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Bürresheimer Hof

Bürresheimer Hof
Florinsmarkt 13
Direkt neben dem Mittelrhein-Museum mit dem bekannten Augenroller befinden sich innerhalb der Räumlichkeiten der ehemaligen Koblenzer jüdischen Synagoge die Kinder- und Jugendbücherei im 1. OG sowie die Musikbibliothek/Mediothek im 2. OG.

Gedenkraum

Gedenkraum in der ehemal. jüdische Synagoge
Neben der Kinder- und Jugendbücherei befindet sich der Gedenkraum für die Opfer der NS-Herrschaft (1933-1945). Besuche sind nach Voranmeldung möglich.
 
Anmeldung:  0261/129 2652  
 
Gäste fragen nach jüdischer Geschichte
 
Touristikfachleute informierten sich selbst bei einer Führung über Koblenz in der Nazizeit
In diesen Tagen wird vielfach an die dunklen Seiten unserer Geschichte erinnert. Koblenzer Stadtführer werden nicht selten, meist von ausländischen Besuchern, nach dem Schicksal der Koblenzer Juden im "Dritten Reich" gefragt. Viele wollen wissen, ob es in Koblenz - wieder - eine jüdische Gemeinde gibt und wo die Synagoge ist.
Auf solche Fragen muss ein Stadtführer kompetent und sensibel antworten können. Der Verein Koblenzer Gästeführer hatte deshalb Elmar Ries von der Christlich-Jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit um eine Stadtführung zum Thema "Jüdisches Koblenz" gebeten. Ries ist durch seine Forschungen zu diesem Thema bekannt, vor allem durch sein Buch über die Reichpogromnacht von 1938 in Koblenz (erschienen 1988) und die Deportation der Koblenzer Juden während des Krieges.
Die Führung begann am Bürresheimer Hof, in dem sich bis November 1938 die Synagoge befand. Man registriert nicht ohne Beklemmung, dass in dem Gebäude direkt neben dem Augenroller, einem Wahrzeichen der Stadt und Symbol rheinischen Humors, an eine Schandtat erinnert wird, deren Zynismus und Perfidie einem die Sprache verschlägt.
Im Gedenkraum ist dort unter anderem die von der Gestapo zusammengestellte Liste mit den Namen von 337 Juden zu sehen, die am 22. März 1942 von Koblenz aus in den Osten, also in den Tod, deportiert wurden. Sie trägt unter dem Datum vom 13. April 1942 den bürokratischen Vermerk: "Es wird hiermit bestätigt, das die unter lfd. Nr. 1-337 (...) aufgeführten Juden am 22. März 1942 ausgewandert sind und somit die deutsche Staatsangehörigkeit verloren haben. gez. Schubert."
Mit der "Verlegung ihres Aufenthaltsortes ins Ausland" verloren die "Ausgewanderten" nicht nur ihre deutsche Staatsangehörigkeit, sondern auch ihren gesamten Besitz, der an den deutschen Staat fiel. Auf ihre letzte Reise durften sie 10 Reichsmark mitnehmen, Verpflegung für wenige Tage und maximal 50 Kilogramm Gepäck. Das Gepäck kam in den letzten Waggon, der vor der Abfahrt des Zuges abgehängt wurde. Am nächsten Tag wurde es in der Koblenzer Altstadt zum Verkauf angeboten (nachzulesen auf der Website des Landeshauptarchivs).
In der Alten Burg, ehemals Sitz der Gebietsführung der Hitlerjugend, gab Elmar Ries einen knappen Überblick über die Geschichte der Juden in Koblenz, die wohl seit den Tagen der Römer zum festen Bestandteil der hiesigen Bevölkerung gehörten, für Koblenz erstmals urkundlich nachweisbar in der Zollrolle von 1104. Die Teilnehmer erfuhren aber nicht nur Deprimierendes aus der Vergangenheit, sondern auch sehr viel Neues und Interessantes über das religiöse Leben der heutigen jüdischen Kultusgemeinde in Koblenz.
Angesichts der vorangeschrittenen Zeit und des bevorstehenden Schabbat musste der an sich geplante Besuch der neuen Synagoge und des jüdischen Friedhofs auf einen späteren Termin verschoben werden. Die Koblenzer Gästeführer verabschiedeten sich nachdenklich. Sie werden sich weiterhin mit diesem Teil unserer Geschichte beschäftigen.
(Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 31.01.2007, Seite 13.)

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