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Gebietsänderung zwischen Winningen und Koblenz besiegelt

Ein historischer Tag: Ein Flächentausch zwischen der Stadt Koblenz und der Weinbaugemeinde Winningen wurde am Freitag mit der Unterzeichnung des Gebietsänderungsvertrags besiegelt. Dabei wechselt ein Teil der Weinlage Röttgen, der bisher zu Koblenz-Güls gehört in die Gemeinde Winningen. Als Ausgleich wird eine gleich große landwirtschaftliche Fläche auf Winninger Gebiet, nahe dem Koblenzer Stadtteil Güls-Bisholder, in das Koblenzer Stadtgebiet eingegliedert. 

Oberbürgermeister David Langner und Ortsbürgermeister Achim Reick unterzeichnen am Freitag das Dokument bei einem Treffen oberhalb der renommierten Weinlage Winninger Röttgen. Landrat Marko Boos und Bürgermeisterin Kathrin Laymann setzen ihre Unterschriften für den Landkreis Mayen-Koblenz und die Verbandsgemeinde Rhein-Mosel. 

Der Tausch wurde nötig, weil eine Änderung im Weinbezeichnungsrecht ab dem Weinjahrgang 2026 verlangt, dass 85 Prozent der Trauben einer Einzellage aus der angegebenen Lage und der zugehörigen Gemeinde stammen müssen. Da die Rebflächen der Lage Röttgen mit rund 5,5 Hektar auf Koblenzer Gebiet liegen, ist eine Anpassung der Gemeindezugehörigkeit der Weinlage aufgrund des Wunsches der Winzer notwendig. Bislang werden alle Weine der weltbekannten Spitzenlage unter dem Namen „Winninger Röttgen“ vermarktet. Sowohl die Winninger als auch die Gülser Winzer möchten diese Bezeichnung beibehalten. Denn Weine aus der Lage Winninger Röttgen erzielen überdurchschnittliche Preise und genießen ein hohes Renommee. Ohne Tausch drohen Preisabschläge und brachfallende Rebflächen für Weine, die aus Reben auf Koblenzer Gebiet ausgebaut werden. Denn die Lagenbezeichnung Winninger Röttgen darf nach dem neuen Weinbezeichnungsrecht ab dem Erntejahrgang 2026 für diese Weine nicht mehr verwendet werden. 

Walter Clüsserath, Präsident des Weinbauverbands Mosel, hatte Oberbürgermeister David Langner vor Monaten auf die Problematik hingewiesen und den Flächentausch angeregt. Das Amt für Stadtvermessung und Bodenmanagement der Stadt Koblenz übernahm die Koordination des aufwändigen Verwaltungsprozesses. Im Frühjahr 2026 stimmten die politischen Gremien – der Koblenzer Stadtrat und der Winninger Gemeinderat dem Vorhaben zu. Da mit dem Flächentausch auch die Änderung der Verbandsgemeindegrenze und der Kreisgrenze zur Stadt Koblenz verändert wird, mussten auch der Verbandsgemeinderat Rhein-Mosel und der Kreistag Mayen-Koblenz zustimmen. Nach einer umfangreichen Abstimmung zwischen den Verwaltungen entstand der Gebietsänderungsvertrag, der ebenfalls von den Gremien beschlossen wurde. Die rechtliche Grundlage bildet die rheinland-pfälzische Gemeindeordnung. Dabei wird lediglich die Gemeindegrenze verändert und Wege, die im Eigentum der Stadt Koblenz und der Gemeinde Winningen stehen werden getauscht. Eigentumsrechte von Bürgerinnen und Bürgern bleiben unberührt. 

Die Aufsichtsbehörde, die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier, muss den Tausch noch genehmigen. Dafür ist ein Nachweis des Gemeinwohls erforderlich. Ein zentrales Argument ist die Bedeutung der Weinlage Winninger Röttgen. Ohne den Tausch drohen Wertverluste, ein Rückgang der Weinbergsflächen und der Verlust der Weinkulturlandschaft. Nur mit der international bekannten Lagenbezeichnung „Winninger Röttgen“ ist die wirtschaftliche Grundlage gegeben, um diese Mosel-Steillage mit hohem Arbeits- und Kostenaufwand zu erhalten. Den Abschluss findet das Verfahren nach der Veröffentlichung im Staatsanzeiger von Rheinland-Pfalz. Anschließend werden das Liegenschaftskataster und das Grundbuch an die neue Zuordnung angepasst. Für die Eigentümerinnen und Eigentümer der Grundstücke die zwischen den Gemeinden wechseln entstehen hierfür keine Kosten. Auch für die beteiligten Gemeinden Winningen und Koblenz ist der Tausch der eigenen Grundstücke wertneutral, da dies in der Gemeindeordnung von Rheinland-Pfalz so festgelegt ist. 

Die beteiligten Winzer sind erleichtert, dass der Flächentausch bis zur Traubenlese 2026 abgeschlossen sein wird. Damit ist sichergestellt, dass alle Winzer weiterhin ihren Wein unter dem international bekannten Namen „Winninger Röttgen“ vermarkten können.

Sie besiegelten am Freitagmittag gemeinsam den Gebietsänderungsvertrag zwischen Koblenz und Winningen (von links): Kathrin Laymann (Bürgermeisterin Verbandsgemeinde Rhein-Mosel), Marko Boos (Landrat Kreis Mayen-Koblenz), David Langner (Oberbürgermeister Stadt Koblenz) und Achim Reick (Ortsbürgermeister Winningen).
Ein Teil der Weinlage Röttgen, der bisher zu Koblenz-Güls gehörte, wechselt nun in die Gemeinde Winningen. Als Ausgleich wird eine gleich große landwirtschaftliche Fläche auf Winninger Gebiet, nahe dem Koblenzer Stadtteil Güls-Bisholder, in das Koblenzer Stadtgebiet eingegliedert.
Unterzeichneten am Freitagmittag gemeinsam den Gebietsänderungsvertrag zwischen Koblenz und Winningen (von links): Kathrin Laymann (Bürgermeisterin Verbandsgemeinde Rhein-Mosel), Marko Boos (Landrat Kreis Mayen-Koblenz), David Langner (Oberbürgermeister Stadt Koblenz) und Achim Reick (Ortsbürgermeister Winningen).