Planzeichnung

Umwelt und Planung

Klärwerks- und Kanalbetrieb
Kanalfahrzeug


ZUM SCHUTZ DER GEWÄSSER


Wann immer der Mensch Wasser nutzt und verschmutzt, entsteht Abwasser - zum Beispiel beim Baden, Waschen und Kochen in privaten Haushalten. Auch in Gewerbe- und Industriebetrieben entsteht bei Produktion und Verarbeitung Abwasser. Hinzu kommt Regenwasser, das von Dächern und Straßen in die Kanalisation gelangt.
1892 begann in Koblenz das Zeitalter der Stadtentwässerung mit dem Aufbau eines Kanalnetzes. Dennoch floß das Abwasser weiter jahrzehntelang ungereinigt in die Flüsse, bis zunächst mechanische Reinigungseinrichtungen installiert wurden.

Seit 1971 wird das Koblenzer Abwasser in Koblenz-Wallersheim mechanisch und biologisch gereinigt - bis zu 20 Millionen Kubikmeter Abwasser pro Jahr können in der nun erweiterten Anlage geklärt werden.
Damit erfüllen Stadtentwässerung und Klärwerk eine der herausragendsten Forderungen für unsere Umwelt.


Rechen und Trichter
Zwei Grob- und vier Siebrechen halten alle Stoffe zurück, die größer als drei Millimeter sind und somit den Klärbetrieb stören würden.
In einem belüfteten Sandfang wird der Sand aus dem Abwasser entfernt. Rechengut und Sand werden gesammelt und umweltgerecht entsorgt. Alle übrigen Stoffe sinken im Vorklärbecken zu Boden, indem die Fließgeschwindigkeit des Abwassers herabgesetzt wird. Die auf dem Beckenboden angesammelten Stoffe werden in Trichter geschoben und in den Faulbehälter gepumpt.


Bakterien und Luft
Die im Wasser gelösten organischen Schmutzstoffe könne nur mit Hilfe der biologischen Reinigung entfernt werden. Bakterien, die auf den Füllkörpern des Tropfkörpers und im Belebtschlamm der Belebungsbecken angesiedelt sind, übernehmen diese Aufgabe, denn die organischen Schmutzstoffe des Abwassers dienen den Bakterien als Nahrung. Der für die Bakterien lebenswichtige Sauerstoff wird per Luftdruck zugeführt.
Da der flockige Belebtschlamm schwerer ist als Wasser, setzt er sich in den Nachklärbecken ab. Das abfließende Wasser ist nun gereinigt und wird in den Rhein und damit in den natürlichen Kreislauf des Wassers zurückgeleitet.


Schlamm und Gas
Der Beblebtschlamm, der sich in den Nachklärbecken abgesetzt hat, wird über Rücklaufpumpwerke zum Teil wieder in das Belebungsbecken geleitet, um dort die Bakterien erneut einsetzen zu können. Sowohl der überschüssige Belebtschlamm als auch der bei der Vorklärung angefallene Schlamm gelangen in die Faulbehälter. Dort entsteht unter Luftabschluß bei einer Temperatur von etwa 36 Grad/C Methangas. 20 Tage dauert der Faulprozeß; anschließend wird der ausgefaulte Schlamm mit Hilfe von Nacheindickern und Kammerfilterpressen entwässert und ordnungsgemäß entsorgt. Das bei dem Faulen entstandene Gas wird zum Heizen der Faulbehälter und zur Stromerzeugung genutzt.


Menge und Zeit
Fachleute hatten für das Jahr 2000 einen Wasserverbrauch von 214 Liter pro Einwohner und Tag prognostiziert. Das bedeutet, daß bei trockenem Wetter einschließlich des Abwassers aus den Gewerbebetrieben 707 Liter pro Sekunde, 2.545 Kubikmeter pro Stunde oder 61.078 Kubikmeter pro Tag im Koblenzer Klärwerk zu behandeln sind. Maximal 20 Millionen Kubikmeter Abwasser kann das Koblenzer Klärwerk pro Jahr reinigen. 700 Minuten dauert es durchschnittlich, bis das Abwasser das Klärwerk passiert hat.

Die Durchflußzeiten der einzelnen Stufen:

Sandfang: 6 Minuten

Vorklärbecken: 120 Minuten

Belebung: 400 Minuten

Nachklärbecken: 165 Minuten


Planung und Bau
An der Planung des neuen Klärwerks waren Kocks Consult GmbH mit wissentschaftlicher Beratung von Prof. Dr. Ing. C.F.Seyfried (Technische Universität Hannover) und das Tiefbauamt der Stadt Koblenz beteiligt. Die Bauleitung oblag ebenfalls dem städtischen Tiefbauamt. Realisiert wurde der Bau der neuen Anlage in den Jahren 1987 bis 1992, wobei der Klärwerksbetrieb stets aufrecht erhalten wurde.

Für den Bau und die Erweiterung des Koblenzer Klärwerks wurden rund 46 Millionen Euro investiert.


Daten und Fakten

Pilotprojekt

Energieautarke Großkläranlage

für eine saubere Zukunft