Klimaschutzpreis Koblenz 2026: Ausgezeichnete Projekte zeigen, wie vielfältig Klimaschutz in Koblenz ist
Kloster Arenberg gewinnt den ersten Preis der Fachjury – Publikumspreis geht an die Nachbarschaftshilfe Süd. Ungewöhnliches Veranstaltungsformat begeistert die Gäste und bringt neue Impulse für den Klimaschutz in Koblenz.

Engagierte Menschen, innovative Projekte und viele neue Ideen für eine nachhaltige Zukunft: Bei der Verleihung des Klimaschutzpreises Koblenz 2026 hat der Förderverein Klimaschutz in Koblenz Projekte ausgezeichnet, die zeigen, wie Klimaschutz im Alltag, in Bildungseinrichtungen und auf größeren Flächen konkret umgesetzt werden kann. Die Veranstaltung kam bei den Zuhörerinnen und Zuhörern sehr gut an. Das ungewöhnliche Format verband die Würdigung des lokalen Engagements mit unterhaltsamen und interaktiven Elementen – und setzte damit einen besonderen Akzent in den historischen Räumlichkeiten des Historischen Rathaussaals.
Ein Höhepunkt des Abends war der Auftritt des Klima-Slam-Poeten Ortwin Bader-Iskraut. Mit seinem bissigen, humorvollen und pointierten Beitrag setzte er sich mit Widersprüchen in der Klimadebatte auseinander und regte zum Lachen und Nachdenken an.
Neben den Preisen der Fachjury wurde ein Publikumspreis vergeben. Eine rege genutzte Ideenwand lud die Gäste dazu ein, eigene Vorschläge für ein klimafreundlicheres Koblenz einzubringen.
Kloster Arenberg gewinnt den ersten Preis der Fachjury

Der erste Preis der Fachjury, dotiert mit 2.000 Euro, ging an das Kloster Arenberg für sein Projekt „Klosterpark als klimaaktiver und artenschützender Naturerlebnisraum“. Auf rund 7,6 Hektar verbindet das Kloster Klimaschutz, Klimaanpassung, Artenvielfalt und Umweltbildung. Dazu gehören der Ausbau erneuerbarer Energien, umfangreiche Baum- und Strauchpflanzungen, naturnahe Garten- und Permakulturflächen sowie eine klimafreundliche Ernährung im Gästehaus.
Besonders ist der ganzheitliche Ansatz: Klimaschutz wird nicht als Einzelmaßnahme verstanden, sondern als langfristige Aufgabe, die im Selbstverständnis des Klosters verankert ist. Führungen, Veranstaltungen und Bildungsangebote machen die Maßnahmen für Gäste und Besucherinnen und Besucher erlebbar. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie Klimaschutz und Naturschutz zusammenwirken und andere Menschen zu eigenem Engagement inspirieren können.
Zweiter Preis für nachhaltige Bildung im Kita-Alltag

Den zweiten Preis der Fachjury, dotiert mit 1.000 Euro, erhielt die Katholische Kita St. Elisabeth in Koblenz-Rauental. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist hier kein kurzfristiges Projekt, sondern Teil des täglichen Miteinanders. Die Kinder erleben unter anderem Mülltrennung, Wiederverwendung und Reparatur, Regenwassernutzung sowie den Anbau und die Ernte von Obst, Gemüse und Kräutern.
Ein naturnah gestaltetes Außengelände, ein Bücherschrank, Flohmärkte und verschiedene Sammelaktionen zeigen, wie Ressourcen geschont und Kreisläufe geschlossen werden können. Dabei werden auch die Familien einbezogen. So lernen Kinder früh, Verantwortung für ihre Umwelt zu übernehmen, und können nachhaltige Ideen in ihren Familienalltag tragen.
Dritter Preis für „Wings for Future“

Der dritte Preis der Fachjury, dotiert mit 500 Euro, ging an Wings for Future. Das Projekt verbindet wissenschaftlich fundierte Umweltbildung mit praktischen Handlungsmöglichkeiten für junge Menschen. In interaktiven Modulen – beispielsweise zur Herstellung nachhaltiger Kosmetik oder von Seedbombs für die regionale Artenvielfalt – werden Umweltprobleme greifbar und mögliche Lösungen unmittelbar erlebbar.
Bereits mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler an zehn Standorten in Rheinland-Pfalz, insbesondere im Raum Koblenz, haben das Angebot kennengelernt. Eine wissenschaftliche Begleitstudie belegt einen Multiplikatoreffekt: Die Teilnehmenden tragen ihr Wissen in ihr persönliches Umfeld weiter.
Damit stärkt das Projekt die Selbstwirksamkeit junger Menschen und zeigt, wie Umweltbildung gesellschaftlichen Wandel anstoßen kann.

Publikumspreis für die Nachbarschaftshilfe Süd
Über den Publikumspreis entschied das Publikum selbst. Ausgezeichnet wurde die Nachbarschaftshilfe Süd. Der Publikumspreis war mit 100 Euro dotiert. Die Auszeichnung würdigt das Engagement der Initiative und zeigt, wie wichtig lokale Aktivitäten und gesellschaftlicher Zusammenhalt für eine nachhaltige Stadt sind.
Ideenwand: Vorschläge für ein klimafreundlicheres Koblenz

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Ideenwand „Zukunftssprint“. Sie wurde von den Gästen rege genutzt und bot Raum für konkrete Vorschläge, wie Koblenz nachhaltiger gestaltet werden kann. Die gesammelten Ideen nahm die Koblenzer Klimaschutzbeauftragte mit, um sie in ihre weitere Arbeit einzubeziehen.
Besonders viel Zustimmung erhielt der Vorschlag, einen „Fördertopf Klima Koblenz“ einzurichten. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Vereine aus der Region könnten darin Spenden für Klimaschutzmaßnahmen in der Stadt bündeln. Die Idee zeigt, dass viele Menschen nicht nur Veränderungen erwarten, sondern sich auch aktiv an deren Finanzierung beteiligen möchten.
Der Förderverein Klimaschutz in Koblenz möchte den Austausch über solche Vorschläge fördern und dazu beitragen, dass aus guten Ideen konkrete Maßnahmen werden.
Ein ungewöhnlicher Abend mit nachhaltiger Wirkung
Die Preisverleihung zeigte, dass Klimaschutz nicht nur ein ernstes und komplexes Thema ist, sondern Menschen auch auf kreative und gemeinschaftliche Weise zusammenbringen kann. Die Kombination aus Projektvorstellungen, Auszeichnungen, Klima-Slam und Publikumsbeteiligung wurde von den Gästen sehr gut aufgenommen. Gerade der Kontrast zwischen dem modernen, lebendigen Veranstaltungsformat und den historischen Räumlichkeiten des Rathaussaals verlieh dem Abend einen besonderen Charakter.
Der Klimaschutzpreis Koblenz 2026 würdigt nicht nur die ausgezeichneten Projekte, sondern auch die vielen Menschen, die sich tagtäglich für eine nachhaltige Zukunft einsetzen. Die Veranstaltung machte deutlich, wie unterschiedlich Klimaschutz aussehen kann: von der frühkindlichen Bildung über praktische Umweltbildung bis zur langfristigen Umgestaltung eines Naturraums.
Mit der Ideenwand und dem Austausch zwischen den Gästen setzte der Abend zugleich ein Zeichen für die weitere Zusammenarbeit in Koblenz. Denn eine klimafreundliche Stadt entsteht dort, wo Menschen ihre Erfahrungen teilen, neue Ideen entwickeln und gemeinsam ins Handeln kommen.
