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Bundesprogramm "Demokratie leben!"

„Demokratie leben!“

Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit


Seit Oktober 2018 wird die Stadt Koblenz durch das Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ bis zum 31. Dezember 2020 gefördert.

Zielsetzung des Bundesprogramms ist die Förderung des zivilen Engagements und demokratischen Verhaltens auf der kommunalen, regionalen und überregionalen Ebene. Es werden Vereine, Projekte und Initiativen unterstützt, die sich der Förderung von Demokratie und Vielfalt widmen und insbesondere gegen Rechtsextremismus sowie Linksextremismus und Phänomene gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wie z.B. Rassismus und Antisemitismus arbeiten. Als „Partnerschaft für Demokratie“ tritt Koblenz für Demokratie ein und allen extremistischen Formen sowie Gewalt und den unterschiedlichen Ausprägungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aktiv entgegen.

Zu den wesentlichen Verwaltungsorganen gehören das federführende Amt, die Koordinierungs- und Fachstelle, der Begleitausschuss und der Jugendbeirat. Das federführende Amt ist zentraler Ansprechpartner vor Ort einerseits für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie andererseits die Regiestelle im Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA). Ansprechpartnerin der Stadt Koblenz ist die Kultur- und Bildungsdezernentin Frau PD Dr. Margit Theis-Scholz. Zudem unterstützen der regionale Begleitausschuss und der Jugendbeirat den Aufbau lokaler Partnerschaften für Demokratie in Koblenz.  

Einbezogen werden alle relevanten staatlichen und demokratischen nichtstaatlichen Organisationen und Institutionen auf lokaler und regionaler Ebene (Verwaltung, Politik, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Vereine, Verbände, Initiativen, Polizei, Migrantenorganisationen, Jugendgruppen, Schulen, Wirtschaft, etc.). Durch die jeweils spezifischen Kompetenzen und Möglichkeiten der Akteurinnen und Akteure ist eine Entstehung lokaler „Partnerschaften für Demokratie“ in Koblenz möglich.

Die Entstehung der Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland ist unmittelbar mit der Stadt Koblenz verbunden: 2018 jährte sich die sogenannte „Rittersturzkonferenz“ zum 70ten mal. Daran anknüpfend wurden die „Koblenzer Wochen der Demokratie“ 2018 erstmalig als eine breit angelegte Veranstaltungsreihe durchgeführt. 2019 wurden sie von mehr als 30 Akteurinnen und Akteuren unter dem Motto „Wozu Demokratie? Weil wir die Wahl haben!“ fortgeführt und weiterentwickelt. In über 50 Veranstaltungen konnten die Besucherinnen und Besucher gemeinsam über das Zusammenleben in Stadt und Region nachdenken sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt aktiv gestalten.  Die „Koblenzer Wochen der Demokratie“ sind seit 2019 in das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ eingebettet und finden auch im Jahr 2020 wieder statt. Unter dem Motto „75 Jahre später – Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen“ erinnern sie mit zahlreichen Veranstaltungen an die Befreiung von Auschwitz vor 75 Jahren. Weitere Informationen finden Sie unter www.wozu-demokratie.de.


Weitere Informationen zum Förderprogramm "Demokratie leben!", zu den Förderrichtlinien sowie den Projektantrag zur Förderung finden Sie unter https://www.koblenz.de/leben-in-koblenz/bildung/bildungsbuero/dokumente/


Kontakt

Koordinierungs- und Fachstelle
ClaraJung

  • Projekte, die über „Demokratie leben!“ gefördert werden:
    • Kommunalpolitische Planspiele: In den kommunalpolitischen Planspielen konnten sich Jugendliche der Klassenstufe 9/10 spielerisch mit Kommunalpolitik auseinandersetzen. Ziel war es, dass die Schülerinnen und Schüler sowie Jugendliche die Abläufe in der Kommunalpolitik besser verstehen, demokratische Prozesse erleben und sich für Kommunalpolitik und ihre Möglichkeiten, durch Wahlen und aktive Teilhabe, interessieren.                                                                                                                                                                                                                     
    • Jugendforum zur Kommunalpolitik: Ziel des Jugendforums war es, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Fragen an die Kandidatinnen und Kandidaten für den Koblenzer Stadtrat stellen und so die Abläufe in der Kommunalpolitik besser verstehen, sich für Kommunalpolitik interessieren und animiert werden, sich mit den politischen Inhalten zu beschäftigen, auch wenn sie noch nicht selbst wählen dürfen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                
    • Audio- und Fotoprojekt "Heimat erkennen": Um ein respektvolles Miteinander zu etwas Alltäglichem und Selbstverständlichem werden zu lassen, wurden Begegnungen und Lebenshintergründe verdeutlicht. Durchgeführt wurde das fünftägige Projekt mit Jugendlichen, die aus unterschiedlichen Ursprungsfamilien kommen. Ziel war es, Verständnis für die unterschiedliche Herkunft und damit für die aktuelle Lebenssituation der Teilnehmenden zu schaffen. Toleranz und Empathie sollten gestärkt werden. Die Ergebnisse wurden in der Öffentlichkeit präsentiert um damit mehr Menschen zu erreichen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                              
    • Kunstwerke und Open-Air-Kino zum Thema Rassismus: Das Projekt bestand aus zwei Elementen. Zum einen gestaltete eine Schulklasse der Realschule plus auf der Karthause drei Tage lang Kunstwerke zum Thema Rassismus. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich mit rassistischen Alltagssituationen aktiv auseinander. Die Werke wurden anschließend für Jugendliche ausgestellt und präsentiert. Damit die Ausstellung noch mehr Aufmerksamkeit erregte, wurden die Werke auch im Rahmen des diesjährigen Open-Air-Kinos in der Öffentlichkeit ausgestellt.                                                                                                                                                                                                                                                                     
    • JUFO Podiumsdiskussion: JUFO ist eine gemeinnützige, von Schülerinnen und Schülern und Studierenden getragene Organisation, die bundesweit Veranstaltungen durchführt. Es werden überparteiliche Debattenevents im US-amerikanischen Stil unter der Beteiligung von Nachwuchspolitikern an Schulen, welche als freiwillige Abendveranstaltungen angeboten werden, veranstaltet.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        
    • Szenische Lesung "Das andere Leben": Eine Demokratiekampagne über die Autobiographie von Solly Ganor. Die Lesung (mit Einführung und abschließender Aufbereitung) durch Thomas Darchinger ist lebendiger Geschichtsunterricht und kann einen elementaren Beitrag zur Bildung der Jugendlichen leisten, besonders im Hinblick auf die Wertschätzung, den Erhalt und die Weiterentwicklung der freiheitlichen Demokratie.                                                                                                                                                
    • "missio-Truck": Am Beispiel von Bürgerkriegsflüchtlingen im Ostkongo wurden die Besucherinnen und Besucher durch die multimediale Ausstellung im missio-Truck "Menschen auf der Flucht" für die Ausnahmesituation Flucht sensibilisiert.

    • Kommunalwahl-Informationsveranstaltung #nachgefragt: Ziel von #nachgefragt ist es, jungen (wahlberechtigten) Menschen eine Möglichkeit zu geben, den antretenden Parteien ihre Fragen zu stellen. Die ganze Veranstaltung wurde von jungen Menschen für junge Menschen geplant. Die Veranstaltung soll zeigen, dass Politik alle Menschen angeht und wählen gehen der erste Schritt ist, um sich politisch und demokratisch zu engagieren.

    • Filmvorführung am Internationalen Tag der Demokratie: Vorstellung des Dokumentarfilms „Prävention. Wie die Demokratie gerettet werden soll“. Der Film greift die drängenden gesellschaftlichen Fragen und Probleme auf und geht unter anderem der Frage nach, wie gefährlich die steigende Radikalisierung aus der Mitte der Gesellschaft heraus für unsere Demokratie ist. Darüber hinaus werden Ursachen für Radikalisierung und damit Ansatzpunkte für Präventionsarbeit und ihre Aufgaben thematisiert. Im Anschluss an die Vorführung findet eine Diskussion zur Bedeutung von Prävention als gesellschaftliche Aufgabe statt.

    • Europafest: Mit Euro-Musik, Euro-Food, Euro-Quiz, Euro-Info und Euro-Talk wird für europäische Werte und Demokratie kurz vor der Wahl geworben.

    • Infomobil des Deutschen Bundestages: Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Bundestages wird das Infomobil des Deutschen Bundestages während seiner Deutschlandtour die Stadt Koblenz besuchen, um Bürgerinnen und Bürger über die Arbeit des Deutschen Bundestages zu informieren. Abgeordnete der besuchten Wahlkreise berichten über ihre persönlichen Erfahrungen im Parlament und stehen den Besucherinnen und Besuchern ebenso Rede und Antwort wie die Honorarkräfte des Deutschen Bundestages.

    • Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen": Sie weist in 16 Tafeln auf die Grundlagen unserer Demokratie und die Gefahren hin, die vom Rechtsextremismus als Bedrohung für Demokratie und Menschenrechte ausgehen.

    • Theateraufführung "Sie heißt Demokratie": Es geht um alles oder nichts. Ein aktuelles, brennendes Thema. Wie schützt man die Demokratie und warum? Eine spannende, aktuelle Geschichte. In mehreren Szenen wird das Geschehen in unserer Welt und der politischen Macht erzählt.

    • Kunstausstellung "Im Spiegel der Menschenrechte und der Verfassung – Realität und Anspruch der Gleichberechtigung": Ziel der Ausstellung, der Podiumsdiskussion und des involvierten SlamContest ist die Schaffung einer Diskussion zur Frage nach dem Spiegel der Menschenrechte und der Verfassung zwischen Realität und Anspruch der Gleichberechtigung. Die Menschenrechte, die universellen Anspruch haben sollten, werden neben der Verfassung als normative Orientierung und Verbindlichkeit verstanden, die auf Grund der Zunahme von kultureller, religiöser und individueller Vielfalt wichtiger denn je sind. Die bildlich dargestellten 30 Artikel der Menschenrechte der Künstlerin Antje Wichtrey zum Thema Grundgesetz und Menschenrechte fördern dabei die Reflexion zur Berücksichtigung von Gendermainstreaming und Diversity in der Verfassung sowie der noch immer aktuellen Thematik von Flucht und Asyl.

    • „Weiberaufstand – Was der Kirche noch fehlt“: „Die heilige Weihe empfängt gültig nur ein getaufter Mann“. In ihrer Streitschrift „Der Weiberaufstand“ analysierte Dr. Christiane Florin die kirchliche Position und führte mit Wortwitz vor Augen, dass der Ausschluss der Frauen von Weiheämtern bedeutet, dass die kirchliche Macht nach wie vor in Männerhand liegt.

    • Speakers Corner „Du hast das Wort“: Die Veranstaltung fand 2019 zweimal statt. Angelehnt an die Speakers‘ Corners im Londoner Hyde Park bietet das Konzept eine Bühne für Demokratie und Freiheit. Beim ersten Mal ging es um die Fragen "Wie wird Europa lebendig? Und wann zur Heimat? Was ist der Wert von Freiheit?". Beim zweiten Treffen beschäftigten sich Impulsgeber und Interessierte mit „Integration im Sport“, insbesondere im Fußball.

    • Workshop „Mehr Mitbestimmung in Schulen und Kindertagesstätten“: Kinder und Jugendliche aller Altersstufen schätzen es sehr, wenn sie in Entscheidungen bei allen Angelegenheiten einbezogen werden, die sie betreffen. Leider ist es so, dass die in Schulen und Kindertagesstätten tätigen Erwachsenen oftmals vor einem Mehr an Mitbestimmung zurückschrecken, als sie es bisher ermöglichen. Sie tun dies oftmals aus der Überzeugung, dass ein Mehr an Mitbestimmung eine Überforderung für alle darstellen würde. Bei diesem Workshop bekamen die Teilnehmenden eine ganze Reihe von Anregungen, wie es möglich ist, das jeweilige Maß an Mitbestimmung in einer Schule oder Kindertagesstätte auszubauen und zwar ohne, dass Überforderung sich breit macht.

    • Filmvorführung „Freistunde“: Der preisgekrönte Dokumentarfilm „Freistunde“ von Margarete Hentze und Yuval Tzafrir widmet sich den demokratischen Schulen, einem in Deutschland wenig bekannten Schulsystem. Hier entscheiden SchülerInnen demokratisch über ihre Lerninhalte und übernehmen in vielen schulischen Belangen selbst die Initiative.

    • Vortrag "Anthropoikratie": In dieser Veranstaltung ging es darum, das Bewusstsein von Demokratie zu schärfen und die Beteiligungsmöglichkeiten von Menschen zu erhöhen. Die neuen Medien (Handy, Internet etc.) bieten neue interessante Möglichkeiten für jeden, sich zu beteiligen.

    • Projekt „Immer diese Widersprüche – Kreativ Workshop“: Jugendliche aus Koblenz und Umgebung erproben in einem Workshop Camp Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten in den Bereichen Hip-Hop, Tanz, Rap/Gesang, Musik/Band, und Audio/Videoproduktion.  Ausgehend von der Frage, wie jugendliche Lebensentwürfe aussehen können, werden die Räume der Jugendbegegnungsstätte und der Außenbereich auf dem Münzplatz zur offenen Werkstatt. Nicht nur das Ergebnis, auch die Ausarbeitung und die inhaltliche Auseinandersetzung sollen für interessierte Bürgerinnen und Bürger in den offenen Workshop-Modulen sichtbar gemacht werden.

    • "Koblenzer Wochen der Demokratie": Die Koblenzer Wochen der Demokratie wurden 2018 anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der sogenannten „Rittersturzkonferenz“ ins Leben gerufen. Auf dem Koblenzer Rittersturz – einem Felsvorsprung am Stadtrand, auf dem bis in die 1970er Jahre ein Tagungshotel stand – fanden vom 8. bis zum 10. Juli 1948 entscheidende Beratungen zur Verfassung des Grundgesetzes statt. Die Entstehung der Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland ist somit unmittelbar mit der Stadt Koblenz verbunden. 2019 fanden die "Koblenzer Wochen der Demokratie" bereits zum zweiten Mal statt. Die Bürgerinnen und Bürger können sich bei Workshops, Podiumsdiskussionen, Lesungen, Filmvorführungen und Ausstellungen, welche von mehr als 30 Akteuren und Initiativen aus Koblenz und Region gestaltet werden, mit dem Thema Demokratie auseinandersetzen. Auch 2020 werden die Demokratiewochen weitergeführt und widmen sich unter dem Motto "75 Jahre später - Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen" der Befreiung von Auschwitz durch Soldaten der Roten Armee vor 75 Jahren.

Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!"

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