Planzeichnung

Klimaschutz

in der Stadt Koblenz

Erarbeitung des klimaanpassungskonzepts

Die Stadt Koblenz entwickelte ein integriertes Klimaanpassungskonzept, um sich besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Koordiniert wurde der Prozess von der Klimaanpassungsmanagerin.

Zu Beginn wurden die Auswirkungen des Klimawandels auf Koblenz untersucht. So ließen sich besonders betroffene Bereiche erkennen und passende Maßnahmen entwickeln. Ziel ist es, die Stadt langfristig widerstandsfähiger und lebenswerter zu machen.

Die Erfahrungen und Ideen von Bürgerinnen und Bürger sowie Fachakteuren waren dabei ein wichtiger Bestandteil. Gemeinsam wurden Herausforderungen und Handlungsbedarfe erfasst. Gleichzeitig förderte der Beteiligungsprozess den Austausch und stärkte das Bewusstsein für die Bedeutung der Klimaanpassung.

Bürgerbeteiligung 

Eine breite und vielfältige Partizipation war ein zentrales Element bei der Entwicklung des Klimaanpassungskonzepts.

Die Entwicklung des Klimaanpassungskonzepts erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung sowie zahlreichen Akteur aus Koblenz. Neben Fachleuten und Vertreter aus Umwelt- und Klimaschutzinitiativen waren auch Bürger eingeladen, ihre Erfahrungen, Ideen und ihr Wissen über die Stadt einzubringen.

Um möglichst viele Perspektiven zu berücksichtigen, kamen verschiedene Beteiligungsformate zum Einsatz. So fließen unterschiedliche Erfahrungen und Interessen in das Klimaanpassungskonzept ein – für eine zukunftsfähige und lebenswerte Stadt.

Strategie + Maßnahmen 

"Koblenz wird bis 20235 klimaresilient"

  1. Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimafolgen - durch belastbare Strukturen und präventive Maßnahmen
  2. Sicherung und Verbesserung der Lebensqualität - durch Maßnahmen zur Reduktion von Hitze und Starkregen
  3. Reduzierung klimainduzierter Folgekosten - durch frühzeitige Anpassung und gezielte Investitionen 
  4. Verankerung der Klimaanpassung als Querschnittsaufgabe - Integration in alle Bereiche der Stadtentwicklung 


Fokusbereiche der Klimavorsorge: Hitze und Starkregen

Die Bestandsaufnahme und Betroffenheitsanalyse des Klimaanpassungskonzeptes haben für die Stadt Koblenz Hitze und Starkregen als zentrale Handlungsfelder der Klimaanpassungsstrategie identifiziert.

Schwerpunkte der Starkregenvorsorge:

  •  Verbesserung der lokalen Abfluss- und Versickerungskapazitäten
  •  Stärkung der Vorsorge in besonders betroffenen Stadtteilen
  •  Verknüpfung mit übergeordneten Hochwasserschutzmaßnahmen 

Schwerpunkte der Hitzevorsorge:

  •  Begrünung, Verschattung, Durchlüftung
  •  Sicherstellung der Trinkwasserversorgung, z. B. durch Refill-Stationen
  •  Entsiegelung und Nachbegrünung urbaner Flächen

Analysekarten 

Zur Ermittlung des Anpassungsbedarfs der Stadt Koblenz an die Folgen des Klimawandels wurde im Rahmen der Konzepterstellung eine Betroffenheitsanalyse durchgeführt. Dabei wurden klimatische Belastungen mit sensiblen Nutzungen und spezifischen Klimatopen verschnitten. Die Ergebnisse zeigen Bereiche, in denen aufgrund der klimatischen Betroffenheit ein besonderer Anpassungsbedarf besteht und bilden eine wichtige Grundlage für die Entwicklung von Zielen und Maßnahmen des Klimaanpassungskonzepts. 

Hotspotanalyse Hitze

Zur Darstellung der Hitzebelastung wurden die Klimatope als Datengrundlage herangezogen. Diese wurden mit den Standorten ausgewählte sensibler Einrichtungen für vulnerablen Bevölkerungsgruppen überlagert. Dadurch konnten räumliche Schwerpunkte identifiziert werden, in denen eine erhöhte Wärmebelastung mit einer besonderen Empfindlichkeit gegenüber Hitze zusammentrifft. 

Ergänzend wurden Gewerbe- und Industrieklimatope betrachtet, um die klimatische Situation dieser Bereiche darzustellen. Die Analyse zeigt räumliche Schwerpunkte der Wärmebelastung und gibt Hinweise auf mögliche Anpassungsbedarfe in diesen Nutzungsbereichen.

Neben der aktuellen klimatischen Situation wurde auch ein Zukunftsszenario betrachtet. Dabei wurde eine globale konstante Erwärmung um 1,5°C berücksichtigt, um mögliche zukünftige Veränderungen der Hitzebelastung und daraus resultierende Anpassungsbedarfe abzubilden.

Hotspotanalyse Starkregen

Neben der Hitze wurde auch die potentielle Betroffenheit gegenüber Starkregen untersucht. Grundlage bildeten die Starkregengefahrenkarten für die Starkregenindizes SRI 7 und SRI 10. Diese wurden analog zur Hitzeanalyse mit den Wohn- sowie Gewerbe- und Industrieklimatopen überlagert. Für die Wohnklimatope wurden zusätzlich sensible Einrichtungen für vulnerable Bevölkerungsgruppen berücksichtigt, um Bereiche mit erhöhtem Anpassungsbedarf gegenüber Starkregenereignissen zu identifizieren.

Die Karten wurden in Zusammenarbeit mit dem externen Dienstleister Sweco GmbH erarbeitet.