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Ihr Standort: Stadtleben & Kultur > Stadtporträt > Berühmte Koblenzer
Joseph Görres
| Politischer Journalist / Publizist |
| * 25.01.1776 (Koblenz) |
| + 29.01.1848 (München) |
Zur Person:
Joseph Görres lebte im Haus der Schlossstrasse 7, worin auch der regionalbekannte Johann Claudius von Lassaulx wohnte. Mit dessen Onkel Adam Eugen Lassaulx, der von der französischen Verwaltung die Genehmigung seiner Druckerei besaß, verband ihn nicht nur seine liberale politische und journalistische Arbeit, sondern auch verwandtschaftliche Bande. Mit 22 Jahren brachte Görres schon seine erste Ausgabe der Zeitschrift „Das Rothe Blatt“ heraus. Ende des Jahres 1801 heiratete er die Lassaulx-Tochter Katharina.
Werken und Wirken:
Joseph Görres und seine politischen Freunde waren anfangs von der Französischen Revolution so sehr begeistert, dass sie sich für den Aufbau einer linksrheinischen Republik nach deren Grundsätzen - „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ - einsetzten. Neben diesen Zielen mischte der Journalist Görres seine Skepsis gegenüber dem „arroganten“ Verhalten der Franzosen am Rhein mit kämpferischen und teils ironisch satirischen Worten in seinen lokalpolitischen Glossen im „Rothen Blatt“. Wegen seiner offenen Kritik gegenüber der französischen Verwaltung in Koblenz und im Rheinland, musste er aufgrund des Gerichtsbeschlusses des Pariser Justizministeriums das Erscheinen seines Blattes einstellen. Nach seinem enttäuschenden Paris-Aufenthalt war ihm klar, dass sein Ziel unerreichbar war, und er kehrte der gesamten Französischen Revolution den Rücken.
Von dieser Zeit an widmete Görres sich seiner Lehrtätigkeit und der deutschen Literatur. Im Jahre 1814 gründete er den „Rheinischen Merkur“ (Rheinquecksilber). Hierin veröffentlichte er wieder politische Kritiken. Er schrieb die Zeitung fast völlig selbst. Schon bald wurde der „Rheinische Merkur“ zu einem enorm wichtigen Blatt.
Joseph Görres setzte sich auch für einen deutschen, freiheitlich verfassten Nationalstaat unter österreichischer Führung ein. Wegen dieser Angriffe auf die preußische Regierung wurde sein Blatt unterdruckt. Gleichzeitig wurde er seiner Stelle als Studiendirektor für den Bezirk Koblenz enthoben. Görres war davon allerdings nicht einzuschüchtern. Er brachte eine Schrift „Deutschland und die Revolution“ heraus. Wegen dieser Unterstützung der revolutionären Bewegungen, ordnete König Friedrich seine Verhaftung an. Görres floh aus Koblenz.
Zuletzt lebte Joseph Görres in München. Dort war er an der Universität als Professor der allgemeinen und literarischen Geschichte tätig. (I.Alt)
In Koblenz:
