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Stadtporträt
Firmungstraße
Im Mittelalter unter der Herrschaft der Trierer Erzbischöfe bewirkte der politische und wirtschaftliche Aufschwung eine Erweiterung der Stadt Koblenz. Zunehmende Bevölkerungsdichte macht diese räumliche und straßenbauliche Erweiterungen nach Westen und Osten notwendig. Hauptachsen bildeten Kastor- und Firmungstraße. Die letztere beginnt an der Ecke Entenpfuhl / moselseitige Kornpforte und mündet in die im 16. Jahrhundert angelegte Rheinstraße und den heutigen Görresplatz. Die Firmungstraße wird durch die Nagelgasse und heutige Kastorpfaffenstraße mit der Kastorstraße verbunden.
Häufig sind in der Firmungstraße rheinische Dreifensterhäuser anzutreffen. Diese weitverbreitete Raumaufteilung entwickelte sich zunächst vom 18. bis fast zum Ende des 19. Jahrhunderts aus der Raumaufteilung mittelalterlicher Bürgerhäuser. Bei den Dreifensterhäusern und breiten, mehrgeschossigen Gebäuden verbindet ein Flur oder ein zusätzlich angebrachter Hofzugang das Hauptgebäude mit den Anbauten. Zimmer im Erweiterungstrakt waren häufig ein halbes Stockwerk tiefer als die Zimmer der vorderen Wohnung gelegen. Wegen kleinteiliger Wohnungsnutzung auf den einzelnen Etagen führte dies im 19. Jahrhundert zu extrem ungesunden Wohnbedingungen.
Besonderes Augenmerk verdient die mit Putzplastiken verzierte Fassade des ehemaligen Wohn- und Geschäftshauses eines Drogisten. Von Renovierungsarbeiten in den 60er Jahren blieben die im dritten Obergeschoß befindlichen Reliefs, die um ein dreiteiliges Fenster angebracht sind, erhalten. Als Motive sind links eine Schwester mit Kind und rechts eine Mutter mit Baby dargestellt. Gekrönt ist der Zwerchhausbau von einer schönen Hygieia-Plastik des Jugendstils. (I.Alt)
