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Stadtporträt


Entenpfuhl

Bildcollage Entenpfuhl - Fotos: I. Alt
Der originale "Dilbecker-Plan", in den Jahren 1794/95 gefertigt, bildete die erste brauchbare kartografische Grundlage für die Darstellung der Stadt Koblenz und ist bis heute eine wichtige Bildquelle für stadthistorische Forschungen. Auf diesem Stadtplan waren zu allen Straßenbezeichnungen, die einzelnen Grundstücke und die meisten Häusernummern genau eingetragen. Deutlich sind die Stiftsbauten und Höfe des Adels hervorgehoben. Neben den bebauten, direkt an den Straßen gelegenen Grundstücken sind ebenso die Freiflächen erkennbar, wie beispielsweise einige Parzellen rund um Görgenstraße, Entenpfuhl und Firmung.

Teilweise war der Endtengraben, wie er bereits 1578 bezeichnet wurde, bereits im 16. und 17. Jahrhundert bebaut. An der Südseite waren die Häuser rückwärtig durch die Mauer des Grundbesitzes der Jesuiten abgegrenzt. An der Nordseite befanden sich Gärten und die Pferdestallungen der Kurfürstlichen Leibgarde. Da der Entenpfuhl so tief lag, sammelte sich hier das Grundwasser, sobald die Mosel die Hochwassergrenzen überschritt. Damals bestand eine unzulängliche Trinkwasserversorgung und keine richtige Kanalisation. Daher wurde der Entenpfuhl als Kloake genutzt. Nur einmal jährlich wurde er wegen der Fronleichnamsprozession gereinigt. Es herrschten einfach schlechte hygienische Verhältnisse und Lebensbedingungen. Dazu zählt die Bauweise von hauptsächlich engen Häusern mit nur kleinen Öffnungen als Fenstern, um sich vor großen Kälteeinwirkungen zu schützen. Gerade die Ärmsten bewohnten solche Gebäude. Schwerpunktmäßig gab es in der Koblenzer Region Holz- und Weinhandel, jedoch lebte der große Teil der Koblenzer vom Handwerk. Gegebene Lebensumstände und gleichzeitig mangelndes Bewusstsein, um gesundheitliche Fragen wie heutzutage eine ausgewogene Ernährung, begünstigten eine epidemieartige Ausbreitung von Seuchen. Immer wieder brachten kriegerische Konflikte und deren extremen Folgen weitere Plagen und Nöte über die Menschen.

Von dem im Zweiten Weltkrieg zerstörtem Straßennetz ist noch das "Engelsgäßchen" in diesem Bereich erhalten. In der Nachkriegszeit wurden zunächst erst einmal die Erdgeschosse wieder hergerichtet, um die Geschäfte schnellstmöglich wieder einrichten zu können. In den folgenden Jahren erfolgte dann nach und nach der Aufbau der weiteren Etagen. An einigen Häusern im Entenpfuhl und in der Löhrstraße kann diese provisorische Bauweise heute noch erkannt werden. Heutzutage ist der Entenpfuhl jedenfalls eine der attraktiven Geschäftsstraßen in der Koblenzer Altstadt. Kleine schmale Gässchen und versteckte Treppenaufgänge führen vom Entenpfuhl zu der höher gelegenen Liebfrauenkirche. (I.Alt)
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