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Mittelrhein-Museum zeigt „Die Schrecken des Krieges“ von Francisco de Goya

In einer Kabinettausstellung zeigt das Mittelrhein-Museum vom 29. Mai bis 11.Oktober den beeindruckenden Zyklus „Die Schrecken des Krieges“ des Künstlers Francisco de Goya. 

Francisco José de Goya y Lucientes (1746 Fuendetodos, Aragón, Spanien – 1828 Bordeaux) war nicht nur der bedeutendste spanische, sondern überhaupt der vielleicht bedeutendste europäische Künstler seiner Zeit. Auf der einen Seite wurzelt er noch im alten, absolutistisch geprägten Spanien und war ein Vertreter der Hofkunst, der er neue Impulse verlieh. Auf der anderen Seite war er Zeitzeuge der grundlegenden Umbrüche durch die Französische Revolution und die napoleonischen Kriege, die gerade Spanien schwer heimsuchten.

Goya erschloss sich völlig neue Themen und Zugangsweisen sowie künstlerische Ausdruckformen, die in seiner Zeit einzigartig waren. Aus diesem Grunde hat man in ihm oft auch einen Vorläufer der Moderne gesehen. Einen ganz neuen Zugang zum Thema Krieg und dessen Begleiterscheinungen entwickelte Goya in der Serie Los desastres de la guerra oder auf Deutsch: Die Schrecken des Krieges. Es handelt sich um eine Serie von 82 Aquatinta-Radierungen, die in den Jahren 1810 bis 1814 entstand. Unter dem Eindruck des eigenen Erlebens schildern sie die Gräueltaten der französischen Besatzer im Kampf mit der aufständischen spanischen Bevölkerung. Keine Verklärung und Heroisierung, wie es lange üblich war, zeigte Goya, sondern die Schreckenstaten auf beiden Seiten, Vergewaltigungen, Hinrichtungen, Leichenberge, Verstümmelte. Goya brach damit einer neuen Wahrnehmung die Bahn, die sich in Deutschland erst im 20. Jahrhundert in den Werken von Otto Dix zum Ersten Weltkrieg zeigen sollte.

Zu Goyas Lebzeiten wurde diese Serie nicht veröffentlicht. Erst lange nach seinem Tode erschien 1863 die erste Auflage.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Museum Zitadelle Jülich sowie ein Projekt des Netzwerkes K19 - Kunst des 19. Jahrhunderts im Rheinland (www.k19-rhein.de). 


 

VERANSTALTUNGEN 

Eröffnung der Austellung

Freitag, 29. Mai, 19 Uhr

 

MUSEUM & SCHULE 

Infoveranstaltung für Lehrkräfte mit Franziska Feser

Ausstellungsrundgang mit künstlerisch-didaktischen Impulsen 

Donnerstag, 11. Juni, 14 bis 15 Uhr 

Museumseintritt und Veranstaltung sind für Teilnehmende kostenfrei. 

 

Museumsnacht Koblenz 2026 

Kuratorinnenführung mit Melanie Krause

Samstag, 5. September, 22.30 Uhr 

Die erhobene Sondergebühr von zehn Euro berechtigt zum Eintritt in alle beteiligten Häuser. 

 

Öffentliche Führungen mit Peter Paul Pisters 

Sonntag, 31. Mai / 11. Oktober | jeweils 15 Uhr 

Die Kosten betragen jeweils drei Euro / ermäßigt zwei Euro zuzüglich Museumseintritt. 

Francisco de Goya | Ich habe es gesehen (Detail) | Blatt 44 | aus: Die Schrecken des Krieges | 1810-14 | Nachdruck von 1906 |
Francisco de Goya | Düstere Vorherahnung | Francisco de Goya | Vorhersehung | Blatt 1 | aus: Die Schrecken des Krieges | 1810-14 | Nachdruck von 1906 |