Sie sind hier: Wirtschaft & Verkehr

Strukturpunkte

Standorte der Bundeswehr

Die Wehrtechnische Studiensammlung (WTS) blickt bereits auf eine mehr als zwanzigjährige Tradition am Standort Koblenz zurück. Nach langjährigen gemeinsamen Anstrengungen des Trägers, des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB), in Verbindung mit der Stadt Koblenz und dem Verein der Freunde und Förderer der WTS eröffnete Bundestagspräsident Richard Stücklen im November 1982 die Sammlung für die breite Öffentlichkeit.
 
Hervorgegangen ist sie aus der ab 1962 bei der Erprobungsstelle der Bundeswehr in Meppen aufgebauten „Waffen- und Munitionssammlung für Entwicklungs- und Konstruktionsstudien“.
 
Als Mitglied des Museums- und Sammlungsverbundes der Bw ist die WTS die einzige Sammlung, die sich ausschließlich auf wehr- bzw. militärtechnische Aspekte beschränkt. Insofern kommt ihr bei dem Bewahren, Ausstellen und Erforschen von militärtechnischen Objekten eine nationale Aufgabe zu.
 
Wie das Deutsche Museum in München vorrangig Meisterwerke der Naturwissenschaft und zivilen Technik ausstellt, präsentiert die WTS Meilensteine und Meisterwerke der Militärtechnik. Als vorrangige Zielsetzung ihrer Ausstellung militärischer Spitzentechnik sieht die WTS die Herausarbeitung und die Vermittlung des technischen Fortschritts und des Erfahrungsschatzes, der in den Exponaten enthalten ist.
 
Andere Aufgaben umfassen die Mitwirkung bei der Aus- und Fortbildung der Wehringenieure und Wehrtechniker, indem sie mit ihren spezifischen Mitteln und Methoden Anschauungsmaterial bereitstellt. Schließlich erfüllt sie mit ihrer 7200 m2 großen Ausstellung eine Bildungs- und Informationsaufgabe für zivile Angehörige der Bundeswehr, Soldaten, Industrie und Öffentlichkeit und stellt Bundeswehreinrichtungen, Ämtern, Hochschulen, Universitäten und Instituten Geräte und Informationen für Forschungsvorhaben, allgemeine Lehre und besondere Zwecke zur Verfügung.
 
Die WTS stellt keine statische Ansammlung von Exponaten dar, sondern die Sammlung hat einen dynamischen Charakter. Im Gegensatz zu einem Museum, das nach Erwerb eines Objektes dessen Zustand über möglichst lange Zeit zu konservieren versucht, arbeitet die WTS mit ihren Objekten. Amtsseite und Industrie erhalten Exponate, z. T. direkt aus der öffentlichen Ausstellung, für Technologiestudien, Schießversuche und Weiterentwicklungen.
 
Nach der Verlegung der WTS von Meppen nach Koblenz begann der zielgerichtete Aufbau der Dokumentationsstelle in der WTS. Heute umfassen Präsenzbibliothek und Archiv 30000 technische Dokumente wie Dienstvorschriften und Beschreibungen, 5.000 Fachbücher zur Militärtechnik sowie 12.000 Bände militärhistorischer Fachliteratur. Nach der Auflösung der Zentralbibliothek der Bundeswehr in Düsseldorf verzeichnete die WTS einen starken Anstieg der Nutzer ihrer Dokumentationsstelle.
Das Besucherprofil umfasst heute Studierende, Examenskandidaten, Doktoranden, Forscher und Buchautoren.  
 
Der Sammlungsbestand deckt den gesamten Bereich der Militärtechnik vom Kampfschuh bis zum fliegenden Waffensystem ab. Als besonders bedeutend ist die international ausgerichtete Handwaffensammlung mit rund 10.000 Objekten anzusehen. Schwerpunkte der Sammlungstätigkeit liegen in der raschen Weiterentwicklung der Bewaffnung während der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts und im Erwerb von aktuellsten Modellen und Prototypen. Aber auch die Sammlungsbereiche Rad- und Kettenfahrzeuge mit 120 sowie Geschütztechnik mit über 130 Objekten (Kaliberbereich 37 mm bis 240 mm) ziehen viele Interessenten an.