Planzeichnung

Klimaschutz

in der Stadt Koblenz

Klimakommunikation


Nicht die Finanzierung, sondern Widerstand stellt häufig das größte Hindernis für Klimaanpassungsmaßnahmen dar. Anstatt diesen Widerstand zu bekämpfen, sollte er zunächst als legitime Reaktion anerkannt und ernst genommen werden. Erst durch die Auseinandersetzung mit den zugrunde liegenden Konflikten lässt sich verstehen, woran sich der Widerstand entzündet und wie konstruktiv mit ihm umgegangen werden kann.

Erkenntnisse und Lösungsansätze

  • Erkenntnisse

    Ursachen für Widerstand

    • Kostenfragen
    • Flächenkonkurrenzen (z. B. Bäume vs. Parkplätze, Rad- vs. Autoverkehr)
    • Konflikte um die Strategie
    • Ideologie

    Schlüsselprinzipien im Umgang mit Widerstand:

    • Konfliktursachen frühzeitig identifizieren
    • Bedürfnisse und Perspektiven der Betroffenen berücksichtigen
    • Transparente, kontinuierliche und freundliche Kommunikation
    • Räume für Kritik und Beteiligung schaffen

    Rolle von Ideologie:

    • Klimathemen sind besonders anfällig für politische Instrumentalisierung
    • Ziel ist eine möglichst sachliche, entideologisierte Kommunikation, ohne andere Sichtweisen auszublenden

    Ziele der Klimakommunikation:

    • Entideologisierung
    • Wirksame Maßnahmen
    • Soziale und materielle Kosten von Maßnahmen reduzieren
    • Würdigung des Einsatzes von Menschen für Klimabelange
    • Mitstreiter gewinnen  

    Beteiligung und Ansprache:

    • Frühzeitige und kontinuierliche Kommunikation ist entscheidend – idealerweise bevor konkrete Maßnahmen feststehen.
    • Beteiligungsformate (z. B. Bürgersprechstunden, Infoveranstaltungen) sollten bewusst auch als „Ventil“ für Kritik genutzt werden.
    • Kommunikation muss dialogorientiert und auf Augenhöhe erfolgen, nicht als einseitige Information.
    • Lokale Netzwerke nutzen:
      • Nachbarschaften, Stadtteile, bestehende Gruppen gezielt einbinden
      • Institutionen vor Ort (z. B. Vereine, Kirchen, Ortsbeiräte) als Multiplikatoren nutzen
    •  Schwer erreichbare Gruppen:
      • Neben Engagierten gezielt auch weniger interessierte oder kritische Gruppen ansprechen
      • Maßnahmen so kommunizieren, dass sich mehr Menschen persönlich angesprochen fühlen

    Zielgruppenspezifische Kommunikation

    • Unterschiedliche Zielgruppen benötigen unterschiedliche Ansätze:
      • Bürgerschaft
      • Unternehmen und Gewerbe
        • Maßnahmen müssen konkrete Vorteile bieten (wirtschaftlich oder Imagegewinn)
        • Keine Kommunikation über Zwang oder Mehrbelastung
        • Aufbau von Best-Practice-Beispielen („Keimzellen“) und Vorbildern
        • Unterstützung durch Fachberatung vor Ort
      • Senioren
      • Kinder und Jugendliche
        • Können als Multiplikatoren wirken („Sprachrohrfunktion“)
        • Spezielle Beteiligungsformate

    Erfolgsfaktoren in der Kommunikation:

    • Co-Benefits in den Vordergrund stellen:
      • Gesundheit
      • Lebensqualität
      • Wirtschaftliche Vorteile
      • Klimaanpassung wird oft besser akzeptiert als abstrakter Klimaschutz, jedoch ist es wichtig, dass Klimaschutz und Klimaanpassung zusammen gedacht werden
    • Positivbeispiele sichtbar machen:
      • Gute Praxis aus Verwaltung, Quartieren und Unternehmen kommunizieren
      • Erfolgsgeschichten zur Motivation nutzen
      • Konkret genannte mögliche Beispiele:
        • ISEK Lützel
        • Lidl Parkplatz in Ehrenbreitstein
        • Gewerbegebiet Bubenheimer Berg
        • Projekt „Handwerk attraktiv“ der HWK
    • Kleine, konkrete Maßnahmen betonen:
      • Niedrigschwellige Einstiege schaffen
      • Alltagstaugliche Lösungen kommunizieren
    • Anerkennung und Wertschätzung:
      • Engagement sichtbar machen (z. B. Patenschaften, öffentliche Würdigung)

    Umgang mit Konflikten: 

    • Konflikte (z. B. Flächennutzung, Eigentumsfragen) sind unvermeidbar und müssen offen adressiert werden
      • Wichtig ist:
        • Transparenz über Entscheidungsprozesse
        • Gleichberechtigte Diskussion unterschiedlicher Interessen
        • Akzeptanz, dass nicht alle überzeugt werden können
        • Politik und Verwaltung müssen letztlich Entscheidungen treffen, auch bei bestehenden Widerständen
  • Lösungsansätze

    Lokale Strukturen nutzen und stärken

    • Arbeit in Stadtteilen und Nachbarschaften
    • Kooperation mit bestehenden Netzwerken und Institutionen

    Co-Benefits betonen:

    • Fokus auf Lebensqualität, Gesundheit und konkrete Vorteile
    • Erfordernis für nachfolgende Generationen

    Best-Practice-Beispiele und Vorbilder sichtbar machen:

    • Erfolgreiche Projekte gezielt kommunizieren
    • Übertragbarkeit auf andere Bereiche prüfen

    Kleine, sichtbare Schritte fördern:

    • Maßnahmen im direkten Lebensumfeld umsetzen
    • Vom Kleinen ins Große und umgekehrt denken