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Stadtarchiv Koblenz - Auswanderung aus Koblenz
Beginn des Briefes des Koblenzer Auswanderers Louis Hoppe an seine Verwandten in Koblenz. "New-York, den 12. Juni 1852. Geliebteste Eltern, Geschwister und Verwandte! Vorerst Euch allen einen herzlichen Gruß und Kuß; und hoffe ich, daß Euch Alle mein Schreiben noch beim besten Wohlergehen antreffen wird." - Foto: Stadtarchiv Koblenz (StAK N 49).
Von Koblenz in die Welt
Der Gedanke der Freizügigkeit des Bürgers setzte sich erst mit der Französischen Revolution durch. Ab Ende 1799 bestand auf dem linken Rheinufer keine gesetzliche Beschränkung der Auswanderungsfreiheit mehr, in Preußen war dies seit dem Gesetz vom 15. September 1818 möglich. Allerdings blieb die Auswanderungserlaubnis an die Genehmigung der Bezirksregierungen, bei Militärpflichtigen und Beamten an die der zuständigen Behörden gebunden. Erst 1842 wurde der Grundsatz der Auswanderungsfreiheit unter Einschränkung hinsichtlich des Wehrdienstes gesetzlich festgelegt (31. Dezember 1842: Gesetz über die Erwerbung und den Verlust der Eigenschaft als preußischer Untertan sowie über den Eintritt in fremde Staatsdienste). Trotz dieser staatlichen Kontrolle gelang es nicht, die Auswandererzahlen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sicher zu bestimmen. Die offizielle Statistik erfasste die Emigration aus dem preußischen Staatsgebiet erst ab dem 1. Oktober 1844. Bis einschließlich 1854 geben diese Zahlen allerdings nur die mit Entlassungsurkunde (Konsens) Ausgewanderten wieder; erst danach wurden auch die illegalen Auswanderungen erfasst.
Die in der Datei genannte Personenzahl spiegelt also bei weitem nicht das tatsächliche Auswanderungsaufkommen wider, weil eine nicht unerhebliche Dunkelziffer von Auswanderungen ohne Wissen und Konsens der Regierung erfolgte. Der Untersuchungsraum von 1738 bis 1967 ergibt sich aus dem vorhandenen bzw. ausgewerteten Quellenmaterial. Tendenziell scheinen die heutigen Stadtteile stärker an der Auswanderung beteiligt gewesen zu sein als die Stadt selbst. Die zeitgenössischen statistischen Quellen zum Aufwanderungsaufkommen für die Stadt Koblenz zeigen, dass Erhebungen entweder gar nicht oder nur sporadisch durchgeführt wurden beziehungsweise Zahlen nicht bekannt waren. So geben auch die Verwaltungsberichte der Stadt lediglich für die Jahre 1861 (28 Auswanderer), 1865 (51 Auswanderer) und 1866 (48 Auswanderer, davon 20 nach Amerika) kaum mehr als einen dürftigen Hinweis. Vergleiche über den Einfluss der Auswanderung auf die Bevölkerungsentwicklung sind daher nur schwer zu bestimmen. Ein Blick auf die Einwohnerzahlen (1849 = 20 666, 1852 = 22 033) zeigt sogar einen Bevölkerungszuwachs während einer der Hauptauswanderungsphasen des 19. Jahrhunderts. Um genauere Rückschlüsse über die Auswirkungen der Auswanderung auf das soziale Gefüge der Stadt Koblenz zu ziehen, sind sicherlich weitere Untersuchungen notwendig.
Um 1850 etablierten sich mehrere große Auswanderungsagenturen an Verkehrsknotenpunkten wie Mainz, Darmstadt, Köln, Leipzig, Berlin und Frankfurt. Auch Koblenz als zentraler Sammelpunkt für die aus dem Mittelrhein- und Moselgebiet zu Tausenden eintreffenden Auswanderer spielte dabei eine wichtige Rolle. So betrieben allein 1852 sieben Agenturen das Geschäft mit der Auswanderung, das auch durch die verkehrsgeographisch vorteilhafte Lage der Stadt am Zusammenfluss von Rhein und Mosel begünstigt wurde. Neben der allgemeinen Unzufriedenheit mit den politischen Verhältnissen nach 1848 wird vor allem die wirtschaftliche Not als Hauptgrund für die Auswanderung angeführt.
Die in der Datei genannte Personenzahl spiegelt also bei weitem nicht das tatsächliche Auswanderungsaufkommen wider, weil eine nicht unerhebliche Dunkelziffer von Auswanderungen ohne Wissen und Konsens der Regierung erfolgte. Der Untersuchungsraum von 1738 bis 1967 ergibt sich aus dem vorhandenen bzw. ausgewerteten Quellenmaterial. Tendenziell scheinen die heutigen Stadtteile stärker an der Auswanderung beteiligt gewesen zu sein als die Stadt selbst. Die zeitgenössischen statistischen Quellen zum Aufwanderungsaufkommen für die Stadt Koblenz zeigen, dass Erhebungen entweder gar nicht oder nur sporadisch durchgeführt wurden beziehungsweise Zahlen nicht bekannt waren. So geben auch die Verwaltungsberichte der Stadt lediglich für die Jahre 1861 (28 Auswanderer), 1865 (51 Auswanderer) und 1866 (48 Auswanderer, davon 20 nach Amerika) kaum mehr als einen dürftigen Hinweis. Vergleiche über den Einfluss der Auswanderung auf die Bevölkerungsentwicklung sind daher nur schwer zu bestimmen. Ein Blick auf die Einwohnerzahlen (1849 = 20 666, 1852 = 22 033) zeigt sogar einen Bevölkerungszuwachs während einer der Hauptauswanderungsphasen des 19. Jahrhunderts. Um genauere Rückschlüsse über die Auswirkungen der Auswanderung auf das soziale Gefüge der Stadt Koblenz zu ziehen, sind sicherlich weitere Untersuchungen notwendig.
Um 1850 etablierten sich mehrere große Auswanderungsagenturen an Verkehrsknotenpunkten wie Mainz, Darmstadt, Köln, Leipzig, Berlin und Frankfurt. Auch Koblenz als zentraler Sammelpunkt für die aus dem Mittelrhein- und Moselgebiet zu Tausenden eintreffenden Auswanderer spielte dabei eine wichtige Rolle. So betrieben allein 1852 sieben Agenturen das Geschäft mit der Auswanderung, das auch durch die verkehrsgeographisch vorteilhafte Lage der Stadt am Zusammenfluss von Rhein und Mosel begünstigt wurde. Neben der allgemeinen Unzufriedenheit mit den politischen Verhältnissen nach 1848 wird vor allem die wirtschaftliche Not als Hauptgrund für die Auswanderung angeführt.
