zwiebeln würfeln und kurz mitbraten,
mit Salz, Pfeffer würzen.
Mit 2 Gläsern Wein ablöschen.
Das Fleisch zugedeckt etwa 45 Min. schmoren.
40g Rosinen, die Quitten zufügen und das Ganze noch einmal durchschmoren lassen.
Mit Trester oder Hefen abschmecken,
mit 0,5 l Becher Sahne verfeinern.
Beilage: Kartoffelbrei oder Reis
Anmerkung für alle, die Kowelenzer Steckelcher lieben:
In der St. Barbara-Kirche wurde von den Koblenzern besonders ein Zahn-Reliquiar der Apollonia verehrt. Sie ist die Patronin der Zahnärzte und aller, die an Zahnkrankheiten leiden. Josefine Moos erzählt davon in einem Gedicht:
Vur Johr on Daach stand off der Liehr e Kärjelche ‚St.Barbara‘ net weit von-em Bolizeirevier. Dat wor good besocht von nah on fern. Zemol am Abbelloniafest* hann sich die Beter dicht geschart, hat jeder fromm dä Zahn gekesst, dat ä vur Zännpäin bliew bewahrt. Vom Kister awer mosst mer soon, et wor en Mann met ruude Hoor, dat ä zwar treu säi Pflicht gedoon, awer sonst en Brummbär wor. „En häi der Kärich – es jetzt käi Kärisch, die Feier es fier häit vorbei!“, schnauzt ä die Läit an: „Fott eloo! Et wierd och häit net mieh gekesst, dä Herr Kaplan es net mieh do.
Hannelore Kraeber
-Alle Rechte bei der Autorin-
