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Enkelin pflegt Komponisten-Erbe

 Dr. Eva Humperdinck lebt in Koblenz und arbeitet musikwissenschaftlich über ihren Großvater - Konzert ehrt ihn am Sonntag
Vor 150 Jahren wurde Engelbert Humperdinck geboren: Dem großen Komponisten, der eine ganze Zeit lang in Boppard lebte, ist das Abschlusskonzert der "Mittelrhein Musik Momente" an diesem Sonntag gewidmet. In seiner Enkelin Eva Humperdinck hat der Tonsetzer eine fleißige, engagierte Bewahrerin seines künstlerischen und persönlichen Erbes gefunden. Demnächst hält die in Koblenz lebende Expertin einen Vortrag in der Stadtbibliothek.
KOBLENZ. "Die Autorin, Enkelin des weltbekannten Komponisten Engelbert Humperdinck, legt hier ein Werkverzeichnis vor, welches einen leicht verständlichen und leicht lesbaren Überblick über das reiche Gesamtschaffen Engelbert Humperdincks bietet." Verlagstext zu Dr. Eva Humperdincks "Der unbekannte Engelbert Humperdinck", erschienen zum 140. Geburtstag des Komponisten.
Nun wird bereits der 150. gefeiert - an diesem Sonntag beispielsweise mit dem Abschlusskonzert der "Mittelrhein Musik Momente": eine große Gala zu Ehren des Schöpfers von Hänsel und Gretel. Und Eva Humperdinck pflegt weiter das Andenken ihres Großvaters, arbeitet wissenschaftlich an seinem Nachlass, veröffentlicht Bücher und hält Vorträge. Am Sonntag, 12. September, 11 Uhr, ist Humperdinck, die im Haus Providentia der Schönstätter Marienschwestern in Koblenz-Metternich lebt, in der Stadtbibliothek zu Gast. Auch hier lautet ihr Thema: "Der unbekannte Engelbert Humperdinck - Züge seiner Persönlichkeit". Ein Streichquartett spielt außerdem Kammermusik, natürlich aus der Feder des Jubilars.
Auch die Rheinische Philharmonie hat im Vorlauf des MMM-Konzerts den Kontakt zu Schwester Evamaris, wie Dr. Eva Humperdinck im Orden heißt, gesucht - schließlich gilt sie als höchst anerkannte Humperdinck-Expertin. Im Koblenzer Görres-Verlag ist das Werkverzeichnis erschienen, außerdem eine dreibändige Auseinandersetzung mit dem Komponisten und dessen persönlichen Beziehungen zu Richard, Cosima und Siefried Wagner, dargestellt am Briefwechsel und anderen Aufzeichnungen. "Diese musikalische und musikwissenschaftliche Aufarbeitung seines Lebens macht die Bedeutung des romantischen Komponisten auch in seiner rheinischen Wahlheimat bekannt", heißt es in einem Kommentar zur Reihe.
Beim Konzert am Sonntag in der Schlachthofhalle steht die Märchenoper "Hänsel und Gretel", Humperdincks wohl bekanntestes Stück also, im Mittelpunkt. Es spielt das Staatsorchester Rheinische Philharmonie unter der Leitung von Stefan Solyom. Mit Eva Lind wurde eine Star-Sop~ranistin verpflichtet, Kerstin Descher (Mezzospran) ist die zweite Solistin, Peter Galliard ist der Tenor.
Komponist Humperdinck selbst hatte eine innige Beziehung zum Mittelrhein, lebte einige Jahre in Boppard und kehrte auch danach immer wieder regelmäßig dorthin (RZ vom 10. August). In Boppard wird sein Andenken von der Humperdinck-Gesellschaft gepflegt. Die gründete sich 1991 anlässlich eines Vortrags im alten Rathaussaal der Stadt Boppard. Und gehalten wurde dieser von Dr. Eva Humperdinck.
(27. August 2004 © RZ-Online)