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Strukturpunkte
Das Neue Heer
Die Schaffung der Struktur „Neues Heer“ ist die Antwort des Heeres auf die Herausforderungen und Risiken, vor denen sich die Streitkräfte allgemein gestellt sehen. Das Heer muss auch in der Zukunft im gesamten Aufgabenspektrum befähigt sein, schnell, flexibel und auftragsgerecht seinen Beitrag im Einsatz zu leisten. Hierzu nimmt die Bundeswehr – und damit auch das Deutsche Heer – bis 2010 eine neue Struktur ein. Dies führte auch in Koblenz zu großen Änderungen in der bis dahin gewohnten Bundeswehrlandschaft.
Das Heer wird seit 1994 durch das Heeresführungskommando in Koblenz, einer der größten Garnisonsstädte Deutschlands, geführt.
Aufgaben und Gliederung
Der Auftrag des Heeresführungskommandos deckt im Wesentlichen vier Kernbereiche ab:
- Truppendienstliche Führung unterstellter Großverbände und der Deutschen Anteile der Multinationalen Hauptquartiere / Stäbe
- Truppensteller für Einsätze und Übungen
- Planung und Steuerung der Ausbildungs- und Übungstätigkeit des Heeres
- Führen von kleineren Operationen nach politischer Einzelfallentscheidung
Das Kommando führt zukünftig unmittelbar folgende Divisionen:
- die Division Eingreifkräfte (1. Panzerdivision, Hannover)
- die beiden Divisionen für Stabilisierungsoperationen (10. Panzerdivision, Sigmaringen und 13. Panzergrenadierdivision, Leipzig)
- die Division Luftbewegliche Operationen (Veitshöchheim)
- die Division Spezielle Operationen (Regensburg)
- den deutschen Anteil der Deutsch-Französischen Brigade (Müllheim)
- die deutschen Anteile an den multinationalen Korpsstäben.
Hierbei konzentriert sich das oberste Führungskommando des Heeres auf Führung, Erziehung und Ausbildung sowie auf die Einsatzvorbereitung und Nachbereitung der Truppe. Das Heer ist auch in Zukunft mit rund 83.500 Soldatinnen und Soldaten der stärkste Organisationsbereich der Bundeswehr.
Die Rolle als Truppensteller
Das Heeresführungskommando ist darauf vorbereitet, nach ministerieller Weisung die Führung von Kräften im Rahmen eines Einsatzes zu übernehmen. Grundsätzlich liegt die Führung von Auslandseinsätzen jedoch in Verantwortung des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam.
Im Rahmen der Transformation der Bundeswehr wird sich das Deutsche Heer, gegliedert in Eingreifkräfte, Stabilisierungskräfte und Unterstützungskräfte, zukünftig noch stärker an den Einsatzerfordernissen ausrichten. In Zusammenarbeit mit den anderen militärischen Organisationsbereichen (Luftwaffe, Marine, Streitkräftebasis und Zentraler Sanitätsdienst) wird sich das Hauptaugenmerk auf die Erfüllung der Aufgaben in den verschiedenen Einsatzgebieten richten.
Neue Rolle für den Stab
Um die vielfältigen Aufgaben zu bewältigen, wird der Befehlshaber durch seinen Stab unterstützt. Mehr als 300 Frauen und Männer helfen bei Planung, Organisation und Führung dieses rund 83.500 Personen umfassenden „Großbetriebes“.
Mit der teilstreitkraftübergreifenden und multinationalen (joint und combined) Großübung EUROPEAN CHALLENGE hat das Deutsche Heer im April 2005 eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass es den neuen Herausforderungen gewachsen ist. Seit Juni 2005 besteht eine Patenschaft mit dem Commandement de la Force d´Action Terrestre (CFAT), dem französischen Gegenstück des Heeresführungskommandos. Verbindungsorgane der amerikanischen, britischen, französischen und niederländischen Landstreitkräfte sind seit langem im Heeresführungskommando integriert. Ebenso wie die Verbindungsorgane zu den anderen militärischen Organisationsbereichen.
Ausblick
Auch in Zukunft wird das Heeresführungskommando der Haupttruppensteller für Einsätze sein, da nach wie vor unmittelbare Operationen mit Langzeitwirkung nur durch Bodentruppen realisiert werden können. Es hat die neuen Herausforderungen angenommen und wird sich weiter den veränderten Bedingungen anpassen.
Weitere Informationen unter www.deutschesheer.de.
