Pressemeldungen der Stadt Koblenz
Filmvorführung mit Einführung und Diskussion zu „HITLERJUNGE QUEX“ (1933) – NS-Propaganda im Kino
In Kooperation mit der Murnaustiftung, dem Institut für Kino- und Filmkultur und der Kinder- und Jugendförderung des Jugendamts Koblenz, wird am Dienstag, 27. Oktober, zwischen 18 und 21.30 Uhr der nationalsozialistische Propagandafilm „HITLERJUNGE QUEX“ (Deutschland, 1933) von Hans Steinhoff gezeigt. Die Vorführung findet in der Jugendbegegnungsstätte im Haus Metternich (Münzplatz 7) in Koblenz statt. Finanziert wird die Vorführung durch die Leitstelle Kriminalprävention im Ministerium des Innern, für Integration und Verkehr Rheinland-Pfalz.
HITLERJUNGE QUEX aus dem Jahr 1933 (Regie: Hans Steinhoff) gehört zu den Frühwerken nationalsozialistischer Filmpropaganda und war ein zentraler Baustein zur systematischen Indoktrination der Jugend. Ganz nach Goeebels' Vorstellung einer "Volkserziehung" im Kino verknüpft der Film Unterhaltungselemente mit emotionalisierenden Verführungsmitteln. Als Identifikationsfigur dient ein Junge aus dem kommunistisch geprägten Berliner Arbeiterkiez, der sich trotz aller Widerstände voller Begeisterung der Hitlerjugend anschließt, als sei das sein natürlicher Instinkt. Passend zu seinem Untertitel "Ein Film vom Opfergeist der deutschen Jugend" verklärt HITLERJUNGE QUEX den Märtyrertod und wurde zum wichtigsten Film in der nationalsozialistischen Jugendarbeit.
Die Vorführung wird von dem Filmwissenschaftler Arndt Klingelhöfer aus Mainz begleitet, der unter anderem für das Institut für Kino und Filmkultur (IKF) in Wiesbaden als Filmreferent tätig ist. Darüber hinaus ist Klingelhöfer Prüfer der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) in Wiesbaden sowie der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) in Berlin. Als Dialogautor für Fernsehserien, Mitwirkender an Jugendmedienschutz-Projekten der FSK und Leiter von Film-Workshops in der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden verfügt er über langjährige Erfahrung in der Film- und Medienbildung.
Arndt Klingelhöfer gibt eine Einführung in den Film und ordnet dessen historische und propagandistische Bedeutung ein. Er skizziert im Anschluss eine Filmanalyse und steht für eine gemeinsame Diskussionsrunde zur Verfügung.
Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, die sich mit den Mechanismen nationalsozialistischer Propaganda und deren Wirkung auseinandersetzen möchten. Ziel ist es, historische Aufklärung zu fördern und die Bedeutung von Medienkompetenz und Erinnerungskultur zu fördern.
Der Eintritt ist frei. Die Altersempfehlung ist ab 14 Jahren.
