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Clemens Wenzeslaus von Metternich

Clemens Lothar Wenzeslaus von Metternich

Staatskanzler in Wien
* 15.05.1773 (Koblenz)
+ 11.06.1859 (Wien)

Zur Person:
1768 in Wien: Seit dem Tode ihres Mannes regierte Kaiserin Maria Theresia (48) zusammen mit ihrem Sohn Joseph II. das Habsburgische Gebiet. Franz Georg, der Vater von Clemens Lothar, war dort als Diplomat – gesandt von dem in Koblenz residierenden Kurfürsten und Erzbischof Clemens Wenzeslaus. Im Jahre 1771 heiratete Franz Georg die 15-jährige Beatrix von Kagenegg aus dem Breisgau. Das Ehepaar zog nach Koblenz, wo Metternich als Staatsrat und Konferenz-Minister für Auswärtige Angelegenheiten tätig wurde (1746 – 1818).

Im Mai 1773 im Metternicher Hof am Münzplatz kam Clemens als zweites Kind zur Welt. Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen war sein Pate. Neben Religion und Aufklärung wurde er von Privatlehrern auch in der französischen Sprache unterrichtet. Metternich studierte an Universitäten von Straßburg (1788-90) und von Mainz Philosophie, Recht und Politik (Diplomatie).

1794 flohen die Metternichs vor den französischen Truppen aus dem Rheinland (Französische Revolution). Im Jahre 1795 heiratete Clemens Lothar seine erste Frau, Eleonore Gräfin Kaunitz, die Enkelin des österreichischen Staatskanzlers Wenzel Anton Fürst von Kaunnitz-Rietberg. Somit verschaffte er sich Eintritt in die hochadeligen Kreise.


Werken und Wirken:
Wie sein Vater vertrat er die Interessen des Kaiserreichs Österreich im diplomatischen Dienst. Er war in Dresden (1801), in Berlin (1803-1805) und in Paris (1806-1809) als österreichischer Gesandter. Ab 1809 war Metternich Minister für Außenpolitik und wurde schon ein Jahr später zum Staatskanzler ernannt. Metternich plante die eheliche Verbindung zwischen Kaiser Napoleon I. von Frankreich und Erzherzogin Marie Louise, der ältesten Tochter des Kaisers Franz I. von Österreich.

In den Anfängen der Napoleonischen Kriege ( 1812-1815) zogen auf der Seite Napoleons fast die gesamten deutschen Staaten (Der Rheinbund); bisher war nur Preußen abgefallen. Nun hatte also Österreich den Schlüssel zur Lage Europas in den Händen. Preußen und Russland konnten Napoleon kaum nieder zwingen. Der Staatskanzler schloss einen Geheimvertrag mit den Verbündeten, worin das Habsburgerreich sich zu einem Kriegsantritt gegen Frankreich verpflichtete, falls Napoleon nicht auf Metternichs gestellte Forderungen eingehen sollte.

Auch bei dem Treffen (1813) in Dresden führte Metternich Napoleon weiterhin in die Irre, als er behauptete, Österreich sei frei von Verpflichtungen und stelle ihm keine Männer zur Unterstützung. Zudem sei Kaiser Franz, der österreichische Schwiegervater Napoleons, in erster Linie Souverän und nicht Vater. Diese und weitere geplante Verhandlungen in Prag scheiterten. Österreich zog auf der Seite der Alliierten in den Krieg.

Metternich erreichte die Höhe seines Wirkens auf dem Wiener Kongress (1814-1815). Hier nutzte er gekonnt seine diplomatischen und repräsentativen Talente für die Neuordnung Europas. So dass zum Schluss das Gleichgewicht der fünf Großmächte wieder hergestellt war. (Heilige Allianz) Erfolgreich leitete er eine dauerhafte Friedensordnung ein. In den folgenden Kongressen setzte er sich für die Erhaltung dieses Zustandes ein: Aachen (1818), Karlsbad (1819), Troppau (1820), Laibach (1821) und Verona (1822).

1821 wurde Metternich zum „Haus-, Hof- und Staatskanzler“. Diesen Titel trug zuletzt Kaunitz im Jahre 1792. Drei Jahrzehnte lang prägte er die Politik in Österreich und in Europa. 1833 vereinigten sich Österreich, Preußen und Russland (Bündnis der drei schwarzen Adler). In der Wirtschaft verlor Österreich schließlich seine Führung, da es keinem Zollverein angehörte. Innenpolitisch verlor der konservative Metternich gegenüber seinem liberalen Gegner Kolowrat völlig an Macht. Ab 1836 blieb er in der Staatskonferenz auf die Außenpolitik beschränkt (Vormärz). Durch die Wiener Märzrevolution (1848) wurde der Staatskanzler gestürzt und floh nach England. Von 1849 an lebte er als Privatmann in Brüssel. Seine letzten Lebensjahre (1851-1859) verbrachte er in seinem Palais in Wien. (I.Alt)


In Koblenz:

  • Metternicher Hof, Münzplatz

  • Portrait (Gemäldekopie) im Alten Rathaus (Koblenz-Touristik)
  • Veranstaltungskalender

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