Planzeichnung

Umwelt und Planung

Denkmalschutz

Die Denkmalpflege der Stadt Koblenz ist als Untere Denkmalschutzbehörde für die vielzähligen denkmalgeschützten Gebäude, historischen Parkanlagen und baulichen Gesamtanlagen des Koblenzer Stadtgebietes zuständig. Insgesamt gibt es in Koblenz über 600 Kulturdenkmäler, die sich teils in städtischer, teils in kirchlicher und häufig in privater Hand befinden. Die Untere Denkmalschutzbehörde bearbeitet Bauanträge, die den Denkmalschutz betreffen und Anträge auf denkmalrechtliche Genehmigung. Außerdem steht die Untere Denkmalschutzbehörde beratend für alle Fragen rund um das Thema Denkmalschutz und Denkmalpflege zur Verfügung.

Was macht die Denkmalpflege?

Die zentrale Aufgabe der Denkmalpflege besteht in der Inventarisierung, Unterschutzstellung, Erhaltung, Pflege, wissenschaftlichen Erforschung und Vermittlung der Kulturdenkmäler. Für die Erfüllung dieser vielfältigen Aufgaben ist die Denkmalpflege in Rheinland-Pfalz in mehrere Behörden aufgeteilt.

Kontakt/ Ansprechpartner

  • Frau Kaiser, Sachbearbeitung Denkmalpflege, Sachgebiet Denkmalpflege +49 261 129-3170
  • Herr Böckling, Sachbearbeitung Denkmalpflege, Sachgebiet Denkmalpflege, +49 261 129-3153
  • Herr Kupp, Techniker, Sachgebiet Denkmalpflege, +49 261 129-3141
  • Frau Morales, Verwaltung, Sachgebiet Denkmalpflege, +49 261 129-3175

E-Mail: denkmalpflege@stadt.koblenz.de

Anschrift:

Amt für Stadtentwicklung und Bauordnung

Sachgebiet Denkmalpflege

Bahnhofstraße 47

56068 Koblenz

Denkmal des Monats

Mit dem „Denkmal des Monats“ stellt die Untere Denkmalschutzbehörde ab März 2021 regelmäßig Kulturdenkmäler und besondere Aspekte von Kulturdenkmälern in der Stadt Koblenz vor. Sie lädt damit ein, die Kulturdenkmäler in der Stadt zu entdecken und dabei auch mehr über die Themen und die Arbeit der Denkmalpflege zu erfahren.

  • Weitere Infos zum Denkmal des Monats

    Ein „Denkmal“ im eigentlichen Sinn ist ein Gebäude oder Kunstwerk, das an eine Person oder ein Ereignis erinnert. So definiert es noch 1774 Adelungs Wörterbuch. Das Wörterbuch der Brüder Grimm verzeichnet jedoch 1860 weitere Bedeutungen des Wortes. Ein „Denkmal“ kann demnach ein schriftliches Werk, ein Bauwerk, eine Ruine, eine Bildhauerarbeit, ein Knochen aus der „Vorzeit“ sein, also ein Zeugnis einer vergangenen Epoche der Kulturgeschichte oder der Erdgeschichte.

    Im 19. Jahrhundert hatte sich bereits der Begriff des Kulturdenkmals entwickelt, und viele Staaten betrieben bereits amtliche Denkmalpflege. Heute wird das Kulturdenkmal noch breiter definiert. Das rheinland-pfälzische Denkmalschutzgesetz in der Fassung vom 17. Juli 2019 definiert Kulturdenkmäler in Paragraf 3 als „Gegenstände aus vergangener Zeit“, die „Zeugnisse, insbesondere des geistigen oder künstlerischen Schaffens, des handwerklichen oder technischen Wirkens oder historischer Ereignisse oder Entwicklungen“, „Spuren oder Überreste menschlichen Lebens“ oder „kennzeichnende Merkmale der Städte und Gemeinden“ sind und „an deren Erhaltung und Pflege oder wissenschaftlicher Erforschung und Dokumentation aus geschichtlichen, wissenschaftlichen, künstlerischen oder städtebaulichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht.“

    Koblenz ist reich an Kulturdenkmälern aus allen diesen Bereichen, die das Wirken, Denken und Leben der Menschen in den verschiedenen Epochen ebenso vielfältig spiegeln wie die Erdgeschichte.

    In dieser monatlich aktualisierten Rubrik lädt die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Koblenz Sie ein, ausgewählte Kulturdenkmäler aus Koblenz zu entdecken. Sie werden Bekanntes ebenso finden wie weniger Bekanntes und Verstecktes.

    Die Kulturdenkmäler sind auch Gegenstand der Arbeit der Denkmalpfleger und Restauratoren. Sie sind laut Gesetz schon Denkmäler vor ihrer Aufnahme in das „Nachrichtliche Verzeichnis der Kulturdenkmäler“, die Denkmalliste, aber es bleibt die Arbeit der Unteren Denkmalschutzbehörde wie der Denkmalfachbehörde, die Denkmaleigenschaft eines Objektes festzustellen und zu definieren. In Kooperation mit den Denkmaleigentümern, Architekten, Handwerkern und Restauratoren arbeitet die Denkmalpflege daran, die Kulturdenkmäler zu erhalten und ihre Denkmaleigenschaft zu sichern.

Denkmal des Monats März 2021

Ägyptenmode am Rhein: Das Tor der Feste Kaiser Franz in Lützel

Tore öffnen Zugänge. Deshalb stellt dieser erste Beitrag zum Denkmal des Monats ein Tor vor, das künftig dazu einladen wird, ein Koblenzer Baudenkmal zu entdecken.

Eigentlich wurde das Tor der Feste Kaiser Franz in Lützel aber gebaut, um den Zugang zu kontrollieren und im Angriffsfall zu versperren. Für diesen Zweck genügen starke Mauern, feste Torflügel und ein Graben mit Zugbrücke. Genau diese Einrichtungen besaß auch das Tor der Feste Kaiser Franz. Es ist jedoch mehr als eine Sicherung des Zugangs. Mit seinen Anklängen an das alte Ägypten erfüllt es eine repräsentative Funktion und spiegelt die Zeit um das Jahr 1820.

Bild des Haupteinganges Feste Franz


  • Weitere Infos zum Tor der Feste Kaiser Franz

    Die Tordurchfahrt flankieren zwei Sandsteinlisenen, die sich nach oben verjüngen. Sie tragen ein ausschwingendes Gebälk, das mit einem wulstförmigen Gesims unterteilt ist. Die verwitterte Inschrift im Gebälk lautet: „VESTE KAISER FRANZ / ERBAUET UNTER FRIEDRICH WILHELM III / IN DEN JAHREN 1817 BIS 1820“.

    Bild der Einschrift Haupttor Feste Franz

    Das Feld über der Inschrift trägt den preußischen Adler mit weit ausgebreiteten Schwingen. Er wendet seinen bekrönten Kopf nach (heraldisch) links und hält in seinen Fängen Reichsapfel und Zepter. Festungsadler waren typisch für die Haupttore der preußischen Festungswerke, doch meist wurden sie aus Gusseisen gefertigt und nicht als stark geometrisch aufgefasste Ritzzeichnung in Sandstein gestaltet.

    Der Festungsadler der Feste Franz lehnt sich jedoch an eine Darstellung des ägyptischen Sonnengottes Ra an, und das gesamte Tor erinnert an Tore des alten Ägypten, Hier spiegelt sich die Ägypten-Mode des frühen 19. Jahrhunderts, die dank der Ägypten-Reise Napoleons und der danach erschienenen „Déscription de l’Égypte“ („Beschreibung Ägyptens“) aufkam. Mit dem Tor der Feste Franz werden der Bauherr König Friedrich Wilhelm III. von Preußen und sein Königreich mit dem Glanz des antiken Ägypten verbunden. Etwas von diesem Glanz fällt auch auf den Namensgeber des Festungswerks, Kaiser Franz I. von Österreich, einen der Verbündeten Preußens im Kampf gegen Napoleon und Frankreich bis zum Jahr 1815.

    Friedrich Wilhelm III. befahl am 11. März 1815 den Bau der Festung Koblenz und die Wiederherstellung der Festung Ehrenbreitstein. Der Grundstein für die Feste Kaiser Franz wurde am 14. April 1817 gelegt. Als eine der ersten Festungsanlagen an Rhein und Mosel war sie 1822 vollendet; 1823 zogen die ersten Soldaten in ihre Kasematten ein, die letzten Soldaten zogen erst 1918 aus, als die Anlage schon fast längst nicht mehr als Festungswerk, sondern nur noch als Kaserne diente

    Noch liegt das Tor mit dem Adler etwas versteckt. Dies war sogar Absicht: Der Zugang von der Bodelschwinghstraße hatte noch zwei vorgelagerte Tore und führte in einen Vorhof, eine Barbakane. Seitlich versetzt kam man dort zum eigentlichen Tor; dieses konnte somit auch nicht von außen direkt beschossen werden.

    Seit mehr als 20 Jahren bietet der Verein Feste Franz e. V. bei Führungen Einblicke in diesen Torbereich. Künftig werden das Tor und die dahinterliegende Poterne, ein gegen Beschuss gedeckter Tunnel, einer der Zugänge zum Festungspark Feste Franz sein. Die Arbeiten daran sind in vollem Gange.