Planzeichnung

Umwelt und Planung

INFORMATIONEN ZUM HOCHWASSERSCHUTZ AN RHEIN UND MOSEL

Aktuelle Pegelstände an Rhein, Mosel und Rheinland-Pfalz

Hier finden Sie die stündlich aktualisierten Wasserstände an den Pegeln von Rhein (Pegel Koblenz) und Mosel (Pegel Cochem). Ein Hochwasser am Pegel Koblenz kann ab 4,50 m auftreten.

Hochwassergefahrenkarten

Wohne ich in einem überschwemmungsgefährdeten Bereich?

Über die Seiten des Landes gelangt man zu Kartendarstellungen aus denen man die individuelle Betroffenheit hochauflösend ablesen kann.

Auch über das Geoportal der Stadt Koblenz können die Karten vereinfacht angezeigt werden. Unter der Rubrik "Umwelt und Mobil" können mit der Themenauswahl "Umwelt" auch die Hochwassergefahrenkarten HQ10, HQ100 und HQextrem sowie die gesetzlichen als auch die nachrichtlichen Überschwemmungsgebiete dargestellt werden.

  • Überflutung von Verkehrswegen

    Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) hat auf seiner Homepage Informationen zu voraussichtlich überfluteten Straßen entlang von Rhein und Mosel (und Lahn) zusammen getragen. In einer Tabelle wird anhand des jeweiligen Referenzpegels eingeschätzt, ab welchem Pegelstand ein Verkehrsweg nur noch eingeschränkt nutzbar ist oder auch voll gesperrt wird. Die Informationen stellen ein ergänzendes Angebot dar; sie ersetzen nicht die aktuellen Berichterstattungen aus Presse, Funk und Fernsehen.

    Link zum LBM

Maßnahmen zum Schutz und zur Vorsorge gegen Hochwasser

Neben den technischen Bauwerken des Hochwasserschutzes an Rhein und Mosel gibt es auch Konzepte, die dazu dienen besser auf ein Hochwasser vorbereitet zu sein.

  • Hochwasserschutzanlagen

    Ehrenbreitstein

    Mit dem Hochwasser leben müssen die Einwohner von Ehrenbreitstein nur noch sehr sehr selten. Sie werden geschützt von einer Hochwasserschutzwand, die das Wasser des Rheins bis zu 10,88 m am Pegel Koblenz abhält. Zum Vergleich, das Hochwasser vom Dezember 1993 erreichte einen Pegel von 9,52 m.

    Die 700 m lange Hochwasserschutzwand verläuft unmittelbar landseitig neben der rechtsrheinischen Bahnstrecke und reicht bis zu 12 m tief in den Untergrund, um auch gegen das Grundwasser abzudichten.

    In dem Schutzbereich befinden sich vier Wegeunterführungen unter der Bahn, die den Stadtteil mit dem Rheinufer verbinden. Es handelt sich um drei kleinere Unterführungen mit einer Durchgangsbreite von 3,50 m, die durch Hubtore verschlossen werden können und eine größere Öffnung von ca. 15 m am Kapuzinerplatz.

    Für den Schutz gegen Binnenhochwasser bei gleichzeitigem Rheinhochwässern, den Schutz gegen hohe Grundwasserstände und die Ableitung des im Binnengebiet anfallenden Oberflächen- und häuslichen Abwasser, wurde ein Pumpwerk mit Regenüberlauf und Regenrückhaltebecken am Kapuzinerplatz erstellt.

    Die hochwasserfreie Tiefzone von Ehrenbreitstein wurde von zwei Bachläufen durchzogen - dem Mühlenbach und dem Blindbach. Für den Mühlenbach wurde ein Stollen unter der Festung Ehrenbreitstein hindurch gebaut; während der Blindbach verrohrt und drucksicher durch die Altstadt verläuft.

    Die Gesamtherstellungskosten der Hochwasserschutzmaßnahmen betrugen 56,2 Mio. DM.


    Lützel, Neuendorf und Wallersheim

    Die Ortsteile Lützel, Neuendorf und Wallersheim waren bereits bei kleineren, häufigen Hochwassern betroffen. Immer wieder entstehen hohe Schäden durch Hochwasser.

    Zwischen der Europabrücke und der Eisenbahnbrücke sowie zwischen der Eisenbahnbrücke und der Balduinbrücke existiert bereits jeweils ein Hochwasserschutzdeich von 1927. Die Deiche sind beide im Zug der Bauarbeiten ab 2010 mit einer Spundwand ergänzt worden.

    Auf Basis einer Projektunterlage von 2004 hat das Land Rheinland-Pfalz entschieden, einen örtlichen baulichen Hochwasserschutz für diese Ortsteile gegen bis zu 10-jährliche Hochwasser zu realisieren.

    Die Planungsphase erstreckte sich von 2005 bis 2009. In 2010 fand der erste Spatenstich statt. Auch in 2019 wird noch am letzten Segment, der Sanierung des Pumpwerks "An der Bleiche", gearbeitet. Die Arbeiten sollen zur Jahresmitte 2019 abgeschlossen sein.

    Schutzraum_LNW


    Schutz gegen Mosel- und Rheinhochwasser

    Ein absoluter Schutz - auch gegen seltene, extreme Hochwasser - ist nicht realisierbar.

    Je höher die Schutzanlagen wären, desto stärker würde in das Ortsbild eingegriffen und der Bezug zum Rhein wäre eingeschränkt bzw. ginge weitgehend verloren. Dies war nicht das erklärte Ziel.

    Die Beziehung zum Rhein sollte weitestgehend bestehen bleiben, ein beschränkter Schutz gegen Hochwasser sollte realisiert und das Landschaftsbild und die Aufenthaltsqualität am Rheinufer sollten möglichst verbessert werden.

    Die maximale Höhe der Schutzbauwerke wird bei 875 cm Pegel Koblenz liegen. Diese Höhe ergibt sich aus dem Wasserstand am Pegel Koblenz bei einem ca. 10-jährlichen Hochwasserereignis unter Berücksichtigung des Zusammentreffens von Rhein- und Moselhochwasser (845 cm Pegel Koblenz) und einem Freibord von 30 cm. Ein Freibord dient nicht der Erhöhung des Schutzzieles, sondern berücksichtigt Erhöhungen des Wasserstandes durch Wellengang, Windeinwirkung, lokalen Aufstau durch Treibgut oder Eisgang etc.

    Bei höheren Wasserständen wie in den Jahren 1983, 1993 und 1995 würden die geschützten Ortsteile über die Hochwasserschutzbauwerke geflutet.


    Schutz gegen Grundwasser

    Neben dem Schutz gegen das Rhein- und Moselwasser ist auch ein Schutz gegen erhöhte Grundwasserstände realisiert.

    Der Grundwasseranstieg bei Hochwasser wird mit einer Untergrundabdichtung in der Hochwasserschutzlinie und mit zusätzlichen Drainagemaßnahmen in den Ortslagen eingeschränkt. Zum Abpumpen des gefassten Grundwassers wurden neue Pumpwerke gebaut.

    So soll verhindert werden, dass Grundwasser über Straßenoberkantenniveau ansteigt. Weiterhin und natürlicherweise befindet sich aber Grundwasser im Erdreich unterhalb der Straßenoberkante. Damit ist es auch hinter der Hochwasserschutzwand weiterhin möglich, dass nicht abgedichtete Keller (alte gemauerte Keller, Gewölbekeller mit oder ohne Lehmgrund, etc.) vor, während und nach einem Hochwasserereignis nass werden.

    Bei der Abdichtung des Untergrundes wurden die Belange der Wassergewinnung aus dem Grundwasserspeicher berücksichtigt, die Förderung von Grundwasser wird nicht beeinträchtigt.

  • Hochwasservorsorgekonzepte

    Hochwasserschutz in den Koblenzer Stadtteilen

    Koblenz liegt an zwei Flüssen, der Mosel und dem Rhein. Fast alle Stadtteile liegen entweder an einem oder sogar an beiden Flüssen und sind daher vom Flusshochwasser betroffen.

    Während es bereits einen technischen Hochwasserschutz in den Stadtteilen Ehrenbreitstein, Lützel, Neuendorf und Wallersheim gibt und für Kesselheim ein Hochwasservorsorge-Konzept aufgestellt worden ist, müssen die verbleibenden Stadtteile sukzessiv nachgezogen werden. In den kommenden Jahren soll daher unter Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz auch für die anderen betroffenen Koblenzer Stadtteile ein Hochwasservorsorge-Konzept unter Beteiligung der Bewohner/-innen aufgestellt werden.

    Kesselheim

    Die in 2013 von der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) in Koblenz veröffentlichte  Studie erbrachte keinen Nachweis für die Wirtschaftlichkeit einer baulichen Hochwasserschutzmaßnahme für Kesselheim.

    Dennoch sollen in Rheinland-Pfalz auch für besonders von Hochwasser betroffene Ortslagen örtliche Hochwasserschutz-Konzepte (HWS-Konzepte) erstellt werden, die näher auf die spezifischen örtlichen Gegebenheiten eingehen. Die Stadtverwaltung Koblenz hat dies zum Anlass genommen und die Erstellung eines örtlichen Hochwasservorsorge-Konzeptes für Ortslage von Koblenz-Kesselheim beauftragt.

    Unter Beteiligung der Anwohner wurden zwei Workshops abgehalten.

    1. Workshop Hochwasservorsorge-Konzept Kesselheim vom 30.11.2016.

    2. Workshop Hochwasservorsorge-Konzept Kesselheim vom 23.03.2017. 

    Das Ergebnis ist in einem Bericht zusammengestellt. Aus diesem ergeben sich weitere Betrachtungen. Diese müssen - ebenso wie schon das Hochwasservorsorge-Konzept selbst - beim Land zur Förderung angemeldet werden. Erst danach können weiterführende Aufträge erteilt werden.

Ein wesentlicher Baustein bei der Bewältigung eines Hochwasserereignisses ist eine gute Vorbereitung!

  • Eigenvorsorge

    Was kann ich gegen Hochwasser und Sturzfluten tun?

    Ein 100%-iger Hochwasserschutz kann nicht garantiert werden. Hochwasserschutzmaßnahmen haben ein definiertes Schutzziel. Nur bis zu diesem Schutzziel sind sie wirksam. Steigt ein Hochwasserereignis über dieses Schutzziel hinaus, kann es eine Wirkung entfalten als wäre kein Hochwasserschutz vorhanden. Das bedeutet, dass man als Anlieger eines Gewässers immer mit weiteren Maßnahmen die Vorsorge hoch halten muss. Diese sogenannte private Eigenvorsorge erstreckt sich über mehrere Ebenen. Zur privaten Eigenvorsorge zählen die Informations-, Verhaltens-, Bau- und Risikovorsorge.

    Informationsvorsorge

    Auf welchen Wegen beschaffe ich mir die Informationen, die mich vor einem anlaufenden Hochwasser warnen und wie interpretiere ich diese Informationen richtig, dass sie für mich relevant sind.

    Verhaltenvorsorge

    Im Vorfeld kann ich überlegen, wie ich mich vorbereiten kann, dass bei einem Hochwasserereignis der Schaden für Leib und Loben sowie Sachwerte verhindert oder reduziert werden kann.

    Bauvorsorge

    Gebäude in überflutungsgefährdeten Bereichen können durch eine angepasste Bauweise und Nutzung vorbereitet werden, so dass sie ein Hochwasserereignis schadlos überstehen können.

    Risikovorsorge

    Auch wenn alle anderen Vorsorgemaßnahmen nicht zum Ziel geführt haben, hilft eine finanzielle Vorsorge, um den Schaden zu reduzieren, Stichwort Elementarschadensversicherung.

    Elementarschadenkampagne Rheinland-Pfalz

    Weitergehende Informationen zum Thema Naturgefahren und Elementarschadensversicherung hat das Land Rheinland-Pfalz unter diesem Link zusammengestellt.

Wenn wir Ihnen weitere Fragen beantworten können, tun wir das gerne!

  • Kontakt

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    Unsere Kontaktdaten

    Hochwasserschutzzentrale im Eigenbetrieb Stadtentwässerung
    Bahnhofstraße 47
    56068 Koblenz