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Nach großer positiver Resonanz im Jahr 2017 findet „Koblenz liest ein Buch“ 2019 wieder statt!

Eine ganze Stadt soll dann wieder ein bestimmtes Buch lesen, hören und bei zahlreichen Veranstaltungen darüber sprechen.

2017 stand der Debütroman des jungen Beststellerautors Benedict Wells „Becks letzter Sommer“ im Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen und Aktionen. Vom 01. Mai bis 30. Juni 2019 wird das wieder so sein: Mit neuen Orten, neuen Inhalten und Aktionen, und natürlich einem neuen Buch. Bleiben Sie hier auf dem Laufenden und entdecken Sie das vielfältige Programmangebot zur diesjährigen Literatur- und Leseaktion „Koblenz liest ein Buch“.

Die Jury zu „Koblenz liest ein Buch“ hat viele Literaturlisten gewälzt. Die Entscheidung ist für 2019 auf den Roman „Sungs Laden“ von Karin Kalisa gefallen. Karin Kalisa erzählt in ihrem Roman mit Wärme und Witz auf ganz besondere Weise von Begegnungen und Schicksalen, vom Ankommen und Bleiben, von Heimat und Fremde, von Vielfalt und Zusammenhalt. Sie behandelt zwischen Utopie und Wirklichkeit wichtige Themen unserer Zeit. Ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit Nachhall!

Hier finden Sie eine kleine Leseprobe zum Hineinschnuppern.

Sie haben eine Veranstaltungsidee oder kennen einen besonderen Leseort? Hier gehts zum Mitmach-Formular.




  • Die Idee

    Ein bestimmtes Buch wird über mehrere Wochen zum Stadtgespräch, aus dem alle lesen, vorgelesen bekommen oder mit bekannten und unbekannten Personen über die Themen des Buches sprechen. Alle Koblenzerinnen und Koblenzer sind eingeladen – in Gärten, im Friseurladen, im Bus, in Wartezimmern, in Behörden, in städtischen Räumen, auf Bühnen, in Bars und Lokalen, in Mittagspausen oder nach Feierabend, wann und wo auch immer.

    Das Kultur- und Schulverwaltungsamt der Stadt Koblenz und die Buchhandlung Reuffel haben sich mit der Initiierung dieses ungewöhnlichen Literaturformats zum Ziel gesetzt, ein einziges Buch zum Gesprächsstoff und zum Gemeinschaftserlebnis für möglichst viele Menschen in Koblenz zu machen. 2017 wurde dazu der Debütroman des jungen Beststellerautors Benedict Wells „Becks letzter Sommer“ ausgewählt.

    Das gemeinsame Lese- und Literaturerlebnis soll Gespräche miteinander anregen und eine Kultur der Literatur und der Diskussion in unserer Stadt fördern. Damit wollen wir ein Gegenzeichen setzen, denn in unserer hektischen Alltagswelt verkümmert das Lesen oft nur zur schnellen Informationsgewinnung. Man unterhält sich mit bekannten und unbekannten Personen, lernt neue Gesichter kennen und tauscht sich über die Inhalte des Buches, seine persönlichen Eindrücke und Gedankengänge, die der Lesestoff ausgelöst hat, aus. „Koblenz liest ein Buch“ will Positives anstoßen, verbinden sowie auf unkonventionelle Art und Weise den Spaß am Lesen fördern und für Literatur begeistern. Eine neue Art des Zugangs zu Literatur in Koblenz etablieren und die Literaturszene stärken, dies sind weitere Anliegen des Projekts.

    „Eine Stadt liest ein Buch“ ist ein bundesweites Konzept, das bereits in verschiedenen Städten wie Frankfurt, Stuttgart, Regensburg erfolgreich stattgefunden hat.

Koblenz liest ein buch 2019

Das Buch 2019


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Am Anfang ist es nur eine alte vietnamesische Holzpuppe, die in der Aula einer Grundschule Kinder und Lehrer bezaubert. Noch ahnt keiner, dass binnen eines Jahres der Prenzlauer Berg auf den Kopf gestellt werden wird: Das Szene-Viertel entdeckt seinen asiatischen Anteil und belebt seine anarchisch-kreative Seele neu. Brücken aus Bambus spannen sich zwischen den Häusern, Parkraumwächter tragen Kegelhüte, auf Brachflächen grünt exotisches Gemüse, und ein Zahnarzt macht Sonntagsdienst für Patienten aus Fernost. Nachdem auf dem Dach des Bezirksamts kurzzeitig auch noch die Ho-Chi-Minh-Flagge wehte, münden die Aktionen in ein Fest, wie der Kiez noch keines erlebt hat: großes vietnamesisches Wassermarionettentheater in einem Ententeich! Vom Gemischtwarenladen des studierten Archäologen Sung nimmt all dies seinen Ausgang. Hier treffen die Schicksale ehemaliger vietnamesischer Vertragsarbeiter mit den Lebensgeschichten früherer DDR-Bürger zusammen, von hier aus wird der Kiez nicht nur mit Obst und Gemüse, sondern auch mit dem guten Geist der Improvisation versorgt.

Karin Kalisa, Jahrgang 1965, hat sich als Wissenschaftlerin mit asiatischen Sprachen, Philosophie und ethnologischen Beschreibungen beschäftigt. Nach Stationen in Bremerhaven, Hamburg, Tokio und Wien lebt sie seit einigen Jahren in Berlin. "Sungs Laden" ist ihr erster Roman, der zweite Roman wird im Herbst 2019 erscheinen.

Themen

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte
  • Fremd- bzw. Gastarbeiter
  • Migration und Integration
  • Ankommen und Bleiben
  • Community Building
  • Kommunikation zwischen Kulturen                                 
  • Generationen und sozialen Milieus
  • Familie und Zusammenhalt
  • Begegnungen, Biografien und Schicksale
  • Bürgerengagement
  • Verständigung
  • soziale Projekte
  • Rückeroberung und Umnutzung des öffentlichen Raumes
  • lebendige Stadtteilkultur
  • Nachbarschaft
  • Identität, Herkunft und Zukunft
  • u. v. m.

Impressionen

Veranstaltungen

Mai 2019

So, 5. Mai 14.00 Uhr (Festungsplateau / Leselounge):                                                            Literaturpicknick im Rahmen der Koblenzer Gartenkultur und in Kooperation mit den BUGA-Freunden: Dialogische Lesung mit Raphaela Crossey und Wolfram Boelzle, Schauspieler des Theater Koblenz.

Eintritt frei


Mi, 8. Mai 10.00 Uhr (Odeon-Apollo-Kinocenter, Apollo 3):                                                       Vortrag: "Inklusion, Identität, Heimat - über das An- und Auskommen von Menschen in Weltstädten am Beispiel von "Sungs Laden"" mit Prof. Dr. Peter Rödler und PD Dr. Werner Moskopp von der Universität Koblenz-Landau.

Eintritt frei



Do, 9. Mai

16.00 Uhr (Campus Uni Koblenz, Raum F413)                                                                          Seminargespräch: (Un-)Heimliche Heimat. Ein Seminargespräch mit Karin Kalisa (Sungs Laden) über Heimat(en) mit Prof. Dr. Stefan Neuhaus.

Eintritt frei

18.00 Uhr (Diakonisches Werk d. Ev. Kirchenkreises Koblenz, Mainzer Str.81)                       Podiumsdiskussion: "Koblenz liest ein Buch.. und wir diskutieren über Integration" /  Zitate aus dem Roman „Sungs Laden“ sind der Ausgangspunkt für eine Podiumsdiskussion mit Vertretern verschiedener Berufsgruppen und Migrantinnen und Migranten über die verschiedenen Aspekte von Integration. Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz (LBZ) in Kooperation mit dem Diakonischen Werk des Ev. Kirchenkreises Koblenz.

Eintritt frei

19.00 Uhr (ISSO Institut, Gewölbesaal am Florinsmarkt)                                                         Auftaktveranstaltung: Zur Eröffnung von "Koblenz liest ein Buch" 2019 kommt Karin Kalisa, Autorin von "Sungs Laden", in die Stadt. Sie wird aus ihrem Roman lesen, mit Prof. Dr. Stefan Neuhaus, Germanist an der Universität Koblenz-Landau, über die Themen und die Gestaltung ihres Romans sprechen sowie gerne Fragen aus dem Publikum beantworten. Mit freundlicher Unterstützung des ISSO-Instituts.

Eintritt frei, aufgrund begrenzter Platzanzahl wird um eine kurze Anmeldung gebeten unter elena.heth@stadt.koblenz.de


Do, 16. Mai

16.00 Uhr (LBZ/Rheinische Landesbibliothek)                                                                   Shared Reading: "Koblenz liest ein Buch-- und wir lesen gemeinsam SUNGS LADEN". Wir lesen ausgewählte Passagen aus dem Buch und lassen den Klang der Worte und die Sprache auf uns wirken. Wir lesen laut, abwechselnd, bewusst langsam und sprechen miteinander über das Gelesene. Die Veranstaltung ist eine offene Einladung zur Begegnung und zum Austausch über Literatur.

Eintritt frei, Anmeldung über voss@lbz-rlp.de

19.15 Uhr (VHS Koblenz, Raum 120)                                                                                           Podiumsdiskussion: "Konkreter Pluralismus oder abstrakter Kosmopolitismus – eine Werte-Diskussion vor dem Hintergrund von „Sungs Laden“" mit PD Dr. Werner Moskopp von der Universität Koblenz-Landau.

Eintritt frei


Mi, 22. Mai                                                                                                                                  Literarische Mittagspause für Mitarbeiter*innen der IHK Koblenz                             Gisela Nülle vom Verein "Lesen und Buch" liest aus "Sungs Laden".


Sa, 23. Mai 16.00 Uhr (LBZ/Rheinische Landesbibliothek):                                                Shared Reading: "Koblenz liest ein Buch-- und wir lesen gemeinsam SUNGS LADEN". Wir lesen ausgewählte Passagen aus dem Buch und lassen den Klang der Worte und die Sprache auf uns wirken. Wir lesen laut, abwechselnd, bewusst langsam und sprechen miteinander über das Gelesene. Die Veranstaltung ist eine offene Einladung zur Begegnung und zum Austausch über Literatur.

Eintritt frei, Anmeldung über voss@lbz-rlp.de


Fr, 24. Mai 2019, 20 Uhr (JAM Club/FreiRaum, Moselring 2-4):
Musikalische Lesung - Viktor Lee und Orion Walsh: Literatur trifft auf Musik, Viktor Lee von der Schauspielschule Koblenz trifft auf den Singer/Songwriter Orion Walsh aus Nebraska, ausgewählte Textpassagen aus „Sungs Laden“ treffen auf Gitarrenklänge. Frei Raum Koblenz und die Evangelische Jugend Koblenz Mitte lesen, sprechen und musizieren bei „Koblenz liest ein Buch“ mit!

Eintritt frei.


So, 26. Mai: Verkaufsoffener Sonntag


13.00 bis 18.00 Uhr (Forum Mittelrhein):                                                                       Leseecke: Am verkaufsoffenen Sonntag findet ihr eine Leseecke im Erdgeschoss des Forum Mittelrhein. Hier könnt ihr im Roman "Sungs Laden" von Karin Kalisa stöbern und euch somit eine kleine literarische Shopping-Auszeit gönnen.

14.00 und 16.00 Uhr (Puella Mode und Mehr an der Liebfrauenkirche):            Schaufensterlesung: Die Schauspielerin Annika Woyda vom Theater Ehrenbreitstein macht es sich im Schaufenster gemütlich und liest ausgewählte Passagen aus "Sungs Laden".

15.00 Uhr (SALON in der Buchhandlung Reuffel, Löhrstraße 92):                                           Kaffeezeit im SALON: Am verkaufsoffenen Sonntag liest Buchhändler Rainer Marquardt aus „Sungs Laden“, dazu gibt es etwas Süßes aus Vietnam.



2019

Juni 2019

So, 2. Juni  (genaue Uhrzeit und Ort wird noch bekannt gegeben):                                        Literarische Interventionen: "Koblenz liest ein Buch" ist zu Gast mit Kurzlesungen beim Augusta-Fest in den Rheinanlagen.


Mi, 5. Juni

14.00 Uhr (Campus Uni Koblenz, Raum F313)                                                         Seminarsitzung: "Pädagogische Lektüren zeitgenössischer Romane am Beispiel von 'Sungs Laden'" mit Prof. Dr. Thorsten Fuchs und David Unterhuber M.A. von der Universität Koblenz-Landau.

Eintritt frei

15.00 Uhr (Café Klamotte, Bahnhofstr. 4)
Lesung im Café Klamotte: Es liest Liane Gehlhoff vom Förderverein Lesen und Buch.

Eintritt frei


Do, 6. Juni 16.00 Uhr (LBZ/Rheinische Landesbibliothek):                                                Shared Reading: "Koblenz liest ein Buch-- und wir lesen gemeinsam SUNGS LADEN". Wir lesen ausgewählte Passagen aus dem Buch und lassen den Klang der Worte und die Sprache auf uns wirken. Wir lesen laut, abwechselnd, bewusst langsam und sprechen miteinander über das Gelesene. Die Veranstaltung ist eine offene Einladung zur Begegnung und zum Austausch über Literatur.

Eintritt frei, Anmeldung über voss@lbz-rlp.de


Mi, 12. Juni

20.00 Uhr (Restaurant Hanoi, Florinsmarkt 2-4):                                                 
Kulinarische Lesung: Was könnte näher liegen, als ein Buch, das tief eintaucht in die vietnamesische Kultur, zu verbinden mit dem Genuss authentischer Gerichte aus Vietnam? Jana Gwosdek, Mitglied des Schauspielensembles am Theater Koblenz, wird ausgewählte Passagen aus dem Roman lesen, dazwischen werden Köstlichkeiten aus der Küche des "Hanoi" aufgetischt.

Ausverkauft

ab 20.00 Uhr (König Pilsener Bierhaus am Görresplatz, Josef-Görres-Platz 2):
Lesen. Reden. Trinken über "Sungs Laden" - Herzliche Einladung zum Lesestammtisch des Vereins Lesen und Buch. Kommen Sie vorbei und tauschen Sie sich über Leseeindrücke und -ideen aus.

Eintritt frei


Do, 13. Juni

16.00 Uhr (LBZ/Rheinische Landesbibliothek):                                               
Shared Reading:
"Koblenz liest ein Buch-- und wir lesen gemeinsam SUNGS LADEN". Wir lesen ausgewählte Passagen aus dem Buch und lassen den Klang der Worte und die Sprache auf uns wirken. Wir lesen laut, abwechselnd, bewusst langsam und sprechen miteinander über das Gelesene. Die Veranstaltung ist eine offene Einladung zur Begegnung und zum Austausch über Literatur.

Eintritt frei, Anmeldung über voss@lbz-rlp.de

17.30 Uhr (Friseursalon Zimmermann):
Literarischer Friseurbesuch: Lesung im Friseursalon Zimmermann. Es liest Liane Gehlhoff vom Förderverein Lesen und Buch.

Eintritt frei

18.00 Uhr (Innenhof Bundesbank, Neustadt 6, Zugang über Einfhartstor):
After-Work-Lesung im Innenhof der Bundesbank: Die Deutsche Bundesbank in Koblenz öffnet ihre Türen und lädt zum Literaturgenuss nach Feierabend ein. Lassen Sie sich von einem wunderschön begrünten Innenhof überraschen, bringen Sie Ihre Picknickdecke mit und lauschen Sie an diesem Sommerabend Textpassagen aus dem Roman "Sungs Laden".

Eintritt frei


Sa, 15. Juni 16.00 Uhr (Garten der Schauspielschule Koblenz / Schlechtwetter: Theatersaal): Im Rahmen von „Koblenz liest ein Buch“ bringt sich die Schauspielschule Koblenz und der Förderverein BrotDose Kunst e.V.  mit einer Lesung von ausgewählten Kapiteln aus dem Roman SUNGS LADEN, sowie einer kleinen Vernissage, mit von dem Buch inspirierten Bildern (Künstler: Viktor Lee), ein. Anschließend regt die Kultur- und Sozialanthropologin Anna Horre aus Marburg zur Kommunikation über das Gehörte an.

Eintritt frei


Do, 27. Juni (Hotel Sander):                                                                                                            Lesung im Hotel Sander: Informationen folgen in Kürze.


Sa, 29. Juni 21.30 Uhr (Wasserfläche in den Zirkularbauten am Kurfürstlichen Schloss / bei schlechtem Wetter: Buchhandlung Reuffel, Löhrstraße 92):                           Abschlussveranstaltung in Kooperation mit den BUGA-Freunden: Mondscheinlesung mit Werkstattbericht und Illumination. Nachdem die Autorin von „Sungs Laden“, Karin Kalisa, beim Auftakt im Mai den Anfang des Romans gelesen hat, liest sie zum Abschluss des Literaturprojekts an einem handlungstypischen Ort des Romans das Ende von „Sungs Laden“. Anschließend erzählt sie aus einem neuen Werk. Die diesjährige Ausgabe von "Koblenz liest ein Buch" blickt so zum Abschluss auch in die Zukunft. Die Autorin Karin Kalisa liest erstmals aus ihrem neuen Roman "Radio Activity", der im Herbst 2019 erscheinen wird und gewährt Einblicke in den Schreibprozess.

Eintritt frei, aufgrund begrenzter Platzanzahl wird um eine kurze Anmeldung gebeten unter elena.heth@stadt.koblenz.de

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Koblenz liest ein buch 2017

2017 stand der Debütroman des jungen Beststellerautors Benedict Wells „Becks letzter Sommer“ im Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen und Aktionen.

In seiner thematischen Vielfalt spricht das Buch Jung und Alt gleichermaßen an und ermöglicht einen generationenübergreifenden lebendigen Austausch. In „Becks letzter Sommer“ erzählt Benedict Wells humorvoll und auch nachdenklich von verpassten Chancen und alten unerfüllten Lebensträumen, von schicksalshaften Begegnungen und über die Liebe, von der Leidenschaft für Musik und einem außergewöhnlichen Sommerroadtrip am Rande des Wahnsinns, bei dem noch einmal alles möglich scheint.

  • Das Buch 2017

    Robert Beck, Deutsch- und Musiklehrer an einem Münchner Gymnasium, ist nicht zu beneiden. Mit 37 Jahren steuert er auf eine Midlife-Crisis zu. Aus seinem Lebenstraum als Musiker einer aufstrebenden Amateurband wurde es nichts und sein sicherer Job als Lehrer ödet ihn an. Sein Liebesleben, bestehend aus rein flüchtigen Frauenbeziehungen, gibt ihm genauso wenig Erfüllung. So empfindet Beck sein Leben als ein hoffnungsloses Desaster, gefangen zwischen gesicherter Beamtenstellung und unerfüllter Selbstverwirklichung – statt ausverkaufte Stadien zu füllen organisiert er Literaturcafés und Max Goldt-Lesungen. Mit dem Älterwerden ist Beck zudem mehr und mehr abgestumpft und eigensinnig geworden. Seine Träume hat die Zeit nach und nach zurechtgestutzt oder begraben. Seiner Arbeit als Lehrer ist er längst überdrüssig, hat er diese auch nur gewählt, um seinem Vater zu gefallen. Sein einziger Weggefährte ist der ehemalige Bandkollege Charlie. Ein exzentrisch, manisch-depressiver und drogensüchtiger Deutschafrikaner, der ziellos durchs Leben treibt und in seiner Hypochondrie jeden Tag aufs Neue an tödlichen Krankheiten erkrankt. Doch zwei menschliche Begegnungen scheinen eine Wende in Becks Leben zu bringen. Er lernt die Kellnerin Lara kennen, die eigentlich so gar nicht sein Typ ist, jedoch mit der Zeit unerwartet tiefe Gefühle in ihm auslöst. Doch die Affäre ist endlich, da sich Lara an einer Modeschule in Rom beworben hat.

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    Zugleich entdeckt er in seiner Klasse ein unglaubliches Musiktalent: den 17-jährigen rätselhaften Einzelgänger Rauli Kantas aus Litauen, der heimlich Schlittschuh läuft und im Verborgenen eine Waffe bei sich trägt. Beck sieht im Management dieses sonderbaren Jungen die Chance, sich doch noch musikalisch zu verwirklichen. Er nimmt sich dem Jungen nicht selbst- und neidlos an, schreibt Songs für ihn und organisiert eine Release-Party in der Schulturnhalle, zu der er frühere Kontakte aus der Musikszene einlädt. Mit eigenwilligen Eigenkompositionen und Melodie begeistert Rauli das Publikum und Becks ehemaligen Bandkollegen, der ihm einen Vertrag bei Sony anbietet; dies jedoch unter der Prämisse, dass sich Beck aus dem Management zurückzieht. Noch bevor Beck darüber ehrlich zu Rauli ist, brechen er, Charlie und Rauli zu einem Roadtrip durch Osteuropa auf. Das Ziel ist Istanbul, wo Charlie nach dem Aufenthalt in einer Nervenklinik seine Mutter besuchen will. Im Gepäck hat jeder seine eigenen Probleme. Auf der Fahrt stellt sich heraus, dass eine Plastiktüte ein weiterer Grund für die Fahrt ist: Charlie hat sich zu einem gefährlichen Drogenschmuggel überreden lassen. Rauli hingegen gesteht, dass er hinter Becks Rücken das Angebot von Sony aufgrund der prekären finanziellen Situation seiner Familie längst angenommen hat. Nun ist Becks Zukunft wieder ungewiss. Rauli ist als Künstler ein Genie, er selbst nur Durchschnitt. Soll er trotzdem seine Sicherheit aufgeben und zur Musik zurückkehren, obwohl ein Scheitern wahrscheinlich ist? Im Drogenrausch erscheint Beck ein gewisser Robert Zimmermann, der ihn bestärkt, seine Träume zu leben. Nach der gemeinsamen turbulenten Reise geht Rauli nach England, wo er nicht ganz erfolgreich an seiner Musikerkarriere arbeitet. Beck hingegen wagt den Schritt und kündigt seine Stellung als Lehrer. Er setzt alles auf eine Karte und geht nach Italien, um Musik zu machen. Jahre später wartet er noch immer auf musikalische Inspiration und lebt alleine. Was mit Lara ist, bleibt unklar. Eines Abends bekommt er Besuch von Rauli, der gezeichnet von Drogen und Enttäuschungen, von den Schlägen seines Vaters berichtet und über die Zurückweisung seiner Jugendliebe Anna nie hinweggekommen ist. Er hinterlässt ihm als Abschiedsgeschenk ein Lied zur Inspiration – sein unveröffentlichtes Meisterwerk Finding Anna.

    Themen des Buches

    In dem Roman „Becks letzter Sommer“ tauchen u.a. folgende zentrale Themen auf, die bei Veranstaltungen aufgegriffen werden oder über die gesprochen wird:

    • Die immerwährende Suche nach dem persönlichen Glück
    • Musiker, Lehrer, Lehrer-/Schülerverhältnisse, Schüler mit Migrationshintergrund
    • Freundschaft und Verrat, Liebe und schwierige Vater-Sohn-Beziehungen
    • Midlife-Crisis
    • Das Dilemma zwischen gesicherter Existenz und unerfüllter Selbstverwirklichung
    • Das „Künstlerwerden“, das Entdecken von Talenten und die Talentförderung
    • Von der inneren Leere, von Zweifeln und Ängsten vor Entscheidungen
    • Über das Älterwerden und den neidvollen Blick auf das Jung-Sein
    • Von der Liebe, die jeder sucht, die jeder braucht
    • Von Musik und Bob Dylan
    • Vom Mut, auszubrechen und in eine ungewisse Zukunft aufzubrechen



    Bei „Becks letzter Sommer“ handelt es sich um einen besonderen Buchaufbau. Die Form greift das zentrale Thema der Musik auf: Wie in einer Langspielplatte gibt es ein Intro, eine A- und B-Seite und ein Outro. Jeweils vier Kapitel enthält eine Seite. Die sogenannten Tracks sind mit Bob Dylan-Songs betitelt. Immer wieder eingeschoben sind Rückblenden und eine Perspektive, in der der Autor selbst als Schriftsteller Ben das Leben seines ehemaligen Lehrers Beck erzählt.

    Taschenbuch, 452 Seiten
    978-3-257-24022-1
    € (D) 12,00


Impressionen 2017


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